Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Der innere Gegenspieler". Der Theologe und Psychotherapeut Uwe Böschemeyer darüber, wie wir selbst aktiv werden und unser Leben in die Hand nehmen können Er ist auch bekannt als der "innere Schweinehund", der die Selbstdisziplin aushebelt und statt zum Sport auf die gemütliche Couch schickt. Dieser innere Gegenspieler, von dem der Psychotherapeut und Bestsellerautor Uwe Böschemeyer in seinen "Gedanken für den Tag" erzählt, hindert am Handeln und hemmt die positive persönliche Entwicklung. Er macht mutlos und raubt Energie. Doch dieser inneren Zerrissenheit sei man nicht hilflos ausgeliefert, meint der Therapeut. "Denn nicht das Schicksal oder die Genetik bestimmen unseren Lebensweg. Wir können selbst aktiv werden und unser Leben in die Hand nehmen." Der evangelische Theologe und Psychotherapeut Uwe Böschemeyer hat bei Viktor Frankl studiert, eine Dissertation über die Sinnfrage verfasst und mit dessen Zustimmung das erste deutsche Institut für Logotherapie gegründet. Er ist Rektor der Europäischen Akademie für Wertorientierte Persönlichkeitsbildung und Leiter des Instituts für Existenzanalyse und Logotherapie in Salzburg.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Aimie Rehburg. Imitation. Improvisation. Komposition In Köln hat Keith Jarrett seine (Hör-)Erlebnisse auf dem Weg zum Konzertsaal in seine rund einstündige Solo-Improvisation am Klavier einfließen lassen, beispielsweise die Glocken des Doms, wie er erzählt. Das war Mitte 1970. Nach wie vor gilt er als einer der Improvisationskünstler der heutigen Zeit. Ist die Freude am Spielen und Improvisieren also die Basis des Komponierens? Ein klares Ja, wohl nicht nur für Frederic Chopin, Franz Schubert oder Olivier Messiaen.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Wirken im Grünen. Herta Plasencia spricht über ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Naturbereich. Teil 2: Pflanzenwissen im Steirischen Salzkammergut Gestaltung: Lothar Bodingbauer Der Eintritt in die Pension bringt vielfältige Bereicherungen - auch im Naturbereich. Man hat endlich Zeit, den Wandel der Jahreszeiten bewusst zu erleben und zu gestalten, oder man kann die Flora und Fauna vor der Haustüre oder bei Ausflügen neu entdecken. Es gibt auch etliche Möglichkeiten, sein Wissen und seine Begeisterung für die Natur ehrenamtlich einzubringen. Man kann bei Schutzprojekten mitwirken: Vögel werden bei einem Monitoring erfasst oder Frösche und Kröten im Frühjahr sicher zu ihren Laichgebieten geleitet. Das wertvolle Wissen um die Pflanzenwelt kann an Kinder und Erwachsene weitergegeben werden.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg

Neue Wege in das Alter (2). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Statistisch gesehen gewinnen wir in jedem gelebten Jahr drei Monate an Lebenszeit dazu. Und: Wir leben nicht nur länger, sondern bleiben auch länger aktiv und gesund. Die Gestaltung dieser dritten Lebensphase ist so vielfältig wie individuell. Lebensträume wollen verwirklicht werden, Zeit für Familie und Enkelkinder wird großzügig reserviert, die schon lange ersehnte Weltreise geplant. Doch welche Voraussetzungen unterstützen diese Pläne? Aus medizinischer Sicht bleiben die Regenerationskräfte des menschlichen Körpers bis ins hohe Alter erhalten. Die biologischen Voraussetzungen dafür sind gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Doch Menschen brauchen soziale Netzwerke. Und diese gehen mit Eintritt in die Pension oft verloren und müssen nun neu aufgebaut werden. Auch der Wohnraum sollte der neue Lebensphase angepasst werden. Denn Barrierefreiheit garantiert langfristig Autonomie. Ob sich die vielen Pläne jedoch realisieren lassen, hängt nicht nur von der inneren Haltung der Seniorinnen und Senioren ab, sondern auch von deren finanziellen Möglichkeiten. Oft sind mit einer Pensionierung markante Einkommensverluste verbunden, die den individuellen Handlungsspielraum einschränken. Kann die Währung Zeit das ersetzen? Den dritten Lebensabschnitt gut gestalten heißt auch: diesen vorausschauend zu planen. Dazu zählt die Möglichkeit, sich mit den Errungenschaften der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Sie dominieren immer mehr den Alltag. Sowohl Bankgeschäfte wie der Zugang zum Gesundheitssystem werden vermehrt online abgewickelt. Um weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, müssen ältere und alte Menschen den Umgang mit digitalen Medien erlernen. Der Auftrag an die Politik wiederum ist es, ältere Menschen gezielt in das gesellschaftliche Leben zu integrieren und ihnen die Aufgaben, die sie bereit sind zu erfüllen, auch zu überantworten.

