Tagestipps im Radio

Tagestipps

Samstag 19:00 Uhr HR2

Live Jazz

The Jakob Manz Project | Jakob Manz, as, recorder | Hannes Stollsteimer, p, kb | Frieder Klein, 6-string eb | Paul Albrecht, dr, sampling, elt | jazzahead! - Musikmesse & Festival digital, Pier 2: Club 100, Bremen, April 2021

Samstag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Putzprogramm Von Marion Passarge Schwarze Komödie über Putzwahn und Ehealltag Mit Regina Lemnitz Regie: Angeli Backhausen Produktion: WDR 2005

Samstag 19:05 Uhr Ö1

Logos - Glauben und Zweifeln

"Meditieren mit den Füßen" - Oder: Was wir beim Wandern und Pilgern erfahren können Das Wandern ist vermutlich so alt wie die menschliche Kultur. Jäger und Sammler, später auch Hirten und Händler, waren auf Wanderschaft, weil es das Überleben abverlangte. Doch niemand dachte im Altertum daran, freiwillig und zwecklos durch die gefährliche Natur oder gar über die Alpen zu marschieren. Das entsteht erst spät, in der Romantik, als Gegenbewegung zur Entfremdung des Menschen von der Natur durch ein Leben in industrialisierten, urbanen Zentren. Heute ist Wandern zu einer boomenden Aktivität geworden, die sich im Alpenraum auf eine reich vernetzte Infrastruktur mit Wegen und Hütten stützen kann. Dass die gehende Bewegung gesund ist und der körperlichen Fitness dient, ist hinlänglich bekannt. Weniger, dass das Wandern genauso der geistigen Fitness dient. Wer sich bewegt, wandelt sich, weil er aus dem Gewohnten und Festgefahrenen aufbricht. Dadurch lernt er nicht nur die Natur, sondern auch sich selbst kennen. Wandern kann so zu einem Meditieren mit den Füßen werden. In diesem Fall fallen dann die "vita activa", ein tätiges Leben und die "vita contemplativa", ein Leben in Betrachtung, zusammen. Das Pilgern wiederum ist die älteste freiwillige Form des Wanderns. Wer pilgert hat einerseits ein örtlich definiertes Ziel, einen Heiligen Ort, an dem er ankommen will. Aber die Pilgerin oder der Pilger hat sich auf ihrem oder seinem langen Weg bewusst ein geistiges Ziel gesetzt, das er durch die Anstrengungen des eigenen Körpers erreichen will. "Eine Pilgerschaft macht es möglich, dass man sich physisch durch die Anstrengungen des eigenen Körpers Schritt für Schritt auf jene immateriellen Ziele zubewegt, die sonst schwer zu fassen sind", schreibt die Schriftstellerin Rebecca Solnit in ihrem Buch "Wanderlust". Johannes Kaup hat sich aufgemacht und mit leidenschaftlichen Wander/innen und Pilger/innen über ihre Tiefenerfahrungen mit der Natur, sich selbst und Transzendentem gesprochen. Eine Sendung im Rahmen des ORF-Schwerpunkts "Bewusst gesund: Jetzt die Psyche stärken" und des multimedialen Religionsschwerpunkts "Wandern und Pilgern".

Samstag 22:00 Uhr Bremen Zwei

Sounds in concert: Alin Coen

In ihren Songs lässt uns Alin Coen tatsächlich nah ran. In der Music Hall Worpswede feierte die deutsche Singer/Songwriterin ihr Bühnen-Comeback mit Band, nach geschlagenen zwei Jahren ohne Auftritt. Es wurde ein stimmungsvolles Comeback, das MusikerInnen und Publikum gleichermaßen beglückte.

Samstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Jazztime

Wegmarken des polnischen Jazz - Ein untrügliches Gefühl von Freiheit Von Bert Noglik Für Polen bedeutet Jazz stets beides: Öffnung und Selbstfindung. Anfang der 50er-Jahre von der stalinistischen Kulturbürokratie in den Untergrund verbannt, drang diese Musik bald darauf mit elementarer Kraft an die Öffentlichkeit. Seither verbindet sich Jazz in Polen untrennbar mit dem Gefühl der Freiheit. Der Pianist Krzysztof Komeda wurde zum Idol und nach seinem frühen Tod zum Mythos. Meilensteine des polnischen Jazz, ursprünglich veröffentlicht von der staatlichen Plattenfirma Polskie Nagrania, hat Warner Music nun in vorzüglichen Editionen wieder zugänglich gemacht.

