Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Kompass im Körper Wie Tiere sich am Erdmagnetfeld orientieren Von Lukas Grasberger . Sie finden ganz selbstverständlich ihren Weg - ohne Navi, und auch, wenn das Ziel Tausende Kilometer entfernt liegt: Zugvögel, die sich am Magnetfeld der Erde orientieren. Doch nicht nur gefiederte Artgenossen sollen über eine Art "inneren Kompass" verfügen, an dem sie ihre Bewegungen ausrichten: Forscher haben die sogenannte Magnetorezeption bisher bei Bakterien, bei Insekten, bei Schildkröten oder auch bei Fledermäusen nachgewiesen. Doch wo sitzt dieser Magnetsinn - und wie genau arbeitet er? Der Antwort auf diese Frage konnten Ornithologen zumindest bei Vögeln jüngst ziemlich nahekommen: Der Orientierungs-Mechanismus funktioniert aller Wahrscheinlichkeit nach über ein Eiweiß im Auge der Tiere. Damit nehmen Vögel das Erdmagnetfeld wahr - und wandeln die Informationen in Signale um, die sie zur Navigation nutzen. Wie die Magnetorezeption bei Säugetieren funktioniert, ist hingegen noch gänzlich unbekannt. Dabei gibt es sogar erste Hinweise, dass der Mensch einen solchen Magnetsinn besitzt - dieser aber durch das Leben in der Zivilisation verloren ging. Redaktion: Simon Sachseder

Dienstag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Andre Zantow Die Bahá"í in Israel Die friedliche Religion im Heiligen Land Von Anne Françoise Weber Neben Juden, Christen und Muslimen haben auch die Bahá"í in Israel heilige Stätten. Die Religionsgemeinschaft entstand im 19. Jahrhundert im Iran, wurde vertrieben und hat sich inzwischen über die ganze Welt verteilt. Laut Schätzungen soll es acht Millionen Bahá"í geben, die meisten davon in Indien. Die sterblichen Überreste des Religionsstifter Bahá"u"lláh liegen in denGärten der Bahá"í im Norden der israelischen Hafenstadt Akko. Auch das Weltzentrum der Bahá"í in Haifa ist ein Magnet für Pilger und Touristen. Der Staat Israel akzeptiert die kleine Religionsgemeinschaft, weil sie sich nirgendwo politisch einmischt. Wie kamen die Bahá"í ins Heilige Land?

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Tuzla, Exodus Arbeitsmigranten aus Ex-Jugoslawien Von Zoran Solomun Regie: der Autor Produktion: Deutschlandfunk 2020 Ibrahim, Avdo und Ismet sind ausgebildete Krankenpfleger. Sie haben kaum Chancen, in ihrer Heimat Bosnien-Herzegowina einen Job zu finden. Denn fast 70 Prozent der jungen Menschen dort sind arbeitslos. Deshalb wollen die drei nur eines: weg. Sie haben nicht ihren Traumberuf gelernt, sondern das, was in Westeuropa gefragt ist. Tuzla war einmal ein entwickeltes Industriezentrum. Nach dem Zerfall Jugoslawiens setzte eine chaotische, teils kriminelle Privatisierung ein. Allein seit 2013 haben 150.000 Menschen Bosnien-Herzegowina verlassen, fünf Prozent der Bevölkerung. Das Land verliert eine ganze Generation von jungen Menschen. Laut einer Berechnung des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos werden Deutschland im Jahre 2030 um die drei Millionen Facharbeitskräfte fehlen. Jedes Gesetz, das die Anstellung von Migrantinnen und Migranten erleichtert, wird von der deutschen Öffentlichkeit begrüßt. Was aber sind die Folgen der Massenauswanderung von Fachkräften in den jeweiligen Ursprungsländern? Ibrahim, Avdo, Ismet und andere junge Menschen aus Tuzla sprechen offen über ihre Probleme und Hoffnungen, die sie das Glück lieber woanders suchen lassen. Tuzla, Exodus Hören 43:51Hören 43:51

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Moderne Nomaden Von selbstbestimmter Arbeit unter Palmen und erzwungenen Ortswechseln Von Ernst-Ludwig von Aster und Anja Schrum Denkfabrik 2022: Von der Hand in den Mund. Wenn Arbeit kaum zum Leben reicht Jahrtausende lang waren Nomaden die Triebfeder des Fortschritts: Sie transportieren und handelten Waren und sorgten für Geld- und Informationsaustausch. Heute preisen Szene-Magazine das "moderne Nomadentum". Ob Programmieren unter Palmen oder Working im Van - der "nomadische Lifestyle" finden viele hip. Mit dem pandemiebedingten "Home Office" hat das ortsunabhängige Arbeiten einen weiteren Schub erfahren. Doch "modernes Nomadentum" ist nicht immer freiwillig und selbstbestimmt: Viele Berufstätige sind zu permanenten Ortswechseln gezwungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etwa müssen immer wieder Arbeits- und Lebenswelten wechseln für die Karriereleiter. Und auf den Autobahnen Europas rollen tausende LKW, deren osteuropäischen Fahrer monatelang ihre Heimat nicht gesehen haben ...

