Ö1

Radiokolleg - Aufeinander einlassen

Intersubjektivität statt Egozentrik (1). Gestaltung: Hans Groiss. Sind wir alle auf unsichtbare Weise verbunden und spüren wir unsere Mitmenschen? Wenn dem so ist: Haben wir verlernt diese Informationen zu decodieren und ihre versteckten Botschaften zu verstehen? Welche Entscheidungen treffen wir wirklich selbst in einer hypermediatisierten Welt, wo Informationen ohne Bild, ohne Ton, ohne Gestik oder Mimik hereinprasseln? Was kommt wirklich von uns selbst und warum haben viele das Gefühl zu verschwinden? "To see a World in a Grain of Sand" - wenn sich die Welt in einem einzigen Sandkorn wiederspiegelt, sei es umso wichtiger, formulierte der englische Dichter Wilhelm Blake, Verantwortung im Kleinen, wie im Großen zu übernehmen. Georg Wilhelm Friedrich Hegel schreibt in seiner Phänomenologie des Geistes "Das Selbstbewusstsein erreicht seine Befriedigung nur in einem anderen Selbstbewusstsein" - wir alle brauchen ein Gegenüber: Um ein "ich" formulieren zu können, braucht es ein "du". Die intersubjektive Interaktion mit anderen ist eine Grundbedingung für die Entwicklung eines "selbst". Intersubjektivität beschreibt die Bezogenheit zwischen Menschen und deren Prozesse. Der imaginäre Zwischenraum zwischen Beteiligten gestaltet ein intersubjektives Feld. In der Psychoanalyse bedeutet dies, das die Hierarchie zwischen Behandelnden und Behandelter abgebaut wird - nicht mehr der nickende Bartträger auf dem Ohrensessel und die oder der liegende hysterische Kranke, sondern Kommunikation auf Augenhöhe. Auch die Emotionen, Erlebnisse und Erfahrungen der Therapeutinnen und Therapeuten wirken in die Behandlung. Aber kann diese "intersubjektive Wende" in der Psychologie gesamtgesellschaftliche Relevanz haben und wie könnte sie "vergesellschaftet" werden? Es gibt gute Gründe, warum wir zum Beispiel erste Hilfe leisten, obwohl wir die Betroffenen nicht kennen und dennoch sozial interagieren. Für unser Zusammenleben haben wir Regelwerke und Ordnungen geschaffen, wie etwa die Straßenverkehrsordnung - aber was passiert, wenn wir diese entkoppeln in einer gesamtgesellschaftlichen Begegnungszone? Es hat noch keinen Staat gegeben, in dem Bürgerinnen und Bürger freiwillig Steuern bezahlt hätten - aber warum eigentlich nicht? Wie ist das Verhältnis zwischen ich und den anderen überhaupt und wie stecken wir uns gegenseitig an? Welchen Stellenwert haben die sogenannten Spiegelneuronen und wichtige Erkenntnisse der Kognitionswissenschaften? Was bedeutet Intersubjektivität in der Philosophie und ist sie eine mögliche Ressource?
Montag 09:05 Uhr

