Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Ö1 Mittagsjournal

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"Mein Herz ist wie erfroren" - Gedichte von Wilhelm Müller aus dem Zyklus "Die Winterreise". Es liest Cornelius Obonya. Gestaltung: Edith Vukan und Barbara Denscher, Bearbeitung: Gudrun Hamböck. Mit seinem "Winterreise"-Zyklus schuf Wilhelm Müller den Gegenentwurf zum bisherigen Wanderlied. Hier ist der Wanderer im Frühling bei der Geliebten angekommen und bricht in den Winter auf, in die spurenlöschenden, undurchdringlich weißen Flächen der Melancholie. Auch unabhängig von Schubert entfalten diese Gedichte ihren Romantik-typischen düsteren Volksliedton. Schuberts Musik erklingt zwischen den Gedichten, zu hören sind neben den Winterreise -Transkriptionen von Franz Liszt auch Sätze aus den Streichquartetten, gespielt vom Auryn Quartett und Thomas Duis, Klavier.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

"Sprich mit mir" - Der Regisseur Fabian Eder über das Schweigen und unterschiedliche Narrative zur Vergangenheitsbewältigung "Das Schweigen ist prägender Bestandteil des Narrativs, sowohl auf Seite der Opfer wie auf Seite der Täter bzw. Mitläufer." Zu dieser Erkenntnis kam Fabian Eder bei der Arbeit zu seinem Dokumentarfilm "Der schönste Tag", mit der er Konzepten der Erinnerungsarbeit auf den Grund ging. Lange Zeit galt Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg als Opfer der nationalsozialistischen Aggression, deshalb durfte Österreich auch in Ausschwitz ausstellen. Fabian Eder: "Diese Perspektive wurde national vereinnahmt, wodurch die Legende, dass alle ÖsterreicherInnen "Opfer" des Anschlusses waren, zum Herzstück des staatlichen österreichischen Geschichtsnarratives wurde. Das ist nicht legitim. Und genau das hat der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky in seiner historischen Rede 1991 richtiggestellt. In Folge dieser Rede wurde 1995 der Nationalfonds der Republik Österreich gegründet und 2009 von der damaligen Regierung beschlossen, diese Ausstellung neu zu gestalten, um einer differenzierten Sichtweise Raum zu geben." Anlässlich der Demontage der Ausstellung im Österreich-Pavillon in Ausschwitz-Birkenau und ihrer Neukonzeption wird auch diese Opfer-Theorie demontiert. Für Fabian Eder, der sich immer wieder mit der Frage auseinandersetzt, wie Narrative entstehen und in den Generationen weitergegeben, vor allem auch wie Traumata weitergegeben werden, war dies der Ausgangspunkt seiner filmischen Arbeit. Für seinen Dokumentarfilm "Der schönste Tag" bringt er Enkelkinder mit ihren Großeltern - damaligen Opfern des NS -Regimes, aber auch mit so genannten "Mitläufern" - zusammen und dokumentiert deren Gespräche, die teilweise während einer Zugfahrt sattfinden: "Mein Ansatz war, das staatliche Narrativ, auf das man sich schon schwer genug einigt, dem Narrativ in den Familien gegenüberzustellen." Auffallend für Fabian Eder war, dass bei jenen Menschen, die man als Mitläufer bezeichnen kann, eine große Zurückhaltung und Angst besteht, über die NS-Zeit zu sprechen, möglicherweise aus Scham: "Es wirft für mich die Frage auf, wie nachfolgende Generationen, die sich ohne Täter gewesen zu sein, immer noch schuldig fühlen, von dem Gefühl der Schuld hin zum Wahrnehmen einer Verantwortung gelangen. Das Darüber-Schweigen hilft nicht weiter." Fabian Eder, der stets gesellschaftspolitisch relevante Fragen filmisch aufzuarbeiten bestrebt ist, macht sich nun Gedanken über das Reden und Schweigen, über das Verschweigen und Aufklären, über Erinnerungskultur und die Kommunikation zwischen den Generationen. Gestaltung: Ursula Burkert

