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Features

Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Vereinigte Arabische Emirate Späte Gründung, schneller Boom Wie Bangladesch entstand Krieg zwischen Indien und Pakistan Das Kalenderblatt 29.11.1990 Deutschlandpremiere von Disneys "Arielle, die Meerjungfrau" Von Susi Weichselbaumer . Vereinigte Arabische Emirate - späte Gründung, schneller Boom Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Irene Schuck Am 2. Dezember 2021 feiern die Vereinigten Arabischen Emirate ihr 50jähriges Bestehen. Diese Staatsföderation, bestehend aus sieben recht unterschiedlichen Emiraten am Persischen Golf, ist durch Öleinnahmen reich geworden, hat in kurzer Zeit eine atemberaubende Entwicklung durchlaufen und ist ständig bestrebt, ihr Gewicht in der Region und in der Welt zu erhöhen. Die Bewohner der Emirate sind nur zu 20 Prozent einheimisch, die anderen kommen aus vielen verschiedenen Ländern, was auch Spannungen verursacht. Man sucht einen eigenen Weg zwischen enger ökonomischer Zusammenarbeit mit dem Westen und der Bewahrung eigener Traditionen, die von der alten Stammeskultur, von Familienclans und vom Islam geprägt sind. Dubais spektakuläre Stadtarchitektur zieht viele Touristen an und erzählt vom spannungsreichen Verhältnis der Kulturen in einer globalisierten Welt. Wie Bangladesch entstand - Krieg zwischen Indien und Pakistan Autorin: Bettina Weiz / Regie: Susie Weichselbaumer Er gilt als einer der kürzesten Kriege der Welt: Nur 13 Tage dauerte der Krieg zwischen Pakistan und Indien 1971 offiziell. Doch das ist bloß die Spitze des Eisbergs. Bereits ein Dreivierteljahr zuvor war die innenpolitische Gewalt in Pakistan aufgeflammt, das damals ein geteiltes Land war. Der Westteil lag an der Grenze zu Afghanistan und bestand aus dem Tal des Indus und den umliegenden Bergen. Ostpakistan dagegen war in Bengalen angesiedelt, im fruchtbaren Mündungsdelta der Flüsse Ganges und Brahmaputra. Beide Landesteile waren Hunderte von Kilometern voneinander entfernt. Im März 1971 wurde im Ostteil die Unabhängigkeit ausgerufen. Doch damit wollte sich die Regierung im fernen Westpakistan nicht abfinden. Sie flog Soldaten und Waffen in den abtrünnigen Landesteil. Zugleich formierte sich auf bengalischer Seite militärischer Widerstand. Es gab Massaker und Zerstörungen. Auch von systematischen Vergewaltigungen von Frauen wird berichtet. Mehrere Millionen Menschen flüchteten, vor allem ins benachbarte Indien. Das trat im Dezember offen in den Krieg ein. Knapp zwei Wochen später, am 15. /16. Dezember 1971, war die Auseinandersetzung beendet - und die Landkarte Südasiens musste neu gezeichnet werden. Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mangel und Überfluss

