Tagestipps im Radio

Tagestipps

Dienstag 18:05 Uhr Bayern 2

IQ - Wissenschaft und Forschung

Bio für alle? Oder: Wie ökologisch kann man die Welt ernähren? Von Renate Ell . Die konventionelle Landwirtschaft trägt nicht unwesentlich zum Klimawandel bei und beeinträchtigt die Artenvielfalt erheblich. Aber wie ökologisch ist eigentlich der Ökolandbau? Und ließen sich ohne intensive konventionelle Landwirtschaft überhaupt alle Menschen ernähren? Forschungsarbeiten beantworten diese Fragen ganz unterschiedlich, weil sie von verschiedenen Annahmen ausgehen. Zwar sind sich alle einig, dass der Ökolandbau für denselben Ertrag mehr Fläche braucht als die konventionelle Landwirtschaft. Aber beim nächsten Punkt wird es schon schwieriger: Wie viel Ertrag brauchen wir in der Zukunft? Das wiederum hängt davon ab, wie viele Menschen auf der Erde leben, wie sie sich ernähren - vor allem, wie viel Fleisch sie essen - und wie viele Lebensmittel im Abfall landen. Man könnte auch ganz anders fragen: Wie muss eine Landwirtschaft aussehen, die unsere Erde nicht überlastet und die alle satt macht? Die also möglichst wenig Treibhausgase produziert, den Artenschutz im Auge hat und Böden und Wasser nicht überlastet. Aber vor allem muss die Landwirtschaft sicherstellen, dass alle Menschen sich die Lebensmittel leisten können, die sie brauchen - oder gerne hätten; d.h.. Sind Ökologie und Ernährungssicherheit vereinbar? Und: Könnte der Lebensmittelhandel hierzulande komplett auf "bio" umstellen? Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Wozu Menopause? Ein Rätsel der Evolutionsbiologie Von Katharina Kropshofer Seine Gene bestmöglich weitergeben, das ist aus Darwins Sicht der Sinn des Lebens. Auch Säugetiere - inklusive unserer nächsten Verwandten, den Menschenaffen pflanzen sich beinahe bis an ihr Lebensende fort. Nicht so ist es bei Orcas, Belugawale, Narwale - und Menschen. Denn bei ihnen hört die regelmäßige Menstruation der Weibchen mit der Menopause auf. Damit diese aus evolutionärer Sicht Sinn macht, müssen Tiere einen guten Grund haben, um mit der Fortpflanzung aufzuhören und trotzdem weiterzuleben. Über diesen Sinn und die evolutionsbiologische Erklärung der Menopause ist sich die Wissenschaft bis heute uneinig. Was steckt hinter Erklärungsansätzen wie der "Großmutter-Hypothese" und umstrittenen Thesen rund um die Partnerwahl? Und was können uns Wale über eine matriarchale Gesellschaft erzählen?

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Riace im Visier der Lega Ein Integrationsmodell wird abgewickelt Von Aureliana Sorrento Regie: Matthias Kapohl Produktion: Deutschlandfunk 2019 Riace war ein Musterbeispiel an Integration. Flüchtlinge brachten neues Leben in das sterbende Dorf an der ionischen Küste Kalabriens. Bis 2018 lebten Einheimische und Migranten friedlich miteinander. Dann wurde der Bürgermeister unter Hausarrest gestellt und die Flüchtlinge weggebracht. In den 50er-Jahren begannen Riaces Bewohner auf der Suche nach Arbeit auszuwandern. Kurz vor der Jahrtausendwende war der alte Ortskern im hügeligen Hinterland, Riace Borgo, beinah entvölkert. Dann landete ein Schiff voll kurdischer Flüchtlinge an Riaces Strand. Der Linksaktivist Domenico Lucano und eine Gruppe Gleichgesinnter brachten sie nach Absprache mit den emigrierten Eigentümern in den verlassenen Häusern des Dorfes unter. Lucano ließ sich 2004 zum Bürgermeister wählen und nutzte staatliche Mittel für die Aufnahme von Flüchtlingen, um sie auszubilden, ihnen Arbeit zu geben und um die dazu notwendige Infrastruktur zu errichten. Auch die Einheimischen profitierten davon. Kita und Grundschule wurden wieder eröffnet, Arbeitsplätze geschaffen, die Mikrowirtschaft des Dorfes angekurbelt. Riace wurde ein weltweit gepriesenes Integrationsmodell. Im Oktober 2018 stellte die Staatsanwaltschaft des benachbarten Locri Domenico Lucano unter Hausarrest - wegen des Verdachts auf Begünstigung illegaler Einwanderung und anderer Delikte. Der rechtsextreme Innenminister Matteo Salvini ließ die in Riace lebenden Asylbewerber in zum Teil weit entfernte Aufnahmelager im ganzen Land bringen. Alle Versuche, das Integrationsprojekt wiederzubeleben scheiterten. Anfang Oktober 2021 wurde bekannt, dass Domenico Lucano vom Gericht in Locri in fast allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu 13 Jahren und zwei Monaten Haft, sowie zur Rückzahlung von 500.000 Euro Fördergeldern verurteilt wurde. Seine Anwälte kündigten an, in Berufung zu gehen. Riace im Visier der Lega