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Ambiente Spezial. Kartitsch, Obertilliach und Untertilliach - drei Bergsteigerdörfer an der Osttiroler Grenze zu Italien Etwa 20 Kilometer lang ist das Osttiroler Gailtal. Touristisch geht es hier ruhig, aber abwechslungsreich zu, besonders für Naturliebhaber und Bergfreunde. Das Tiroler Gailtal ist das höchstgelegene besiedelte Tal Osttirols. Es besteht aus den Ortschaften Kartitsch, Obertilliach und Untertilliach - zwischen 1.235 und 1.450 Metern Seehöhe gelegen. Die drei Gemeinden sind unter dem Sammelnamen Tiroler Gailtail Teil des Projekts "Bergsteigerdörfer" des Österreichischen Alpenvereins. Die Bergsteigerdörfer unternehmen besondere Anstrengungen bei der Umsetzung der Alpenkonvention, einer wichtigen Grundlage zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraumes. So gibt es im Tiroler Gailtal zwar zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern, Schifahren und Mountainbiken, doch bemühen sich alle Beteiligten mit vereinten Kräften, den Tourismus ohne allzu große Ausbaumaßnahmen der Infrastruktur zu fördern. Das Tiroler Gailtal zeichnet sich durch eine spannende Kombination aus Natur und historischen Besonderheiten aus, die man beim Wandern erkunden kann. Im Süden bildet der Karnische Kamm die Grenze zu Italien. Im Ersten Weltkrieg verlief die Front entlang des Kamms oberhalb von Obertilliach. Halbverfallene Mauern aus Schiefergestein zeugen heute noch von den alten Stellungen der italienischen und österreichischen Truppen. Auf einem Abschnitt des Karnischen Höhenwegs oder "Friedenswegs", wandert man an den ehemaligen Schützengräben vorbei, mit Blick auf Venetien im Süden und die Gailtaler Alpen im Norden. Auf der anderen Seite von Obertilliach führt eine Bergbahn hinauf auf den Golzentipp - im Winter Schigebiet, im Sommer ein Wander- und eine E-Mountainbike-Region. Das Ortszentrum von Obertilliach steht unter Denkmalschutz. Grund dafür sind die traditionellen Bauernhäuser dieses sogenannten "Haufendorfs". Ein Nachtwächter führt bei Dunkelheit durch die schmalen Gassen und lässt sein Nachtwächterlied erklingen. Fast alle Häuser im Tiroler Gailtal werden nach wie vor als landwirtschaftliche Betriebe geführt. Eine Handvoll Kühe liefert die hauseigene Milch, zum Buttermachen oder für allerlei Käsespezialitäten. Der Joas-Hof in Kartitsch z.B. hat sich ganz auf das Kasen spezialisiert. Die Joas-Bäuerin Brigitte Außerlechner ließ sich sogar zur Käsesommelière ausbilden und betreibt den Hof gemeinsam mit ihrem Mann ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft als Demeter-Betrieb - der nachhaltigsten Kategorie, die es unter all den Gütesiegeln heute gibt. Gestaltung: Margit Atzler

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Matinee

Wiener Philharmoniker, Dirigent: Franz Welser-Möst. Gustav Mahler: Symphonie Nr. 9 (aufgenommen am 5. Dezember 2021 im Großen Musikvereinssaal in Wien in 5.1 Surround Sound)

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Matinee

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

Bernhard Fellinger präsentiert eine Superchampions-Runde live aus dem Studio 3 Wochenlang lieferten einander Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich via Telefon spannende und unterhaltsame Wissens-Gefechte. Zwei Mal pro Quiz-Saison kämpfen die Punktestärksten um den Superchampions-Titel und um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen. Diesmal wird um eine Reise nach Irland gespielt. Fünfundfünfzig spannende Quiz-Minuten sind garantiert, wenn Bernhard Fellinger den vier Champions Fragen aus Wissenschaft, Kunst, Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu knacken gibt.

