Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

styriarte 2020

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Von Heimatlosigkeit und Erlösung". Anlässlich des 160. Geburtstages von Gustav Mahler erzählt die Journalistin und Ö1-Moderatorin Mirjam Jessa, wie der Komponist ihr Leben begleitet Vor 160 Jahren, am 7. Juli, wurde Gustav Mahler in Böhmen im kleinen Ort Kaliste geboren. Wollte man in seiner Familie eine Verbindung zur Musik finden, müsste man bis zu seinem Ururgroßvater zurückblättern: Abraham Jakob war nicht nur Gewürzhändler, sondern auch Kantor in der Synagoge. Der Nachname "Mahler", den er annahm, geht möglicherweise auf das Mahlen der Gewürze zurück. Gustav Mahlers Großeltern waren Schnapsbrenner und Seifensieder. Wer hätte bei seiner Geburt auch nur einen Kreuzer darauf verwettet, dass aus diesem Buben einer der bedeutendsten Komponisten würde? "Das hat mich als Jugendliche brennend interessiert, wie das sein kann und warum mir Mahlers Musik nicht nur unter die Haut ging, sondern mich in Tiefen erschütterte, die ich gar nicht kannte? Andererseits half sie mir auszuhalten, was schwer auszuhalten war", sagt die Musik-Journalistin und Ö1-Moderatorin Mirjam Jessa. Eines der bekanntesten Zitate von Mahler ist das der dreifachen Heimatlosigkeit. Er sei heimatlos als Böhme unter den Österreichern, als Österreicher unter den Deutschen und als Jude in der ganzen Welt. "Als ich das las - meine Klasse musste mein einstündiges Mahler-Referat über sich ergehen lassen - schien mir das der Schlüssel zu sein. Wir waren fremd in der Stadt und integrierten uns nie. Und vor allem waren wir kein "Wir". Keine Familie. Ich kenne außer meiner alleinerziehenden Mutter, selbst ein Adoptivkind, niemanden, mit dem ich verwandt bin, und war in dem Haus, in dem ich aufwuchs, nur geduldet. Ich wusste überhaupt nicht, wer ich eigentlich war, woher ich kam und fühlte mich mutterseelenallein, aber nicht gottverlassen. Letzteres hat mir geholfen. Und die Natur, Bücher. Und Mahler!" Manche Schallplatten habe sie immer und immer wieder gehört, erinnert sich Jessa: die 1. und 5. Symphonie oder die Rückert-Lieder mit Dietrich Fischer-Dieskau: "Ich bin der Welt abhandengekommen". Später habe es auch Phasen größerer Distanz zu Mahler gegeben, "aber dann, wenn man so langsam eine Ahnung davon bekommt, wer man ist und seinen Platz in der Welt findet, dann ist die Zeit reif für die eigentliche Auseinandersetzung mit seiner Musik und dem, was sie bedingt. Davon möchte ich erzählen."

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Albert Hosp. Vokale Eskapaden sind im Pasticcio eher fehl am Platz. Andererseits?? ?? ist die menschliche Stimme für praktisch alle Instrumente in irgendeiner Art und Weise ein Vorbild. Ein Schubert-Lied macht daher die Absprungbasis für die Musikliste heute. Wenn die junge Nonne sich Gedanken über weltliche Stürme und geistliche Einkehr macht, sich im Gewitter nach ruhigem Seelen-Wetter sehnt, dann ist das eine Symphonie in der Nussschale. Womit wir bei Darius Milhaud sind, der, rekordverdächtig, für ganze Symphonien weniger als fünf Minuten benötigte. Als hätte er dabei an´s Pasticcio gedacht! "Horch! Friedlich ertönet das Glöcklein vom Turm."

