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Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

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Totholz Alte Bäume voller Leben Der Specht Höhlenbohrer unter den Vögeln Das Kalenderblatt 16.04.1937 Die Westernkomödie "Way Out West" von Laurel und Hardy wird uraufgeführt Von Carola Zinner Totholz - alte Bäume voller Leben Autorin: Claudia Steiner / Regie: Irene Schuck Früher waren die Wälder aufgeräumt. Reisigsammler gingen mit Körben auf dem Rücken durch die Wälder und hoben auf dem Boden liegende Zweige und Äste auf. Gerade ärmere Menschen waren auf das Klaubholz angewiesen, um es im Winter warm zu haben. Heute bleiben abgebrochene Äste und umgefallene Bäume nach einem Sturm oft im Wald liegen - aus gutem Grund. Totholz ist als Lebensraum für zahlreiche kleine und große Waldbewohner essenziell. Spechte, Fledermäuse, Käfer - sie alle profitieren von Alt- und Totholz. So dienen absterbende oder tote Bäume als Nahrungsquelle, Lebensraum und Brutstätte, nicht nur für Tiere, sondern auch für Flechten, Pilze und neu wachsende Bäume. Studien zeigen, dass viele Arten auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen sind. Auch in bewirtschafteten Wäldern lassen Förster deshalb immer öfter zumindest einen Teil des Totholzes liegen, um Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Der Specht - Höhlenbohrer unter den Vögeln Autorin: Renate Kiesewetter / Regie: Susi Weichselbaumer Tock-tock-tock. Hört man dieses Geräusch, ist in unseren Wäldern meist ein Specht am Werk. Wie wild hämmert und klopft dann oft ein schwarz-weiß-roter Buntspecht mit seinem mächtigen Schnabel auf den Baumstamm: Holz bearbeiten, das kann er wie kein zweiter. Aber auch alle anderen Spechtvögel lassen die Späne fliegen: Grünspechte, Schwarzspechte, Bergspechte, Grauspechte, Dunenspechte, und, und, und ... Die Spechtvögel sind eine artenreiche Familie. Die Meister im Klettern zimmern gekonnt geräumige und sichere Höhlen für sich und ihre Familie in Baumstämme. Mehr noch, und das macht ihre Schreinerarbeit so wertvoll: Die begehrten Behausungen bewohnen nach ihnen auch viele weitere Waldgenossen: andere Vögel, aber auch Fledermäuse, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Haselmäuse. Somit haben Spechte eine wichtige Schlüsselstellung im Ökosystem Wald. Doch die Vögel bauen mit ihrem extrem belastungsfähigen Schnabel nicht nur Nisthöhlen, er dient ihnen vielmehr auch zur täglichen Nahrungssuche nach Insekten, Larven und Würmern in und unter der Baumrinde. Auch durch diese natürliche Form der Schädlingsbekämpfung spielt der Specht eine wichtige Rolle für den Wald. Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

