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Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Das Wunder Faszination des Unerklärlichen Teresa von Avila Die Wiederentdeckung einer Mystikerin Das Kalenderblatt 21.11.1980 Dallas-Folge "Wer schoss auf J.R.?" erreicht bis dahin höchste Fernsehquote Von Susi Weichselbaumer . Das Wunder - Faszination des Unerklärlichen Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Martin Trauner "Wunder gibt es immer wieder" - diese einfache Schlagerweisheit stößt auch in einer Welt auf Widerhall, die sich dem Tatsachenverständnis der modernen Naturwissenschaft verschrieben hat. Vieles ist und bleibt unerklärlich. Kinder wachsen mit Geschichten von sprechenden Tieren und Zauberschülern wie Harry Potter auf. Religionen, die das kulturelle, soziale und politische Leben der Völker entscheidend geprägt haben, wurzeln in Wundererzählungen. Wunder stärken die Autorität mächtiger religiöser Institutionen, aber auch die Erfahrung religiöser Außenseiter. In ihrer Zwiespältigkeit sind sie kein Randphänomen, sondern wesentlich für die Beziehung des Menschen zur Wirklichkeit - auch in einer säkularisierten Welt, die dem Wunderbaren Grenzen setzt. Erstsendung 16. Dezember 2020 Teresa von Avila - Die Wiederentdeckung einer Mystikerin Autorin: Brigitte Kohn / Regie: Martin Trauner "O todo, o nada" - alles oder nichts, das ist das Lebensmotto der spanischen Mystikerin Teresa von Avila (1515-1582). Ihre Reform des Karmeliten-Ordens bringt sie ins Visier der Inquisition, aber dieses "herumstreunende, halsstarrige Weib", wie der päpstliche Nuntius sie nennt, ist durch nichts zu beirren. Tiefe mystische Erfahrung, verbunden mit Tatkraft, Humor und einer genialen Begabung für Freundschaft machen Teresa zu einer einzigartigen spirituellen Inspiration, auch für Kirchenferne. Ihre Beziehung zu Gott und den Menschen ist geprägt von der Suche nach Nähe und Austausch, ihre Werke und Briefe markieren einen Höhepunkt der spanischen Mystik, zählen zur Weltliteratur und geben zu immer neuen Deutungen Anlass. Communicacíon viva - lebendige Kommunikation, so wird ihre Persönlichkeit beschrieben, das macht ihre zeitlose Anziehungskraft aus. Erstsendung 28. Oktober 2009 Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Lost Places "Verlorene Orte" zwischen Zerfall und Erinnerung Mumien in Europa Unerhörte Zeitzeugen im Labor Das Kalenderblatt 21.11.1980 Dallas-Folge "Wer schoss auf J.R.?" erreicht bis dahin höchste Fernsehquote Von Susi Weichselbaumer . Lost Places - "Verlorene Orte" zwischen Zerfall und Erinnerung Autorin: Felicia Englmann / Regie: Martin Trauner Eine Stadt, ein Dorf, ein Weiler - verschwunden. Von manchen bleibt ein Name, von anderen Mauerreste, von wieder anderen nur ein fernes Echo in der kollektiven Erinnerung und das Gefühl, dass etwas Schreckliches passiert sein muss. Feuer, Krieg, Pest, Mord, Spuk ... warum sonst würden Menschen einfach so einen Ort aufgeben? "Verlorene Orte" in Bayern sind etwa Lindelach in Unterfranken, Staucharting, Ramsee, Hinterkaifeck und Manching in Oberbayern und Fall in den Alpen. Solche sogenannten "Lost Places" faszinieren Einheimische und Besucher wegen der Geschichten, die in Jahren und Jahrhunderten wie Pflanzen über ihre Mauerreste über die wahre Geschichte gewachsen sind. Für die Archäologie sind aufgegebene Siedlungen Fenster in die Vergangenheit, denn die Orte sind so erhalten wie zu dem Zeitpunkt, als sie untergingen. Archäologen finden dabei oft heraus, dass die Schauergeschichten und Erinnerungen gar nicht stimmen, sondern die Fantasie mit den Menschen durchgegangen ist, während die wahren Gründe, eine Siedlung zu verlassen, sehr praktisch sein können. Erstsendung 23. Oktober 2017 Mumien in Europa - unerhörte Zeitzeugen im Labor Autorin und Regie: Prisca Straub Sie ist die bekannteste Kindermumie Siziliens und gilt als schönste Mumie der Welt: Rosalia Lombardo. Die makellose Zweijährige aus der Gruft des Kapuzinerklosters in Palermo ist ein Publikumsmagnet. Seit 90 Jahren sieht es so aus, als würde sie friedlich schlafen - pausbäckig, die Augen halb geschlossen, eine Schleife im blonden Haar. Die größte Mumiensammlung Europas umfasst über 1.000 Tote. Doch kein Körper ist so perfekt konserviert wie Rosalia. Mumien sind kein rein ägyptisches Phänomen. Man findet sie auch in Europa - in Schlössern, Kirchen und Klöstern. Die Techniken, mit denen die Leichen präpariert wurden, sind dabei durchaus unterschiedlich. Zahlreiche Rezepturen existieren, nach denen Tote einbalsamiert wurden. Doch nicht nur Menschenhände, auch die Natur hat mitunter Leichen vor dem Zerfall gerettet: Es gibt sogenannte Trockenmumien, aber auch Mumien, die in Mooren oder im Eis konserviert wurden - wie die über 5.000 Jahre alte Gletschermumie "Ötzi", die 1991 in den österreichischen Zentralalpen gefunden wurde. Mumien haben Menschen schon immer erschreckt, aber auch fasziniert. Und Forscher versuchen, die toten Körper mit modernen wissenschaftlichen Methoden zum Sprechen zu bringen. Erstsendung 11. November 2010 Moderation: Michael Zametzer Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Feinstaubschleudern Wie Holzheizungen unsere Gesundheit bedrohen Von Thomas Kruchem Angesichts der Gaskrise steigen viele um auf Holzheizungen. Die aber blasen gefährlichen Feinstaub in die Luft. Experten sind entsetzt, die Politik schweigt. Angesichts der hohen Gaspreise stellen Millionen Deutsche ihre Heizungen um - auf Holz. Der Kamin-Boom der letzten Jahre verstärkt sich. Auch stillgelegte Altkamine werden - legal - wieder in Betrieb genommen. Das Problem: Holzheizungen setzen (mehr noch als Diesel-LKW) hochgefährlichen Ultra-Feinstaub frei, der unsere Lungen dauerhaft schädigt. Millionen Spaziergängern dürften im kommenden Winter die Augen tränen, gelüftete Schlafzimmer nach Rauch stinken, Asthmatiker verzweifeln. Kritiker bemängeln viel zu lasche Immissionsschutz-Verordnungen. Aber die Politik schweigt.

Sonntag Dienstag