Features im Radio

Features

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Ich verstehe!

Ein Plädoyer für die Mehrsprachigkeit (2). Gestaltung: Margit Atzler Seit dem Schuljahr 2019/2020 sind sie verpflichtend: Deutschförderklassen für jene Pflichtschulkinder, die dem Unterricht nicht ausreichend folgen können. Von Anfang an standen viele Pädagog/innen und Expert/innen u.a. aus der Sprachwissenschaft diesem Konzept mehr als skeptisch gegenüber. Denn, so der kritische Tenor: vor allem Kinder lernen eine Sprache am besten im alltäglichen Miteinander. Sprache ist mehr als Grammatik lernen. Sprache ist lebendige Kultur. Frühkindliche Fremdsprachenförderung ist angesagt. Aber es sollen doch bitte Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch sein. Chinesisch oder Russisch lassen sich vielleicht auch noch ob ihrer wirtschaftlichen Notwendigkeit argumentieren. Aber türkisch, bulgarisch, arabische oder afrikanische Sprachen? Die unterschiedlichen Sprachen werden unterschiedlich gewertet - analog zu den Kulturen, die mit ihnen assoziiert werden und zu ihrer vermeintlichen Notwendigkeit im globalen Wirtschaftsgeschehen. Doch egal um welche Sprache es sich handelt: mehrsprachig aufzuwachsen erzeugt im Gehirn neuronale Vernetzungen, die später für andere Lebensbereiche gebraucht werden. Allein fehlt vielfach ein quantitativ erkennbarer Nutzen, weshalb manche Eltern aus anderen Ländern ihren Kindern diese Herkunftssprachen gar nicht mehr beibringen wollen - teils aus Angst vor Ausgrenzung oder auch auf Grund des zeitlichen Aufwands, den die Beschäftigung mit der zusätzlichen Sprache und Kultur im Familienalltag bedeuten würde. LinguistInnen fordern ein größeres Bewusstsein für den Wert jeder einzelnen Sprache, sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenalter. Englisch als Standardsprache allein reicht nicht aus. Denn auch wenn sich eine große Zahl an Menschen auf Englisch unterhalten kann, so fehlt vielen die emotionale Komponente, die sich erst dann erschließt, wenn man in die damit verbundene Lebenswelt eintaucht. Das bedeutet nicht, dass es notwendig ist, eine Fremdsprache grammatikalisch fehlerfrei und ohne fremdsprachigen Akzent zu sprechen. Denn selbst in unserer Muttersprache hat eine gewisse Schlampigkeit Platz, wie sie in unterschiedlichen Dialekten und im Alltagsjargon zutage treten kann. Sprachliche Unebenheiten gehören dazu. Sowohl in der Muttersprache als auch im Spracherwerb. Modernes Fremdsprachentraining, wie es diverse Apps heute anbieten, ermöglichen es zu üben, ohne menschliches Gegenüber, das einen auf Fehler aufmerksam macht. Ob es darum geht, eingerostetes Schulfranzösisch aufzubessern, ein paar Phrasen portugiesisch für den nächsten Urlaub oder gar indonesisch oder norwegisch zu lernen. Die Apps ermöglichen spielerisches Lernen in jedem Alter ohne peinliche Hoppalas - allerdings nur bis zu einem gewissen Niveau. Denn: Sprache ist Beziehung. Erst im persönlichen Austausch erschließen sich kulturelle und soziale Komponenten der jeweiligen Sprache, die ja die eigentliche Faszination von Sprache ausmachen.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Napoleon Bonaparte Der Emporkömmling Empire Ein Hauch von Napoleon Das Kalenderblatt 04.05.1891 Sherlock Holmes stirbt Von Katharina Hübel Napoleon Bonaparte - der Emporkömmling Autor: Klaus Uhrig / Regie: Martin Trauner Keiner hätte gedacht, dass so einer mal Kaiser werden könnte: Napoleon Bonaparte, geboren als Sohn eines kleinen Adeligen auf der Insel Korsika. Keine besonders gute Startposition. Aber Napoleon beißt sich durch - und steht immer auf der Gewinnerseite. Er macht Karriere im Militär, dient sich der neuen Revolutionsregierung an. 1799 ist Schluss mit Revolution: Napoleon übernimmt selbst die Macht in Frankreich. Erst als "Erster Konsul", eine Art Diktator auf Zeit. 1804 