Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:03 Uhr SRF 2 Kultur

Kontext

Durch Heirat ausgebürgert Bis 1952 verloren Frauen die Schweizer Staatsbürgerschaft, wenn sie einen Ausländer heirateten: Diese «Heiratsregel» machte sie mit ihren Kindern zu Fremden im eigenen Land.

Dienstag 18:05 Uhr BR-Klassik

Bayreuther Festspiele

Richard Wagner: "Tannhäuser" Romantische Oper in drei Akten Tannhäuser - Stephen Gould Wolfram von Eschenbach - Markus Eiche Elisabeth - Lise Davidsen Venus - Ekaterina Gubanova Landgraf Hermann - Günther Groissböck und andere Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele Leitung: Axel Kober Präsentation: Constanze Fennel PausenZeichen Nach dem 1. Akt: Johann Jahn im Gespräch mit der Sopranistin Lise Davidsen Nach dem 2. Akt: "Woran stirbt eigentlich Elisabeth? Medizinisch-musikalische Überlegungen zu einer unklaren Todesursache" Essay von Wolfram Goertz Unter den Bühnenwerken Richard Wagners ist "Tannhäuser" (1845) eine Art Logbuch seiner künstlerischen Selbstfindung auf dem Weg von der Nummernoper zum durchkomponierten Musikdrama. So hat das Preislied des Helden an Liebesgöttin Venus noch konventionelle Strophenform, während die Rom-Erzählung in die innovationsfreudige Zukunft weist. Dem Schwellen- und Schlüsselwerk widmen sich die Bayreuther Festspiele 2021 durch die Wiederaufnahme der großartig gelungenen Neuproduktion des Regisseurs Tobias Kratzer. Die norwegische Sopranistin Lise Davidsen singt wieder die Elisabeth, der hochverdiente Bayreuth-Veteran Stephen Gould die heikle Titelpartie des Tannhäuser. Am Dirigentenpult folgt Axel Kober auf den 2019 vor Ort enttäuschenden Valery Gergiev. BR-KLASSIK überträgt um zwei Stunden zeitversetzt ab 18.05 Uhr.

Dienstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Spiel ohne Publikum Fußball und Theater im Lockdown Von Marisa Gierlinger Fußball ist mehr als Sport, Fußball ist ein Spektakel. Nicht selten spricht man wie beim Theater von Tragödien, die sich auf dem Feld abspielen, von dramatischen Szenen oder einem epischen Schauspiel. Aber was wären solche Spektakel ohne Publikum, ohne Jubel und Parolen? Was passiert, wenn die Ränge leer bleiben? Der Lockdown bietet ein einmaliges Testfeld für diese Fragestellung. Experten aus mehreren Disziplinen untersuchen, was aus Fußball und Theater wird, wenn niemand vor Ort zuschaut. Denn diese scheinbar so unterschiedlichen Veranstaltungen haben mehr Gemeinsamkeiten, als man denkt. So leiden nicht nur Schauspieler unter fehlendem Applaus, sondern auch Profifußballer. Und: Es zeigt sich an ihrer Leistung. Aber auch für uns, die Zuschauer selbst, hat es Folgen, wenn wir nicht mehr Teil eines Publikums sind. Das Publikum macht Veranstaltungen mit aus - ob live oder im Fernsehen. Gibt es virtuelle Alternativen?

Dienstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Little Vienna im fernen Osten Exil in Shanghai Von Uli Jürgens "Tragen Sie Sonnenbrille, sonst bekommen Sie einen Sonnenstich! Bei Straßenhändlern nichts kaufen, da Ansteckungsgefahr droht!" Mit diesen Worten wurden in den Jahren 1939/40 jene Flüchtlinge begrüßt, die auf der Flucht vor den Nationalsozialisten im fernen Shanghai ankamen. Rund 20.000 Menschen aus Deutschland und Österreich fanden in der chinesischen Metropole eine vorübergehende Zuflucht. Zunächst war es ein komfortables, westlich geprägtes und kulturell erfülltes Leben. In "Little Vienna" traf man sich in Wiener Kaffeehäusern wie dem "Würsteltenor" oder dem "Café Fiaker", besuchte Konzerte, Kinos oder Pferderennen. Mit Ausbruch des Pazifikkrieges im Dezember 1941 mussten jüdische Flüchtlinge in ein abgegrenztes Gebiet umsiedeln, von den Bewohner/innen "Shanghaier Ghetto" genannt, geprägt von Enge, Hunger, Krankheiten und Elend. Nach Kriegsende emigrierten die meisten "Shanghailänder" weiter in die Vereinigten Staaten oder nach Palästina. In Österreich waren die Flüchtlinge nicht willkommen, nur wenige kehrten zurück.

