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Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Giacomo Casanova Der faszinierende Frauenheld Gabriele D´Annunzio Dichter und Erfinder des Faschismus Das Kalenderblatt 16.8.1952 "Schwein oder Nichtschwein" erscheint Von Justina Schreiber . Giacomo Casanova - der faszinierende Frauenheld Autorin: Karin Becker / Regie: Irene Schuck Zu Lebzeiten war er - anders als heute - nicht als großer Verführer der Frauen bekannt, sondern vor allem für seine spektakuläre Flucht aus den Bleikammern des Dogenpalastes in Venedig: Giacomo Casanova. Der Sohn einer populären Schauspielerin hat in seinem Leben viel Neid, viel Spott - und viel Bewunderung erregt. Emporkömmling und skrupelloser Betrüger - so sahen ihn die einen. Aufmerksamer Alleskönner mit vollendeten Sitten - so die anderen. Recht hatten dabei alle. Casanova ging in den großen Fürstenhöfen im Europa des 18. Jahrhunderts ein und aus. Ebenso in vielen Frauengemächern und selbst in Bordellen. Er war Priester, Spieler, Freimaurer, Geiger, Scharlatan, Dramatiker, Philosoph, Erfinder der französischen Staatslotterie und noch vieles mehr. Als im Alter seine Kräfte, seine Wirkung auf das andere Geschlecht und seine Geldreserven geschwunden waren, schrieb er auf einem böhmischen Schloss sein außergewöhnliches Leben nieder. Die folgenden starken Bearbeitungen dieser Memoiren verformten und verengten lange Zeit den Blick auf den rastlosen und genau beobachtenden Reisenden. Heute gelten sie als ein Werk hohen literarischen Anspruchs und werden gewürdigt als ein erstaunlich wahrheitsgetreues Abbild der Sitten seiner Epoche, der Aufklärung. Gabriele D´Annunzio - Dichter und Erfinder des Faschismus Autor: Thomas Grasberger / Regie: Sabine Kienhöfer Er gilt als eine Leitfigur für den italienischen Faschismus und als einer der Mentoren Benito Mussolinis. Der italienische Schriftsteller Gabriele D"Annunzio liebte schnelle Autos, die Frauen und die Oper. Seine Villa am Gardasee, "Il Vittoriale degli Italiani" (heute ein vielbesuchtes Museum) legt beredtes Zeugnis davon ab. Nicht nur in seinem Privatleben, sondern auch als Politiker verstand er sich auf die große Inszenierung. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wollte er im September 1919 mit einer kleinen Gruppe Freischärler die Adria-Stadt Fiume, das heutige Rijeka "befreien". D`Annunzio, der Prophet des Vaterlandes, geriert sich als politischer Führer. Konservative, Nationalisten, Syndikalisten, Kommunisten oder Futuristen - aus allen Gruppierungen kommen Anhänger und Sympathisanten, die D`Annunzios Abenteuer von Fiume unterstützen. Uniformierte Aufmärsche und patriotische Reden vom Balkon des Gouverneurspalastes, große rauschhafte Feste in den Straßen von Fiume, Paraden, Fackeln, Standarten, Fahnen und Rituale. Das ist die Welt der Zeichen und Symbole, die Welt des Ästheten und Dichters D`Annunzio, für den Politik Teil eines Gesamtkunstwerkes sein soll. Er ist der Regisseur einer neuen Massenbewegung: Die Fixierung auf den Führer, die Massenmobilisierung - alles Elemente, die die Faschisten später aufgreifen. Fiume ist also das Laboratorium, in dem zum ersten Mal mit den ästhetischen und irrationalen Elementen des frühen Faschismus experimentiert wird. Erstsendung: 7. September 2009 Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Deutsche Schule Erbil, Irak