Dienstag 20:05 Uhr SWR2

SWR2 Jazz Session

Das Brad Mehldau Trio 2005 beim Festival Enjoy Jazz Von Gerd Filtgen Brad Mehldau gehört zu den Stammgästen des Festivals Enjoy Jazz; über die Jahre ist der Pianist zu einem "Secret Festival Artist in Residence" geworden. Als Solist, im Duo und vor allem mit seinem Trio war der Amerikaner immer wieder zu Gast. So auch 2005, als der damals 35-jährige Mehldau sein neues Trio mit dem Kontrabassisten Larry Grenadier und dem Schlagzeuger Jeff Ballard in der Alten Feuerwache Mannheim vorstellte. Chris Cheek: Granada Brad Mehldau, Klavier Larry Grenadier, Bass Jeff Ballard, Schlagzeug Brad Mehldau Trio Brad Mehldau: Secret beach Brad Mehldau, Klavier Larry Grenadier, Bass Jeff Ballard, Schlagzeug Brad Mehldau Trio John Lennon, Paul McCartney: She"s leaving home Brad Mehldau, Klavier Larry Grenadier, Bass Jeff Ballard, Schlagzeug Brad Mehldau Trio John William Coltrane: Countdown Brad Mehldau, Klavier Larry Grenadier, Bass Jeff Ballard, Schlagzeug Brad Mehldau Trio Ray Noble: The very thought of you Brad Mehldau, Klavier Larry Grenadier, Bass Jeff Ballard, Schlagzeug Brad Mehldau Trio

Dienstag 20:10 Uhr Deutschlandfunk

Hörspiel

Busch-Funk Odyssee Mare Monstrum Von Nikolas Darnstädt Musik: Lukas Darnstädt Regie: Nikolas Darnstädt Mitarbeit: Carolin Hartwich Mit Kathrin Angerer, Benjamin Radjaipour, Lola Klamroth, Camille Dagen, Sebastian Schneider, Philipp Reinhardt, Laura Eichten, Felix Witzlau u.a. Ton: Peter Kainz, Karl-Heinz Stevens Mentorin: Elisabeth Panknin Produktion: Deutschlandfunk in Kooperation mit der Schauspielschule Ernst Busch 2017 Länge: 48"11 Hörspiel nach Homers "Odyssee" Das fiktional-dokumentarische Hörspiel überträgt Homers Gesänge in den Dschungel von Calais, in die Banlieues vor Paris, an die abgeriegelten Grenzen Europas und in die unergründlichen Weiten des Weltalls Die Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg wird für den Helden Odysseus zur zehnjährigen Irrfahrt. Er sehnt sich verzweifelt nach der Heimat und bleibt doch immer fremd. Was ihm als fremd begegnet, versucht er ichförmig zu machen und es sich zu unterwerfen. Dabei verkennt er die Chance des Fremden. In einem musikalischen Fiebertraum, zwischen der Heimatlosigkeit der Geflüchteten und der individualistischen Verblendung europäischer Identität herumirrend, kreist unser Held um den Hades, bekämpft den Kyklopen und durchquert das "Mare Monstrum" unserer Zeit. Da sich das Fremde unserem Zugriff entzieht und selbst noch das Verstehen überschreitet, ist der Leidensweg des Odysseus ein Trip durch alle Dimensionen des Fremdseins und des Verstehens. Nikolas Darnstädt studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und verwirklicht seither in Deutschland, Frankreich und Litauen Theaterinszenierungen, Filme und Hörspiele. Odyssee Mare Monstrum

Dienstag 21:00 Uhr SRF 2 Kultur

Jazz Collection

Wynton Marsalis - streitbarer Jazz-Löwe Atemberaubende trompeterische Fähigkeiten katapultieren Wynton Marsalis schon als Teenager in eine sagenhafte Flughöhe.

