Features

Samstag 09:04 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Wut Jugendliche Gewaltausbrüche Von Jonas Heldt Regie: Leo Knikman und Jonas Heldt Produktion: rbb 2013

Samstag 09:05 Uhr Ö1

Hörbilder

"Der Tod des Soumayla Sacko". Erntearbeiter, Gewerkschafter, Afrikaner in Kalabrien. In Mali war Soumayla Sacko Landwirt. Er verließ seine Heimat 2015, weil der Klimawandel seine Lebensgrundlage zunichte machte. Nach einer Reise durch die Wüste und über das Mittelmeer gelangt er nach Kalabrien, wo er drei Jahre lang in der "Baraccopoli" von Rosarno lebt, einem Slum, der während der Erntezeit der Zitrusfrüchte bis zu 4.000 Menschen beherbergt - vorwiegend schwarzafrikanische Männer. Für zwei bis drei Euro Stundenlohn pflückt Sacko in den umliegenden Hainen Orangen und Mandarinen. Am 2. Juni 2018 geht Soumayla Sacko mit seinen Freunden, Drame Madiheri und Fofona Madoufane, in eine nahegelegene, stillgelegte Fabrik. Sie wollen dort ein paar alte Wellbleche abmontieren, um in der Baraccopoli eine neue Baracke zu bauen. Was die drei jungen Männer aus Mali bei ihrem Aufbruch nicht wissen, ist, dass die Fabrik "La Fornace" 2008 konfisziert wurde, weil dort 135.000 Tonnen Giftmüll illegal entsorgt wurden. Und dass jene, die dafür verantwortlich waren, es nicht gerne sehen, wenn jemand das Gelände betritt. Nachdem sie etwa eine Stunde gearbeitet haben, fährt ein Mann in einem weißen Fiat Panda vor und schießt aus einem Jagdgewehr auf sie. Er tötet Soumayla Sacko durch einen Kopfschuss. Soumayla war nicht nur Erntearbeiter. Er war auch ein sehr aktives und geschätztes Mitglied der Gewerkschaft USB, "Unione sindacale di base", die sich für die Rechte der Saisonarbeiter in Italien einsetzt. Das Feature begleitet seine Kollegen bei ihrem Versuch, Wahrheit und Gerechtigkeit für ihn zu erwirken. Gestaltung: Franziska Dorau Ton: Anna Kuncio Sounddesign: Stefan Weber Redaktion: Elisabeth Stratka

Samstag 12:04 Uhr WDR3

WDR 3 Kulturfeature

Frauen, die den Takt angeben - Dirigentinnen Von Sabine Fringes Aufnahme des DLF 2019 Rund 130 Orchester gibt es in Deutschland, doch kaum mehr als eine Handvoll wird von Frauen geleitet Woran liegt es, dass Dirigentinnen immer noch Exoten sind? Hört man ein weibliches Dirigat? Dirigentinnen berichten. "Dirigentinnen verstören das Orchester mit ihrer sexuellen Energie", sagte der russische Dirigent Vasily Petrenko. Frauen, die es an die Spitze geschafft haben oder auf dem Weg dahin sind, gewähren Einblick in ihr Leben und Arbeiten. Eine von ihnen ist die Dresdnerin Romely Pfund. In den 1990er-Jahren war sie die einzige Frau an der Spitze eines Profiorchesters in Deutschland - und wurde Mentorin des Dirigentinnen-Förderprojektes des Landes NRW. An ihm nimmt die junge israelische Dirigentin Bar Avni teil. Junge Dirigenten und Dirigentinnen brauchen vor allem Erfahrung, wie die Prozesse in einem Orchester ablaufen. Beim Dirigieren geht es hauptsächlich um Kommunikation und die Vermittlung der eigenen Vorstellungen. Die Magie aber entsteht nur zusammen. Wiederholung: So 15.04 Uhr

