Bayern 2

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JudentumDas Judentum Und die Sehnsucht nach einer gerechten Welt Jüdische Philosophie Von Philon von Alexandria bis heute Das Kalenderblatt 16.10.1869 Der Riese von Cardiff wird entdeckt Von Silke Wolfrum Das Judentum - Und die Sehnsucht nach einer gerechten Welt Autor: Christian Feldmann / Regie: Irene Schuck Was ist eine "koschere" Küche mit ihren merkwürdigen Vorschriften? Was macht ein Rabbiner? Was geschieht in der Synagoge? Haben die Juden den Monotheismus erfunden? Warum schlafen strenggläubige Juden beim Laubhüttenfest eine Woche lang unter freiem Himmel, unter einem Dach aus grünen Zweigen? 15 Millionen Jüdinnen und Juden gibt es heute auf der Welt. Doch hierzulande kennt kaum jemand eine jüdische Familie, ihre Gebräuche und Glaubensüberzeugungen - makabre Langzeitwirkung des fast perfekt gelungenen Ausrottungsprogramms der Nazis. Deshalb liefert die Sendung Basisinformationen und führt in eine fremd gewordene geistige Welt ein. Warum hat das jüdische Volk alle Katastrophen und Verfolgungen überlebt und warum wartet es heute noch mit einem trotzigen Vertrauen auf den Messias. Nachkommen der ostjüdischen Chassidim, der sinnenfrohen Mystiker aus Polen und Litauen, traten in Auschwitz zu einem Gericht über Gott zusammen, der zum Mord an seinen Kindern schwieg, und sprachen ihn streng nach rabbinischem Gesetz schuldig. Doch weit entfernt, die Verantwortung für alle Gemeinheiten der Welt dem Schöpfer allein aufzubürden, behauptet eine jahrhundertealte jüdische Tradition, die Menschen seien imstande, den Messias herbeizuzwingen, wenn sie nur endlich eine gerechte, menschenwürdige Welt fertig brächten. "Wenn wir die Welt so verändern, dass sie bereit und es wert ist, dann wird der Messias kommen", stellt der Talmudgelehrte und Romancier Elie Wiesel (Friedensnobelpreis 1986) klar. "Gott erschuf die Welt, und unsere Aufgabe ist es, sie wiederherzustellen und zu erlösen"" Jüdische Philosophie - Von Philon von Alexandria bis heute Autorin: Antje Dechert / Regie: Rainer Schaller Was ist eigentlich jüdische Philosophie? Gibt es die überhaupt? Ein Philosoph hat gewöhnlich den Anspruch, alles zu hinterfragen, auch die Religion. Haben das die "jüdischen Philosophen" jemals getan? Oder ging es ihnen vielmehr darum, das Judentum philosophisch zu durchdringen und zu erklären? In der Antike versuchte der Gelehrte Philon von Alexandria jüdischen Glauben und griechische Philosophie zu vereinen. Im Mittelalter entwickelten Denker wie Maimonides die jüdische Religionsphilosophie weiter, beeinflusst durch die islamische wie christliche Theologie. Mit Moses Mendelsohn erlangte die jüdische Philosophie in der Aufklärung größere Bedeutung. Philosophen wie Franz Rosenzweig oder Martin Buber schließlich verbanden in der Moderne die jüdische Tradition mit sozialphilosophischen Fragen. Radiowissen über jüdische Philosophie von der Antike bis heute. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner
Mittwoch 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Republik Moldau