09.30 Uhr
Radiokolleg

Von der Krücke zu technischen Assistenzsystemen (2). Gestaltung: Ilse Huber Der Mensch ist unvollkommen. Sehen, hören, klettern oder gar fliegen können andere Lebewesen weitaus besser. Aber trotzdem kann er dank seiner Kreativität und Denkleistung diese Unvollkommenheit immer besser kompensieren. Ob alt oder jung, ob physisch beeinträchtigt oder sensorisch geschwächt- der Mensch findet Unterstützung, wenn der Körper nicht (mehr) kann. Er baut sich Hilfen. Mechanisch, elektrisch und mit Künstlicher Intelligenz. Die Assistenzsysteme bilden im Bereich der Pflege einen boomenden Sektor. Was als Sehbehelf begonnen hat, kann längst Worte sprechen. Die Brille wird zum Übersetzer. Oder ein Stift, der lesen und sprechen kann. Bei der Fortbewegung übernehmen Exoskelette die Arbeit des Stützapparates. Und wenn das Gegenüber ein intelligenter Roboter ist und zur Unterhaltung dient, ja dann ist die soziale neue Welt angebrochen. Wie weit helfen technische Assistenz-Systeme dem Menschen und seiner Umgebung? Und wo sind die Grenzen erreicht? Wann schwindet die Akzeptanz derartiger Hilfen und wie weit sind sie ausreizbar? Die Fragen zur Pflege stellen sich immer mehr Technikerinnen und IT-Spezialisten. Eine Rundschau von Ilse Huber.

09.45 Uhr
Radiokolleg

Vokale Frauenbands (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Es gibt derer viele: die Dixie Chicks, die sich seit vorigem Jahr nur noch The Chicks nennen, weil sie mit den alten Südstaaten-Ideologien nichts mehr zu tun haben wollen, die weltberühmten Andrew Sisters, ein Schwestern-Terzett, das in den 1940ern mit Ohrwürmern wie "Rum and Coca-Cola" oder "Bei mir bist du schoen" Welthits landete. Die erste schwesterliche Girlband waren sie allerdings nicht. Heute fast vergessen, aber von vokalen Frauenbands damals bis heute geliebt und kopiert waren die Boswell Sisters. Drei hochmusikalische Schwestern aus New Orleans, die in den 1930ern rund zehn Jahre lang unter den Top 20 der Hitparaden zu finden waren und auch spätere Musikerinnen wie Ella Fitzgerald beeinflusst haben. Sie werden in der Musikvierstelstunde genauso porträtiert wie die irischen Henry Girls, drei Schwestern aus Donegal, die den Boswell Sisters erst letztes Jahr mit "Shout Sister Shout" musikalisch Tribut zollen. Die Folk und Roots-Musikerinnen singen und spielen seit ihrer Kindheit zusammen, stehen fast ebenso lange auf der Bühne und touren regelmäßig auch durch Österreich: so wieder im Juni, so Corona es will. Ein weiteres Porträt widmen wir dem Südtiroler Trio Ganes, das sich von der Sagenwelt ihrer Heimat inspirieren lässt- musikalisch wie sprachlich. Zwei Schwestern und eine "Nicht-Verwandte" singen auf Ladinisch, die Weichheit der Sprache harmoniert mit den runden Klängen. Und zuletzt führt die Musikviertelstunde ins Italien der 1930er und 40er Jahre. Das Trio Lescano, bestehend aus drei Schwestern, zählte zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Mussolini-Ära. Aus einer ungarisch-holländisch-jüdischen Zirkusfamilie stammend, wuchsen sie in Holland auf, wurden aber in Turin entdeckt. Mit ihren Swing- und Jazznummern boten sie die italienische Antwort auf die Andrew Sisters, erhielten sogar noch 1942 die italienische Staatsbürgerschaft - und wurden im Zuge des zunehmenden Antisemitismus mehr und mehr aus dem Geschäft gedrängt. Letztlich wurden sie der Spionage bezichtigt. Verleumdungen, die sie ins Gefängnis brachten. Nach dem Krieg wurde die Karriere noch wenige Jahre fortgesetzt - die letzte der Schwestern starb 2007 in Venezuela. Eines eint wohl die meisten der Swinging Sisters: "Ich kann mir nicht vorstellen, allein auf die Bühne zu gehen", sagt Lorna McLoughlin von den Henry Girls.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