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Vom Grashalm im Sturm Klimakrise - eine persönliche Annäherung Von Elisabeth Weilenmann ORF 2022 August 2018. Es ist der Sommer, in dem sich Greta Thunberg zum ersten Mal an einem Freitag auf die Straße setzt und der Sommer, in dem ich einem befreundeten Redakteur meine Zukunftssorgen klage. Er fragt mich, ob ich eine Radiosendung zum Thema Klimawandel machen wolle. Ich sage zu, lese von zig Millionen Klimaflüchtlingen in naher Zukunft, von apokalyptischen Szenarien, ich lese von harten Fakten. Ich schiebe das Thema vor mir her wie eine Betonwand, die unsichtbar ist, aber schwer wiegt. Drei Jahre brauche ich, um mich dem Thema ernsthaft zuzuwenden, es zuzulassen, es wirklich wahrzunehmen. Und schöpfe bei aller negativer Faktenlage Hoffnung? 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 20:00 Uhr SRF 2 Kultur

Late Night Concert

Humair/Blaser/Känzig - Leipold/Bucher/Lo Bianco Zwei grossartige Trios zum Auftakt unserer Konzert-Ausstrahlungen vom 33. Schaffhauser Jazz Festival.

Dienstag 20:05 Uhr SWR2

SWR2 Jazz Session

Pedernal - Das Susan Alcorn Quintett beim Jazzfest Berlin 2021 Von Julia Neupert Es war Susan Alcorns Debüt als Bandleaderin beim Jazzfest Berlin 2021 und einer der Höhepunkte des Festivals. Zu dessen Eröffnung trat die Pedal-Steel-Gitarristin mit ihrem Quintett in der stimmungsvollen Atmosphäre der Kuppelhalle des Silent Green auf. So ungewöhnlich ihr Instrument außerhalb der Country-Musik immer noch ist, so ungewöhnlich sind auch die Kompositionen von Alcorn, inspiriert von Iannis Xenakis, lateinamerikanischer Musik, Science Fiction, klassischer indischer Musik und der Wüsten-Landschaft um den Tafelberg Cerro Pedernal in New Mexiko. Alvis Edgar "Buck" Owens: Together Again / Album: Act naturally - The Buck Owens recordings 1953-1964 - CD 4 Buck Owens, Stimme, Gitarre & Ensemble Susan Alcorn: Pedernal Circular Ruins R.U.R. A Night in Gdansk Northeast Rising Sun Jazzfest Berlin 2021 Susan Alcorn Quintett: Susan Alcorn, Pedal-Steel Gitarre Eddy Kwon, Violine Michael Formanek, Kontrabass Ryan Sawyer, Schlagzeug

Dienstag 20:05 Uhr Bayern 2

Nachtstudio

Vom prekären Charme der Anarchie Von Beate Meierfrankenfeld . In der Corona-Pandemie regelte der Staat sehr persönliche Dinge: wen man wo treffen, wohin man reisen, wie man arbeiten durfte. Regiert zu werden, wurde ein Alltagsgefühl, das nicht gut zu unserer Vorstellung passt, selbstbestimmte Individuen zu sein. Wie viel Staat, wie viel Regierung und wie viel Zwang verträgt dieses Selbstbild? Herrschaftsfreie Verhältnisse sind eine große Utopie - für den klassischen solidarischen Anarchismus, aber auch für Radikalliberale der Gegenwart, denen schon Steuern suspekt sind. Wenn sie Silicon Valley-Milliardäre sind, träumen sie vielleicht von Communities auf künstlichen Pazifik-Inseln, denen keine Regierung mehr etwas vorschreiben kann. Ein allgemeines Politikmodell ist das wohl nicht, eher der Versuch, dem Politischen in die privilegierte Bubble zu entkommen. Doch lässt sich umgekehrt die ganze Gesellschaft nach dem Prinzip von Selbstorganisation und freiwilliger Kooperation denken? Und hat nicht gerade die Corona-Pandemie gezeigt, dass ein starker Staat Solidarität mit den Schwachen notfalls vorschreiben muss? Anarchistisches Pathos wird auch dort gebraucht, wo es den Staat nicht gleich abschaffen will. Und auch dort wäre es mehr als ein trauriger Rest der Utopie, denn Herrschaft bleibt eine Zumutung und darf nicht in Ruhe gelassen werden. Beate Meierfrankenfeld ist dem prekären Charme der Anarchie nachgegangen.