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Elke Zach erzählt von ihrer Gartenarbeit in Kundl in Tirol. Teil 3: Schwarzerde mit Pflanzenkohle für den Boden Gestaltung: iIlse Huber Wenn man gärtnert, denkt man in erster Linie an Blütenpracht und Fruchternte - nicht unbedingt ans Klima. Sollte man aber. Denn was das Gärtnern mit dem Klima zu tun hat, zeigen fünf verschiedenen Schauplätze: Im oberösterreichischen Vöcklabruck schildert Sonja Pickhardt-Kröpfel vom Gemeinschaftsgarten "Subkultur", wie essbare Pflanzen und fruchttragende Bäume die Klimabilanz verbessern. In St.Pölten erzählen Christian und Lydia Kieslinger über geeignete Pflanzen in einem trockenen und schattigen Standort. Elke Zach aus Tirol ist von der klimaverbessernden Wirkung von Schwarzerde, die mit Pflanzenkohle hergestellt wird, überzeugt. Heidi Strobl aus dem Weinviertel macht sich Gedanken über Pflanzen, die trockene und heiße Bedingungen gut vertragen. Und Ingeborg Hirsch und Hildegard Burgstaller retten in Wien Pflanzen vor dem Müll.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Träume

Geheime Welt im Schlaf (3). Gestaltung: Katrin Mackowski Die Wissenschaft vom Traum erlebt eine Renaissance. Traumaktivität teilen wir mit vielen Säugetieren; mit Kühen, Hunden, sogar mit Meerschweinchen. Nachts offenbart sich unsere biologische, tierische Seite, die sich mit der kulturellen und sozialen unseres Geisteslebens vermischt. Neurobiologische und psychoanalytische Forschung, aber auch die funktionelle Bildgebung, ermöglichen heute einen umfassenden Blick auf den nächtlichen Traum als ein überlebensnotwendiges Phänomen. *Träume sind existentiell* Warum? Weil der Traum zu unserer psychischen und körperlichen Gesundheit beiträgt, vor allem dann, wenn wir emotional bewegt sind, Lustvolles erleben oder auch wie gerade jetzt, in der Zeit der Corona-Krise, Angst haben. Schon Sigmund Freud wusste, dass der Traum der "Hüter unseres Schlafes" ist. Entscheidend ist, ob und wie wir das Erlebte verdauen und emotional verarbeiten können. Träume zeigen also, wie gut wir psychisch funktionieren. *Was passiert, wenn wir träumen?* Neurologen, Biologen und Psychoanalytiker sind sich darüber einig, dass unser Gehirn im Schlaf in einem "ursprünglicheren" Zustand ist als tagsüber. Genau darum sind Träume so verschlüsselt, auch wenn es universelle, scheinbar schlichte Träume vom Fliegen, Fallen oder Nacktsein gibt, die wir über diverse Ethnien hinaus, miteinander teilen. Sigmund Freud schrieb bereits 1899, dass die Traumdeutung der "Königsweg zum Unbewussten" ist. Dabei entzauberte er den Traum, zergliederte seine Struktur und beschrieb die Mechanismen von Verdichtung, Verschiebung und Entstellung. Aber was ist dieses Unbewusste, das sich im Traum, und vor allem in der Traumarbeit der Psychoanalyse zeigt? Der Traum eröffnet Einblicke in eine archaische, primitive Welt; das Denken und Fühlen in Bildern, in Ereignissen oder Szenen, die Sprache und Vernunft übertrumpfen. Psychoanalytiker sprechen vom primärprozesshaftem Erleben; ein Erleben, das Urmenschen und Kleinkinder teilen. Beide können zwischen Vorstellen und Handeln, Wunsch und Wirklichkeit, Illusion und Realität, nicht differenziert unterscheiden. *Träumen wir auch dann, wenn wir wach sind?* Der Traum, das wissen Traumforscher, ist ein psychotischer Zustand, der während des Schlafs auftritt. Er ist eine komplexe halluzinatorische Erzählung oder Szene mit oft wahnhaften Merkmalen. Doch tatsächlich zeigen sich Elemente dieser Verrücktheit auch im Wachzustand. In Versprechern, Fantasien, Kreativität, in unbewussten Wünschen und Gefühlen, in Trancen oder unseren Tagträumen. Träume sind also keine magischen Botschaften oder Weissagungen, wie sie die Kulturgeschichte so schillernd erzählt, aber das magische Denken kann uns in jedem Alter beflügeln und zeigt sich in unseren Träumen als infantile, archaische Welt.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Kunst im Schatten der islamischen Zensur