Samstag 13:05 Uhr Bayern 2

das ARD radiofeature

Ein Feature über Gläubige, Märtyrer und Nazis Von Marc Thörner WDR 2020 Wiederholung am Sonntag, 21.05 Uhr Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 450.000 Menschen wurden getötet. Inzwischen hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad fast sein ganzes Territorium wieder in Besitz genommen und ruft sein gespaltenes Volk zur nationalen Versöhnung auf. Wie soll unter ihm das neue Syrien aussehen und wer sind seine Partner? Assad ist zwar Alawit, gibt sich aber als überzeugter Anhänger eines säkularen Systems. Tatsächlich kann er sich aber nur halten, weil er sich mit bewaffneten Islamisten verbündet hat: der iranisch gestützten Hisbollah. Um die unterschiedlichen Religionsgruppen und Ethnien in Syrien zur Gemeinsamkeit zu bewegen, soll ihm die langjährige Oppositionspartei SSNP (Syrian Socialist National Party) und ihre Weltanschauung helfen. Sie setzt auf die Idee eines "Großsyriens", ist im deutschen Nationalsozialismus verwurzelt, idealisiert Selbstmordaktionen als "Martyrium" und arbeitet ihrerseits eng mit der schiitischen Hisbollah zusammen. Dieses Bündnis aus syrischen Nazis und radikalen Islamisten findet auch im Westen Unterstützer. In Deutschland vor allem im Spektrum der extremen Linken und bei der AfD.

Samstag 14:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

Göttliche Klänge, teuflische Triller Auf den Spuren von Giuseppe Tartini Zum 250. Todestag des Komponisten und Geigers Von Eva Blaskewitz Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr Komponist, Geiger, Dichter, Musiktheoretiker, Pädagoge: Giuseppe Tartini war vielseitig begabt, - und er wusste sich zu vermarkten. Die Geschichte, wie ihm der Teufel eine überirdisch schöne Musik vorgespielt habe, deren schwacher Abglanz die so genannte "Teufelstrillersonate" sei, hat er selbst in die Welt gesetzt. Und schon früh rankten sich Legenden um das wilde Leben des Sohnes aus gutem Hause. Die geistliche Laufbahn, die seine Eltern für ihn vorgesehen hatten, schlug Tartini in den Wind, um sich stattdessen der Juristerei und dem Fechten zu widmen. Eine unstandesgemäße Heirat zwang ihn, sich auf Jahre hinaus in einem Kloster zu verstecken, wo er seine geigerischen Fähigkeiten in ungeahnte Höhen trieb. Der Violine widmete er fortan sein ganzes Leben; rund 150 Konzerte und mindestens ebenso viele Sonaten hat er für sein Instrument komponiert, viele davon so aberwitzig schwer, dass sie bis heute gestandenen Musikern den Schweiß auf die Stirn treiben. Generationen von Schülern hat er ausgebildet, mit vielen Gelehrten über Musik korrespondiert und in zähem Ringen versucht, das "Gesetz der ewigen Harmonie" zu ergründen. 1770, im Geburtsjahr Beethovens, ist Tartini, 77 Jahre alt, gestorben.

Samstag 14:45 Uhr HR2

Kinderfunkkolleg Musik

Was ist ein Geräusch, was ein Ton? | Von Niels Kaiser

Samstag 17:04 Uhr SR2 Kulturradio

FeatureZeit: Assads neues syrisches Reich

Ein Feature über Gläubige, Märtyrer und Nazis das ARD radiofeature Von Marc Thörner Syriens Machthaber Assad stellt sich als Alternative zum religiösen Extremismus dar. Tatsächlich bezieht er seine Macht weitgehend von iranisch gestützten Extremisten. Innenpolitisch paktiert er mit einer Partei, die im deutschen Nationalsozialismus wurzelt.

Samstag 18:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofeature: Assads neues syrisches Reich. Ein Feature über Gläubige, Märtyrer und Nazis

Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 450 000 Menschen wurden getötet. Inzwischen hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad fast sein ganzes Territorium wieder in Besitz genommen und ruft sein gespaltenes Volk zur nationalen Versöhnung auf. Wie soll unter ihm das neue Syrien aussehen und wer sind seine Partner? Assad ist zwar Alawit, gibt sich aber als überzeugter Anhänger eines säkularen Systems. Tatsächlich kann er sich aber nur halten, weil er sich mit bewaffneten Islamisten verbündet hat: der iranisch gestützten Hisbollah. Um die unterschiedlichen Religionsgruppen und Ethnien in Syrien zur Gemeinsamkeit zu bewegen, soll ihm die langjährige Oppositionspartei SSNP (Syrian Socialist National Party) und ihre Weltanschauung helfen. Sie setzt auf die Idee eines "Großsyriens", ist im deutschen Nationalsozialismus verwurzelt, idealisiert Selbstmordaktionen als "Martyrium" und arbeitet ihrerseits eng mit der schiitischen Hisbollah zusammen. Dieses Bündnis aus syrischen Nazis und radikalen Islamisten findet auch im Westen Unterstützer. In Deutschland vor allem im Spektrum der extremen Linken und bei der AfD.