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Tote haben alle dieselbe Haut Von Boris Vian Übersetzung aus dem Französischen: Asma Semler Bearbeitung und Regie: Regine Ahrem Mit Hans Peter Hallwachs, Bernhard Schütz, Antje von der Ahe, Jockel Zschirsch, Katja Teichmann, Hermann Treusch, Monika Hansen, Joachim Schönfeldt, Karl-Heinz Choinsky, Julia Mohn, Peter Groeger, Tilla Kratochwil, Wolfgang Bauernfeind Ton und Technik: Peter Avar und Katrin Witt Produktion: RBB 2003 Länge: 47"10 In den 1950er-Jahren gelten Schwarze in den USA als Menschen zweiter Klasse, selbst im Melting Pot New York. Da ist es kein Wunder, wenn jemand wie Dan seine Chance nutzt, der alltäglichen Diskriminierung zu entgehen - wenn nötig, mit allen Mitteln. New York, 1952. Dan arbeitet als Rausschmeißer in einer Bar. Er hat eine weiße Frau und ein weißes Kind und bei Gelegenheit lässt er sich mit einem der weißen Animiermädchen aus der Bar ein. Dan sieht auch aus wie sie: weiß. Niemand käme auf die Idee, dass sein Großvater, ein Hafenarbeiter aus St. Louis, ein Schwarzer war. Dan versucht, seine Familie zu vergessen. Jahrelang ist ihm das gelungen - bis eines unseligen Tages sein dunkelhäutiger Bruder Richard bei ihm auftaucht, um ihn zu erpressen. Richard weiß genau, dass Dan alles verlieren würde, wenn seine Herkunft bekannt würde. Die Weißen würden ihn nie unter sich dulden. Von nun an fühlt Dan sich in ständiger Bedrohung. Er muss Richard loswerden, irgendwie. Am besten für immer. Boris Vian (1920 -1959) war zunächst Ingenieur, dann Übersetzer, Redakteur einer Musikzeitschrift, Chansonnier, Schauspieler und Jazz-Musiker. Er bewegte sich in den Kreisen der Surrealisten und Existenzialisten um Raymond Queneau und Jean-Paul Sartre. Sein Roman "Tote haben alle dieselbe Haut" von 1947 gehört zu den drastischen Imitationen amerikanischer Pulp-Krimis, die Vian unter dem Pseudonym Vernon Sullivan veröffentlichte. Tote haben alle dieselbe Haut

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Tradition und Freiheit Aki Takase Tama Aki Takase, Piano Jan Roder, Bass Oli Steidle, Schlagzeug Aufnahme vom 1.10.2021 beim Jazzfestival Leibnitz Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt Seit Jahrzehnten gilt Aki Takase - Japanerin mit Wahlheimat Berlin - als eine der originellsten und dynamischsten Pianistinnen des europäischen Jazz. Ihre Idee bei der Gründung des Trio Tama 2009 war es, jüngere Musiker um sich zu scharen. Im Bassisten Jan Roder und dem Schlagzeuger Oli Steidle fand sie Kollegen, die das freie Spiel und die swingende Jazz-Tradition gleichermaßen beherrschen. Nach langer Beschäftigung mit ihren historischen Helden stellt Takase mit Tama eigene Kompositionen in den Mittelpunkt - gewohnt virtuos und humorvoll, mit wuchtigen Cluster-Akkorden, schrillen Dissonanzen und halsbrecherischen Läufen, aber auch mit plötzlichen, lustvollen Zeitsprüngen in die Ära des Stride-Pianos, des Blues und Swing. Eine besondere Überraschung hatte die 2021 mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnete Takase beim Konzert auf dem Jazzfestival Leibnitz parat: Sie bat die Opernsängerin Mayumi Nakamura auf die Bühne, mit der sie Georges Bizets "Carmen" improvisatorisch anging.

Dienstag 21:05 Uhr Bayern 2

radioTexte am Dienstag

Ab den 70er Jahren wurde in geheimen Laboren im Osten geforscht, um einen Körper mit optimaler Normierung zu schaffen. Der Neue Mensch sollte den Kosmos erobern, um den Kommunismus auch im All zu verwirklichen. Experimentiert wurde nicht nur an Tieren, sondern auch an Menschen, in Krankenhäusern und im Hochleistungssport. Erstmals ist es Ines Geipel gelungen, die Verschlussakten der DDR-Militärforschung einzusehen und die Geschichte einer krankhaften Ideologie zu erzählen.

Dienstag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn: UaW (1/2)

WDR 5 Satireshow Spezial: Schroeder wählt Steinbrück Wiederholung: Mi. 22.04 Uhr Mit Florian Schroeder und Peer Steinbrück Aufnahme vom 18. Mai aus dem zakk, Düsseldorf

Dienstag 22:33 Uhr NDR kultur

Play Jazz!

The Hamburg Swing Society live im Birdland Hamburg 1991 Im Play Jazz! - Konzert werden Liveaufnahmen des NDR aus dem Rolf-Liebermann-Studio, aus Clubs und von Festivals im Sendegebiet gesendet. Mitschnitte von JazzBaltica, Elbjazz, Eldenaer Jazz Evenings, See More Jazz oder der Jazzwoche Hannover zeigen die Vielfalt der Festivallandschaft im Norden. Neben aktuellen Aufnahmen ist Dienstagabend auch der Platz für Konzertschätze aus den Archiven des NDR. Play Jazz!

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