Reflexionen über den Iran in Film und Literatur (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Bei der Berlinale 2020 ging der Goldene Bär an den iranischen Regisseur Mohammed Rasoulof. Er wurde für seinen Film "Es gibt kein Böses" ausgezeichnet, in dem er sich mit der Todesstrafe in seiner Heimat auseinandersetzt. Rasoulof konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, eine Ausreise aus dem Iran wurde ihm verwehrt. Zugleich wurde ihm eine Haftstrafe angedroht. Den Goldenen Bären gewann bereits 2011 der Iraner Ashgar Panahi mit seinem Film "Nader und Simin: Eine Trennung". Und das sind nur zwei von zahlreichen internationalen Preisen, die iranischen Regisseuren in den vergangenen Jahrzehnten verliehen wurden. Iranische Filme und Bücher stoßen in vielen Teilen der Welt auf reges Interesse. Dabei kann man in Übersetzungen in westliche Sprachen oft lesen, was im Iran in persischer Sprache nicht veröffentlicht werden darf. Die Revolution von 1979, das Islamische Regime und die strenge Zensur bilden den Hintergrund, vor dem sich das Leben abspielt. Iranische Kunstschaffende streben häufig danach, die Grenzen auszuloten und ein wenig auszudehnen. In ihren Werken verarbeiten sie eine große Vielfalt an Themen: die soziale Ungleichheit, Umweltfragen, die Lage der Frauen, zwischenmenschliche Beziehungen, Scheidung, Autoritätskritik, Träume von einem anderen Leben, Emigration und Exil, Alltagssorgen und Alltagskuriositäten. Filmemacher/innen und Autor/innen können in ihrer Bildersprache auf die Jahrtausende alte persische Kultur ebenso rekurrieren wie auf große internationale Traditionen.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Das neue Heiße

Was ist "Young" am Jazz in Österreich? (3). Gestaltung: Hans Groiss und Studierende Jazz ist eine Idee: Ideen bleiben zeitgemäß, wenn sie ihren Kerngedanken beibehalten, von ihren Traditionen und Ahnen nicht aufgehalten werden und sich weiterentwickeln können. Das Konzept von Jazz ist es, im Moment Gefühle musikalisch auszudrücken: Manchmal über einen komponierten Rahmen, manchmal bezogen auf das Gegenwärtige im Raum und häufig mit entfesselter Leidenschaft. Und: Jazz ist ursprünglich eine Musik der Minderheiten und auch eine Form der Volksmusik. Eine der ersten Jazzaufnahmen wurde im Februar 1917 von der Original Dixieland-Jazz Band in New York eingespielt und am 7. März als Platte veröffentlicht. Louis Armstrong war damals begeistert. Über den Atlantik eingeflogen, stand der US-amerikanische Musikexport im Zwischenkriegs-Europa für Ausgelassenheit: Josephine Baker und ihr Bananenröckchen beispielsweise entflammte Berliner Clubs. Image, Improvisation und Inszenierung hatte auch für die "Schlurfs" aus der Swing-Jugend Bedeutung: bunte Klamotten, auffällige Frisuren und ein eigener Lebensstil definierten ihren Widerstand gegen das NS-Regime. Im Österreich der Nachkriegszeit hatten Caterina Valente und Peter Alexander ein großes kommerzielles Publikum - abseits davon entwickelten sich Nischen bis heute, und erhielten sich vielerorts jung. Aber ist der Jazz für immer jung und welche Instrumente werden in der Gegenwart verwendet? Welche Einflüsse von anderen Genres wie etwa Hip-Hop, Techno oder Electro wirken in gegenwärtige Produktionen und wie können junge Jazzmusiker/innen aus Österreich von ihrer Musik leben? Wer online gut vertreten ist, wird eher wahrgenommen. Die eigene Homepage, Socialmedia und Musikvideos sind für Einpersonenunternehmen - und das sind die meisten Jazzer/innen - Standard. Die Session, also das Aufeinandertreffen von Musiker/innen die ihre Technik perfekt beherrschen und in gewissen Mustern frei improvisieren, hat nach wie einen hohen Stellenwert. Gemeinsames Improvisieren ist musikalische Kommunikation, Frage und Antwort-Spiel, sowie Zusammenklang und Battle, also Wettstreit. Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens sind Frauen im Jazz unterrepräsentiert und das Schaffen von Jazzer/innen ist weniger gut dokumentiert. Wieso werden Frauen hauptsächlich als Sängerinnen erfolgreich und gibt es in der Genderfrage Gegenströmungen in Österreichs "Szene"? Schafft es der junge Jazz hierzulande das Feuer der ursprünglichen Ideen am Lodern zu halten? Jazz kann nicht neu erfunden werden, aber mit anderen Genres und untypischen Sounds bzw. Zugängen kombiniert, entsteht etwas Neues: im Kern hat Jazz immer ein neues Gesicht, behaupten zumindest Hans Groiss und Studierende der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in dieser Musikviertelstunde. Schauen wir, ob die These hält.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Stephanie Maderthaner "Ludwigs Sonatensommer": Die Waldstein-Sonate als Grenzlinie. Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier in C-Dur op. 53 "Waldstein-Sonate" (Igor Levit/Klavier) Der deutsch-russische Pianist Igor Levit nahm (bewusst) genau 32 Kilo ab, als er die 32 Sonaten von Ludwig van Beethoven für Aufnahmen einstudierte. Zunächst spielte er die späten und oft so schwierig zu bewältigenden Sonaten ein, dann, im Jahr 2017, folgten die früheren. Die Grenze dazwischen sieht er in der "Waldsteinsonate": Für den Musiker gibt es eine Zeit vor und nach diesem Werk. Es sei, so sagte er in einem Interview, "Lebenserfahrung, eine plastische Erzählung, eine Freiheitsexplosion. Danach sind sogar kleinste und kürzere Sonaten explosiv." Die "Waldsteinsonate" skizzierte Beethoven 1803 und widmete sie seinem ersten und vielleicht größten Förderer, den er noch aus seiner Bonner Zeit gut kannte, dem Grafen Ferdinand Ernst von Waldstein.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