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Bayern 2

radioWissen

Adolf HitlerDeutschlands Weg in den Zweiten Weltkrieg Der Anfang vom Ende Adolf Hitler Reichskanzler, Kriegsverbrecher Das Kalenderblatt 26.8.1806 Johann Philipp Palm, Verleger, durch Napoleons Soldaten hingerichtet Von Xaver Frühbeis Deutschlands Weg in den Zweiten Weltkrieg - Der Anfang vom Ende Autor: Thomas Morawetz / Regie: Sabine Kienhöfer 1. September 1939: Hitler verkündet vor dem Reichstag, dass die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschiert ist. Ohne Kriegserklärung, der Zweite Weltkrieg beginnt mit einem Überfall. Doch einen Krieg, der die ganze Welt in Brand stecken sollte, hat Hitler nicht geplant. Seine Ziele für ein künftiges Deutsches Reich hatte er schon lange umrissen: Deutschland sollte die weiten Räume des Ostens erobern und "rücksichtslos germanisieren", sollte sich ein rassisch fundiertes Großreich aufbauen. Hitlers Feindbilder sind der Bolschewismus und das Judentum, die Sowjetunion gilt ihm als Hort seiner machtpolitischen und ideologischen Hauptgegner. Der Überfall auf Polen ist sein erster großer Schritt nach Osten. Lange kann Hitler die Durchsetzung dieser Utopie vorbereiten im Windschatten einer weit verbreiteten Überzeugung, die auch traditionelle Eliten der Weimarer Republik teilen, die nicht aus der nationalsozialistischen Bewegung kommen: Deutschland müsse den entehrenden Frieden von Versailles revidieren und wieder in den Kreis der gleichberechtigten Mächte in Europa aufsteigen. Schritt für Schritt verfolgt Hitlers Außenpolitik zunächst dieses Ziel. Lange versucht das Ausland, dafür Verständnis aufzubringen. Appeasement ist der Versuch, Hitler zu kontrollieren, indem man ihm dosiert nachgibt. Mit dem Überfall auf Polen ist dieser Horizont endgültig gesprengt. Inzwischen hat Hitler konsequent die militärische und innere Aufrüstung Deutschlands vorangetrieben. Adolf Hitler - Reichskanzler, Kriegsverbrecher Autor: Christian Feldmann / Regie: Sabine Kienhöfer "Das ist das Wunder unserer Zeit, dass ihr mich gefunden habt unter soviel Millionen", rief Adolf Hitler 1936 beim Reichsparteitag in Nürnberg einer tobenden Menge zu. "Und dass ich euch gefunden habe, das ist Deutschlands Glück!" In einer merkwürdigen Symbiose verschmolz der "Führer und Reichskanzler" mit den tiefsten Sehnsüchten und Krisenängsten des deutschen Volkes, das er kurzfristig zur Teilhabe an der Weltmacht und bald darauf in den Untergang lenkte. Wie konnte ein gescheiterter Kunstmaler ohne Schulabschluss und ohne jede politische Erfahrung zu einer solchen Machtfülle gelangen? Und warum ließ sich das deutsche Volk mit solcher Hingabe von ihm verführen? Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Datenpunkte im Informationszeitaler

Paul Otlet1934, 1951, 1986, 1994 (1): Gestaltung: Julia Gindl, Sarah Kriesche *1934 Analoge Weltdatenbank* Das Wissen der Welt erfassen und vernetzen - lange vor Google, dem Internet und Computern hatte der belgische Bibliothekar Paul Otlet die Vision einer Art Suchmaschine. Anfang des 20. Jahrhunderts arbeitete Otlet an einer analogen Weltdatenbank und entwickelte ein System für vernetze Karteikarten in großen Bibliotheken, um die Bücher nicht nur schneller zu finden, sondern auch um ihre Inhalte verknüpfen zu können. 1934 publizierte Paul Otlet sein Werk "Traité de Documentation". Mit seinen Ideen für eine Art "Papier-Google" gilt er als der Pionier der Informationsgesellschaft.
Montag 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Musikkritik kritisch betrachtet

Ihr Nutzen und ihre Macht (1). Gestaltung: Andreas Maurer. Leidenschaft und Liebe sind Voraussetzungen für den Job, geliebt werden sie aber selten. Oft erzeugen sie bei Künstler/innen, Agent/innen oder Streamingdiensten eher Ärger. Denn während Musikkritiker/innen den einen in den Himmel loben, werden andere mit wenigen Worten auf den Boden geholt. Doch wozu eigentlich? Für die Leserquote einer Zeitung wäre ein Klatschbericht über einen Hollywoodstar gewinnbringender. Zudem kann heute jeder mit einem Internetzugang selbst zum Kritiker und Influencer werden, ohne Zeilenbeschränkung und Zensur des Chefredakteurs. Selbst Downloadstatistiken verraten der Masse oft mehr über Können und Nicht-Können eines Künstlers bzw. einer Künstlerin als die Meinung eines einzelnen Kritikers. Dabei war das ursprüngliche Ziel der Musikkritik dem Bürgertum der Aufklärung objektive Maßstäbe zur Beurteilung der ständig neuen Musikwerke zu schaffen. Der Kritiker hatte festzustellen, ob Form und vorherrschende kompositorische Rahmenbedingungen erfüllt wurden oder nicht. Und heute? Spätestens seit der Moderne hat sich die Musikwelt weit von allgemein gültigen Normen entfernt; viele Werke, egal ob Pop oder Klassik, stehen singulär für sich und entziehen sich jeglichem Vergleich und damit einer objektiven Beurteilung. Dem Beruf des Musikkritikers droht damit nicht nur der Machtverlust, sondern das Aussterben. Doch was muss eine gute Kritik heute überhaupt "können"? Wer ist ihr Publikum? Andreas Maurer über die Musikkritik im Wandel der Zeit, ihre Sprache und ihren Nutzen damals, heute und morgen.
Montag 09:45 Uhr

