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Donnerstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Neuroplastizität Wie das Gehirn sich neu strukturiert Alois Alzheimer Nervenarzt mit Mikroskop Das Kalenderblatt 06.05.1719 Daniel Defoes "Robinson Crusoe" erscheint Von Thomas Grasberger Neuroplastizität - Wie das Gehirn sich neu strukturiert Autorin: Maike Brzoska / Regie: Irene Schuck Unser Gehirn verändert sich ständig. Sonst wäre es auch nicht möglich, dass wir uns in unbekannten Umgebungen zurecht finden oder mit neuen Situationen klar kommen. Die Fähigkeit des Gehirns sich neu zu strukturieren, begleitet uns ein Leben lang, auch noch in hohem Alter, wenn auch in abnehmendem Maße. Was beim Lernen im Gehirn genau passiert, können Forscher immer besser nachvollziehen. Vor allem die Neurogenese, also die Neubildung von Nervenzellen, spielt dabei eine wichtige Rolle. Denn gerade diese neuen Zellen reagieren äußerst sensibel auf neuartige Umweltreize. Wichtig ist dieses Wissen zum Beispiel für hirnverletzte Patienten, die nach einem Schlaganfall viele Dinge neu lernen müssen. Aber auch zum besseren Verständnis der Alzheimer Krankheit trägt es bei. Daneben scheint die Neuroplastizität bei Depressionen eine Rolle zu spielen, denn es hat sich gezeigt, dass bei depressiven Menschen die Anpassungsfähigkeit des Gehirns gemindert ist. Einige Forscher vermuten deshalb, dass Depressive neue Reize schlechter verarbeiten können, was zur Folge hat, dass sie sich in neuen Situationen schnell überfordert fühlen. Erstsendung: BR 2018 Alois Alzheimer - Nervenarzt mit Mikroskop Autorin: Justina Schreiber / Regie: Sabine Kienhöfer Man nannte ihn den "Irrenarzt mit dem Mikroskop", um ihn von den Psychoanalytikern abzugrenzen. Denn Alois Alzheimer war der Überzeugung, dass auffällige psychische Veränderungen ihre Ursachen in veränderten Hirnstrukturen haben und nichts mit traumatischen Kindheitserlebnissen zu tun haben müssen. Als er auf einer Tagung im Jahre 1908 über seine Patientin Auguste D. referieren will, stößt sein Beitrag auf höfliches Desinteresse. Dass das von ihm entdeckte Krankheitsbild und seine Beschreibung offiziell anerkannt wird, erlebt er nicht mehr. Inzwischen leiden weltweit 30 bis 40 Millionen Menschen an den heimtückischen, unheilbaren Symptomen der Alzheimer-Krankheit. Erstsendung: BR 2014 Moderation: Thies Marsen Redaktion: Nicole Ruchlak

Donnerstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Ich verstehe!