lässt er sich zum Kaiser krönen. So kometenhaft sein Aufstieg ist, so tief ist Napoleons Fall. 1812 beherrscht er weite Teile Europas, zwei Jahre später muss er in die Verbannung, nach Elba. Er bäumt sich noch einmal auf, kehrt zurück, übernimmt die Macht in Frankreich. Am Ende scheitert er wieder. Der Emporkömmling, Kaiser der Franzosen, der mächtigste Mann Europas stirbt einsam im Exil auf St. Helena. Erstsendung: BR 2012 Empire - ein Hauch von Napoleon Autorin: Barbara Knopf / Regie: Kirsten Böttcher Hauchzart schmiegen sich die Musselinkleider um den Körper. Korsett und Reifrock waren nach der Französischen Revolution verschwunden, der Puderprunk des Absolutismus passé im frühen neunzehnten Jahrhundert. In der Empiremode war der Körper befreit. Das entsprach dem gesellschaftlichen Ideal: Das erstarkende Bürgertum pflegte den geistigen und seelischen Austausch. Es orientierte sich an der Antike. Die Frauen drappierten ihre Kleider mit statuarischer Eleganz. Und so entwickelte sich in Frankreich das einfache Chemisenkleid zum raffinierten Musthave aus feinster Baumwolle, das halb Europa entzückte. Als Napoleon sich zum Kaiser krönte, wurde Mode wieder zur imperialistischen Propaganda in Glanz und Seide. Politisch verriet Napoleon die Idee von Freiheit und Gleichheit auf den Schlachtfeldern, modisch verwehte der Hauch von Emanzipation, damals jedenfalls. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Das globale Casting neuer Ideen (2). Gestaltung: Monika Kalcsics, Margit Atzler, Ilse Huber, Stefan Niederwieser Veränderung beginnt im Kleinen, auch wenn sie das große Ganze im Blick hat. Schon 2020 war Ö1 mit der Initiative "Reparatur der Zukunft auf der Suche nach neuen Ideen aus Österreich für die Gesellschaft von morgen. Im Jahr 2021 ist daraus das globale Casting neuer Ideen geworden - die weltweite Suche nach Initiativen, die Österreich und die Welt positiv verändern und gestalten wollen. Das Radiokolleg berichtet in dieser Woche über zwölf Projekte aus dem In- und Ausland. *Greenish* Die Einwegverpackungen aus Plastik haben sich von der praktischen Erfindung zum belastenden Umweltmüll entwickelt. Immer mehr nutzlos gewordene Säcke, Folien und Tragtaschen landen in der Umwelt. Strände, Straßen und Städte verschmutzen zunehmend. In Ägypten finden sich immer weniger Menschen damit ab und legen selbst Hand an zur Reinigung. Angezettelt von zwei Handvoll junger Leute zieht das Start-Up Greenish immer weitere Kreise. Gestaltung: Ilse Huber https://www.green-ish.org/ *Low-Clearance Rapit Transit* Gehe ich zu Fuß, fahre ich mit dem Rad, mit dem Auto oder nehme ich ein öffentliches Verkehrsmittel? Das Mobilitätsverhalten von Menschen hängt vom Verkehrsangebot ab. Der Low-Clearance Rapit Transit soll eine rasch umsetzbare Verkehrsalternative für den urbanen Raum sein. Eine Schnellstraßenbahn, die so viel wie möglich auf der Oberfläche fährt und nur so viel unterirdisch wie nötig ist, um Störungen durch den Autoverkehr zu vermeiden. Durch besonders niedrige Fahrzeuge, eine optimierte Verkehrsführung und angepasste Trassierungswerte kann nahezu die Qualität einer U-Bahn erreicht werden, während die Kosten näher bei jenen einer Straßenbahn liegen. Gestaltung: Monika Kalcsics http://buschbacher.at/LCRTde.html *Fairstainability* Die Firma Einhorn produziert vegane Kondome und Periodenprodukte - und zwar nach selbstauferlegten fairstainable Standards. Das bedeutet: fair und nachhaltig. Die Firma Einhorn arbeitet mit Kautschuk-Kooperativen in Thailand zusammen, die Kautschukbäume in Agroforstsystemen anbauen. Die Anbau- und Produktionsmethoden werden gemeinsam mit den Kleinbauern und Kondomproduzenten vor Ort weiterentwickelt. Eine neue Art der Unternehmenskultur, damit sich fairstainable Standards durch die gesamte Lieferkette ziehen. Gestaltung: Margit Atzler https://einhorn.my/