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WDR5

Neugier genügt

Mit Elif Senel Feature: Journalisten in Sachsen - "Anfeindungen sind für uns normal"; Redezeit mit Ines Geipel, Schriftstellerin: Umkämpfte Zone zur vollen Stunde WDR aktuell Wiederholung: Di 04.03 Uhr
Montag 10:04 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

athanasius kircherAthanasius Kircher Der letzte Mann, der alles wusste Der Zoologe Ernst Haeckel Darwins deutsche Bulldogge Das Kalenderblatt 26.8.1806 Johann Philipp Palm, Verleger, durch Napoleons Soldaten hingerichtet Von Xaver Frühbeis Athanasius Kircher - Der letzte Mann, der alles wusste Autor: Martin Schramm / Regie: Rainer Schaller Zu Lebzeiten ist der Jesuit Athanasius Kircher eine europäische Berühmtheit: ein Universalgelehrter, der auf nahezu allen Baustellen des 17. Jahrhunderts unterwegs ist. Er beschäftigt sich mit Obelisken, Sternen, Kometen und Sonnenflecken. Er rekonstruiert den Turmbau zu Babel, die Arche Noah, baut Komponiermaschinen und Vermessungsapparate und entdeckt die Ursache der Pest. Wer heute ein Buch über Optik schreibt, morgen eben mal versucht die Hieroglyphen zu entziffern, anschließend alles Wissen seiner Zeit über die Musik zusammenfasst, gleichzeitig aber an Seejungfrauen und feuerspeiende Drachen glaubt, läuft allerdings auch Gefahr, von manchen Kollegen als "Hochstapler" abgestempelt zu werden. Wer ist dieser Athanasius Kircher also tatsächlich, der heute eher in Vergessenheit geraten ist? Ein spitzbübischer Scharlatan, der sich abmüht eine Welt zu retten, die längst unglaubwürdig geworden ist? Oder der letzte Mann, der alles wusste? Eines der letzten Universalgenies, das heutige Wissenschaftler turmhoch überragt? Der Zoologe Ernst Haeckel - Darwins deutsche Bulldogge Autor: Konrad Lindner / Regie: Martin Trauner Das Buch über "Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" von Charles Darwin erschien Ende November 1859 in London. Die erste Auflage war mit dem Tag des Erscheinens vergriffen. Zu den Anhängern Darwins auf dem Kontinent gehörte der junge Meeresbiologe Ernst Haeckel. Von seinen Studenten in Jena als "Medusenprofessor" bewundert, entwickelte sich der deutsche Zoologe zu einem der führenden Evolutionsforscher des 19. Jahrhunderts. Der deutsche Biologe machte Darwin populär. Er führte für die Stammesgeschichte und die Individualentwicklung aber auch die Begriffe "Phylogenie" und "Ontogenie" ein. Mit seinen Angriffen gegen die Schöpfungslehre der Kirche erreichte der "Ketzer von Jena" ein breites Publikum. Haeckel formulierte mit dem Monismus jedoch selbst ein Weltbild, das Züge einer Ersatz- und Zivilreligion trägt. Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz
Montag 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

