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Freitag 09:05 Uhr Bayern 2

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Die Auster Delikatesse und Wasserfilter Der Schwamm Ohne Hirn aber mit viel Raffinesse Das Kalenderblatt 14.05.1918 Mary Smith Jones geboren, Eyak-Sprecherin Von Christiane Neukirch Die Auster - Delikatesse und Wasserfilter Autor: Bernd-Uwe Gutknecht / Regie: Eva Demmelhuber Das Jahr 41 vor Christus. Die antike Hafenstadt Tarsus in der heutigen Türkei: Als Ägyptens Königin Kleopatra hier Caesars Kontrahenten Antonius mit einem Festmahl empfängt, wird dem künftigen Liebespaar neben Pfauhenne und Birkhahn auch eine Auswahl an Austern kredenzt. Das hat der altrömische Geschichtsschreiber Cassius so überliefert. Tatsächlich wurden am Roten Meer Austern-Schalen gefunden, deren Inhalt schon vor 125.000 Jahren von den Einwohnern verzehrt wurde. Die kostspielige Delikatesse blickt also auf eine lange Geschichte als Edelfutter zurück. Allerdings sind nur wenige Arten der Schalenweichtiere zum Verzehr geeignet, vor allem die Pazifische Auster. Heutzutage werden Austern für Feinschmecker vorwiegend in künstlichen Austernbänken gezüchtet, was an der französischen Atlantikküste oder an der portugiesischen Algarve kommerziell betrieben wird. Perlen dürfen sich Gourmets in den Austernschalen nicht erhoffen, denn Perlen kann nur die Gattung Pictada - auch als Perlauster bekannt - entwickeln. Und die gehört zwar auch zur Klasse der Muscheln, aber nicht zur Familie der Austern und wird normalerweise nicht im Restaurant serviert. Der Schwamm - ohne Hirn aber mit viel Raffinesse Autorin: Prisca Straub / Regie: Irene Schuck Schwämme gehören zu den urtümlichsten Tieren auf unserem Planeten. Sie haben keine Nervenzellen, keine Muskeln, keine Sinnesorgane und keine Atmung. Aber: Sie sind fast überall im Meer zu finden - von der Gezeitenzone bis in die Tiefsee - und sogar im Süßwasser. Schwämme sind ein evolutionäres Erfolgsmodell aus der Frühzeit der Erde, das bis heute überdauert hat - in Form von Bechern, Knollen und Keulen, millimeterklein und metergroß. So einfach der Aufbau eines Schwamms, so komplex ist sein Innenleben - und weltweit interessieren sich Forscher für die einzigartigen Substanzen, die er produziert. Die hochwirksamen, biochemischen Stoffe gelten als große Hoffnung der Medizin beim Kampf gegen Viren und Bakterien, gegen Schmerzen und sogar gegen Krebs. Erstsendung: BR 2017 Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Freitag 19:05 Uhr BR-Klassik

Das Musik-Feature

"Verachtet und verehrt" Napoleon Bonaparte und die Musik Von Almut Ochsmann Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr Napoleon war ein großer Stratege und machtbesessener Herrscher. Napoleon gilt aber auch als großer Musikliebhaber, der wusste, wie man mit Kultur Menschen beeinflusst. Schon zu seinen Lebzeiten - und bis heute - polarisierte er: Beethoven bedachte ihn mit einer Widmung (und strich sie wieder), Johann Strauß komponierte einen Napoleon-Marsch und Arnold Schönberg eine Napoleon-Ode. Welche Rolle spielte Musik im Leben Napoleon Bonapartes, und wie haben sich sein Leben und Wirken in der Musik niedergeschlagen? Dieser Frage geht Almut Ochsmann nach.

Freitag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

"Die Welt tritt mir täglich zu nahe" Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora Von Burkhard Reinartz Regie: der Autor Produktion: Deutschlandfunk 2021 "Meine ersten Narrative waren die der Repression", sagt Terézia Mora über ihre von Katholizismus und ungarischem Kommunismus geprägte Jugend. In ihrem Erzählband "Seltsame Materie" gibt es neun Tote in zehn Erzählungen, "Häusliche und sexuelle Gewalt, Tierquälerei, böse Zungen und Sprachlosigkeit, Gestank und Matsch". Die erste der Erzählungen handelt vom Fortgehen und auch Terézia Mora ist fortgegangen, 1989 aus ihrem Heimatdorf Sopron nach Berlin. "Zäh sein und durchhalten". Den Übergang, an dem ihre Protagonistin Flora im Roman "Das Ungeheuer" scheiterte, hat sie inzwischen hinbekommen (Deutscher Buchpreis 2013). Was geblieben ist: die Gabe, als Emigrierte vom Rand vielleicht besser ins Zentrum deutscher Mentalität schauen und schreiben zu können. In den Romanen "Alle Tage" und der Trilogie um den lethargischen IT-Experten Darius Kopp, für die Terézia Mora 2018 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, geht es immer auch um Randexistenzen, Abseitige, Schweigende. Entlang Moras Credo: "Der Bereich, in dem es an Worten fehlt, ist derjenige, in den der Schriftsteller hinein schreibt". "Die Welt tritt mir täglich zu nahe"

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