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Von K-Pop bis Kraut Jazz

Eine aktuelle Phänomenologie diverser Neo-Musikgenres (2). Gestaltung: Sarah Kriesche, Walter Gröbchen, Thomas Mießgang *Cloud Rap* "Cloud Rap", weiß Wikipedia, "ist eine 2009 entstandene Spielart des HipHop, die sich durch sphärische Synthesizerklänge und den Einsatz von Auto Tune auszeichnet." Diese Erklärung greift eindeutig zu kurz - zumal sich das Genre gerade im Stakkato kurzlebiger musikalischer Modetrends schon erstaunlich lange hält. Mit Einflüssen von Ambient, Dream Pop, Trap und Chillwave ist man jedenfalls auf der schaumgebremsten, psychedelischen, letztlich drogenaffinen Seite der Pop-Ästhetik unterwegs. Die Wurzeln von Cloud Rap liegen im US-HipHop von Acts wie Lil B. und Lil Peep. Der Stil wurde durch den schwedischen Künstler Yung Lean nach Europa importiert und kennt auch hierzulande mit Namen wie Money Boy, Yung Hurn oder Crack Ignaz lokale Anwender, die mit dem disruptiv-provokanten Singsang zu Stars wurden. Eine wesentliche Arena für Cloud-Rap ist die - eventuell auch namensgebende - Internet-Plattform "Soundcloud", die die vordergründig wenig kommerzielle Musik mit bruchstückhaften Texten zugänglich machte. Inzwischen ist das Genre bei Jugendlichen enorm populär - anno 2021 stellt sich aber die Frage, ob es noch eine Weiterentwicklung geben kann und gibt. Gestaltung: Walter Gröbchen

Dienstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

DDR-Literatur Rückkehr, Aufbau, Kritik Reiner Kunze Dichter und Druck Das Kalenderblatt 04.05.1891 Sherlock Holmes stirbt Von Katharina Hübel DDR-Literatur - Rückkehr, Aufbau, Kritik Autorin: Christine Hamel / Regie: Irene Schuck Lange Zeit wurde die Literatur der DDR verächtlich abgetan: zu kniefällig, zu parteikonform. Der Sozialistische Realismus galt als ein Schimpfwort. Inzwischen setzen sich immer mehr Tendenzen durch, die fernab der Stellungen des Kalten Krieges einen ideologisch unbelasteten, neugierigen Zugang zu den Autoren proben, die während des 40-jährigen Bestehens der DDR Texte produziert haben. Produktionsromane, Arbeiter- und Bauerntheater, volkspädagogische Erzählungen oder proletarische Lyrik stehen neben sozialistischer Empfindsamkeitsprosa, düsterem Geschichtspessimismus, Utopien oder Selbstbehauptungsromanen, die gegen das zunehmende öffentliche Verstummen anschreiben. Die Erfahrungen der DDR haben vielfach erstklassige Literatur beflügelt, was man anhand der Liste der Büchnerpreisträger ablesen kann: Uwe Johnson, Reiner Kunze, Christa Wolf, Heiner Müller, Wolf Biermann, Durs Grünbein, Sarah Kirsch, Volker Braun, Wolfgang Hilbig, Reinhard Jirgl und Elke Erb. Was war Thema in der DDR, wie und wo griff die Zensur ein und welche Bedeutung fiel der Literatur zu? Christine Hamel über ein spannendes Kapitel deutscher Literaturgeschichte. Reiner Kunze - Dichter und Druck Autor und Regie: Martin Schramm Die "wunderbaren Jahre", die Reiner Kunze in der DDR verbracht hat, haben es in sich: Der unbequeme Schriftsteller erlaubt es sich, selbst zu denken - ein leiser Dichter und Zeitzeuge. Auch Christa Wolf gilt als eine wichtige Schriftstellerin der DDR. Ihre zunehmende kritische Auseinandersetzung mit den SED-Dogmen und ihre unverdrossene Suche nach der Wahrheit - auch nach den Schattenseiten der eigenen Person - haben sie zu einer wichtigen Chronistin bewegter Zeiten gemacht. Moderation: Kristina Thiele Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