?Unter Hunden" von Zsuzsa Bánk. Es liest Dorothee Steinbauer. "Sehr zart und unerbittlich sicher erzählt Zsuzsa Bánk von den zwei Vorstadtkindern auf den verschiedenen Seiten der Straße: Es ist die Geschichte einer fortschreitenden, beunruhigenden Anwesenheit, einer Einkreisung, einer Gefangennahme und schließlich einer Flucht; aber wer einmal so gefangen genommen war, kommt durch Flucht nicht davon, nicht von Kai mit den losen Schnürsenkeln und nicht von dieser Erzählerin", begründete die Schriftstellerin Birgit Vanderbeke die Entscheidung der Jury, diese Erzählung mit dem Bettina-von-Arnim-Preis 2003 auszuzeichnen. Zsuzsa Bánk, als Tochter ungarischer Eltern 1965 in Deutschland geboren, wurde für ihren ersten Roman "Der Schwimmer" (2002) mit mehreren Literaturpreisen bedacht. In ihrem Erzählband "Heißester Sommer" (2005) erzählt sie vom Abschiednehmen, vom plötzlichen Verlust eines Menschen, vom Ende der Kindheit, von der schmerzhaften Erinnerung an eine Zeit der Geborgenheit, die unwiderruflich verloren ist. Gestaltung: Barbara Belic Präsentation: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Der Himmel voller Götter Gestaltung: Stephan Pokorny Die Ö1-Reihe "Der Himmel voller Götter" präsentiert 28 Gottheiten sowie Wesen und Mächte, die gottgleich wahrgenommen werden. Die ausgewählten Göttinnen und Götter entstammen religiösen und kulturellen Traditionen von allen Kontinenten. Manche von ihnen wurden in gewissen Phasen der Menschheitsgeschichte an bestimmten Orten verehrt (etwa Zeus, Isis und Mithras).Manche werden seit Jahrtausenden und auch heute noch angebetet (zum Beispiel Vishnu, Ahura Mazda und der Gott der abrahamitischen Religionen), manche wurden gerade erst entdeckt (Oyagami), und manche werden derzeit wiederentdeckt (Odin und Brigid). Sie ähneln der Vorstellung nach oft dem Menschen - empfinden mitunter Liebe, Eifersucht, Zorn - und übersteigen doch das menschliche Maß, indem sie Welten erschaffen und zerstören können und allwissend, allmächtig und allgegenwärtig sind. Sie kämpfen für ihre Schutzbefohlenen und bestrafen diese, wenn es sein muss. Sie spenden Leben und bringen den Tod. Die einzelnen Kurzporträts erzählen darüber hinaus viel über die jeweiligen kulturellen Kontexte und vor allem über die Menschen rund um die Welt, die die Gottheiten verehren. Der letzte Teil der Reihe wird der philosophischen Frage nach dem unbekannten Gott gewidmet, auf die es wohl keine abschließende Antwort gibt.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Hans Georg Nicklaus. Victor Ullmanns Klavierkonzert und zwei Klaviersonaten, teilweise im Ghetto Theresienstadt entstanden, in einer neuen Aufnahme mit der Pianistin Annika Treutler und dem Rundfunk-Symphonieorchester Berlin.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Orchestra della Svizzera italiana, Dirigent: Erasmo Capilla; Renaud Capuçon, Violine; Nicholas Angelich, Martha Argerich, Alexander Gurning und Mauricio Vallina, Klavier. Francis Poulenc: Konzert für zwei Klaviere und Orchester d-Moll FP 61 * Witold Lutoslawski: Variationen über ein Thema von Paganini für Klavier und Orchester * Robert Schumann: Introduktion und Allegro appassionato G-Dur op. 92 * Édouard Lalo: Symphonie espagnole d-Moll op. 21 (aufgenommen am 9. Juni 2007 im Palazzo dei Congressi Lugano im Rahmen des Festival "Martha Argerich Project"). Präsentation: Peter Kislinger