mit Christoph Wagner-Trenkwitz. Erinnerungen an Francesco Paolo Tosti, den italienischen Meister des Salon-Liedes Opern hat er nicht komponiert und dennoch gehören seine Schöpfungen zum Repertoire vieler großer Opernstars einst und jetzt. Spätestens bei den Zugaben nicht nur, aber vor allem bei Konzerten von Tenören des romanischen Sprachraums erklingen sie: die Werke von Francesco Paolo Tosti. Der italienische Meister des Salon-Liedes ist im April 1846, vor 175 Jahren, auf die Welt gekommen; seine Ausbildung hat er beim Opernkomponisten Saverio Mercadante in Neapel absolviert. Mit seinen Lied-Pretiosen ist er in Rom zum Liebling der Aristokratie aufgestiegen; Prinzessin Margareta von Savoyen, die spätere Königin von Italien, hat ihn zum Gesanglehrer des Königshauses und später zum Archivar der königlichen Musikarchive ernannt. Und Erfolg hatte Francesco Paolo Tosti ab 1875 auch in London; vom englischen Königshaus wurde er sogar in den Adelsstand erhoben. Als er 1916 in Rom verstarb, war die beliebte "Ballade im Stile Tostis" längst zum Gegenstand der Imitation geworden, keiner seiner Nachahmer war aber ähnlich produktiv und erfolgreich wie er.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

?Die Sirene? von Eudora Welty. Aus dem Amerikanischen von Katrine von Hutten. Es liest Christiane von Poelnitz Es ist Frühling, dem Kalender nach, aber jede Nacht liegen Jason und Sara Morton vor Kälte zitternd nebeneinander nah am offenen Kamin. Alles wiederholt sich, Jahr für Jahr werden die Pflanzen zu früh in die Beete umgesetzt, und dann kommt ein Frost. Sobald ein Kälteeinbruch droht und die große Sirene ertönt, rennen Männer und Frauen hinaus auf die Felder und bedecken ihre Pflanzen mit allem, was sie haben. Doch in dieser Nacht macht Jason etwas Ungewöhnliches. Die 1909 in Jackson, Mississippi, geborene Eudora Welty gehört wie Carson McCullers zu den bedeutenden Südstaatenautorinnen. Mit elf Jahren veröffentlichte sie bereits erste Gedichte, 1941 ihren ersten Erzählband "A Curtain of Green". Neben weiteren Erzählungen folgten die Romane "Delta Wedding" und "The Ponder Heart". Für den Roman "The Optimist's Daugther" erhielt die Autorin 1973 den Pulitzer-Preis. Eudora Welty war auch eine herausragende Fotografin und veröffentlichte mehrere Fotobände. Sie starb am 23. Juli 2001 in Jackson. Der Erzählband "Ein Vorhang aus Grün" versammelt Erzählungen aus den 1940er Jahren und hat im deutschsprachigen Raum zur Wiederentdeckung Eudora Weltys geführt, die Schriftstellerkollegen wie Arthur Miller oder auch Richard Ford inspiriert hat. Gestaltung: Stefanie Zussner, Präsentation: Gudrun Hamböck

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Philipp Weismann. Englische Lieder und Tänze mit dem Ensemble "Les Musiciens de Saint-Julien". Das französische Ensemble "Les Musiciens de Saint-Julien" beschäftigt sich schon länger mit Musik aus Großbritannien des 17. und 18. Jahrhunderts. Nach Erkundungen in Schottland und Irland steht beim aktuellen Album "The Queen's Delight" das englische Musikleben dieser Zeit im Zentrum. Auf der CD versammelt sind populäre Balladen und Tänze, die bei Hofe ebenso getanzt und gesungen wurden wie im Pub. Von der Hocharistokratie bis zum Bauernvolk waren sie gemeinsames Gut. "Les Musiciens de Saint-Julien", geleitet vom Flötisten Francois Lazarevitch musizieren diese Hits mit spritzigem Temperament, Fantasie und großem Klangfarbenreichtum. Zymbal und Lauten treffen hier auf Small-Pipes und Percussion, ergänzt um Harfe, Flöten und darmbesaitete Streicher. Dazu kommen die eindringlichen Gesangsstimmen von Fiona McGown und Enea Sorini. Ein abwechslungsreiches Programm, das zum melancholischen Innehalten ebenso wie zum lustvollen Tanz einlädt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Quatuor Ébène; Antoine Tamestit, Viola. Wolfgang Amadeus Mozart: a) Streichquintett C-Dur KV 515; b) Streichquintett g-Moll KV 516 (aufgenommen am 9. Juni 2020 im Auditorium von Radio France, Paris)