Dauerkrise im ärmsten Land Europas (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Wird das Experiment gelingen? Wie lange wird die neue Koalition halten? Viele Beobachter/innen und Bewohner/innen der Republik Moldau reagierten mit einer Mischung aus Optimismus und Skepsis, als sich Ende Juli 2019 eine pro-europäische und eine pro-russische Partei zu einem Regierungsbündnis zusammenschlossen. Die neue Ministerpräsidentin Maia Sandu erhielt dabei sowohl die Unterstützung der Europäischen Union als auch die der USA und Russlands. Von einer Zeitenwende zu sprechen erschien vielen dennoch zu voreilig. Wie andere postsozialistische Länder hat auch die Republik Moldau bereits Anfang der 2000er Jahre die Erfahrung gemacht, dass ein vielversprechender Aufbruch nur allzu rasch in eine neue Misere und Konflikte führen kann. Schließlich ist das Land - so wie andere ehemalige Mitgliedsstaaten der UdSSR - gepalten zwischen West und Ost, zwischen einem engeren Verhältnis zu Russland und einer intensiveren Anbindung an die EU, mit der bereits ein Assoziierungsvertrag geschlossen und Visafreiheit ausgehandelt wurde. Die Republik Moldau, die zwischen Rumänien und der Ukraine liegt, ist weniger als halb so groß wie Österreich. Die große Zahl an ethnischen und sprachlichen Minderheiten erklärt sich aus der wechselvollen Geschichte, in deren Verlauf das heutige Staatsgebiet Teil des mittelalterlichen Fürstentums Moldau war, dann unter osmanischer und russischer Vorherrschaft stand und im 20. Jahrhundert schließlich einmal an Rumänien, dann wieder an die Sowjetunion angeschlossen wurde. Weitgehend ausgelöscht wurde im Zuge des Zweiten Weltkriegs die einstmals starke jüdische Bevölkerung. Die unterschiedlichen Geschichtsdeutungen, die sich aus dieser Komplexität ableiten, kann jeder aufmerksame Besucher in Kürze wahrnehmen. Man muss nur darauf hören, wer wann das Wort "Befreiung" oder "Besatzung" benutzt. Der Streit um Geschichtsbücher zieht sich wie ein roter Faden durch die 28 Jahre seit der Unabhängigkeit 1991. Verbunden mit dem Streit um Geschichte und Identität sind territoriale und Machtkonflikte. Schon Anfang der 1990er Jahre spaltete sich Transnistrien ab, bis heute wird dieses Land aber von keinem Staat der Welt anerkannt. Die Loslösung der Gagausen im Süden konnte die Regierung in Chisinau durch die Gewährung einer Autonomie abwenden. Bis heute aber hat keine Regierung die ökonomischen Probleme bewältigt. Die Republik Moldau mit ihren rund 3,5 Mio Einwohner/innen gilt als das ärmste Land Europas. Hundertausende haben ihrer Heimat den Rücken gekehrt, um sich in Westeuropa oder in Russland eine bessere Existenz aufzubauen. Geplagt wird die Republik Moldau weiterhin von extrem hoher Korruption und den Machtspielen der Oligarchen. So ist noch immer nicht geklärt, wohin im Zuge eines Bankenskandals vor einigen Jahren knapp eine Milliarde Dollar verschwunden sind. Die EU stellte angesichts derartiger Zustände zeitweilig sogar ihre Fördergelder für Chisinau ein. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Zivilgesellschaft stehen auch 2019 auf schwachen Beinen.
Mittwoch 09:05 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Antibiotikaresistenz

Eine Wunderwaffe verliert ihre Wirkung (3). Gestaltung: Madeleine Amberger Die Warnung des Direktors der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, konnte deutlicher nicht ausfallen: "Die Antibiotikaresistenz droht, 100 Jahre medizinischen Fortschritts zunichtezumachen." Um diese zu bekämpfen startete die WHO im Juni 2019 eine internationale Kampagne. In Europa sterben jährlich 33.000 Menschen an multiresistenten Keimen, Bakterien also, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind. Die Zahl der Todesfälle steigt seit 2007 kontinuierlich. Ein internationales Forscherteam warnte im August 2019 vor der Ausbreitung sogenannter extrem resistenter Krankheitserreger in Europas Krankenhäusern. Bakterien der Art Klebsiella pneumoniae sprechen nicht einmal mehr auf Reserveantibiotika an, die Ärzte zurückhalten und nur bei den schwersten Krankheitsfällen einsetzen. Dass Bakterien gegen Antibiotika resistent werden, ist eine natürliche Entwicklung der Evolution. Davor warnte schon Alexander Fleming. Als der schottische Bakteriologe 1928 nach einem Urlaub in sein Labor an der University of London zurückkehrte, entdeckte er durch Zufall das erste Antibiotikum: Penicillin. Ein Schimmelpilz der Gattung Penicillium (Pinselschimmel) hatte nämlich seiner Bakterienkultur den Garaus gemacht. Erst 15 Jahre später, 1944, kam Penicillin als Medikament auf den Markt. Alexander Flemings Entdeckung revolutionierte die Therapie von Infektionskrankheiten und rettete Millionen Menschen das Leben. 1945 wurde ihm dafür der Nobelpreis verliehen. Die Ursachen für Antibiotikaresistenzen sind seit Jahren bekannt: Zu viele Menschen nehmen zu häufig Antibiotika ein bzw. setzen diese zu früh ab. Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert, dass es sich weltweit bei rund 50 Prozent der Antibotikarezepte um Fehlverschreibungen handelt. Das Problem beginnt in den Arztpraxen. Oft beugt sich der Arzt dem Druck eines grippekranken Patienten, der ein Antibotikum fordert, obwohl es sich bei Erkältung und Influenza um Viruserkrankungen handelt. Resistente Krankheitserreger durch zu viel Antibiotikaeinsatz entstehen auch in der Veterinärmedizin. In Europa sinkt allerdings der Einsatz von Antibiotika bei Zuchttieren kontinuierlich. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Denn in der EU dürfen ab 2021 Antibiotika nur in Ausnahmefällen an Tiere verfüttert werden.
Mittwoch 09:30 Uhr

