Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Tora Die Heilige Schrift des Judentums Der Talmud Debatte mit Gott Das Kalenderblatt 1.12.1903 Der erste Western der Filmgeschichte Von Frank Halbach . Die Tora - die Heilige Schrift des Judentums Autorin: Antje Dechert/ Regie: Kirsten Böttcher Wenn eine neue Torarolle in eine Synagoge gebracht wird, ist sie unvollendet. Die letzten zwölf Buchstaben fehlen. Sie werden in der Synagoge feierlich von Hand geschrieben, nach einem ganz bestimmten Zeremoniell - so wie die gesamte Tora: Buchstabe für Buchstabe, mit Gänsekiel und reiner Tinte auf handgefertigtem Pergament aus der Haut koscherer Tiere. Die Torarolle ist auf zwei Holzstäbe aufgewickelt, mit einem speziellen Band gebunden und wird in einen bestickten Mantel gehüllt in der Synagoge aufbewahrt. All das zeigt: Die Tora ist Juden heilig, denn sie ist die Grundlage ihres Glaubens. Sie umfasst die ersten fünf Bücher der hebräischen Bibel, die fünf Bücher Mose, den so genannten Pentateuch. Juden gilt die Tora als Geschichtsbuch wie als Wort und Weisung Gottes für sein Volk Israel. Über ihre Auslegung wird im Judentum dennoch kontrovers diskutiert. Wer hat sie verfasst? Und hat sie auch etwas zur Klimakrise zu sagen? Radiowissen über die Bedeutung der Tora, der heiligen Schrift der Juden. Der Talmud - Debatte mit Gott Autor: Christian Feldmann/ Regie: Irene Schuck Der Autor Christian Feldmann interessiert sich vor allem dafür, warum das jüdische Volk alle Katastrophen und Verfolgungen überlebt hat und warum es heute noch mit einem trotzigen Vertrauen auf den Messias wartet. Und er erzählt davon, dass nach jüdischer Überzeugung das Gespräch zwischen Gott und den Menschen mit der Vollendung der Bibel keineswegs abgeschlossen ist. Jetzt kommen die ständigen Diskussionen der Schriftgelehrten dazu, ihre Kommentare und Interpretationen, die nach Jahrhunderten schließlich in den Talmud münden. "Blättere gut darin", sagte ein Weiser, "denn dort findest du alles." Sämtliche Menschheitsfragen - und oft auch die Antworten. BR 2007 Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mangel und Überfluss

Von der Quantität zur Qualität (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt Müllberge, Klimaerwärmung. Luftverschmutzung sind Schlagworte, die aktuell die politischen Debatten bestimmen. Sind Geschäfte, die Lebensmittel unverpackt anbieten, eine Strategie, Müllberge zu vermeiden? Wie kann sich eine fünfköpfige Familie T-Shirts aus Ökobaumwolle leisten? Lässt sich der Kurzurlaub in Barcelona auch per Bahn absolvieren? Um die aktuellen klimapolitischen Probleme in den Griff zu bekommen, ist ein radikales Umdenken notwendig. Und hier braucht es mehr als ein Nachdenken über das individuelle Konsumverhalten. Die Ökonomisierung der natürlichen Ressourcen ist Resultat einer Haltung, die darauf baut, dass menschliches Handeln ausschließlich von wirtschaftlichem Denken geleitet ist. Der homo oeconomicus strebt uneingeschränkt nach Nutzen- und Gewinnmaximierung. Im Dienst der Profitmaximierung werden Wälder gerodet, Flüsse trockengelegt, Abwässer ins Meer geschüttet. Die menschliche Arbeitskraft wird abgewertet, die Lebensqualität des Einzelnen wird auf Konsum reduziert. Hier beginnt sich Widerstand zu regen. Der Ökonom Dennis Snower, früher Berater der G 20 Staaten, bezeichnet heute das Konzept der Nutzenmaximierung als fatalen Irrtum. Sein Credo heute: die Wirtschaft solle nicht dem Profit einzelner, sondern dem Gemeinwohl dienen. Die Degrowth - Bewegung bemüht sich, in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass Quantität durch Qualität ersetzt werden kann, und weniger oft mehr ist. Das beginnt bei der Produktion von Lebensmitteln und Kleidung, betrifft die Freizeit- und Unterhaltungsbranche und greift letztlich in die Gestaltung von Arbeitsplätzen ein. Klimaneutral zu werden bedeutet, Gewohnheiten zu überdenken. Für die politisch Verantwortlichen heißt das aber auch, Alternativen zu schaffen, und den rechtlichen Rahmen durchzusetzen, der partikuläre Wirtschaftsinteressen begrenzt.