Foxtrott aus Dingsda Eduard Künneke und die Jazz-Operette der 1920er Jahre Von Stefan Frey Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr "Hu!" - macht es, wenn "das wilde Känguru und das Gnu" in Eduard Künnekes "Der Vetter aus Dingsda" aufeinandertreffen. Und "hu" machte es auch bei der Uraufführung seines bis heute erfolgreichsten Werks am 15. April 1921 in Berlin. Das Publikum war elektrisiert. Es hatte erstmals eine Operette erlebt, in der Jazz-Elemente mehr waren als eine Farbe, sondern Vorboten des neuen Geists der gerade beginnenden 1920er Jahre. Entsprechend unkonventionell experimentierte Künneke mit den Mustern der alten Operette und mit damals aktuellen Modetänzen wie Foxtrott, Tango, One step oder Paso Doble. Als "Cousin from Nowhere" fand die Operette auch international Verbreitung und führte ihren Komponisten bis nach London und an den Broadway. Künnekes neue Klang-Mischung prägte auch seine nächsten Werke wie "Lady Hamilton" und "Glückliche Reise" und kulminierte 1929 in seinem Concerto grosso für Jazzband und großes Orchester - ganz ohne Känguru und Gnu. Musikliste: T: Batavia-Foxtrott - aus: Der Vetter aus Dingsda K: Eduard Künneke I: Kapelle der Staatsoper, Franz Marszalek T: "I"m only an stroling Vagabond" - aus: The Cousin From Nowhere K: Eduard Künneke I: J. Harold Murray and Orchestra T: "Strahlender Mond" - ausDer Vetter aus Dingsda K: Eduard Künneke I: Erna Kroll-Lange, Orchester, Walter Schütze T: "Onkel und Tante" - aus: Der Vetter aus Dingsda K: Eduard Künneke I: Angelika Wolff, Evelyn Künneke, Benno Kusche, Lutz U. Flöth, Hansjoachim Worringen, Kölner Rundfunkorchester, Heinz Geese T: "Hei, Shimmy" - aus: Die Ehe im Kreise K: Eduard Künneke I: Claire Waldoff, Kurt Lilien, Grammophon-Orchester T: "Ach, wie schön ist doch die Treue" - aus: Die Ehe im Kreise K: Eduard Künneke I: Ilse Mawenga, Eugen Rex, Kurt Lilien, Orchester T: "Zur Frühlingszeit" - aus:Wenn Liebe erwacht K: Eduard Künneke I: Rita Bartos, Willy Hofmann, Kölner Rundfunkorchester, Franz Marszalek T: "Mann, o Mann" - aus: The Cousin From Nowhere K: Eduard Künneke I: London Theatre Orchestra T: Argentine - aus: Caroline K: Eduard Künneke I: Joseph C. Smith and His Orchestra T: "Pay the Piper" - aus: Caroline K: Eduard Künneke I: The Great White Way Orchestra, Hugo Frey T: "Yes Or No" - aus: The Love Song K: Jacques Offenbach / Eduard Künneke I: Victor Light Opera Company T: Selection - aus: Song of the Sea K: Eduard Künneke I: His Majesty"s Theatre Orchestra, Eduard Künneke T: "Glücklich am Morgen" - aus: Die blonde Liselott K: Eduard Künneke I: Lucia Popp, Symphonie-Orchester Graunke München; Charles Wildmann T: "True eyes" - aus: Song of the Sea K: Eduard Künneke I: Lilian Davies, Stanley Holloway, His Majesty"s Theatre Orchestra, Percy Fletcher T: "Somewhere" - aus: Song of the Sea K: Eduard Künneke I: Lilian Davies, Jerry Verno, His Majesty"s Theatre Orchestra, Percy Fletcher T: Blues - aus: Tänzerische Suite K: Eduard Künneke I: Berliner Philharmoniker, Eduard Künneke T: Foxtrott-Finale - aus: Tänzerische Suite K: Eduard Künneke I: Berliner Philharmoniker, Eduard Künneke

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Frei weg! Von der Liebe zum Rudern Von Jörn Klare Regie: Friederike Wigger Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021 Nachdem ich das erste Mal an einem Tag mehr als 30 Kilometer in einem Vierer gerudert bin, habe ich an einer Hand sechs und an der anderen Hand acht Blasen. Einige sind schon aufgeplatzt. Am nächsten Tag steht eine ähnlich lange Strecke auf dem Programm ... und ich bin glücklich. Als ich das erste Mal mit den immer gleichen kraftraubenden Bewegungen in einem Riemen-Achter über die Spree gleite, traue ich mich nicht, nach links oder rechts zu schielen, weil ich Angst habe, einen Fehler zu machen ... und bin berauscht. Ich habe mich immer für einen eher freien, individualistischen und auch kreativen Geist gehalten. Doch mit Mitte 50 liebe ich auf einmal einen Sport, der nur Pflicht und keine Kür kennt, bei dem Kommandos eine zentrale Bedeutung haben, das Miteinander entscheidend und Eigensinn verpönt ist. Warum? Ich will versuchen, es zu erklären. Auch mir selbst. Bei vielen Fahrten durfte ich ein Mikrofon mit ins Boot nehmen. Frei weg!

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