15.30 Uhr
Moment

Fünf Landesstraßen, zwei Autobahnen, eine Kreuzung, viele Probleme. Liezen - Kleinstadt an den Transitachsen Bereits am alten Wappen der Steirischen Gemeinde Liezen verwiesen die fünf Stadttore auf die Bedeutung der Gemeinde als Verkehrsknotenpunkt. Die wichtigste Achse ist heute die B 320 durch das Ennstal, die mitten durch die Stadt verläuft. Sie verbindet die A9 Pyhrnautobahn mit der A10 Tauernautobahn und ist eine der stärkst befahrenen Landesstraßen in Österreich. Anfang der 1990er-Jahre wurde die geplante vierspurige Schnellstraße "Ennsnahe Trasse" zwischen Liezen und Trautenfels von massive Bürgerprotesten gestoppt. 25 Jahre später sorgt heute eine geplante Umfahrung der Stadt weiter für Kontroversen zwischen Umweltschützern und Verkehrsplanern. Gestaltung: Jonathan Scheucher

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Die Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020 Rudi ist eingeschnappt. "Zwei Turteltäubchen", hat der Kater Rudi und Trixi Terrier genannt. Der Radiohund will wissen, wie es dazu kommt, dass Verliebte ausgerechnet mit Tauben verglichen werden. Turteltauben schnäbeln sehr gerne, erklärt die Vogelexpertin Eva Karner-Ranner - und noch viel mehr. Denn die Turteltaube ist der Vogel des Jahres 2020. Eva Karner-Ranner: "Turteltäubchen gibt's nicht nur auf dem Schulhof, die gibt es wirklich. Und es ist eigentlich umgekehrt: die Turteltäubchen auf dem Schulhof sind nach den Vögeln benannt. Das kommt daher, dass Turteltauben eine sehr starke Paarbindung haben. Das heißt, die sitzen immer sehr eng beisammen und sie kraulen sich gegenseitig, sie geben sich auch scheinbar Küsschen indem sie schnäbeln. Das sieht einfach aus, wie zwei frisch Verliebte."