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Allmächd! Geschichte des fränkischen Dialekts Helmut Haberkamm "Edzerdla" auf Fränkisch, bitte! Das Kalenderblatt 16.8.1952 "Schwein oder Nichtschwein" erscheint Von Justina Schreiber . Allmächd! - Geschichte des fränkischen Dialekts Autor: Markus Mähner / Regie: Martin Trauner Fränkisch kennt jeder in Bayern. Doch was ist das Fränkische überhaupt? Eine Streitfrage, die nicht nur die Gemüter in Ober-, Mittel- und Unterfranken bewegt. Auch Linguisten sind sich alles andere als einig über die Verwendung des Wortes. Denn: Was umgangssprachlich als "Fränkisch" bezeichnet wird, beinhaltet einzig die ostfränkischen Dialekte. Und das ist alles, was im Norden Bayern gefrängglt wird. Doch das ist zu kurz gegriffen, wettern viele. Denn das Frankenreich war ja einmal viel größer und somit ist Fränkisch eigentlich einer Sprache wie Latein ebenbürtig. Es gilt also zu klären: Gibt es tatsächlich so viele fränkische Mundarten wie Fische in der Rezat schwimmen? Wenn ja, was macht das Fränkische wirklich aus? Ist es vom Aussterben bedroht? Liegt es zu Unrecht auf der Beliebtheitsskala deutscher Dialekte weit abgeschlagen im unteren Mittelfeld? Spricht man im Rheinland Fränkisch? Oder in Hessen? Gibt es ein Urfränkisch? Und: Gehört das südafrikanische Afrikaans denn auch zu den Fränkischen Sprachen? Allmächd!!! Helmut Haberkamm - "Edzerdla" auf Fränkisch, bitte! Moderation: Christian Schuler Redaktion: Thomas Morawetz

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Featurearchiv - Frieden schaffen (2/4) Menschenkette Erinnerung und Vorgriff Von Rolf Gumlich Regie: Fritz-Ernst Fechner Produktion: Rundfunk der DDR: Radio DDR II, 1983/84 (Teil 3 am 30.8.2022) Es war ein eindrucksvolles Symbol des Pazifismus, das international für Aufsehen sorgte: Am 22. Oktober 1983 versammelten sich zwischen 250.000 und 400.000 Menschen um eine Menschenkette zu bilden, von Stuttgart bis Neu-Ulm. Eine Großdemonstration angestoßen von der süddeutschen Friedensbewegung im Rahmen einer bundesweiten Friedenswoche. Verhindert werden sollte die Stationierung neuer atomarer Mittelstreckenraketen im Zuge des sogenannten Nato-Doppelbeschlusses. Der Autor Rolf Gumlich hat als Reporter des DDR-Rundfunks an der Demonstration teilgenommen. In vielen Beobachtungen und Interviews beschreibt er im Feature seine Eindrücke. Seine Perspektive macht die Sendung zu einem Zeitdokument der besonderen Art, der Blick vom Osten auf den zivilgesellschaftlichen Widerstand im Westen wird bis heute eher selten wahrgenommen. Wie viel Propaganda enthält sein Porträt der westdeutschen Friedensbewegung, und womit komplettiert er ein Bild, das im Westen womöglich einseitig gezeichnet wurde? Menschenkette - Erinnerung und Vorgriff

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Start-ups in der Zeitenwende Zwischen Goldrausch und Todesspirale Von Wolf-Sören Treusch Corona-Krise, Ukraine-Krieg und kriselnde Weltwirschaft gehen an einst gefeierten Start-ups nicht spurlos vorüber. Droht jetzt der Crash? Die Folgen der Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die kriselnde Weltwirtschaft: Die aktuellen Entwicklungen gehen auch an der Start-up-Szene nicht spurlos vorüber. Milliardenbeträge sammelten Gründerinnen und Gründer in den vergangenen Jahren von den Wagniskapitalgebern ein. Diese waren ohne Weiteres bereit, Summen in enormer Höhe aufzubringen. Die Szene boomte, Berlin entwickelte sich zur Startup-Hauptstadt Deutschlands. Nun werden die Investoren nervös, das Geld sitzt längst nicht mehr so locker. Etliche Start-up-Unternehmen aus der Fintech-Szene oder der Lieferdienst ,Gorillas" haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gekündigt. Geschäftsmodelle werden auf ihre Profitabilität hin überprüft. Droht den Start-ups ein ähnlicher Crash wie zu Beginn des Jahrtausends der New Economy? Oder kommen die guten Zeiten wieder, wenn die derzeitige Krise überwunden ist?