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Epilepsie: Feuerwerk im Kopf

Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (3). Gestaltung: Daphne Hruby "Es ist wie der Absturz eines Computers. Plötzlich wird alles ganz schwarz. Und wenn ich wieder aufwache, weiß ich weder wo ich bin, noch wer die Person ist, die mich da gerade freundlich ansieht. Sie kommt mir irgendwie bekannt vor. Doch ich erkenne nicht, dass es sich hier um meinen langjährigen Lebenspartner handelt. Wie die Programme eines Computers, muss auch mein Gehirn erst wieder Schritt für Schritt hochfahren. Das ist sehr beängstigend." Eine junge Frau schildert den Moment nach einem epileptischen Anfall. Die ersten Aufzeichnungen über Epilepsie stammen aus der Antike. Die alten Griechen nannten sie die "heilige Krankheit", im Mittelalter galt sie als "schedelnde Gottesstraf". In der einen Epoche wurden Epileptikerinnen und Epileptiker verehrt, in der nächsten verfolgt. Über lange Zeit schrieb man ihnen übernatürliche Kräfte zu. Einige hören tatsächlich Stimme, oder haben Halluzinationen. Heute kennt man die neurologischen Gründe dafür. Epilepsie hat viele Gesichter. Manche Betroffene leiden unter starken Krampfanfällen. Bei anderen weist der Blick nur einige Sekunden ins Leere, wird daher oft mit Tagträumerei verwechselt und auch meist erst spät diagnostiziert. Bei einem epileptischen Anfall feuern Nervenzellen übermäßig starke Signale. Davon kann entweder das ganze Gehirn betroffen sein, oder nur einzelne Areale. Wie bei einem überhitzten Computer kommt es dann zu einer Art Blackout im Kopf. Meist dauern die Anfälle nur wenige Minuten. In seltenen Fällen können sie aber auch lebensbedrohlich sein und sich kurz nacheinander wiederholen - im Fachjargon spricht man hier von einem "status epilepticus". Die Ursachen für Epilepsie sind genauso vielfältig wie die Ausprägungsformen. Teils gibt es angeborene, oder genetische Faktoren. Aber auch andere Grunderkrankungen können epileptische Anfälle auslösen - beispielsweise Schlaganfälle, Gehirnentzündungen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Bei manchen Betroffenen bleiben die Hintergründe komplett im Dunkeln und können auch nicht mit modernsten bildgebenden Verfahren geklärt werden. Meist wird Epilepsie mit Medikamenten behandelt. Sogenannte "Antiepileptika" können nur die Symptome bekämpfen und Anfällen vorbeugen, sie können die Erkrankung aber nicht heilen. In besonders schweren Fällen wird das Gehirn operiert, oder mit leichten Stromschlägen stimuliert, dabei kommen auch Implantate zum Einsatz. In der Kunst spielt Epilepsie eine große Rolle. Die "Fallsucht" hat Kulturschaffende über die Jahrhunderte hinweg inspiriert. Aber auch Betroffene selbst haben die Welt erobert. Alexander der Große soll genauso Epileptiker gewesen sein wie Napoleon und Cäsar. Das gilt auch für Vincent van Gogh und Aristoteles.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Sexismus im Pop