Dienstag 21:05 Uhr SWR2

SWR2 JetztMusik

Donaueschingen gobal: Die offenen Ohren Lateinamerikas Von Gerardo Scheige So abwechslungsreich wie die Flora, die Fauna, die Bodenschätze und die Menschen Südamerikas gestaltet sich natürlich auch die Kultur. Für "Donaueschingen global" hat die peruanische Komponistin und Musikwissenschaftlerin Maria Alejandra Castro Espejo einen Blick auf die heterogenen Neue-Musik-Szenen Südamerikas geworfen. Als Ergebnis ihrer Reise wurden Komponist*innen und Ensembles aus Peru, Bolivien Kolumbien nach Donaueschingen eingeladen, um dort gemeinsam ein neues, eigens für das 100-jährige Bestehen der Donaueschinger Musiktage in Auftrag gegebenes Programm vorzustellen. Gerardo Scheige hat nachgefragt und zugehört.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Nicaragua Libre?! Politische Kämpfe auf den Wänden Nicaraguas Von Lena Löhr Regie: Carina Pesch und die Autorin Mit: Marie-Lou Sellem, John Sauter, Fanny Kniestädt, Martin Lau und der Autorin Ton: Wolfgang Rein Produktion: SWR 2021 Länge: 53"49 Sie waren die Boten der einstigen Revolution in Nicaragua: plakative Wandbilder. Seit Proteste gegen die Regierung gewaltsam niedergeschlagen wurden, erzählen sie von der gegenwärtigen Repression. Die Autorin trifft Maler*innen zwischen den Fronten. Große Wandbilder prägen seit der Revolution 1979 die Straßen Nicaraguas. Sie sind Teil der öffentlichen Kommunikation. Aber etwas hat sich geändert: 2018 kam es zu landesweiten Protesten gegen die Regierung, die mit brutaler Gewalt reagierte. Wer seither mit der falschen Farbe malt, wird bedroht und von der Polizei verfolgt. Wer der Regierung treu ist, übermalt die neuen Bilder des Protests. Die Autorin trifft 2019 drei Wandmalerinnen und Wandmaler: Eine davon, eine alte Freundin, lobt die Polizei, einer erzählt von seiner Verhaftung, der dritte von Flucht und Exil. Eine Recherche zwischen misstrauischen Vertrauten und mutigen Unbekannten. Lena Löhr, geboren 1988 in Bielefeld, Radiomacherin, beschäftigt sich im Masterstudium Ethnologie an der Universität Leipzig mit Sound als Forschungsmethode und -gegenstand. Sie produziert Magazin-Sendungen bei Radio Blau in Leipzig und kuratiert die monatliche Veranstaltungsreihe "Geräuschkulisse", bei der Radio-Feature, Hörspiele und Klangkunst gemeinsam mit Autorinnen und Publikum gehört und besprochen werden. Trägerin des Ake Blomström Award 2020-2021 für junge Radiotalente. "Nicaragua Libre?!" ist ihr Featuredebut. Nicaragua Libre?!

Dienstag 22:04 Uhr WDR5

U 22 - Unterhaltung nach zehn: UaW (1/2)

Mit Ingo Börchers WDR 5 Kabarettfest aus Paderborn Mit Sarah Bosetti, Christian Ehring, Ingo Börchers und Carmela de Feo Aufnahme vom 2. Oktober aus der Paderhalle

Dienstag 23:05 Uhr Bayern 2

Nachtmix

50 Years After Teil 7: T. Rex und "Electric Warrior" Das Album gilt als Beginn der Glam-Rock-Ära. Die Band um den Gitarristen Marc Bolan war damit endgültig von esoterisch-akustischem Folk auf elektrischen Rock and Roll umgestiegen. Das Albu wurde ein Riesenerfolg, wurde in England das bestverkaufte des Jahres und lieferte mit "Get it on" und "Jeepster" zwei große Hits. Der androgyne Frontmann der Band löste die sog. Rexmania aus und ließ die Beatles bei den nachgewahsenen Teenagern endgültig in Vergessenheit geraten.

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