Ein Plädoyer für die Mehrsprachigkeit (4). Gestaltung: Margit Atzler Seit dem Schuljahr 2019/2020 sind sie verpflichtend: Deutschförderklassen für jene Pflichtschulkinder, die dem Unterricht nicht ausreichend folgen können. Von Anfang an standen viele Pädagog/innen und Expert/innen u.a. aus der Sprachwissenschaft diesem Konzept mehr als skeptisch gegenüber. Denn, so der kritische Tenor: vor allem Kinder lernen eine Sprache am besten im alltäglichen Miteinander. Sprache ist mehr als Grammatik lernen. Sprache ist lebendige Kultur. Frühkindliche Fremdsprachenförderung ist angesagt. Aber es sollen doch bitte Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch sein. Chinesisch oder Russisch lassen sich vielleicht auch noch ob ihrer wirtschaftlichen Notwendigkeit argumentieren. Aber türkisch, bulgarisch, arabische oder afrikanische Sprachen? Die unterschiedlichen Sprachen werden unterschiedlich gewertet - analog zu den Kulturen, die mit ihnen assoziiert werden und zu ihrer vermeintlichen Notwendigkeit im globalen Wirtschaftsgeschehen. Doch egal um welche Sprache es sich handelt: mehrsprachig aufzuwachsen erzeugt im Gehirn neuronale Vernetzungen, die später für andere Lebensbereiche gebraucht werden. Allein fehlt vielfach ein quantitativ erkennbarer Nutzen, weshalb manche Eltern aus anderen Ländern ihren Kindern diese Herkunftssprachen gar nicht mehr beibringen wollen - teils aus Angst vor Ausgrenzung oder auch auf Grund des zeitlichen Aufwands, den die Beschäftigung mit der zusätzlichen Sprache und Kultur im Familienalltag bedeuten würde. LinguistInnen fordern ein größeres Bewusstsein für den Wert jeder einzelnen Sprache, sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenalter. Englisch als Standardsprache allein reicht nicht aus. Denn auch wenn sich eine große Zahl an Menschen auf Englisch unterhalten kann, so fehlt vielen die emotionale Komponente, die sich erst dann erschließt, wenn man in die damit verbundene Lebenswelt eintaucht. Das bedeutet nicht, dass es notwendig ist, eine Fremdsprache grammatikalisch fehlerfrei und ohne fremdsprachigen Akzent zu sprechen. Denn selbst in unserer Muttersprache hat eine gewisse Schlampigkeit Platz, wie sie in unterschiedlichen Dialekten und im Alltagsjargon zutage treten kann. Sprachliche Unebenheiten gehören dazu. Sowohl in der Muttersprache als auch im Spracherwerb. Modernes Fremdsprachentraining, wie es diverse Apps heute anbieten, ermöglichen es zu üben, ohne menschliches Gegenüber, das einen auf Fehler aufmerksam macht. Ob es darum geht, eingerostetes Schulfranzösisch aufzubessern, ein paar Phrasen portugiesisch für den nächsten Urlaub oder gar indonesisch oder norwegisch zu lernen. Die Apps ermöglichen spielerisches Lernen in jedem Alter ohne peinliche Hoppalas - allerdings nur bis zu einem gewissen Niveau. Denn: Sprache ist Beziehung. Erst im persönlichen Austausch erschließen sich kulturelle und soziale Komponenten der jeweiligen Sprache, die ja die eigentliche Faszination von Sprache ausmachen.

Donnerstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Das globale Casting neuer Ideen (4). Gestaltung: Monika Kalcsics, Margit Atzler, Ilse Huber, Stefan Niederwieser Veränderung beginnt im Kleinen, auch wenn sie das große Ganze im Blick hat. Schon 2020 war Ö1 mit der Initiative "Reparatur der Zukunft auf der Suche nach neuen Ideen aus Österreich für die Gesellschaft von morgen. Im Jahr 2021 ist daraus das globale Casting neuer Ideen geworden - die weltweite Suche nach Initiativen, die Österreich und die Welt positiv verändern und gestalten wollen. Das Radiokolleg berichtet in dieser Woche über zwölf Projekte aus dem In- und Ausland. *The Global Fluvial Clock Planetary Clepetra* Die Uhr von Jonathon Keats geht ein paar Wochen vor. Sie zeigt nicht jene Zeit an, mit der wir uns Meetings ausmachen, die Fabrik verlassen oder den Fernseher zum Tatort einschalten. Nein, diese Uhr misst die Zeit der Flüsse. Gerade arbeitet der amerikanische Philosoph und Künstler an einer "Global Fluvial Clock Planetary Clepetra". Diese komplexe Apparatur soll in einigen Monaten in Wien errichtet werden. Sie soll Menschen bewusst machen, dass sie es selbst sind, die beeinflussen, wie schnell oder langsam ihre Zeit verrinnt. Die Uhr wird mit Helmut Habersack, dem Leiter des Instituts für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung an der Universität für Bodenkultur in Wien entwickelt. Das Future Lab der Ars Electronica und Open Austria unterstützen die Umsetzung. Gestaltung: Stefan Niederwieser https://tumamoc.arizona.edu/people/jonathon-keats *One Square Mile* One Square Mile ist eine künstlerische Initiative zur Förderung von Empathie und gegenseitigem Zuhören in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft, die zu wenig miteinander spricht. Sehr persönliche Gespräche mit Menschen, die im Umkreis von einem Quadratkilometer des in London wohnenden Künstlers Vinzenz Stergin leben, werden neue musikalische Kompositionen inspirieren. Das Ziel ist es, Künstler/innen in vielen Ländern zu finden, die der Idee folgen: jemanden innerhalb 1m2 zu interviewen und eine künstlerische Reaktion darauf zu schaffen. Die kreativen Outputs werden auf einer Website veröffentlicht und anschließend in eine Wanderausstellung verwandelt. Gestaltung: Monika Kalcsics http://www.onesquaremile.eu *Crea Más* Ein multidisziplinäres Team eigens ausgebildeter StudentInnen bietet an Samstagen in Schulen Zusatzprogramme an, bei denen die Kinder Raum bekommen, ihre ganz persönlichen Talente zu entfalten und ihnen nachzugehen. Dafür wurde eine spezielle Unterrichts- und Betreuungsmethode in Kombination mit einem Volontärsprogramm entwickelt. Es geht gezielt um Potenzialentfaltung und Ermutigung, denn die Kinder in den Crea-Mas-Kursen kommen aus sozial benachteiligten Vierteln. Das Motto von Crea Mas: "Schaffen wir es gemeinsam, dass mehr Kinder an sich glauben und ihre Träume Wirklichkeit werden lassen!" Gestaltung: Margit Atzler https://creamas.org/

Donnerstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Von K-Pop bis Kraut Jazz

Eine aktuelle Phänomenologie diverser Neo-Musikgenres (4). Gestaltung: Sarah Kriesche, Walter Gröbchen, Thomas Mießgang *Kraut Jazz* Phänomen oder Phantom? Möglicherweise kommt einfach zusammen, was einer historischen Logik nach zusammenkommen musste: Jazz in Deutschland und die ewig nachhallende nationale/internationale Trademark Krautrock. Der Gründer des Gomma-Sublabels Kryptox, der DJ und Produzent Matthias Modica, dokumentierte mit seiner 2019 erschienen Compilation "Kraut Jazz Futurism", dass Berlin nicht länger nur die Techno-Hauptstadt Europas ist. Nach London, Paris und L.A. hat sich die deutsche Metropole zu einem neuen Hotspot freier Musik entwickelt - und während andernorts HipHop und R B zu wesentlichen Einflüssen und Querverbindungen zählen, erfolgt in Deutschland eine Rückbesinnung auf den Krautrock der 70er Jahre und experimentierfreudige elektronische Musik. Oder ist"s nur ein cleverer Marketing-Schmäh? Die "New Wave of German Bands" - die auch ungeniert die österreichische Formation Shake Stew eingemeindet - wildert auch in Afrobeat, Free Jazz und Psychedelia. Acts wie Karaba, das Andromeda Mega Express Orchestra, Keope oder Onom Omego And The Disco Jumpers hätten jedenfalls Freigeister wie Sun Ra oder Amon Düül II aufhorchen lassen. Das britische Avantgarde-Zentralorgan "Wire" formulierte es so: "Both refreshingly new and reassuringly badassed, eccentric and sometimes funny". Ob das reicht, ein neues retrofuturistisches Genre zu begründen, wird sich weisen. Gestaltung: Walter Gröbchen

Donnerstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Donnerstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Totholz Alte Bäume voller Leben Der Specht Höhlenbohrer unter den Vögeln Das Kalenderblatt 6.5.1719 Daniel Defoes "Robinson Crusoe" erscheint Von Thomas Grasberger Totholz - alte Bäume voller Leben Autorin: Claudia Steiner / Regie: Irene Schuck Früher waren die Wälder aufgeräumt. Reisigsammler gingen mit Körben auf dem Rücken durch die Wälder und hoben auf dem Boden liegende Zweige und Äste auf. Gerade ärmere Menschen waren auf das Klaubholz angewiesen, um es im Winter warm zu haben. Heute bleiben abgebrochene Äste und umgefallene Bäume nach einem Sturm oft im Wald liegen - aus gutem Grund. Totholz ist als Lebensraum für zahlreiche kleine und große Waldbewohner essenziell. Spechte, Fledermäuse, Käfer - sie alle profitieren von Alt- und Totholz. So dienen absterbende oder tote Bäume als Nahrungsquelle, Lebensraum und Brutstätte, nicht nur für Tiere, sondern auch für Flechten, Pilze und neu wachsende Bäume. Studien zeigen, dass viele Arten auf das Vorhandensein von Totholz angewiesen sind. Auch in bewirtschafteten Wäldern lassen Förster deshalb immer öfter zumindest einen Teil des Totholzes liegen, um Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Der Specht - Höhlenbohrer unter den Vögeln Autorin: Renate Kiesewetter / Regie: Susi Weichselbaumer Tock-tock-tock. Hört man dieses Geräusch, ist in unseren Wäldern meist ein Specht am Werk. Wie wild hämmert und klopft dann oft ein schwarz-weiß-roter Buntspecht mit seinem mächtigen Schnabel auf den Baumstamm: Holz bearbeiten, das kann er wie kein zweiter. Aber auch alle anderen Spechtvögel lassen die Späne fliegen: Grünspechte, Schwarzspechte, Bergspechte, Grauspechte, Dunenspechte, und, und, und ... Die Spechtvögel sind eine artenreiche Familie. Die Meister im Klettern zimmern gekonnt geräumige und sichere Höhlen für sich und ihre Familie in Baumstämme. Mehr noch, und das macht ihre Schreinerarbeit so wertvoll: Die begehrten Behausungen bewohnen nach ihnen auch viele weitere Waldgenossen: andere Vögel, aber auch Fledermäuse, Eichhörnchen, Siebenschläfer, Haselmaus. Somit haben Spechte eine wichtige Schlüsselstellung im Ökosystem Wald. Doch die Vögel bauen mit ihrem extrem belastungsfähigen Schnabel nicht nur Nisthöhlen, er dient ihnen vielmehr auch zur täglichen Nahrungssuche nach Insekten, Larven und Würmern in und unter der Baumrinde. Auch durch diese natürliche Form der Schädlingsbekämpfung spielt der Specht eine wichtige Rolle für den Wald. Erstsendung: BR 2018 Moderation: Birgit Magiera Redaktion: Bernhard Kastner

Donnerstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Am Rande des Lebens Zur Geschichte der Virenforschung Von Matthias Eckoldt Viren gehören zum Rätselhaftesten, das die belebte Natur hervorgebracht hat. Sie verursachen nicht nur mitunter tödliche Infektionen, sondern waren auch an der Entstehung des Lebens überhaupt beteiligt. In der Geschichte der Virenforschung stehen - wie in ihrer Gegenwart - zermürbende Misserfolge und dramatische Fehleinschätzungen neben rauschhaften Sternstunden der Wissenschaft und ruhmversessener Manipulation des eigenen Datenmaterials. Epidemien, Krankheit und Tod sind ständige Begleiter jener Forscher, die es mit dem Kleinsten und Rätselhaftesten , was die belebte Natur zu bieten hat. Sollte sich dabei am Ende herausstellen, dass Viren nicht nur für tückische Infektionen zuständig sind, sondern die Entstehung des Lebens und der Säugetiere mitbewirkt haben?

Donnerstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Ich verstehe! Ein Plädoyer für die Mehrsprachigkeit (4). Gestaltung: Margit Atzler Reparatur der Zukunft. Das globale Casting neuer Ideen (4). Gestaltung: Monika Kalcsics, Margit Atzler, Ilse Huber, Stefan Niederwieser Von K-Pop bis Kraut Jazz. Eine aktuelle Phänomenologie diverser Neo-Musikgenres (4). Gestaltung: Sarah Kriesche, Walter Gröbchen, Thomas Mießgang

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