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Ö1

Radiokolleg - Pizzica pizzica

Vinicio CaposselaÜber neue Tarantella-Strömungen in Italien (3). Gestaltung: Christina Höfferer Die Pizzica pizzica ist ein uralter Tanz aus der Gegend von Lecce in Apulien. Bis in die 50er Jahre wurde die Pizzica Pizzica getanzt, dann kamen Migration und Modernisierung und die Pizzica Pizzica geriet in Vergessenheit. Anfang der 2000er erfuhr der alte Tanz einen neuen Energieschub, der eng mit der Wiederentdeckung der Praxis des Tarantismus einherging. Die Pizzica Pizzica ist der Soundtrack für den Tarantismus, eine archaische Musiktherapie. Wenn sich bei einer Apulierin, oft waren es Frauen, aber nicht nur, ein spürbares Unbehagen deutlich machte, welches aus psychologischer Sicht in Zusammenhang mit der Familien- und Sozialstruktur erklärt werden kann, dann besagte die Tradition, dass diese Person von der Taranta, der Tarantel gebissen worden sei. Um sich von dem Gift des meist metaphorischen Spinnenbisses zu befreien, musste man tanzen. Das komplexe Ritual des Tarantismus in Verbindung mit stundenlanger Performance der Pizzica Pizzica ist ein Heilungsprozess. Die Familie bestellte eine Musikgruppe, die anhand verschiedener Sounds und Rhythmen die betroffene Person nach anhaltendem exzessivem Tanz wieder zur Ruhe brachte. Aus der Musik der Pizzica Pizzica und dem Ritual der Taranta entstand in Italien eine neue, höchst populäre, Musikströmung. Der Neapolitaner Eugenio Bennato entwickelte seine Bewegung "Taranta Power", der Musiker Vinicio Capossela erfuhr seinen Durchbruch mit "Il ballo di San Vito", 2019 gewann Capossela die Targa Tenco, den Preis für das beste Album, mit "Ballate per uomini e bestie", "Tänze für Menschen und Bestien". Der Tarantismus wird heute vor allem im Zusammenhang mit dem Schamanismus studiert. Beide Phänomene beruhen auf denselben biophysikalischen Elementen, auf der physiologischen Antwort des Körpers auf bestimmte Rhythmen. Der Rhythmus muss nicht besonders akzentuiert, wohl jedoch regelmäßig sein, zwischen vier und zwölf Schläge pro Sekunde. Vor allem im Bereich um die sieben oder acht Schläge pro Sekunde kommt es zu einer Art Gleichklang von Musik und Gehirnwellen. Dieser wird mit dem Fachbegriff des "Entrainment" bezeichnet. Die Gehirnwellen verlangsamen sich, die Person gerät in Trance.
Mittwoch 09:45 Uhr