Von der Quantität zur Qualität (1). Gestaltung: Margarethe Engelhardt Müllberge, Klimaerwärmung. Luftverschmutzung sind Schlagworte, die aktuell die politischen Debatten bestimmen. Sind Geschäfte, die Lebensmittel unverpackt anbieten, eine Strategie, Müllberge zu vermeiden? Wie kann sich eine fünfköpfige Familie T-Shirts aus Ökobaumwolle leisten? Lässt sich der Kurzurlaub in Barcelona auch per Bahn absolvieren? Um die aktuellen klimapolitischen Probleme in den Griff zu bekommen, ist ein radikales Umdenken notwendig. Und hier braucht es mehr als ein Nachdenken über das individuelle Konsumverhalten. Die Ökonomisierung der natürlichen Ressourcen ist Resultat einer Haltung, die darauf baut, dass menschliches Handeln ausschließlich von wirtschaftlichem Denken geleitet ist. Der homo oeconomicus strebt uneingeschränkt nach Nutzen- und Gewinnmaximierung. Im Dienst der Profitmaximierung werden Wälder gerodet, Flüsse trockengelegt, Abwässer ins Meer geschüttet. Die menschliche Arbeitskraft wird abgewertet, die Lebensqualität des Einzelnen wird auf Konsum reduziert. Hier beginnt sich Widerstand zu regen. Der Ökonom Dennis Snower, früher Berater der G 20 Staaten, bezeichnet heute das Konzept der Nutzenmaximierung als fatalen Irrtum. Sein Credo heute: die Wirtschaft solle nicht dem Profit einzelner, sondern dem Gemeinwohl dienen. Die Degrowth - Bewegung bemüht sich, in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass Quantität durch Qualität ersetzt werden kann, und weniger oft mehr ist. Das beginnt bei der Produktion von Lebensmitteln und Kleidung, betrifft die Freizeit- und Unterhaltungsbranche und greift letztlich in die Gestaltung von Arbeitsplätzen ein. Klimaneutral zu werden bedeutet, Gewohnheiten zu überdenken. Für die politisch Verantwortlichen heißt das aber auch, Alternativen zu schaffen, und den rechtlichen Rahmen durchzusetzen, der partikuläre Wirtschaftsinteressen begrenzt.

Montag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Epilepsie: Feuerwerk im Kopf

Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (1). Gestaltung: Daphne Hruby "Es ist wie der Absturz eines Computers. Plötzlich wird alles ganz schwarz. Und wenn ich wieder aufwache, weiß ich weder wo ich bin, noch wer die Person ist, die mich da gerade freundlich ansieht. Sie kommt mir irgendwie bekannt vor. Doch ich erkenne nicht, dass es sich hier um meinen langjährigen Lebenspartner handelt. Wie die Programme eines Computers, muss auch mein Gehirn erst wieder Schritt für Schritt hochfahren. Das ist sehr beängstigend." Eine junge Frau schildert den Moment nach einem epileptischen Anfall. Die ersten Aufzeichnungen über Epilepsie stammen aus der Antike. Die alten Griechen nannten sie die "heilige Krankheit", im Mittelalter galt sie als "schedelnde Gottesstraf". In der einen Epoche wurden Epileptikerinnen und Epileptiker verehrt, in der nächsten verfolgt. Über lange Zeit schrieb man ihnen übernatürliche Kräfte zu. Einige hören tatsächlich Stimme, oder haben Halluzinationen. Heute kennt man die neurologischen Gründe dafür. Epilepsie hat viele Gesichter. Manche Betroffene leiden unter starken Krampfanfällen. Bei anderen weist der Blick nur einige Sekunden ins Leere, wird daher oft mit Tagträumerei verwechselt und auch meist erst spät diagnostiziert. Bei einem epileptischen Anfall feuern Nervenzellen übermäßig starke Signale. Davon kann entweder das ganze Gehirn betroffen sein, oder nur einzelne Areale. Wie bei einem überhitzten Computer kommt es dann zu einer Art Blackout im Kopf. Meist dauern die Anfälle nur wenige Minuten. In seltenen Fällen können sie aber auch lebensbedrohlich sein und sich kurz nacheinander wiederholen - im Fachjargon spricht man hier von einem "status epilepticus". Die Ursachen für Epilepsie sind genauso vielfältig wie die Ausprägungsformen. Teils gibt es angeborene, oder genetische Faktoren. Aber auch andere Grunderkrankungen können epileptische Anfälle auslösen - beispielsweise Schlaganfälle, Gehirnentzündungen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Bei manchen Betroffenen bleiben die Hintergründe komplett im Dunkeln und können auch nicht mit modernsten bildgebenden Verfahren geklärt werden. Meist wird Epilepsie mit Medikamenten behandelt. Sogenannte "Antiepileptika" können nur die Symptome bekämpfen und Anfällen vorbeugen, sie können die Erkrankung aber nicht heilen. In besonders schweren Fällen wird das Gehirn operiert, oder mit leichten Stromschlägen stimuliert, dabei kommen auch Implantate zum Einsatz. In der Kunst spielt Epilepsie eine große Rolle. Die "Fallsucht" hat Kulturschaffende über die Jahrhunderte hinweg inspiriert. Aber auch Betroffene selbst haben die Welt erobert. Alexander der Große soll genauso Epileptiker gewesen sein wie Napoleon und Cäsar. Das gilt auch für Vincent van Gogh und Aristoteles.