chemnitzChemnitz: Ein Mord spaltet eine Stadt Von Jenni Roth Am 26.8.2018 wurde Daniel H. am Rande eines Stadtfestes in Chemnitz erstochen. Der 35-jährige Mann, ein Tischler und Familienvater, war als Sohn eines kubanischen Vaters und einer deutschen Mutter selbst oft Ziel rassistischer Attacken gewesen. Trotzdem baute die rechte Szene ihn unmittelbar nach seinem Tod zum Märtyrer auf, denn die mutmaßlichen Täter waren Flüchtlinge, ein Syrer und ein Iraner. Die Messerattacke schlägt Wellen in ganz Deutschland, hat Folgen bis auf die höchsten politischen Ebenen. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen verliert sein Amt und fast kommt es zum Bruch der Bundesregierung. In Chemnitz gibt es Straßenschlachten und Aufmärsche von Rechtsradikalen, auf die die Behörden hilflos reagieren. Bald ist klar: Es geht nicht um Daniel H. - sondern darum, wer in der Stadt das Sagen hat. Neonazis patrouillieren als Bürgerwehr. Gleichzeitig engagieren sich immer mehr Bürger gegen rechte Gewalt. Ein Besuch in der Stadt ein Jahr später zeigt, wie der Fall Chemnitz verändert hat, und wie die Instrumentalisierung eines Mordes die Spaltung der Gesellschaft vertiefen kann.
Montag 19:30 Uhr

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WDR5

Dok 5 - Das Feature

lithiumLithium - die Jagd nach dem "weißen Gold" in Bolivien Von Karl Ludolf Hübener Ein Trauma für die Bolivianer: Beim Abbau ihrer Bodenschätze, von Silber bis Zinn, gingen sie stets leer aus. Das soll sich ändern: Das wertvolle Lithium, Schlüsselrohstoff für Batterien, soll nun im eigenen Land verarbeitet werden - auch mit deutscher Unterstützung. Unter dem glitzernden Weiß der größten Salzwüste der Welt, dem "Salar de Uyuni" in den bolivianischen Anden, lagert ein riesiger Schatz: die weltweit größte Reserve an Lithium, wichtig für Tablets und Smartphones, obendrein der zentrale Rohstoff für die Elektromobilität. Bolivien weigert sich, nur den Rohstoff zu exportieren, wie es früher stets geschah. Ein Joint Venture zwischen der staatlichen Lithium-Gesellschaft YLB und dem deutschen "ACI Systems" soll nun den Weg in die industrialisierte Zukunft ebnen. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten, das wird betont, die chinesische Konkurrenz wurde ausgestochen. Umweltschützer fürchten allerdings um das fragile Ökosystem. Aufnahme des WDR 2019
Montag 20:04 Uhr

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NDR Info

Das Forum

Chemnitz: Ein Mord verwundet eine Stadt Feature von Jenni Roth Am 26. August 2018 wurde Daniel H. am Rande eines Stadtfestes in Chemnitz erstochen. Der 35-jährige Mann, ein Tischler und Familienvater, war als Sohn eines kubanischen Vaters und einer deutschen Mutter selbst oft Ziel rassistischer Attacken gewesen. Trotzdem baute die rechte Szene ihn unmittelbar nach seinem Tod zum Märtyrer auf, denn die mutmaßlichen Täter waren Flüchtlinge, ein Syrer und ein Iraner. Die Messerattacke schlägt Wellen in ganz Deutschland, hat Folgen bis auf die höchsten politischen Ebenen. Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen verliert sein Amt und fast kommt es zum Bruch der Bundesregierung. In Chemnitz gibt es Straßenschlachten und Aufmärsche von Rechtsradikalen, auf die die Behörden hilflos reagieren. Bald ist klar: Es geht nicht um Daniel H. - sondern darum, wer in der Stadt das Sagen hat. Neonazis patrouillieren als Bürgerwehr. Gleichzeitig engagieren sich immer mehr Bürger gegen rechte Gewalt. Ein Besuch in der Stadt ein Jahr später zeigt, wie der Fall Chemnitz verändert hat, und wie die Instrumentalisierung eines Mordes die Spaltung der Gesellschaft vertiefen kann. Das Forum
Montag 20:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

IntersubjektivitätAufeinander einlassen. Intersubjektivität statt Egozentrik (1). Gestaltung: Hans Groiss Datenpunkte im Informationszeitaler. 1934, 1951, 1986, 2001 (1). Gestaltung: Julia Gindl, Sarah Kriesche Musikkritik kritisch betrachtet. Ihr Nutzen und ihre Macht (1). Gestaltung: Andreas Maurer
Montag 22:08 Uhr

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