Machotum und Widerstand (3). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang Wenn man Sexismus in der Rockmusik finden will, braucht man nicht lange zu suchen. Zum Bei-spiel der Song "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin: "I`m gonna give you every inch of my love" heisst es da im Text zum voranpeitschenden Gitarrenriff. Und diverse "Ahs" und "Ohs" unterstrei-chen, dass Sänger Robert Plant sich in eine Penetrationsphantasie hineinhalluziniert, in der auf jeden Fall er die Oberhand hat. Man hat sich angewöhnt, die aus solchen Blaupausen hervorgegangene Musik ´Cock Rock` zu nennen. Männerphantasien beflügelten jahrzehntelang den lyrischen Gehalt der Texte und die performativen Posen auf der Bühne, wo die E-Gitarre häufig zum prothetischen Phallus wurde. In ihrem Standardwerk "Sex Revolts" aus den 1990er Jahren führen die Autoren Joy Press und Simon Reynolds diese Attitüde auf ein männlich geprägtes Rebellentum zurück, das einen nomadischen Lebensstil mit Aggressivität und Abenteuerlust paart und gegen ein vermeintlich weib-liches Prinzip der Ruhe und Häuslichkeit gerichtet ist. Doch auch in anderen Genres der Popmusik, im speziellen im Hip Hop, wo gerne halbnackte Frauen submissiv um heteronormativ auftrumpfende Rapper herumtänzeln, ist ein derbe ausgespieltes Machotum Trumpf. So heisst es in einem besonders subtilen deutschen Rap-Text: "Wieso hab ich mich so verliebt/ In eine Frau, die statt zu putzen auf dem Sofa liegt/ In eine Bitch, die nicht kochen kann/Ich verhunger wochenlang." Erst in jüngerer Zeit gibt es Neues aus dem festgeschriebenen steinzeitlichen Geschlechterverhältnis in Rock und Pop zu vermelden. Mit Ausnahme von Artists der 1970er und 1980er Jahre wie den Runaways mit Joan Jett, Suzi Quatro, Patti Smith oder den Slits waren die weiblichen Vorbilder sowohl im Rock/Pop wie auch im alternativen Underground bis in die aktuelle Popzeitrechnung hin-ein rar gesät. Kurt Cobain von Nirvana ist der erste globale Megastar, der eine krachend harte Musik mit einem stark feminisierten Selbstentwurf kombiniert und auf der Bühne sogar Frauenkleider trägt. Seine beste Freundin war die feministische Künstlerin und Musikerin Kathleen Hanna, die Anfang der 1990er Jahre die wegweisende Riot Grrrl-Gruppe Bikini Kill gründete. Bei ihren Kon-zerten fliegen regelmäßig Flaschen und Steine auf die Bühne - geworfen vom größtenteils männli-chen Punk-Publikum. Jedes ihrer Konzerte beginnt daraufhin mit dem Aufruf: "Girls to the front!" - Frauen in die erste Reihe! Das gleichnamige Buch von Sara Marcus dokumentiert diese Zeit. Es entstehen Bands wie Sleater-Kinney, L7, Le Tigre, die nachfolgende Generationen bis hin zu Pussy Riot prägen und auch im Mainstream erfolgreich sind. Die subversive, feministische Kraft ist aktuell vor allem im Rap und Hip Hop spürbar, der um Ecken diverser und queerer daherkommt, als in vorherigen Generationen. Wie offen und pro-gressive ist die Szene heute? Und wie sehr ist sie immer noch an traditionellen Sexismus und stereo-type Rollenbilder geknüpft?