Montag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Sexismus im Pop

Machotum und Widerstand (1). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang Wenn man Sexismus in der Rockmusik finden will, braucht man nicht lange zu suchen. Zum Bei-spiel der Song "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin: "I"m gonna give you every inch of my love" heisst es da im Text zum voranpeitschenden Gitarrenriff. Und diverse "Ahs" und "Ohs" unterstrei-chen, dass Sänger Robert Plant sich in eine Penetrationsphantasie hineinhalluziniert, in der auf jeden Fall er die Oberhand hat. Man hat sich angewöhnt, die aus solchen Blaupausen hervorgegangene Musik "Cock Rock" zu nennen. Männerphantasien beflügelten jahrzehntelang den lyrischen Gehalt der Texte und die performativen Posen auf der Bühne, wo die E-Gitarre häufig zum prothetischen Phallus wurde. In ihrem Standardwerk "Sex Revolts" aus den 1990er Jahren führen die Autoren Joy Press und Simon Reynolds diese Attitüde auf ein männlich geprägtes Rebellentum zurück, das einen nomadischen Lebensstil mit Aggressivität und Abenteuerlust paart und gegen ein vermeintlich weib-liches Prinzip der Ruhe und Häuslichkeit gerichtet ist. Doch auch in anderen Genres der Popmusik, im speziellen im Hip Hop, wo gerne halbnackte Frauen submissiv um heteronormativ auftrumpfende Rapper herumtänzeln, ist ein derbe ausgespieltes Machotum Trumpf. So heisst es in einem besonders subtilen deutschen Rap-Text: "Wieso hab ich mich so verliebt/ In eine Frau, die statt zu putzen auf dem Sofa liegt/ In eine Bitch, die nicht kochen kann/Ich verhunger wochenlang." Erst in jüngerer Zeit gibt es Neues aus dem festgeschriebenen steinzeitlichen Geschlechterverhältnis in Rock und Pop zu vermelden. Mit Ausnahme von Artists der 1970er und 1980er Jahre wie den Runaways mit Joan Jett, Suzi Quatro, Patti Smith oder den Slits waren die weiblichen Vorbilder sowohl im Rock/Pop wie auch im alternativen Underground bis in die aktuelle Popzeitrechnung hin-ein rar gesät. Kurt Cobain von Nirvana ist der erste globale Megastar, der eine krachend harte Musik mit einem stark feminisierten Selbstentwurf kombiniert und auf der Bühne sogar Frauenkleider trägt. Seine beste Freundin war die feministische Künstlerin und Musikerin Kathleen Hanna, die Anfang der 1990er Jahre die wegweisende Riot Grrrl-Gruppe Bikini Kill gründete. Bei ihren Kon-zerten fliegen regelmäßig Flaschen und Steine auf die Bühne - geworfen vom größtenteils männli-chen Punk-Publikum. Jedes ihrer Konzerte beginnt daraufhin mit dem Aufruf: "Girls to the front!" - Frauen in die erste Reihe! Das gleichnamige Buch von Sara Marcus dokumentiert diese Zeit. Es entstehen Bands wie Sleater-Kinney, L7, Le Tigre, die nachfolgende Generationen bis hin zu Pussy Riot prägen und auch im Mainstream erfolgreich sind. Die subversive, feministische Kraft ist aktuell vor allem im Rap und Hip Hop spürbar, der um Ecken diverser und queerer daherkommt, als in vorherigen Generationen. Wie offen und pro-gressive ist die Szene heute? Und wie sehr ist sie immer noch an traditionellen Sexismus und stereo-type Rollenbilder geknüpft?

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Elif Senel Feature: 2 Nachlassverwalterinnen bei der Arbeit; Redezeit: Umgang mit Sinnkrisen in Corona-Zeiten; Gedicht: Ameisen Graffiti von Jovan Nikolic zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Die Reichspogromnacht Der verordnete Volkszorn Judentum in NS-Deutschland Entrechtet, deportiert, ermordet Das Kalenderblatt 29.11.1990 Deutschlandpremiere von Disneys "Arielle, die Meerjungfrau" Von Susi Weichselbaumer . Die Reichspogromnacht - der verordnete Volkszorn Autor: Klaus Uhrig/Regie: Irene Schuck Deutschland im Jahr "38: In der Nacht vom 9. auf den 10. November brennen im ganzen deutschen Reich die Synagogen. Parteimitglieder und SA-Männer in Zivil zertrümmern die Scheiben jüdischer Geschäfte, plündern Wohnungen und ermorden mindestens 400 Menschen. In den folgenden Tagen werden Zigtausende deutscher Juden in Konzentrationslagern interniert. Die Lager in Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen hatte die Reichsregierung bereits in den Vormonaten stark erweitert. Denn was die offizielle Nazi-Propaganda als spontanen Ausbruch des "Volkszorns"" nach der Ermordung eines deutschen Diplomaten darstellt, ist tatsächlich ein von Staat und Partei gelenktes Pogrom - und der Auftakt zu einer rassistischen Gewaltkampagne, die schließlich in der planmäßigen Ermordung von Millionen europäischer Juden ihr Ende findet. BR 2013 Judentum in NS-Deutschland - entrechtet, deportiert, ermordet Autorin: Renate Eichmeier/Regie: Susi Weichselbaumer Es begann mit Diskriminierungen und endete in der Ermordung. Mit der Reichspogromnacht 1938 erreichte die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung durch die NS-Machthaber eine neue Dimension. Waren vorher Juden auf der pseudolegalen Basis einer antisemitischen Gesetzgebung aus vielen Lebensbereichen ausgegrenzt worden, erfolgte nun der wirtschaftliche und soziale Todesstoß: Einziehung von Vermögen, Enteignungen, Entmietungen, ein "J" im Ausweis, Unterbringung in sogenannten Judenhäusern oder Lagern, ab 1941 dann der Zwang, den "Gelben Stern" zu tragen. Da tobte der Zweite Weltkrieg bereits seit zwei Jahren. Das NS-Regime hatte weite Gebiete in Osteuropa besetzt, Massenmorde an der dortigen jüdischen Bevölkerung verübt und mit der Planung von Vernichtungslagern begonnen. Unter dem Vorwand der "Umsiedlung" oder "Evakuierung" wurden die deutschen Juden aus der staatlichen Verwaltung eliminiert, bevor sie in die besetzten Ostgebiete deportiert und die meisten von ihnen dort ermordet wurden. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Die letzten ihrer Art Vergangenheit und Zukunft des Zirkus Von Philipp Landauer Bis vor ein paar Jahren war es das Highlight einer jeden Klein- und Mittelstadt, wenn ein Zirkus im Sommer Halt machte. In einem großen bunten Zirkuszelt entführten Clowns, Artisten und Dompteure in ihre eigene Welt und brachten die Besucher zum Lachen, Staunen und Bangen. Doch die Zeit der großen Zirkusfamilien scheint vorbei zu sein: Viele Zuschauer sind von der hitzigen Diskussion um Tierquälerei abgeschreckt und die Ränge vieler Zirkusse bleiben leer. Neue Ideen und Konzepte sind nötig. Wie kann der Zirkus von morgen aussehen?

Montag 21:00 Uhr Bremen Zwei

ARD Radiofeature: Alles Bio? - Doku über die Kontrolle ökologischer Lebensmittel

Der Markt für Bio-Lebensmittel boomt. Ihr Kauf verspricht Umwelt- und Tierschutz. Für die Bauern sind die Auflagen komplex. Aber reichen die Kontrollen bei steigendem Bedarf? Der Autor verfolgt einzelne Produkte zurück zu ihren Erzeugern.

Montag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Mangel und Überfluss. Von der Quantität zur Qualität (1). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Epilepsie: Feuerwerk im Kopf. Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (1). Gestatung: Daphne Hruby Sexismus im Pop. Machotum und Widerstand (1). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang

Sonntag Dienstag