15.30 Uhr
Moment

Wie abgehängt sind alte Menschen ohne Apps, Links Co? Wie verschicke ich ein Foto? Wie registriere ich mich online? Wozu brauche ich ein Smart-TV? Für alte Menschen ist es oft schwer, sich in der Computerwelt zurechtzufinden. In der Schule haben sie es nicht gelernt, viele haben auch den voll-digitalen Arbeitsplatz nicht mehr erlebt, und nicht alle haben geduldige Enkel oder Nachbarn. Was man tun kann, um mit Apps, Links, Set-Top-Boxen und WLAN-Netzwerken "online" zu sein und zu bleiben (!) und wer dabei hilft - darüber sprechen PensionistInnen, eine Kursleiterin und zwei Kommunikationstechniker. Nach der Sendung bitten wir Sie, Ihre Erfahrungen zu erzählen. Wen rufen Sie an, wenn etwas nicht funktioniert? Welche Erfahrungen haben Sie mit Service-Hotlines gemacht? Fühlen Sie sich manchmal abgehängt? Unsere Telefonnummer: 0800/22 69 79; unsere Mail-Adresse: moment@orf.at Gestaltung: Kathrin Wimmer

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Diskriminierung in der Schule Was macht jemand, der nicht gut rechnen kann, fragt Persy den Radiohund. Ganz klar: Üben! Manchmal bekommt ein Kind leider keine Unterstützung beim Rechnen, sagt der Sozialpädagoge Persy Lowis Bulayumi, der sich mit der Initiative für ein diskriminierungsfreies Bildungswesen (IDB) dafür einsetzt, dass jedes Kind die gleichen Chancen in der Schule hat. Persy erzählt die Geschichte von Ilhan, der wegen seiner Rechenschwäche in der Volksschulzeit in eine andere Klasse gekommen ist und über die großen Auswirkungen dieser Entscheidung. Persy Lowis Bulayumi, IDB: "Ich habe einmal einen jungen Menschen kennen gelernt, der hieß Ilhan. Bei einem Elternsprechtag in zweiten Klasse Volksschule hat die Lehrerin zu den Eltern gesagt: Ilhan hat eine Rechenschwäche. Sie hat nicht gesagt, Ilhan muss üben, er braucht Nachhilfe. Sondern sie hat gesagt, er kommt in eine Klasse, wo er weniger Mathematik hat. Was den Eltern aber nicht gesagt wurde ist, dass er nicht nur weniger Mathematik hat, sondern auch weniger Deutsch und weniger Englisch. Und wir wissen, dass Deutsch, Mathematik und Englisch ganz wichtig sind. Ansonsten kommst du nicht an eine Oberstufe oder an die Universität, du tust dir sogar bei vielen Lehrberufen schwer, ohne Englisch und ohne gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse. Das ist extrem wichtig. Das heißt Ilhan konnte mit 15 Jahren dann eigentlich nicht so viel, obwohl er ein blitzgescheiter junger Mann war. Er hat dadurch nicht so viele Möglichkeiten in seinem Leben. Das heißt, er wurde eigentlich schon mit sieben, acht Jahren diskriminiert; er wurde ausgeschlossen." Gestaltung: Franziska Schwarz