Dienstag 20:05 Uhr Bayern 2

Nachtstudio

Nora Gomringer Von Barbara Schäfer . Die fränkische Lyrikerin und Performancekünstlerin Nora Gomringer leitet seit 2010 das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Schon bevor sie dort jährlich 12 Stipendiatinnen und Stipendiaten betreute, machte sie Bamberg zu "Slamberg" - dem Zentrum für Poetry Slam und Spoken Word in Bayern. Nora Gomringer hat als Sprechtext-Dichterin und Performerin überall eine eigene Stimme. Aufgewachsen ist sie in einem Künstlerhaushalt in Wurlitz bei Rehau bei Hof in Oberfranken. Doch auch als überzeugte Provinzperson zieht es sie immer wieder hinaus in die Welt, ob nach New York oder Novosibirsk. Ein Besuch in der Villa Concordia, die im Oktober ihr 25. Jubiläum feiert, ein Rundgang durch Bamberg und ein Besuch in Rehau bei "den Gomringers" stehen in diesem Feature auf dem Programm.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

HERZOG Porträt einer Leidenschaft Von Beate Becker Regie: die Autorin Mit: Geno Lechner, Max Urlacher, Wilfried Hochholdinger, David Czesienski Ton: Thomas Monnerjahn Produktion: Deutschlandradio Kultur 2012 Länge: 53"58 Das Werk des Filmemachers Werner Herzog ist spektakulär und vielfältig und in seinem Geburtsland noch immer zu wenig bekannt. In diesem Porträt aus dem Jahr 2012 versammelt die Autorin Filmbilder, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Werner Herzog wird in Deutschland vor allem als Regisseur von Filmen mit Klaus Kinski wahrgenommen. Dahinter verschwindet, dass der Bayer, der seit Mitte der 90er-Jahre in Kalifornien lebt, bis heute mehr als 50 Dokumentar- und Spielfilme gedreht hat. Er dreht an exotischen Orten, unter extremen Bedingungen und physischen Anstrengungen und findet spektakuläre Bilder, die den Zuschauer existentiell berühren. Im Jahr 2012 machte die Autorin eine Bestandsaufnahme. Sie hat sich alle Filme angesehen und stellt den innovativen und eigensinnigen Regisseur in Filmausschnitten, Zitaten und Interviews mit seinem Bruder und Manager Lucki, dem Filmwissenschaftler Chris Wahl und seinem Kameramann Peter Zeitlinger vor. Beate Becker, geboren 1967 in Nürnberg, Buchhändlerlehre, studierte Germanistik und Geschichte. Autorin und Regisseurin. Lebt in der Pfalz. Zuletzt für Deutschlandradio: "Sieht man ja, was es ist. Der Maler Sigmar Polke und sein filmisches Werk" (2016), "Manchmal artet es in Musik aus" (2017), "Das Dorf ist überall - Ein Landtagebuch" (2017), "Back to Yerevan" (2017), "Musikalischer Maßstab. Unterwegs mit Sven Ake Johansson" (2019), "Eine gute Geschichte ist nie ganz erklärbar - Edgar Reitz" (2019), "Instant Composing" (2020). Filme über (das) Filmemachen - Eine Lange Nacht über den radikalen Kinoerneuerer Jean-Luc Godard (2021). Porträt einer Leidenschaft HERZOG

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