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Ablage D Der lange Weg zur digitalen Verwaltung Von Johannes Zuber Corona hat schonungslos offengelegt, wie schlecht es um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung steht. Gesundheitsämter arbeiten immer noch mit Faxgeräten, für viele Anträge müssen die Menschen immer noch persönlich ins Amt. Doch so langsam kommt Bewegung in den trägen Apparat. Einzelne Ämter gehen voran und entwickeln digitale Tools, die die Verwaltung, wie wir sie kennen, für immer verändern könnten.

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Frauenstimmen Wer Wagenitz, der nichts gewinnt Von AnniKa von Trier Regie: Heike Tauch Mit Astrid Meyerfeldt, Lisa Hrdina, Valery Tscheplanowa, Inka Löwendorf, Kerstin Reinsch, AnniKa von Trier Komposition: die Autorin Ton und Technik: Bernd Berchtold, Martin Scholz Produktion: RBB 2019 Länge: 49"47 Hörspiel über weibliche Autonomie Die Performance-Künstlerin AnniKa von Trier hat sich als Stipendiatin auf Schloss Wiepersdorf zurückgezogen. Doch es fehlt ihr an Inspiration. Da meldet sich zur Geisterstunde die ehemalige Hausherrin Bettine von Arnim zu Wort Drei Frauen treffen aufeinander. Drei Frauen, die sich im wahren Leben nie begegnet sind. Jede ist auf ihre Weise künstlerisch begabt und außergewöhnlich: Bettine von Arnim, Jenny Marx und Hanna Höch werden von der Autorin AnniKa von Trier zu einem Treffen im Geiste zusammengebracht. Fiktive Briefe und sprach-spielerische Gedichte werden verlesen. Die drei debattieren über die weibliche Selbstbestimmung im Leben und in der Kunst. Wer Wagenitz, der nichts gewinnt! AnniKa von Trier (bürgerlicher Name Annika Krump, geboren 1970 in Trier) ist eine deutsche Performancekünstlerin, Liedermacherin, Akkordeonistin und Buchautorin. Seit 2014 tritt sie als Sängerin und Performancekünstlerin unter ihrem Pseudonym auf. Wer Wagenitz, der nichts gewinnt

Dienstag 21:00 Uhr SRF 2 Kultur

Jazz Collection

Nik Bärtsch - Zen Funk Von der Kleidung über die Musik bis zur Philosophie dahinter - bei Nik Bärtsch scheinen Leben und Musik und Kunst eins zu sein. Eine Konsequenz, die dem Zürcher Pianisten eine aussergewöhnliche Karriere ermöglicht hat.

Dienstag 21:05 Uhr Deutschlandfunk

Jazz Live

Gemeinsamer Farbklang Luise Volkmanns Trio Autochrom: Luise Volkmann, Saxofon Athina Kontou, Bass Dominik Mahnig, Schlagzeug Aufnahme vom 7.5.2021 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln Am Mikrofon: Anja Buchmann Mal klingt Autochrom wie eine Punkband, die kontrolliert ausrastet, mal ertönen samtige Sounds und Melodien voller Ruhe, mal verschränken sich die Stimmen zu tanzbaren Grooves - immer mit dem Ziel, die einzelnen Klänge zu einem dichten, organischen Gesamtsound zu vereinen. Der Bandname Autochrom geht auf ein Verfahren der Gebrüder Lumière zurück, mit dem farbige Fotografien entwickelt werden konnten. Und so wollen auch die drei Musiker einen gemeinsamen Farbklang entwickeln, bei dem die Sounds und Funktionen der verschiedenen Instrumente wechseln, sich ergänzen und ineinander übergehen. Die in Köln lebende Saxofonistin und Komponistin Luise Volkmann, die Leipziger Bassistin Athina Kontou und der Kölner Schlagzeuger Dominik Mahnig erzählen musikalische Geschichten voll schrägem Witz, mit weitem Atem und knalliger Energie, die mitunter sogar einen politischen Antrieb haben. Gemeinsamer Farbklang