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

Unsere Rettung liegt in der Rettung von Geschichten. Der kurdische Schriftsteller Bachtyar Ali. Feature von Shenja von Mannstein Seit Ende der 1990er Jahre lebt Bachtyar Ali unbeachtet als Autor in Deutschland. Erst 2016 wird der Literaturbetrieb auf ihn aufmerksam. Als vierzehn Jahre nach Erscheinen sein Roman "Der letzte Granatapfel" ins Deutsche übersetzt wird. Der erste kurdisch-irakische Roman überhaupt. Im Nordirak, seiner Heimat, genießt Ali zu dieser Zeit längst Kultstatus. Hierzulande fragen sich Kritiker, wie sich ein solcher Autor so lange vor unserem Buchmarkt verbergen konnte? Die Antwort liegt auf der Hand. Bachtyar Ali schreibt auf Sorani, einer Variante des Südkurdischen, das kaum zehn Millionen Menschen sprechen, viele von ihnen sind Analphabeten. Übersetzer aus dem Sorani gibt es eigentlich nicht. Dass mittlerweile zwei weitere Romane von ihm erschienen sind, "Die Stadt der weißen Musiker" und "Perwanas Abend", ist auch dem Engagement kurdischer Leser zu verdanken. Bachtyar Ali wächst während der Diktatur Saddam Husseins auf. Sein politischer Widerstand bringt ihn als Student ins Gefängnis. Dort beginnt er zu schreiben und verarbeitet die gewaltvolle jüngere Geschichte der Kurden im Irak literarisch. Die Ingredienzien seiner Prosa: die mündliche Erzähltradition und eine an den magischen Realismus erinnernde Phantasie. Er sei ein Kind des Westens und des Orients zugleich, meint der zurückgezogen lebende Autor. Shenja von Mannstein hat ihn in Köln besucht und mit ihm über seine kulturellen Wurzeln und den Wert des Erzählens gesprochen.

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Zwei Geigen und Cello auf der Reise zwischen Südeuropa und Skandinavien In den letzten Jahren hat sich in der Streicher-Szene gewaltig viel getan. Das Violoncello ist zum beliebten Bass-Instrument in allen Stilen geworden. Geiger/innen und Bratscher/innen lassen sich in kundiger Weise mit Volksmusik aus aller Welt hören und können zudem überzeugend improvisieren. Aus den klassischen Ausbildungsstätten kommen immer mehr Multi-Talente. Ein Beispiel für viele: Das Trio Lumi, gegründet 2018 von Studierenden der Kunstuniversität Graz. Diese spielen sich auf ihrer Debüt-CD von Polka bis Polska, erzählen vom Teufel und dem Säufer - und wie es klingen mag, wenn Stiere auf den Ball gehen. Dazu gibt es in diesen Spielräumen weitere Beispiele aus Estland und Slowenien - den Heimatländern der Musiker/innen des Trio Lumi.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

zum Ö1-Schwerpunkt: "Gewonnene Jahre. Neue Wege in das Alter" Von der Großfamilie zum Generationen-Wohnen mit: François Höpflinger, Soziologe, Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich Die Großfamilie unter einem Dach ist eine Lebens- und Wohnform, die immer seltener wird. Umso mehr scheint das Bild idealisiert zu werden: die (Ur-)Großeltern, die bis zu ihrem Tod gemeinsam mit Kindern und Enkeln unter einem Dach leben. Parallel dazu ist das Vorurteil verbreitet, dass "die Alten" von "den Jungen" heute "ins Heim abgeschoben" werden. Tatsächlich aber werden 80% der Pflegebedürftigen von ihren (mehrheitlich) weiblichen Angehörigen zuhause betreut. Im Fokus der Sendereihe steht das Wohnen im Alter: Wie lebten alleinstehende alte Menschen früher? Wie ideal war die Großfamilie? Das Zusammenleben als Großfamilie war nicht immer freiwillig, sondern eine Notwendigkeit durch wirtschaftliche und/oder (erb)rechtliche Bedingungen, insbesondere bei Bauern. Wie war das im urbanen Raum? Welche historischen und sozialen Entwicklungen also haben zum Zusammenleben der Generationen geführt und welche haben es letztlich (fast) zum Verschwinden gebracht? Und welche Pläne für das Wohnen in der 3. Lebensphase, die ja bekanntlich länger geworden ist, existieren heute? Es gibt auch etwas dazwischen, zwischen "den eigenen 4 Wänden" und dem Geriatriezentrum, etwa betreutes Wohnen oder Mehr-Generationen-Wohnprojekte. Es geht um Wohnformen, die soziale und gesundheitliche Sicherheit bieten sollen, aber auch ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen sollen. Welche positiven Aspekte der historischen Großfamilie lassen sich auf neue Weise fortführen? Welche neuen Erwartungen und Ansprüche ans Wohnen im Alter hat die ältere Generation heute?