Samstag 18:05 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Wirklichkeit im Radio Wie eine Staubwolke von Noten Porträt eines Orchesters Von Ekkehard Saß Regie: Hans Rosenhauer Mit: Horst Stark Ton: Erich Matthias und Karl Otto Bremer Produktion: NDR / SFB / WDR 1975 Länge: ca. 54"00 Mit unzähligen Aufnahmen und Gesprächen dokumentierte der Autor 1975 das Innenleben eines Orchesters. Das Feature, in dem sich auch heutige Klangkörper wiedererkennen können, gewann damals den Prix Italia. Die Wahl des Orchestervorstands, die Gespräche in der Pause, die Verabschiedung der Pensionäre, der Umgang mit Gastdirigenten, die Reaktionen auf Neue Musik, die Routinen und ihre Störungen: Ein Sinfonieorchester spielt nicht nur Konzerte, es ist auch ein mittelständischer Betrieb und ein sozialer Mikrokosmos. 1975 begab sich der Autor für ein halbes Jahr in diesen Mikrokosmos und machte sein Innenleben eindringlich und doch behutsam hörbar. Jahrzehnte später hat sich so viel nicht verändert. Ekkehard Saß (1932-2018), geboren in Berlin, begann seine Radiolaufbahn 1952 beim RIAS als Sprecher und in kleineren Hörspielrollen. Später studierte er Romanistik und Gesang, wurde 1960 Nachrichtensprecher in Baden-Baden und war von da an Autor vor allem von Radio-Features. Im Alter beschäftige er sich mit Buddhismus und veröffentlichte ein Buch dazu. "Wie eine Staubwolke von Noten", das 1976 den Prix Italia gewann, hatte den größten Erfolg; andere Radioarbeiten waren: "Verordnete Verhältnisse - zum Thema Krankenhaus" (HR 1981), Brenners Parkhotel. Ein Blick hinter die Kulissen eines Luxusetablissements (SWF 1986), "Tonbandprotokolle: Rückblick eines Hörfunkautors" (BR 1992). Wie eine Staubwolke von Noten

Samstag 19:05 Uhr Bayern 2

Zündfunk

Max Goldt - der Schriftsteller, der auch Musik macht und uns zum Lachen bringt Mit Ralf Summer Diese Sendung zum Nachhören unter: www.bayern2.de/zuendfunk Max Goldt ist ein Pionier: Humor und Sprachgefühl treffen bei ihm zusammen. 2008 wurde der Berliner mit dem Kleist-Preis ausgeichnet - mit der schönen Begründung, er habe den deutschen Alltag "bis zur Kenntlichkeit entstellt". Der langjährige Titanic- und Comic-Kolumnist begann jedoch als Musiker. 1982 landete er mit dem Duo Foyer Des Arts einen mittleren Hit: "Wissenswertes Über Erlangen" ist auf vielen NDW-Samplern zu finden. In der Folgezeit schrieb er unnachahmliche Songtitel wie "Schleichwege Zum Christentum", "Dein Kuss War Heimatkunde", "Ein Elvis-Imitator Auf Dem Weg Zu Sich Selbst", "Eine Königin Mit Rädern Unten Dran" oder "Ein Haus Aus Den Knochen Von Willy Brandt". Gerade erschien eine CD-Box mit seinen gesammelten Werken. Titel: "Draussen die herrliche Sonne. Musik 1980-2000. Foyer Des Arts, Nuuk, Solo, Diverses". Es stammen nicht alle Lieder aus dem Zeitraum, "aber 1980-2000 sah knuspriger aus", wie Max Goldt im Begleittext schreibt. Die bizarren Texte sind unerreicht, die Sounds klingen schwer nach 80er-DIY-Synthie-Pop. In dieser Sendung lassen wir uns durch die Musikhistorie des gefeierten Autors führen - von ihm selbst.

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