Samstag 23:00 Uhr rbb Kultur

LATE NIGHT JAZZ

Mit Eva Garthe Birthdays & Releasedays Ein Debütalbum ist immer ein besonderes Statement. Emma-Jean Thackray ist zwar schon seit einigen Jahren eine der umtriebigsten Protagonist*innen der Londoner Jazz-Szene, sie hat jedoch erst kürzlich ihr Debütalbum vorgelegt. Ebenfalls einen Erstling veröffentlicht hat die schottische Band Amara, die sich dazu von den dunklen und kalten Herbst- und Wintermonaten in ihrer Heimatstadt Glasgow inspirieren ließ. Die deutsche Formation Kuu! hat dagegen schon nachgelegt und ihr zweites Album "Artificial Sheep" vorgestellt. Außerdem gratuliert Late Night Jazz heute einigen Geburtstagskindern. bis 00:00 Uhr

Samstag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Ohne Limit (bis 6 Uhr)

Maxim Biller: "Biografie" - Eine lange Lesenacht Es liest der Schauspieler Samuel Finzi (Die komplette Lesung von 28 Stunden, gegliedert in 36 Kapiteln, auf SWR2.de und in der ARD Audiothek) Maxim Billers Roman "Biografie" ist ein Roman wie eine wilde, anarchische TV-Serie. Wer bin ich und wo komme ich her, lautet die entscheidende Frage, aber die Antwort steckt wie bei Matroschkapuppen in einer Vielzahl von Geheimdienstgeschichten, missglückten Ehen und Affären, Verrat, Betrug, schiefen Geldgeschäften, obskuren Filmprojekten. Es gibt Sex, sehr viel Sex, Geprotze, Klamauk, Witzeleien. Ein Buch des Zuviel - aber in Wirklichkeit ein Buch der geplanten Überforderung. Denn es geht in ihm ums Ganze, um jüdisches Leben nach dem Holocaust - mit allen Verwerfungen der Zeitläufe, der stalinistischen Repression, dem Kalten Krieg, der Wiedervereinigung, dem islamistischen Terror.

Samstag 23:03 Uhr Ö1

Die Ö1 Jazznacht

Denis Gäbel im Interview. Clemens Sainitzer solo 2019 bei der Jazzwerkstatt Graz Schrill, leise, stöhnend, schnaubend oder unglaublich erotisch: Katharina Osztovics widmet die Jazznacht ganz dem Saxofon und lädt zu einer Zeitreise ein, von Sidney Bechet, Coleman Hawkins und Ben Webster über Wolfgang Puschnig und Klaus Dickbauer bis zu Cecilie Strange, Stephanie Lottermoser, Leonhard Skorupa, Richie Winkler und anderen. Zu hören sind auch Kompositionen des Saxofonisten Denis Gäbel, der zu Gast im Jazznacht-Studio ist. Der Preisträger verschiedener Jazzwettbewerbe steht derzeit unter anderem mit seinem Quartett auf der Bühne und hat seit 2020 eine Professur an der Musik- und Kunst-Privatuniversität Wien inne. Mit Katharina Osztovics spricht er darüber, warum es ihn nach Wien gezogen hat, wie er als Leader, Sideman und Pädagoge den richtigen Ton trifft, und warum er einst vom Cellisten zum Saxofonisten mutiert ist. Celloklänge gibt es auch im diesmal vom ORF-Landesstudio Steiermark produzierten Konzertmitschnitt, aufgenommen am 4. September 2019 im Orpheum Extra in Graz im Rahmen der hiesigen Jazzwerkstatt. Es musiziert Clemens Sainitzer, bekannt aus dem Duo Sain Mus sowie zahlreichen anderen Bands der jungen Wiener Improvisationsmusikszene. Von drei bis fünf Uhr gehört die Jazznacht den Töchtern und Söhnen des Burgenlands - konkret: ihren Musikerkolleginnen und Musikerkollegen. Im Rahmen der Reihe "9x Österreich - Erkundungen im Burgenland" gibt es Musik von und mit Christa Eidler-Hausl, Hans Hausl, Hannes Laszakovits, Dominik Reisner, Erich Sammer und Inge Pischinger sowie Joseph Haydn, frisch serviert aus dem jüngsten Bundesland Österreichs, das heuer seinen 100. Geburtstag feiert. Gestaltung: Katharina Osztovics

Samstag 23:05 Uhr Deutschlandfunk

Lange Nacht

Da gibt es nichts zu lachen Eine Lange Nacht der fröhlichen Pessimisten Von Rolf Cantzen Regie: Stefan Hilsbecher (Wdh. v. 12./13.9.2015) Jung, dynamisch, pragmatisch und vor allem optimistisch - diese Eigenschaften zeichnen erfolgreiche Menschen aus. So jedenfalls verheißt es die einschlägige Ratgeberliteratur. Die Unterhaltungsindustrie liefert dazu die Freizeitvariante: Alle sind gut gelaunt, cool natürlich. Sie tragen ein Lächeln im Gesicht und verschicken Smileys. Wer sich dem entzieht, trifft auf wenig Sympathien oder wird schnell als depressiv pathologisiert. Optimistisch stimmt nach wie vor auch die Fortschrittsgewissheit, die spätestens seit der Aufklärung die Geschichtsauffassungen prägte. Doch schon Sophokles weiß: "Nicht geboren zu werden, (ist) für die Erdbewohner am besten." Die Gnostiker der Spätantike drängt ihre Weltwahrnehmung zu der Vermutung, dass nur ein böser Schöpfer diese Welt erschaffen haben kann. Philosophische Gegenstimmen werden auch in der Philosophie laut. Schopenhauer und seine Schüler sensibilisieren für menschliches Leid. In der Melancholie verbinden sich Freude und Leid zu einer Weltsicht, in der sich Schwere und Leichtigkeit, Sinnlosigkeitsgefühle und Humor verbinden. Fröhliche Pessimisten empfehlen zunächst einmal anzunehmen, dass alles schief gehen wird, um sich dann positiv überraschen zu lassen.

Freitag Sonntag