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Gar nicht von gestern: Das neapolitanische Trio Suonno d'ajere (Der Klang von gestern) Ausgerechnet in Wien haben sie im März ihr letztes Konzert vor dem allgemeinen Lockdown gegeben, nun ist es nicht mehr still um sie, auch das Kulturleben in Italien nimmt wieder Fahrt auf, dank der günstigen Outdoor-Bedingungen. Die Sängerin Irene Scarpato, der Mandoline-Spieler Marcello Smigliante Gentile und der Gitarrist Gian Marco Libreccio haben 2016 das Trio Suonno d'ajere gegründet. Ihr Ziel ist, das Beste der traditionellen Canzone Napoletana, auch der, die nicht einmal in Italien bekannt ist, wieder aufzupolieren, sorgfältig zu restaurieren nach besten Wissen und Gewissen und diesen Liedern neues Leben einzuhauchen. Denn einerseits lassen sie eine vergessene hohe Liedkultur wieder auferstehen, andererseits sind manche von ihnen aktueller denn je. Atemberaubend ist aber die hohe Musikalität dieses Trios, die Arrangements, die sich wie angegossen an die dunkel-seidige Stimme Irene Scarpatos anschmiegen, eine wahrlich große Interpretin dieses so traditionsreichen Repertoires, das in seiner Tiefe wohl nur in Neapel verstanden wird. Aber was wir davon mitbekommen reicht um zu wissen, dass "Suspiro" eines der überzeugendsten Alben dieses Jahres ist, wäre es nicht schon 2019 erschienen.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zur Geschichte des Gebärens. Mit Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals des KAV. Gestaltung: Isabelle Engels Bis in die Neuzeit hinein war die Geburtshilfe eine reine Frauensache. Schwangere und Gebärende wurde von erfahrenen Hebammen unterstützt. Diese waren angesehene Frauen, deren Wissen mündlich tradiert wurde. Im ausgehenden 18. Jahrhundert entwickelte sich die moderne technisierte Medizin. Diese Entwicklung machte auch vor der Frauenheilkunde nicht halt. In vielen Städten wurden Gebär- bzw. "Accouchierhäuser" errichtet, wo auch ledige Frauen ihre Kinder zur Welt bringen durften - ohne Strafe, allerdings unter der Bedingung, sich durch männliche Ärzte und Studenten untersuchen zu lassen. Erste geburtshilfliche Instrumente wurden an diesen Frauen erprobt. Eine wesentliche chirurgische Erfindung dieser Zeit war der Kaiserschnitt, der im Notfall das Leben des Kindes retten konnte, jedoch für viele Gebärende den Tod bedeutete. Eine der Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsrate der Wöchnerinnen war bis ins 19. Jahrhundert hinein das sogenannte Kindbettfieber. Erst der Wiener Arzt Ignaz Semmelweis brachte dies in Verbindung mit der mangelhaften Desinfektion der Hände der behandelnden Ärzte. Im 20. Jahrhundert kam es einerseits zu einer weitere Medikalisierung und Hospitalisierung des Geburtsgeschehens, andererseits zu Gegenbewegungen hin zu mehr Selbstbestimmung werdenden Mütter.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Traum oder Trauma? Der Corona-Lockdown und die Kinder Viele Kinder dürften vom Schließen der Schulen, durch Isolation, Mangel an Kommunikation und den allgemeinen Corona-Alarmzustand Traumata davongetragen haben. Auch ein Anstieg familiärer Gewalt ist nachweisbar. Manche medizinische Unterversorgung durch die Krise wird aufholbar sein, anderes könnte längerfristig Probleme bereiten, etwa schulische Defizite nach der langen Zeit ohne geregelten Unterricht. Für manche war zumindest der unterrichtsfreie Zeitraum aber weniger Trauma denn Traum: Kinder mit sozialen Ängsten oder Mobbing-Opfer waren froh, endlich einmal nicht in die Schule zu müssen. Das erzählt der Kinderarzt und -psychiater Christian Popow; er ist Spezialist für autistische und ADHS-Kinder, aber auch für Computerspielsucht. Und er engagiert sich für eine bessere kinderärztliche Versorgung in Österreich. Astrid Plank hat mit ihm gesprochen.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Sommerreprisen: Tier x vier Die Fiaker-Debatte Von Hanna Ronzheimer Zum Wiener Stadtbild gehören Fiaker - die zweispännigen, nummerierten Lohnkutschen - schon seit dem 17. Jahrhundert. Zu ihren Glanzzeiten Ende des 19. Jahrhunderts fuhren rund 1.000 Fiaker durch Wien, heute werden nicht mehr als 160 Konzessionen ausgestellt. Arbeit für 320 Pferde. Eine Arbeit, die für die Tiere unerträglich sei und die - wegen Tierquälerei - längst verboten werden sollte, meinen Tierschützer. Da gehe es nicht nur um Temperaturen jenseits der 30 Grad, denen die Pferde in den Rekordsommern der letzten Jahre ausgesetzt waren. Es gehe auch um Bewegungseinschränkung, Gelenkprobleme durch das Gehen auf Asphalt, um Lärm und Straßenverkehr, der viele Tiere derart panisch macht, dass ihre Besitzer ihnen Beruhigungsmittel verabreichen. Auf der anderen Seite stehen die Verfechter einer kulturellen Tradition, die sich touristisch lukrativ vermarkten lässt. Während Barcelona und Montreal Pferdekutschen verboten haben, fordern Freunde der Fiaker in Wien einen Eintrag ins Immaterielle Kulturerbe der UNESCO. Ein Lokalaugenschein bei Kutschern, Tierärztinnen und Traditionalisten.