Dienstag 22:00 Uhr NDR Blue

Nachtclub NDR Blue in Concert

Heute mit Niels Frevert (1/2) In den 90ern war er Sänger der Band Nationalgalerie, nach deren Auflösung konzentrierte sich Niels Frevert anschließend auf seine Solo-Karriere. Von den Kritikern geliebt, hat der Hamburger Liedermacher bis heute sechs Studioalben veröffentlicht; zuletzt erschien 2019 "Putzlicht". Beim Reeperbahn Festival 2020 ist er in der St. Michaelis Kirche in Hamburg aufgetreten: Wir haben für Euch den Mitschnitt von Niels Frevert im Michel, bei Europas größtem Clubfestival.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Zirkus Corona Von Susanne Franzmeyer und Andreas Genschmar Mit: Andreas Genschmar alias Rebel One und Rose Ann Richter Ton und Regie: Susanne Franzmeyer Autor*innenproduktion 2021 Länge: 23"14 (Ursendung) Als Jugendlicher stand er stundenlang als Sprayer an der Berliner Mauer. Davon holte er sich einen Lungenschaden. Heute bezieht Old-School-Hip-Hopper Rebel One Stellung gegen Querdenker. Kassettenlieferung Hendrik Nijmeijer und seine Dokumentarhörspiele Von Ingo Kottkamp Mit: Hendrik Nijmeijer Ton und Regie: Ingo Kottkamp Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 24"08 (Ursendung) Jahrelang schickte er Kassetten ans Funkhaus. Bis eine Antwort kam. Zirkus Corona Andreas Genschmar alias Rebel One: Old-School-Hip-Hop ist sein Markenzeichnen, Berlin ist seine Stadt. Er schreibt und rezitiert Gedichte, aber als er damit als einziger Gegendemonstrant bei einer Querdenkerdemo auftaucht, wurden sie nicht gehört. Das Porträt eines Orginals. Susanne Franzmeyer, geboren 1978 in Berlin, absolvierte die EBU Master School on Radio Features. Songwriterin unter dem Pseudonym Susius, 2009 Debüt-Album. Mehrfach ausgezeichnete Feature- und Hörspielmacherin. Ihre Doku-Serie "Stilübungen, musikalisch - eine Gratwanderung, bei der alles erlaubt ist" (Doku-Serie für Deutschlandfunk Kultur/Echtzeit) wurde beim Prix Europa 2019 in der Kategorie Radio Music nominiert. Kassettenlieferung Gagaist, Poète Maudit, Dokumentarhörspielkünstler: so bezeichnet sich Hendrik Nijmeier selbst. Er lebt in einer sozialen Einrichtung in Berlin und seine Liebe gehört dem Radio. Redakteur Ingo Kottkamp zeichnet ein Bild des Mannes, der ihm dutzende Kassetten zugeschickt hatte. Ingo Kottkamp, geboren 1972 in Baden-Baden. Studium der Literaturwissenschaft und Promotion über "Stimmen im Neuen Hörspiel". Seit vielen Jahren für den Hörfunk tätig als Autor, Regisseur und (seit 2007) Feature-Redakteur. Zirkus Corona Kassettenlieferung

Dienstag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn: UaW (1/2)

Kabarettsommer "Hömma, so isset!" Wiederholung: Mi. 22.04 Uhr Kai Magnus Sting wirft einen nostalgischen Blick auf das Ruhrgebiet und seine Sprache Aufnahme vom 30. September 2020 aus dem Ebertbad, Oberhausen

Dienstag 23:03 Uhr Ö1

Zeit-Ton

Spurensuche. HK Gruber und Kurt Schwertsik HK Gruber, Kurt Schwertsik und Otto M. Zykan begannen bereits Mitte der 1960er-Jahre, die Errungenschaften der damaligen musikalischen Avantgarde, die geprägt waren von Atonalität, Konstruktion und "l"art pour l"art"-Denken, kritisch zu hinterfragen - und mit ihrem neuen Stil, dem sie den tiefgründigen Namen "MOB art tone ART" gaben, sehr bald für Aufsehen zu sorgen. Gruber und Schwertsik stehen nun im Zentrum der heutigen "Zeit-Ton Spurensuche". Diese Reihe reflektiert in unregelmäßigen zeitlichen Abständen ein Stück österreichische Musikgeschichte, klärt und relativiert Standpunkte, zeigt Entwicklungslinien auf. Ein Teil der heutigen Sendung ist der Aufzeichnung der Uraufführung von Kurt Schwertsiks Komposition "Haydn lived in Eisenstadt" für Viola und Klavier, op. 122, gewidmet, die am 10. Mai 2021 in der Londoner Wigmore Hall stattgefunden hat. Weitere bekannte und weniger bekannte Werke von Schwertsik, aber auch von HK Gruber ergänzen diese uns von der BBC zur Verfügung gestellte Aufnahme. Nicht zuletzt ist die vor kurzem zur Wiederkehr des 100. Geburtstags des Dichters veröffentlichte neue Compact Disk in unserer Edition Ö1, die den Titel "H. C. Artmann - pur vertont" trägt, Thema; auf ihr sind ebenfalls Artmann-Vertonungen von Gruber und Schwertsik enthalten. Gestaltung: Hannes Heher

Montag Mittwoch