"Tief im Walde sitzt der Tod ... und schnitzt an einem Segelboot." Die Reime des Christian Morgenstern. Feature zum 150. Geburtstag des Dichters. Von Matthias Haydn Palmström, Korf, die Galgenlieder: Kaum jemand kennt nicht das eine oder andere (komische) Gedicht von Christian Morgenstern. Sie werden auch heute noch Kindern vor dem Einschlafen vorgetragen und von Schulkindern auswendig gelernt, mehr als 100 Jahre, nachdem sie geschrieben wurden. Christian Morgenstern wurde 1871 in München geboren. Als er zehn Jahre alt war, starb seine Mutter an Tuberkulose. Morgenstern hatte sich bei ihr angesteckt, litt ein Leben lang an der Krankheit und starb schließlich selbst daran, im Alter von 42 Jahren in Meran. Morgenstern führte ein rastloses Leben. Er wechselte immer wieder Wohnung und auch Wohnort. Oft war er auf Reisen, vor allem um seine Krankheit zu kurieren. Er liebte das Meer und die Berge. Die Reisen kosteten viel Geld, Geld das Morgenstern mit seiner Arbeit als Schriftsteller nur schwer verdienen konnte. Redaktion: Alfred Koch

Dienstag 19:15 Uhr SR2 Kulturradio

Kontinent - Das europäische Magazin

Reformator oder Restaurator der Sklaverei und Kriegstreiber? - Zum 200. Todestag unterwegs auf der Route Napoléon Feature von S. Markert

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Featurearchiv - Sorgen (2/3) Eurogeneration "Allein gelassen" Die einsamen Kinder der rumänischen Arbeitsemigranten Von Keno Verseck Regie: Axel Scheibchen Produktion: Deutschlandfunk 2009 Ihre Eltern lassen sie allein, um besser für sie zu sorgen: Viele rumänische Kinder wachsen bei den Großeltern oder bei entfernten Verwandten auf, weil ihre Mütter und Väter im Ausland arbeiten. Als Erntehelfer in Italien oder Spanien verdienen sie Geld für die Schule und die Ausbildung ihrer Kinder. Die müssen deshalb oft schon früh Verantwortung übernehmen. Sie kümmern sich um jüngere Geschwister oder um alte und hilfsbedürftige Familienmitglieder, während sie eigentlich sorglos spielen, aufwachsen und lernen sollten. Als der Autor 2009 in Rumänien recherchiert, betrifft das rund 350.000 Kinder. Ihre Eltern sorgen als Arbeitsemigranten für die Tomaten und Pfirsiche auf unseren Tellern. Eine ganze Generation bezahlt für unser aller Bedürfnis nach Vielfalt im Supermarkt mit dem Lebensgefühl der Einsamkeit. Eurogeneration "Allein gelassen"

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Dschungelnomaden Vom Urwald leben im 21. Jahrhundert? Von Erhardt Schmid Noch leben auf Borneo Ureinwohner in und von riesigen Dschungeln. Doch der Lebensraum ist bedroht. Werden Menschen und Bäume das 21. Jahrhundert überleben? Weltweit roden Großkonzerne und Kleinbauern gewaltige Schneisen in riesige Regenwälder. Auch auf Borneo hat sich der Dschungel wegen Abholzung, Kohleabbau und Palmölplantagen halbiert, aber die verbliebene Fläche ist immer noch größer als ganz Deutschland: Dort leben bis heute einige Tausend Punan, die sich von Tieren, Früchten und dem Mark der Sagobäume ernähren. Wissenschaftler debattieren, wie lange die Punan und andere Dschungel-Völker noch durchhalten können. Teile des Amazonasbeckens gelten bereits als grüne Wüsten, die nicht mehr genügend essbare Pflanzen und Tiere hervorbringen. Haben die Punan-Familien eine Zukunft in ihrer Heimat?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Dream Sounds Schlaf und Traum in der Musik Von Raphael Smarzoch Deutschlandfunk 2017 Es gibt kaum einen Komponisten, der nicht die Themen Schlaf oder Traum verarbeitet hätte. Dazu bieten heute Streamingdienste Einschlafplaylisten an, Apps verwandeln das Smartphone in einen akustischen Schlummerkasten und Videoportale liefern Geräuschsoundtracks zur Entspannung und gegen die Schlaflosigkeit. Franz Liszt und Johannes Brahms komponierten Wiegenlieder. Robert Rich bastelt an einer Ambient-Schlafmusik. In dieses Genre fällt auch Max Richters achtstündiges Epos "Sleep", eine Sinfonie gegen die Schnelllebigkeit des digitalen Alltags. So werden die digitalen Medien die Wiegenliedmaschinen von heute. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Die toten Mütter meiner Tochter Von Jenny Marrenbach Regie: die Autorin Ton: Nikolaus Löwe, Martin Scholz und Benjamin Ihnow Produktion: RBB / Deutschlandradio Kultur 2016 Länge: 39"28 Eine berufstätige Frau, die in einer gleichberechtigten Partnerschaft lebt, wird zum ersten Mal Mutter. Übernimmt jetzt der Mann einen Teil der Care-Arbeit? Welche Modelle haben die Mütter der Generationen davor gefunden? Es sind die 50er-Jahre in Mengede, einem Vorort von Dortmund. Die Hände von Elisabeth sind rau, wenn sie ihre Tochter Marita wäscht. Ab den 70er-Jahren kämpft Marita um ihre Unabhängigkeit von Herd und Mann. Es ist die Zeit der Kinderläden und Patchworkfamilien. Maritas Tochter Jenny ist in den Nullerjahren nach Berlin gezogen. Sie wickelt ihre Tochter mit einem Hybridwindelsystem, isst biologische Flugmangos und versucht, Kind und Karriere ohne Kompromisse zu vereinen. Die Widersprüche der Gegenwart zerren an ihr. Kann die Vergangenheit Antworten geben? Jenny Marrenbach blickt zwei Generationen zurück und sucht in ihrer Heimatstadt im Ruhrgebiet nach Erklärungen für die Gegenwart. Beim Ausprobieren von Modellen, wie Kind und Karriere zu vereinbaren sind, blickt sie in die 50er- und 70er-Jahre und auf die Kämpfe, die frühere Mütter in ihrer Familie auszufechten hatten. Jenny Marrenbach wurde 1985 in Dortmund geboren. Sie hat Geschichte und Politik in Bochum, Montpellier und Bremen studiert. Seit 2011 macht sie Features und Radioreportagen. Für ihre Stücke reiste sie viel um die Welt, unter anderem nach Haiti, in die USA oder nach Kuba. Ihre Arbeiten wurden mit dem CNN-Award und dem Kurt-Magnus-Preis ausgezeichnet. Das Feature "Die toten Mütter meiner Tochter" wurde unter anderem mit dem Juliane Bartel Medienpreis 2017 ausgezeichnet. Derzeit betreut sie einen mehrsprachigen Podcast von Deutschlandfunk Kultur und dem Goethe-Institut. Die toten Mütter meiner Tochter

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Ich verstehe! Ein Plädoyer für die Mehrsprachigkeit (2). Gestaltung: Margit Atzler Reparatur der Zukunft. Das globale Casting neuer Ideen (2). Gestaltung: Monika Kalcsics, Margit Atzler, Ilse Huber, Stefan Niederwieser Von K-Pop bis Kraut Jazz. Eine aktuelle Phänomenologie diverser Neo-Musikgenres (2). Gestaltung: Sarah Kriesche, Walter Gröbchen, Thomas Mießgang

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