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Colin Mason. Das wohltemperierte Consort Für seine neue Aufnahme mit dem Titel "The Well-Tempered Consort" ist das in England gegründete, seit 2015 in Berlin beheimatete Ensemble Phantasm das Wagnis eingegangen, einige der bemerkenswerten polyphonen Werke Bachs, hauptsächlich aus den beiden Büchern des Wohltemperierten Klaviers, aus dem Musikalischen Opfer und aus der Clavier-Übung III mit Gambenensemble zu interpretieren. Es ging darum, in Bachs ursprünglich für die neutraleren Ressourcen von Cembalo oder Orgel konzipierter Musik verborgene Reichtümer aufzustöbern. Dieser Versuch knüpft an die alten englischen Traditionen von Fantasie und In nomine an. Er dringt indessen in eine chromatische Zwölftonwelt vor, in der die Emotionen der expressionistischen Moderne hörbar und überraschend relevant werden.

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

Hans Blumenberg zum 100. Geburtstag Gestaltung: Michael Reitz Der Münsteraner Philosoph Hans Blumenberg (1920-1996) behauptete, dass es nicht die wissenschaftlichen Definitionen seien, die menschliches Denken und Verhalten bestimmten, sondern unwissenschaftliche Metaphern und Bilder. Mit dem wissenschaftlichen Denken entstehen laut Blumenberg gleichzeitig vorwissenschaftliche Grundmetaphern. Die wissenschaftliche Weltauffassung ist in Wirklichkeit das, was sie am wenigsten sein will: ungenau. Bleibt die Frage, inwieweit Hans Blumenbergs Ansatz heute zur Beschreibung einer immer verflochtener werdenden Welt dienen könnte. Denn folgt man seinem Denken, so entstehen Metaphern immer in Zeiten des Umbruchs. Blumenberg lässt sich in der Epoche der Ideologien keiner der gängigen Philosophieströmungen des 20. Jahrhunderts zuordnen. Stattdessen formulierte er eine umfangreiche Kritik der Moderne. Michael Reitz geht der Bedeutung der kritischen Metaphorologie Hans Blumenbergs für unsere Zeit nach.

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Das war der "Schalldämpfer". Volume 3 Gestaltung: Stephan Pokorny "Es ist so eine Art Kassiber, den ich unter die Leute schmuggle. Und es ist eine Herausforderung, die ich nicht missen möchte. Ich will Geschichten erzählen. Geschichten, die mich etwas angehen, die mich berühren, an die ich glauben kann." (Axel Corti über den "Schalldämpfer") Die Edition Ö1 präsentiert eine weitere Auswahl an Sendungen des beliebten Formats. Von der "Pogromnacht 1938" bis "Sorbett vom Gletscher", vom "Traum des Rabbi" bis "Velorex": Die Aktualität mancher Beiträge (zum Beispiele jene zum "Bedenkjahr" 1988) verblüfft, der Unterhaltungswert anderer ist ungebrochen.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Träume. Geheime Welt im Schlaf (3). Gestaltung: Katrin Mackowski Kunst im Schatten der islamischen Zensur. Reflexionen über den Iran in Film und Literatur (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Das neue Heiße. Was ist "Young" am Jazz in Österreich? (3). Gestaltung: Hans Groiss und Studierende

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Geswtaltung: Marie-Therese Rudolph

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten