Tagestipps im Radio

Tagestipps

Mittwoch 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Margarete Wohlan Brasiliens Waffenlobby Gott, Nation, Waffe Von Azade Pesmen Am 30. Oktober wurde Lula da Silva mit einer knappen Mehrheit zum Präsidenten Brasiliens gewählt. Doch das Waffenproblem im Land besteht weiterhin: allein in der jüngsten Wahlkampfphase der Präsidentschaftswahl gab es fünf politisch motivierte Morde. Vier der Täter waren Bolsonaro-Anhänger, einer Lula-Unterstützer. Das zeigt, wie stark der Einfluss der Pro-Waffen-Lobby in Brasilien ist. So wurden bei den Wahlen im Oktober 2022 auch 33 Vertreter der Lobbygruppe "Pro Armas" in den Kongress gewählt. Man spricht mittlerweile von einem Waffen-Flügel, der ab Februar kommenden Jahres einen starken Einfluss auf die Gesetzgebung im Kongress haben wird. Zwar hat Bolsonaro in den letzten vier Jahren die Pro-Waffen-Politik vorangetrieben. Aber diese wieder rückgängig zu machen, wird für da Silva schwierig werden.

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

Feature

Booty Therapy Wie Maimouna Coulibaly sich frei tanzt Von Freya Siewert und AnnMarie Utz Mit sexueller Gewalt, Rassismus und Sexismus kämpft Maimouna Coulibaly schon, bevor sie in Frankreich berühmt geworden ist. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere begeht ihr Bruder Amedy Coulibaly 2015 einen Terroranschlag in Paris. Als Tänzerin hat Maimouna gelernt, ihre Emotionen in Bewegungen und in der Musik herauszulassen. Ihr Stil: Twerking, kreisende Bewegungen mit dem Becken und der Hüfte. Sie nennt es Booty Therapy und gibt nicht nur Tanzkurse, sondern tritt damit auch in französischen TVShows auf. Bis zu dem Tag, als ihr Bruder nach seiner Tat von der Polizei erschossen wird. Danach ist die Welt nie wieder die gleiche. Aber Maimouna tanzt weiter. Sie ist im Schock und flüchtet nach Berlin. Wie kann sie dieses Trauma je überwinden? Und wie kann sie mit dem Gedanken an die Opfer und Hinterbliebenen überhaupt wieder zur Ruhe kommen? Regie: Oliver Martin Ursendung

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Gefährdete CO2-Speicher im Kongo Von Jonas Gerding Forscher arbeiten im Herzen des Kongo-Beckens - dem zweitgrößten Regenwald nach dem Amazonas - an präziseren Klimaszenarien. Für ihre Prognosen kalkulieren Klimaforscher den Effekt von Kohlenstoff-Senken ein - insbesondere die der tropischen Regenwälder, die zusätzliches CO2 aus der Atmosphäre ziehen und speichern. Doch dabei gibt es ein Problem, wie Wissenschaftler um Wannes Hubau des Royal Museum for Central Africa in Tervuren nachgewiesen haben: Das Speicherpotenzial sinkt mit zunehmenden Temperaturen, Dürren und Extremwetter, weshalb der Klimawandel stärker ausfallen könnte, als bisher angenommen. Das Feature begleitet den belgischen Wissenschaftler nach Yangambi zu einer Forschungsstation im Herzen des Kongo-Beckens. Dort setzt er seine Mammutaufgabe fort, in zeitlichem Abstand den Umfang von Bäumen zu messen - und damit den gespeicherten Kohlenstoff zu beziffern. Etwa eine halbe Millionen Bäume haben er und seine Kollegen bereits unter Beobachtung. Das Wachstum einzelner Bäume untersuchen sie im Mikroskop eines Labors.

Mittwoch 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Schlusslichter Nach dem gleichnamigen Roman von Georges Simenon Übersetzung aus dem Französischen: Stephanie Weiss Bearbeitung und Regie: Eva Solloch Mit Fabian Busch, Paul Schröder, Lou Strenger, Tobias Diakow, Schäffler Erik, Bettina Stucky. Bernd Grawert, Matti Krause, Maresa Lühle, Maria Magdalena Wardzinska, Toini Ruhnke, Tilo Werner, Sebastian Bezzel, Christine Kutschera NDR 2020 Steve und Nancy Hogan fahren auf dem Highway von New York nach Maine, um ihre Kinder aus dem Feriencamp abzuholen. Die Stimmung ist gereizt: Nancy wirft ihrem Mann seinen Alkoholismus vor, den dieser vehement bestreitet - nur um sich bei jedem Halt einen weiteren Drink zu genehmigen. Beide ignorieren Radiomeldungen über einen aus dem Gefängnis ausgebrochenen, bewaffneten Schwerverbrecher. Als Steve nach dem nächsten Trinkstopp zu seinem Auto zurück torkelt, ist seine Frau verschwunden. In seinem Wagen sitzt der entflohene Häftling. Mehr Information unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Hörspiel

Mittwoch 20:05 Uhr SWR2

SWR2 Thema Musik

Meredith Monk - Tanzende Stimme, singender Körper Zum 80. Geburtstag der Komponistin und Vokalkünstlerin Von Kerstin Kilanowski Die Amerikanerin Meredith Monk ist eine Ikone der Vokal-Performance. Seit ihren Anfängen in den 1960er-Jahren experimentiert sie mit der menschlichen Stimme, dem Körper, mit Raum und Stille und schafft visionäre Gesamtkunstwerke aus Tanz, Gesang, Film und Performance. Inspiriert wird die Komponistin oft durch literarische und philosophische Werke, wie in ihrem letzten multimedialen Musiktheater "Cellular Songs": eine einzelne Zelle als lebendige Einheit und zugleich Teil eines riesigen, sich austauschenden Geflechts, das den Körper ausmacht. Für Meredith Monk eine Analogie zur menschlichen Gemeinschaft, die nur durch Zusammenhalt überleben kann.

Mittwoch 20:05 Uhr Bayern 2

Hörspiel

Der Schicksalstag des Mike Magoon Von Ellery Queen Mit Horst Tappert, Hans Zesch-Ballot, Hans Cossy, Edmund Steinberger, Lorley Katz und anderen Komposition: Fred Sporer Bearbeitung und Regie: Edmund Steinberger BR 1966 Die Einkommensteuererklärung des Privatdetektivs Mike Magoon wurde gestohlen! Und der Versuch, Geld von einer Kundin zu erpressen, führt zum Mord. Der Fall wird souverän von dem ermittelnden Autor Ellery Queen gelöst. Ellery Queen, Pseudonym der beiden Cousins Frederick Dannay (1905-82) und Manfred Bennington Lee (1905-71). 1941 gründeten sie das Ellery Queen"s Mystery Magazine, das bis heute existiert.

Mittwoch 22:00 Uhr MDR KULTUR

Bärenherz - Ein Kinderhospiz

von Laura-Nadin Naue (Wiederholung) 2022 Das Sprechen über den Tod wird in unserer Gesellschaft weitgehend tabuisiert, umso mehr wenn es sich um den Tod eines Kindes handelt. Das Kinderhospiz "Bärenherz" in Markkleeberg bei Leipzig ist ein Ort, der das Sterben nicht verdrängt. Doch viele Kinder kommen nicht zum Sterben ins Hospiz, sondern sie verbringen hier mit ihren Eltern eine Entlastungszeit. In diesem Punkt unterscheiden sich Kinderhospize grundlegend von Erwachsenenhospizen. "Wir geben nicht mehr Tage zum Leben, aber den Tagen mehr Leben", dieser Spruch trifft auch auf das "Bärenherz" zu. Es ist das älteste von drei Kinderhospizen in Mitteldeutschland. Den lebensverkürzt erkrankten Kindern erfüllt Geschäftsführerin Ulrike Herkner Wünsche, Hauswirtschaftlerin Anj Doleschek kocht Lieblingsgerichte, Geschwisterkinder geben sich in der Heldengruppe gegenseitig Halt und Väter können beim Vätertreff reden - oder auch mal schweigen. Das "Bärenherz" ist ein Ort zum Lachen, Reden und Weinen. Die Möglichkeit dafür schaffen die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer im Hospiz. Woraus beziehen sie ihre Kraft für die tägliche Arbeit? Woran glauben Eltern, die wissen, dass ihr Kind todkrank ist? Was hilft ihnen und gibt ihnen Lebensmut? Wie gehen Geschwister mit der Situation um? Und letztendlich: Wie kann es nach dem Tod für die Lebenden weitergehen? Laura-Nadin Naue, geboren 1988 in Bückeburg, ist Volontärin der Deutschen Journalistenschule. Sie studierte Germanistik und Freie Kunst in Münster sowie Journalistik in Leipzig und hat das Kompaktstudium Fernsehjournalismus an der Bayerischen Akademie für Fernsehen absolviert. Seitdem hat sie Beiträge bei Radio Bremen, MDR Kultur und der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht, zuletzt u.a. "Queeres Paar und Kinderwunsch" (Radio Bremen 2016). Regie: Nikolai von Koslowski Produktion: MDR 2017 (54 Min.)

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Hummer Durst Von Leon Engler Regie: Andrea Getto Mit: Ilse Ritter, Eva Meckbach, Matti Krause, Meriam Abbas, Veronika Bachfischer, Lisa Hrdina, Hansa Czypionka, Fritzi Haberlandt, Judith Engel, Mateja Meded, Max Urlacher, Andreas Tobias Komposition: Sabine Worthmann Ton und Technik: Thomas Monnerjahn und Christoph Richter Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 56"22 Die chinesische Unternehmerin Yang Jiang hat eine Idee: eine Kopie des Mount Everest - höher, neuer und mit Rubinspitze! Wahnwitzige Farce über die Zwangsneurosen der Weltwirtschaft. Vor 50 Millionen Jahren kollidierten Kontinentalplatten, Landmassen türmten sich auf, ein Gebirge war geboren. 49.999.850 Jahre später wurde hier der höchste Punkt der Erde gemessen. Seit der Erstbesteigung des Mount Everest 1953 wollen immer mehr Menschen auf den Gipfel. Es gibt Wartelisten. Das bringt die chinesische Unternehmerin Yang Jiang auf eine Idee: eine Kopie des Everest - höher, neuer und mit Rubinspitze! Die Amerikaner lassen das nicht auf sich sitzen und bauen den Superlativ. Ein absurdes Wettrüsten beginnt. Auch Deutschland, das in Sachen Zukunft längst den Anschluss verloren hat, will endlich wieder mitmischen. Mit dem ersten Zehntausender der Weltgeschichte! Leon Engler, geboren 1989 im Ostallgäu, Schriftsteller. 2011 war er ausgewählter Teilnehmer der Schreibklasse "fundamentals of poetry" in Finnland. 2011/2012 Leistungsstipendium der Universität Wien. Theaterstücke u.a. "X Jahre Kriegsfreiheit" (Nachwuchspreis des Theaters Drachengasse 2013), "Die Benennung der Tiere" (2018 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen). Hörspiele: "Wasserstoffbrennen" (Deutschlandradio Kultur 2016), "Bier" (WDR 2019), "Das Gold am Arsch des Regenbogens" (FELI AND FRIENDS 2019), "Satellitenbilder deiner Kindheit" (WDR 2022, Hörspiel des Monats Februar 2022). Hörspiel: Mount Everest - war gestern! Hummer & Durst Länge: 56:38 Minuten

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