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Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Auf der Jagd Die Lust am Beute machen Sammellust und Sammelwut Von der Jagd nach den Dingen Das Kalenderblatt 16.10.1869 Der Riese von Cardiff wird entdeckt Von Silke Wolfrum Auf der Jagd - Die Lust am Beute machen Autorin: Justina Schreiber / Regie: Jäger besitzen "eine Lizenz zu töten". Für alle anderen gilt: Wer unschuldige Tiere zur Strecke bringt, muss mit Strafe rechnen. Den Wilderer jagt wiederum die Staatsgewalt. Aber der Drang, Beute machen zu wollen, gehört zum evolutionsbiologischen Erbe des Menschen. Lauern, Anpirschen und Verfolgen sind spannungsgeladene Tätigkeiten, die reizvoll wirken. Die Jagdlust scheint dem sexuellen Begehren verwandt. Zumindest kann von Kaltblütigkeit keine Rede sein. Hinzu kommt eine gewisse Freude an der Macht. So beanspruchen Kriminelle, die andere Personen überwältigen oder sich fremde Objekte aneignen, oft das Recht des Stärkeren für sich - als herrschten noch die Gesetze der freien Wildbahn. Aber auch beim Mobbing oder Menschenhetzen in sozialen Netzwerken sollen andere Personen zur Strecke gebracht werden. Die überwiegende Mehrheit der Menschen weiß sich glücklicherweise zu beherrschen. Man lebt seine Begierde allenfalls beim Spielen, Schnäppchen jagen oder Krimi konsumieren aus. So sehr sich die zivilisierte Gesellschaft bemüht, den Menschen vor sich selbst zu schützen: sie schafft es nicht immer. Sammellust und Sammelwut - Von der Jagd nach den Dingen Autor und Regie: Martin Trauner Kann man Sammelleidenschaft verstehen? Eine Antwort liefert, wie so oft, der Fußball. Mit dem Sammelbildproblem - Vor jeder Weltmeisterschaft kursieren auf allen Schulhöfen die bunten Abziehbildchen der Fußballstars. Findige Mathematiker haben eine Formel aufgestellt, mit der man berechnen kann, wie viel Geld und Leidenschaft man investieren muss, um ein vollständiges Fußballalbum zu erhalten. Die Antwort: Viel. Sehr viel. - Die Sammellust ist ein weit verbreitetes Phänomen einer Wohlstandsgesellschaft. Schon seit der Renaissance werden nicht mehr nur nützliche und wertvolle Dinge gehortet, sondern auch Kurioses und Exotisches. Man sammelt nicht nur Briefmarken, sondern auch seltene Insekten, Kronkorken oder Parfümflakons. - Freilich: nicht nur die Mathematiker, selbst Philosophen, Ethnologen und Psychologen sind den Sammlern auf der Spur. Einig sind sie sich darin: Ein jeder Sammler strebt nach Vollständigkeit, nur: erreichen kann er die selten. Oder nie. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Susanne Poelchau
Mittwoch 15:05 Uhr

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Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Willy BrandtMehr Demokratie wagen Eine Vision und was daraus geworden ist Von Matthias Greffrath "Wir wollen mehr Demokratie wagen", sagte Bundeskanzler Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969. Ein großes Wort.
Mittwoch 19:30 Uhr

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SWR2

SWR2 Feature

südafrikaEnde des Regenbogens? Südafrika am Scheideweg Von Birgit Morgenrath (Produktion: WDR/DLF 2019) Das Land am Kap, zweitgrößte Wirtschaftsmacht auf dem Kontinent, befindet sich in der schwersten Krise seit dem Ende der Apartheid. Das hat sich auch nach den Wahlen im Mai nicht geändert. Mandelas Traum einer Regenbogengesellschaft scheint ausgeträumt. Durch Korruption und Vetternwirtschaft hat der ANC stark an Glaubwürdigkeit verloren und sich bei Kämpfen um staatliche Pfründe in zahlreiche Verbrechen verstrickt. Die Proteste nehmen zu. In den Townships warten zahllose Selbsthilfeinitiativen nicht länger auf politische Taten und fordern vehement soziale Verbesserungen und eine gerechte Gesellschaft.
Mittwoch 22:03 Uhr

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rbb Kultur

FEATURE

Horst KrügerZum 100. Geburtstag von Horst Krüger Das zerbrochene Haus Von Horst Krüger Regie: Klaus Lindemann Produktion: SFB 1983
Mittwoch 22:04 Uhr

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Ö1

Radiokolleg

moldauRepublik Moldau. Dauerkrise im ärmsten Land Europas (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Antibiotikaresistenz. Eine Wunderwaffe verliert ihre Wirkung (3). Gestaltung: Madeleine Amberger Pizzica pizzica. Über neue Tarantella-Strömungen in Italien (3). Gestaltung: Christina Höfferer
Mittwoch 22:08 Uhr

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HR2

Jazzfacts

joachim kühnWhat"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Joachim Kühn und Jim McNeely zum Festival-Projekt "Melodic Ornette" Festival-Projekt versucht die Quadratur des Kreises: Ornette Coleman"s Musik im Piano- und im Orchester-Format - Joachim Kühn und Jim McNeely mit der hr-Bigband machen das Unmögliche möglich?
Mittwoch 22:30 Uhr

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