Mittwoch 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Autobahnkirchen

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Philosophie des Wohnens Von Domizil und Sein Traditionelles Wohnen in Japan Im Einklang mit Natur und Raum Das Kalenderblatt 1.12.1903 Der erste Western der Filmgeschichte Von Frank Halbach . Philosophie des Wohnens - von Domizil und Sein Autorin: Beate Meierfrankenfeld/ Regie: Martin Trauner Die Urform des Wohnens, schrieb Walter Benjamin, sei nicht das Dasein im Haus, sondern im Gehäuse. Ein Bild für Rückzug und Schutz, entliehen aus der Natur. Schutzbedürftig ist auch der Mensch, er schafft sich einen Raum, ein Innen gegenüber dem Außen. Mit Wänden und Dach, mit Fenstern und Türen - und mit Schloss und Riegel. Doch die Wohnung ist mehr als Unterschlupf und Behausung. Wohnen heißt, sich einzurichten, wenigstens auf Zeit, es ist etwas höchst Persönliches und wohl auch eine Sache des Maßes: Der Palast von Versailles war kaum bewohnbar, die beengte Schlafstätte eines chinesischen Wanderarbeiters ist es ebenso wenig. "Wohnsüchtig" hat Benjamin das 19. Jahrhundert mit seiner Vorliebe für Samt, Teppiche, "Tapezierkunst" und historische Möbelstile genannt. Das 20. Jahrhundert dagegen habe mit seinem Willen zur Transparenz das "Gehäusewesen" tief erschüttert. Und heute? Wie wohnt man, wenn die Webcam das eigene Zimmer für die ganze Welt öffnet? Lässt es sich im globalen Dorf heimisch werden? Und wird das Wohnen im Zeitalter von Flucht und Migration zu einem unsicheren Privileg? Traditionelles Wohnen in Japan - im Einklang mit Natur und Raum Autorin: Isabella Arcucci/ Regie: Frank Halbach Mit dem Öffnen der Schiebetür eines traditionellen japanischen Raumes, öffnet sich eine fremde Welt, die auf den ausländischen Besucher exotisch und zugleich beruhigend wirkt. In der kühlen Schlichtheit des mit Reisstrohmatten ausgelegten Raumes ist es die Tokonoma, die Schmuckecke, dekoriert mit Blumengesteck und Rollbild, die das Auge des Betrachters fesselt, während durch die geöffnete Veranda eine leise Abendbrise aus dem Garten hereinweht. Haus und Garten scheinen förmlich ineinander zu fließen. Sowohl die Gestaltung der Innenräume als auch des Gartens wurde in Japan vom Zen-Buddhismus beeinflusst. Doch es ist nicht nur die Philosophie des Zen, die dem westlichen Besucher eines traditionellen japanischen Hauses Rätsel aufgibt. Dem ausländischen Gast stellt sich auch die Frage, welche Pantoffeln in welchem Raum getragen werden dürfen und nicht zu Letzt gilt es, das Geheimnis jenes Zimmers zu ergründen, das auch für den von Überstunden geplagten modernen Japaner der Ort absoluter Entspannung ist: das Badezimmer. BR 2014 Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Aus dem Scheitern lernen Frank Deppe, eine linke Geschichte Von Sebastian Friedrich In diesem Jahr wurde der Marburger Politikwissenschaftler Frank Deppe 80: ein Alt-68er, der linke Wege und Irrwege gegangen ist und der sich intensiv mit dem Scheitern linker Utopien auseinandergesetzt hat.

Mittwoch 21:00 Uhr Radio Blau

Zonic Radio Show

Die hör-mediale Erweiterung der Kulturerscheinung Zonic. Thematisch frei zwischen Musik, Literatur und Kunst changierend, gibt es von tieftauchenden popkulturellen Features über experimentelle Klangstücke oder Sound & Poetry-Mixe bis zum Hangeln durch den News-Jungle eines extrem offenen musikalischen Spektrums alles zu hören, was potentielle Relevanz im stetig sich ausbreitenden Zonic-Kosmos hat; und über dessen Rand hinaus! Wort- & Musikauswahl: Alexander Pehlemann

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Mangel und Überfluss. Von der Quantität zur Qualität (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Epilepsie: Feuerwerk im Kopf. Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (3). Gestatung: Daphne Hruby Sexismus im Pop. Machotum und Widerstand (3). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Christof Sänger Der Wiesbadener Pianist Christof Sänger erhält den diesjährigen Hessischen Jazzpreis

Dienstag Donnerstag