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

In der umkämpften Himalaya-Region Kaschmir stehen die Zeichen auf Entspannung. Gestaltung: Bernd Musch-Borowska (ARD) Im heurigen Februar haben Indien und Pakistan die strikte Einhaltung eines Waffenstillstands vereinbart. Dieser war zwar bereits 2003 unterzeichnet, aber immer wieder gebrochen worden: Seit Jahren kam es an der sogenannten inoffiziellen Grenzlinie, der "Line of Control" fast täglich zu Schusswechseln und anderen Zwischenfällen. Doch damit scheint es vorerst vorbei zu sein. In einem weiteren Schritt zur Normalisierung der Beziehungen will Pakistan den Handel mit Indien, etwa den Import von Zucker und Baumwolle, wieder erlauben. Der gesamte Handel war seit 2019 ausgesetzt gewesen. In der Stadt Srinagar und im ganzen Kaschmir-Tal versucht die indische Regierung, mit gezielten Programmen die jungen Kaschmiris von der Straße zu holen, um deren Radikalisierung durch islamistische und regierungsfeindliche Gruppierungen zu unterbinden. Seit der Region Kaschmir vor knapp 2 Jahren der teilautonome Sonderstatus entzogen wurde, hat sich viel im Leben der einheimischen Bevölkerung verändert. Ein Lokalaugenschein.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Lyssenkos Geist Pflanzen züchten mit Epigenetik Von Michael Lange Die Weltbevölkerung wächst und die Temperaturen steigen. Können Hitze oder Frost Nutzpflanzen so verändern, dass sie widerstandsfähiger werden? Und könnten diese Nutzpflanzen diese erworbene Robustheit an die nächste Generation weitergeben - ohne ihr Erbmaterial zu verändern? Das verspricht die moderne Epigenetik. Die Umwelt prägt das Leben. Nicht nur über Zufall und Auswahl - Mutation und Selektion, sondern unmittelbar. In der frühen Sowjetunion der 1920er- und 1930er-Jahre erlebte die Vorstellung, man könne Pflanzen durch Training anpassen, eine erste Blüte. Anders als die Genetiker im Westen setzte der junge sozialistische Staat auf Umweltfaktoren statt auf Erbfaktoren. In der Pflanzenzüchtung wie in der Menschenerziehung. Solche Ideen verfolgte zu Sowjetzeiten Trofim Lyssenko. Die Versuche des Agrarwissenschaftlers, der unter Stalins politischem Einfluss stand, führten allerdings zu katastrophalen Missernten. Kehrt Lyssenkos Geist nun im Gewand der modernen Epigenetik zurück?

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Grazer Philharmoniker, Dirigent: Roland Kluttig. Antonin Dvorak: a) Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88; b) Die Mittagshexe, Symphonische Dichtung op. 108 (aufgenommen am 19. März im Stefaniensaal des Grazer Congress' in 5.1 Surround Sound). Präsentation: Franz Josef Kerstinger

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Gewonnene Jahre. Neue Wege in das Alter (2). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Unterstützung bei der Pflege. Von der Krücke zu technischen Assistenzsystemen (2). Gestaltung: Ilse Huber Swinging Sisters. Vokale Frauenbands (2). Gestaltung: Ute Maurnböck

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Musik als soziale Aufgabe. Zum 75. Geburtstag des lettischen Komponisten Peteris Vasks Die Musik des am 16. April 1946 in Aizpute (Lettland) geborenen Peteris Vasks hat man oft als "Bekenntnismusik" zu charakterisieren versucht. Einflüsse der von ihm später als "aleatorische Experimente" bezeichneten Aspekte früher Werke von Witold Lutoslawski, Krzysztof Penderecki oder George Crumb verband er gegen Ende der 1980er Jahre mit minimalistischen, dann verfremdeten folkloristischen Elementen seiner Heimat und assoziativ-"organischen" Schreibweisen. Sehr nahe stehe ihm Arvo Pärts Tonsprache. Nicht nur der Komponist, sondern auch der Mensch Lutoslawski ist für Vasks ein Vorbild geblieben. Selbstironisch bezeichnet sich Vasks mit seinen nun bald 75 Jahren als "Rentner". Er komponiere ohne Computer, nur mit Papier und Bleistift. So gehe das Komponieren langsam, aber stetig voran. Es sei für ihn "wie Hausbau. Nacheinander füge ich Stein auf Stein, vom Keller bis zum Dach, bis das Gebäude schließlich fertig ist". 2019 vollendete Vasks für das Artemis Quartett sein 6. Streichquartett. Im letzten Satz, einem Choral, kommt es zu einer "Begegnung mit Beethoven". Vasks sieht das Quartett als sein "musikalisches Testament. Ich weiß, dass ich kein weiteres Quartett mehr schreiben werde". Gestaltung: Peter Kislinger

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten