Features im Radio

Features

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Mangel und Überfluss

Von der Quantität zur Qualität (2). Gestaltung: Margarethe Engelhardt Müllberge, Klimaerwärmung. Luftverschmutzung sind Schlagworte, die aktuell die politischen Debatten bestimmen. Sind Geschäfte, die Lebensmittel unverpackt anbieten, eine Strategie, Müllberge zu vermeiden? Wie kann sich eine fünfköpfige Familie T-Shirts aus Ökobaumwolle leisten? Lässt sich der Kurzurlaub in Barcelona auch per Bahn absolvieren? Um die aktuellen klimapolitischen Probleme in den Griff zu bekommen, ist ein radikales Umdenken notwendig. Und hier braucht es mehr als ein Nachdenken über das individuelle Konsumverhalten. Die Ökonomisierung der natürlichen Ressourcen ist Resultat einer Haltung, die darauf baut, dass menschliches Handeln ausschließlich von wirtschaftlichem Denken geleitet ist. Der homo oeconomicus strebt uneingeschränkt nach Nutzen- und Gewinnmaximierung. Im Dienst der Profitmaximierung werden Wälder gerodet, Flüsse trockengelegt, Abwässer ins Meer geschüttet. Die menschliche Arbeitskraft wird abgewertet, die Lebensqualität des Einzelnen wird auf Konsum reduziert. Hier beginnt sich Widerstand zu regen. Der Ökonom Dennis Snower, früher Berater der G 20 Staaten, bezeichnet heute das Konzept der Nutzenmaximierung als fatalen Irrtum. Sein Credo heute: die Wirtschaft solle nicht dem Profit einzelner, sondern dem Gemeinwohl dienen. Die Degrowth - Bewegung bemüht sich, in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass Quantität durch Qualität ersetzt werden kann, und weniger oft mehr ist. Das beginnt bei der Produktion von Lebensmitteln und Kleidung, betrifft die Freizeit- und Unterhaltungsbranche und greift letztlich in die Gestaltung von Arbeitsplätzen ein. Klimaneutral zu werden bedeutet, Gewohnheiten zu überdenken. Für die politisch Verantwortlichen heißt das aber auch, Alternativen zu schaffen, und den rechtlichen Rahmen durchzusetzen, der partikuläre Wirtschaftsinteressen begrenzt.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Marina Abramovic Performance, Provokation und Pop Performance Art Geschichte, Themen, Perspektiven Das Kalenderblatt 30.11.1956 Hausfreund Swampy zieht in Berliner Krokodilhalle Von Prisca Straub . Marina Abramovic - Performance, Provokation und Pop Autor und Regie: Frank Halbach Sie sprengte die etablierten Grenzen der Kunst, indem sie über ihre eigenen physischen und psychischen Grenzen hinausging: Marina Abramoviè. Sie gilt als die "Großmutter" der Performance-Kunst. Ihre Anfänge sind radikale Experimente mit dem Schmerz, der für sie das eigene Bewusstsein erweitert. Unverzichtbar dafür: ihr Publikum, mit dem Abramoviè eine Erlebnisgemeinschaft anstrebt. Sie kämmte ihr Haar, bis die Kopfhaut zu bluten begann, ritzte sich nackt vor Publikum ein Pentagramm in den Bauch, wanderte 2.500 Kilometer auf der chinesischen Mauer. Und zu ihrer berühmtesten Performance pilgerten 750.000 Menschen ins Museum of Modern Art, nur um ihr schweigend gegenüberzusitzen. Ihr Werk als Ganzes spiegelt einen faszinierenden Individuationsprozess: Je mehr sie sich auch mit Meditation beschäftigt, mit Techniken östlicher Spiritualität, umso mehr beruhigt sich auch ihr Werk, das sie zu den wichtigsten und einflussreichsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst machte. Die Performerin, die zunächst schockierte, provozierte, aber schon immer auch faszinierte, ist heute auch eine Pop-Ikone. Performance Art - Geschichte, Themen, Perspektiven Autorin: Stephanie Metzger/ Regie: Irene Schuck Marina Abramovic ritzte sich einen Stern in den Bauch ("Lips of Thomas", 1975), Chris Buden ließ sich in den Arm schießen ("Shoot", 1971), Valie Export fordere Passanten auf, ihr Brüste anzufassen ("Tapp- und Tastkino" 1969): Künstlerinnen und Künstler der Performance Art spielen nicht, sie handeln tatsächlich. Das Blut auf Bauch oder Arm ist echt, die Berührung der Brüste auch. Den Körper begreifen sie als zentrales Mittel ihrer Kunst. Body Art wird diese deshalb auch genannt. Seit den 1960er Jahren - mit Vorläufern bei den Dadaisten oder Futuristen - entwickelte sie sich aus der Bildenden Kunst. Pinsel und Leinwand, ja das Werk als solches ließ man hinter sich und es wurden Anleihen am avantgardistischen Theater der Zeit genommen. Statt Darstellung, Repräsentation oder gar künstlerischem Ausdruck von etwas ging es um das Hier und Jetzt, den echten Schmerz, das tatsächliche Risiko. Für alle Beteiligten: Performer und Zuschauer. In der Performance Art werden Alle zu Teilnehmern eines Ereignisses, das unkontrollierbar bleibt, Gefahren birgt, Position einfordert. Als solche eigentlich nicht dokumentier- oder konservierbar, sind zentrale Aktionen der Performance Art inzwischen trotzdem im allgemeinen Gedächtnis der Kunst- und Theatergeschichte eingeschrieben. Und ihre Strategien im Umgang mit Raum, Zeit und Wahrnehmung haben als Standard Eingang in die Kunst und in das Theater der Gegenwart gefunden. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Epilepsie: Feuerwerk im Kopf

Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (2). Gestaltung: Daphne Hruby "Es ist wie der Absturz eines Computers. Plötzlich wird alles ganz schwarz. Und wenn ich wieder aufwache, weiß ich weder wo ich bin, noch wer die Person ist, die mich da gerade freundlich ansieht. Sie kommt mir irgendwie bekannt vor. Doch ich erkenne nicht, dass es sich hier um meinen langjährigen Lebenspartner handelt. Wie die Programme eines Computers, muss auch mein Gehirn erst wieder Schritt für Schritt hochfahren. Das ist sehr beängstigend." Eine junge Frau schildert den Moment nach einem epileptischen Anfall. Die ersten Aufzeichnungen über Epilepsie stammen aus der Antike. Die alten Griechen nannten sie die "heilige Krankheit", im Mittelalter galt sie als "schedelnde Gottesstraf". In der einen Epoche wurden Epileptikerinnen und Epileptiker verehrt, in der nächsten verfolgt. Über lange Zeit schrieb man ihnen übernatürliche Kräfte zu. Einige hören tatsächlich Stimme, oder haben Halluzinationen. Heute kennt man die neurologischen Gründe dafür. Epilepsie hat viele Gesichter. Manche Betroffene leiden unter starken Krampfanfällen. Bei anderen weist der Blick nur einige Sekunden ins Leere, wird daher oft mit Tagträumerei verwechselt und auch meist erst spät diagnostiziert. Bei einem epileptischen Anfall feuern Nervenzellen übermäßig starke Signale. Davon kann entweder das ganze Gehirn betroffen sein, oder nur einzelne Areale. Wie bei einem überhitzten Computer kommt es dann zu einer Art Blackout im Kopf. Meist dauern die Anfälle nur wenige Minuten. In seltenen Fällen können sie aber auch lebensbedrohlich sein und sich kurz nacheinander wiederholen - im Fachjargon spricht man hier von einem "status epilepticus". Die Ursachen für Epilepsie sind genauso vielfältig wie die Ausprägungsformen. Teils gibt es angeborene, oder genetische Faktoren. Aber auch andere Grunderkrankungen können epileptische Anfälle auslösen - beispielsweise Schlaganfälle, Gehirnentzündungen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Bei manchen Betroffenen bleiben die Hintergründe komplett im Dunkeln und können auch nicht mit modernsten bildgebenden Verfahren geklärt werden. Meist wird Epilepsie mit Medikamenten behandelt. Sogenannte "Antiepileptika" können nur die Symptome bekämpfen und Anfällen vorbeugen, sie können die Erkrankung aber nicht heilen. In besonders schweren Fällen wird das Gehirn operiert, oder mit leichten Stromschlägen stimuliert, dabei kommen auch Implantate zum Einsatz. In der Kunst spielt Epilepsie eine große Rolle. Die "Fallsucht" hat Kulturschaffende über die Jahrhunderte hinweg inspiriert. Aber auch Betroffene selbst haben die Welt erobert. Alexander der Große soll genauso Epileptiker gewesen sein wie Napoleon und Cäsar. Das gilt auch für Vincent van Gogh und Aristoteles.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Sexismus im Pop

Machotum und Widerstand (2). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang Wenn man Sexismus in der Rockmusik finden will, braucht man nicht lange zu suchen. Zum Bei-spiel der Song "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin: "I"m gonna give you every inch of my love" heisst es da im Text zum voranpeitschenden Gitarrenriff. Und diverse "Ahs" und "Ohs" unterstrei-chen, dass Sänger Robert Plant sich in eine Penetrationsphantasie hineinhalluziniert, in der auf jeden Fall er die Oberhand hat. Man hat sich angewöhnt, die aus solchen Blaupausen hervorgegangene Musik "Cock Rock" zu nennen. Männerphantasien beflügelten jahrzehntelang den lyrischen Gehalt der Texte und die performativen Posen auf der Bühne, wo die E-Gitarre häufig zum prothetischen Phallus wurde. In ihrem Standardwerk "Sex Revolts" aus den 1990er Jahren führen die Autoren Joy Press und Simon Reynolds diese Attitüde auf ein männlich geprägtes Rebellentum zurück, das einen nomadischen Lebensstil mit Aggressivität und Abenteuerlust paart und gegen ein vermeintlich weib-liches Prinzip der Ruhe und Häuslichkeit gerichtet ist. Doch auch in anderen Genres der Popmusik, im speziellen im Hip Hop, wo gerne halbnackte Frauen submissiv um heteronormativ auftrumpfende Rapper herumtänzeln, ist ein derbe ausgespieltes Machotum Trumpf. So heisst es in einem besonders subtilen deutschen Rap-Text: "Wieso hab ich mich so verliebt/ In eine Frau, die statt zu putzen auf dem Sofa liegt/ In eine Bitch, die nicht kochen kann/Ich verhunger wochenlang." Erst in jüngerer Zeit gibt es Neues aus dem festgeschriebenen steinzeitlichen Geschlechterverhältnis in Rock und Pop zu vermelden. Mit Ausnahme von Artists der 1970er und 1980er Jahre wie den Runaways mit Joan Jett, Suzi Quatro, Patti Smith oder den Slits waren die weiblichen Vorbilder sowohl im Rock/Pop wie auch im alternativen Underground bis in die aktuelle Popzeitrechnung hin-ein rar gesät. Kurt Cobain von Nirvana ist der erste globale Megastar, der eine krachend harte Musik mit einem stark feminisierten Selbstentwurf kombiniert und auf der Bühne sogar Frauenkleider trägt. Seine beste Freundin war die feministische Künstlerin und Musikerin Kathleen Hanna, die Anfang der 1990er Jahre die wegweisende Riot Grrrl-Gruppe Bikini Kill gründete. Bei ihren Kon-zerten fliegen regelmäßig Flaschen und Steine auf die Bühne - geworfen vom größtenteils männli-chen Punk-Publikum. Jedes ihrer Konzerte beginnt daraufhin mit dem Aufruf: "Girls to the front!" - Frauen in die erste Reihe! Das gleichnamige Buch von Sara Marcus dokumentiert diese Zeit. Es entstehen Bands wie Sleater-Kinney, L7, Le Tigre, die nachfolgende Generationen bis hin zu Pussy Riot prägen und auch im Mainstream erfolgreich sind. Die subversive, feministische Kraft ist aktuell vor allem im Rap und Hip Hop spürbar, der um Ecken diverser und queerer daherkommt, als in vorherigen Generationen. Wie offen und pro-gressive ist die Szene heute? Und wie sehr ist sie immer noch an traditionellen Sexismus und stereo-type Rollenbilder geknüpft?

Dienstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Die Testamentssucher - 2 Nachlassverwalterinnen bei der Arbeit

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Fjodor M. Dostojewski Leben und Werk Trümmerliteratur Schreiben in der Nachkriegszeit Das Kalenderblatt 30.11.1956 Hausfreund Swampy zieht in Berliner Krokodilhalle Von Prisca Straub . Fjodor M. Dostojewski - Leben und Werk Autorin: Julia Smilga/ Regie: Sabine Kienhöfer Der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski ( 1821-1881) bildet zusammen mit Leo Tolstoj und Anton Tschechow das Dreigespann der russischen Literatur, das außerhalb Russlands bekannt und verehrt wird. Schon zu Lebzeiten gilt Dostojewski als einer der ganz Großen der russischen Literatur. Seine Werke stellen eine eigenartige Mischung dar - von religiöser Tiefe und spannender kriminalistischer Handlung. Fünf seiner Romane gelten als Stützpfeiler der Weltliteratur : "Schuld und Sühne", "Der Idiot", "Die Dämonen", "Der Jüngling", und " Die Brüder Karamasow". Es gibt wohl keinen Schriftsteller im 20. Jahrhundert, der nicht unter Fjodor Dostojewskis Einfluss stünde. Denn in gewisser Weise nimmt er zentrale Erkenntnisse der Zukunft vorweg: den Versuch, den Menschen in seinen Tragödien und der Zerrissenheit zu verstehen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es allein von Dostojewskis Roman "Schuld und Sühne" 24 verschiedene Übersetzungen ins Deutsche. Woher kommt dieses Interesse an Dostojewski in Europa, speziell in Deutschland? Und was ist in seinem Schaffen immer noch aktuell? Julia Smilga portraitiert den großen russischen Schriftsteller Trümmerliteratur - Schreiben in der Nachkriegszeit Autrorin: Brigitte Kohn/ Regie: Irene Schuck 1945 kommen junge deutsche Autoren von den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs in ein Deutschland zurück, das in Trümmern liegt. Sie wissen, dass sie im Dienst eines verbrecherischen Regimes gekämpft haben, und sie schreiben, um zu warnen. Die Literatur der ersten Nachkriegsjahre erzählt vom Massensterben an der Front, vom Überlebenskampf der Menschen in den zerstörten Städten und von der Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft. Moderation: Gabriele Gerlach Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

Im Rucksack acht Spraydosen. Betrachtungen aus dem toten Winkel über den Schriftsteller und Performancekünstler Robert Prosser Er bewegt sich dort, wo seine Romane spielen - recherchiert, schreibt, performt. Robert Prosser, Jahrgang 1983, ist in der Graffiti-Szene genauso beheimatet wie im Boxring. Für seinen Roman "Phantome" (2017) reiste er mehrmals nach Bosnien und sprach mit Menschen der Ex-Jugoslawischen Community. In "Gemma Habibi" (2019) widmet er sich dem Amateurboxsport in Wien Ottakring und streift politische Brennpunkte wie den Syrienkrieg und die Flüchtlingsbewegung nach Europa. Sein Auftrag: "Dorthin zu reisen, wo es weh tut", abseits der Trampelpfade in den Libanon, nach Armenien, oder in die arabische Welt. Robert Prosser ist in Alpbach in Tirol aufgewachsen und lebt wieder dort. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Lan Sticker hat er im Herbst 2021 das Album "Drumbadour" veröffentlicht, auf dem er Texte aus "Gemma Habibi" im Sprechgesang als Schnittmenge von Rap und Prosa hörbar macht. Feature von Kathrin Wimmer

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Babys für die Welt Das Geschäft mit ukrainischen Leihmüttern Von Inga Lizengevic Regie: die Autorin Produktion: Deutschlandfunk/SWR/ORF 2021 Der Vater hat ein Mädchen bestellt. Als klar wird, dass das Kind ein Junge wird, drängt man sie zur Abtreibung. Es habe einen Gendefekt, sagt man ihr. Dabei waren die Tests unauffällig. Der Fötus entwickelt sich völlig normal. Babyglück zum Schnäppchenpreis - ab 39.900 Euro, mit Geld-zurück-Garantie. Die Ukraine hat sich zur Low-Budget-Babyfabrik entwickelt und lockt Paare mit unerfülltem Kinderwunsch aus aller Welt. "Erfolgsgarantie. Unbegrenzte Anzahl der Versuche. Bei negativem Ergebnis das ganze Geld zurück." - Ukrainische Babyfabriken werben für ihr Rundum-Sorglos-Paket aus menschlicher Eizelle, Befruchtung und Leihmutter. Doch hinter der fröhlichen rosa und blau gefärbten Werbung verbirgt sich ein gnadenloses Geschäft. Mit allen Mitteln der Reproduktionsmedizin und oft in einer rechtlichen Grauzone werden Kinder geliefert wie bestellt. Dass etwas schiefgeht, ist nicht vorgesehen. Zurück bleiben frühgeborene, behinderte Kinder und entmündigte Frauen, für die der Traum vom großen Geld zum Albtraum wird. Babys für die Welt

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Renaissance eines Baustoffs Mit Holz kommt wieder Seele ins Heim Von Sebastian M. Krämer Holz als Baustoff gewinnt wieder an Bedeutung. Sogar Brücken und mehrstöckige Gebäude entstehen inzwischen daraus. Hilft altes Bauwissen gegen den Klimawandel? Eine neue Festhalle aus Holz - die Gemeinde Frickingen am Bodensee wird damals für ihr Bauvorhaben belächelt. Denn Mitte der 1980er-Jahre dominieren funktionale Bauten aus Beton und Stahl die Ortskerne. Der Ort entwickelt sich zum Vorreiter im kommunalen Holzbau: Es folgen ein Rathaus, ein Feuerwehrgerätehaus und ein Bauhof. Die höheren Kosten für Holzbauten schrecken andere jedoch erstmal ab. Da aber vor dem Bau alles bis ins kleinste Detail durchdacht werden muss, fallen die Folgekosten geringer aus. Die gute Umweltbilanz kommt mit dazu. Moderne Verbundtechnologien ermöglichen Autobahnbrücken und mehrstöckige Wohnquartiere aus Holz. Dabei lassen sich ansprechende Architektur, schnelle Bauzeit und rationelle Produktionsweisen realisieren wie im Bregenzerwald zu sehen ist. Ist moderner Holzbau eine revolutionäre Antwort auf seelenlose Betonbauten?

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Alte Lieben Liebesgeschichten aus Zeiten des Festnetztelefons Von Fritz Tietz Dlf 2020 Die meisten der ersten Verliebtheiten, die man als Heranwachsender erlebt, sind im Erwachsenenalter wieder vergessen. Aber dann gibt es da auch diese eine, ganz besondere, vielleicht etwas vertracktere Liebelei, die sich einfach nicht vergessen lässt. Der Autor, Jahrgang 1958, hat sich mit Frauen und Männern seiner Generation über frühe Sehnsüchte und späte Nachwirkungen ausgetauscht. Er macht sich auf, seinen eigenen, alten Lieben noch einmal zu begegnen. Ein Feature über den lebenslangen Nachhall erster Begegnungen - und über die Liebe in Zeiten, in denen es weder Emails noch Online-Dating gab. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:03 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

HIV-Positiv Michaels erstes Jahr mit dem Virus Von Ole Siebrecht Regie: Matthias Kapohl Mit: Markus Bachmann Ton und Technik: Dirk Hülsenbusch und Matthias Fischenich Produktion: WDR/Deutschlandfunk Kultur 2021 Länge: 53"00 (Ursendung) Michael bekommt im Sommer 2020 die Diagnose: HIV-Positiv. Der Autor begleitet ihn das gesamte erste Jahr nach diesem einschneidenden Ereignis. Was wird sich verändern in Michaels Leben? Sommer 2020: Michael erhält eine Diagnose, die alles verändert: Er hat sich mit HIV infiziert. Nach dem ersten Schock kommen die Fragen: Was bedeutet die Diagnose, in einer Zeit, in der das Virus längst kein Todesurteil mehr ist? Ein Jahr lang - 365 Tage ab der positiven Diagnose - gibt uns Michael Einblick in sein Leben und lässt uns bei seiner Suche nach Antworten auf unzählige Fragen, die ihm durch den Kopf gehen, teilhaben. Wie stark hat sich das Virus bereits in seinem Körper ausgebreitet? Bei wem hat er sich infiziert? Wie läuft die Behandlung ab? Wie reagieren seine Eltern und Freunde? Was macht die Diagnose mit seiner Psyche? Michael ist einer von etwa 91.000 Menschen in Deutschland, die HIV-Positiv sind und bis heute auch mit starken Stigmatisierungen umgehen müssen. Ole Siebrecht, geboren 1993 in Göttingen, studierte Dramaturgie und Medienwissenschaft in Leipzig und Berlin, absolvierte ein journalistisches Volontariat und arbeitet als freier Journalist und Autor für öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender. Michaels erstes Jahr mit dem Virus HIV-Positiv

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Mangel und Überfluss. Von der Quantität zur Qualität (2). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Epilepsie: Feuerwerk im Kopf. Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (2). Gestatung: Daphne Hruby Sexismus im Pop. Machotum und Widerstand (2). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang

Montag Mittwoch