14.05 Uhr
Nachrichten

14.10 Uhr
Menschenbilder

"Ich habe meinen ganzen Lebenslauf immer als Privileg empfunden". Klaus Wagenbach 1930-2021 Im August 1964 gründete Klaus Wagenbach in Berlin seinen Verlag. "Geschichtsbewusstsein, Anarchie, Hedonismus" seien die Grundpfeiler seines Verlages, sagte Klaus Wagenbach einmal. Und diese Grundpfeiler tragen nun schon mehr als ein halbes Jahrhundert. Am 17. Dezember des gerade vergangenen Jahres ist Klaus Wagenbach im 92. Lebensjahr in Berlin gestorben. Über seine enge Beziehung zu Kafka haben vor kurzem die Tonspuren auf Ö1 berichtet, in den Menschenbildern geht es um die Person und die vielfältige Geschichte des Verlegers - zwischen Berlin und der Toscana, zwischen Kollektiv und Individuum, Lyrik und vielen Kämpfen. "Der Rebell mit dem Bundesverdienstkreuz" war in einem Artikel über ihn zu lesen und "Rebell" zu sein, trifft auf den stets streitbaren Verleger mehr als zu. Er hat dem deutschsprachigen Publikum Autoren wie Pier Paolo Pasolini, Erich Fried aber auch Franz Kafka nähergebracht. 1930 in Berlin geboren, arbeitete der gelernte Buchhändler und promovierte Geisteswissenschaftler einige Jahre als Lektor, bis er zum Verleger und Sprachrohr der Studentenbewegung wurde. Sein Vater schenkte ihm ein Grundstück, damit er seinen Verlag gründen konnte. Als dann die Auseinandersetzungen im Verlagskollektiv zum Bruch führten, gründete er den Verlag zum zweiten Mal: Die Veröffentlichung einiger Publikationen sorgte für politische Skandale und brachte ihn vor Gericht und ins Gefängnis. Dennoch schaffte es Klaus Wagenbach immer wieder, weiter Bücher zu verlegen. Seine Autor/innen kamen und kommen aus West und Ost. Als er 1968 Wolf Biermann verlegt, darf er nicht mehr in die DDR einreisen und kann Berlin nur mehr mit dem Flugzeug verlassen, eine eigene Meinung und sein Einsatz für Meinungsfreiheit schaffte ihm auf allen Seiten Feinde. Klaus Wagenbach begründete das Interesse für italienische Literatur in Deutschland und Österreich. Mit Hans Magnus Enzensberger wird das "Kursbuch" fortgeführt, werden der "Freibeuter" und die Reihe "Salto" erfunden. 2002 hat sich Wagenbach aus der Verlagsführung zurückgezogen und sie Susanne Schüssler übergeben, auf Lesereisen las er gerne aus "Mein Italien" - schließlich liebte er das Land schon seit seiner ersten großen Italien-Tour - mit dem Fahrrad im Jahre 1951. In den "Menschenbildern" bezieht er sich auf Gegenpole zu deutschen Ordnungswünschen, in Italien und im eigenen Leben und sagt: "Jedenfalls ist es falsch, wenn man älter wird und denkt, man hat eine richtig ordentliche Biografie hingelegt. Biografien sind unordentlich ..." Und es muss nicht einmal dann Ordnung in eine Biografie kommen, wenn sie mit dem Tod zu Ende gegangen ist. Gestaltung: Petra Herczeg und Rainer Rosenberg

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Mit Michael Blees. Das Wiener Staatsopernmagazin. Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper.

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen Lebendiges Erinnern Sabine Scholl: Lebendiges Erinnern. Wie Geschichte in Literatur verwandelt wird, Sonderzahl Verlag Gespräch mit der Autorin Monika Helfer: Löwenherz, Roman, Hanser Verlag Alba de Céspedes: Das verbotene Notizbuch, Roman, Insel Verlag (Übersetzung: Verena von Koskull) Grete Hartwig-Manschinger: Rendezvous in Manhattan, Roman, dvb Die Überlesenen. Zehn Wiederentdeckungen Teil 1: Edna St. Vincent Millay

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Zum 75. Geburtstag von Steve Marriott Mit der britischen Modband "Small Faces" und Songs wie "All or nothing", "Tin Soldier" oder "Afterglow of your Love" feierte Steve Marriott seine ersten musikalischen Erfolge. Marriott war ein britischer Sänger, Songschreiber und Gitarrist, wurde am 30. Jänner 1947 in London geboren und würde heuer seinen 75. Geburtstag feiern. 1969 gründete er gemeinsam mit Peter Frampton die legendäre Supergroup "Humble Pie", die zu einer der erfolgreichsten Bands Anfang der 1970er Jahre wurde. Das Livealbum "Rockin' the Fillmore" wurde zu einem Verkaufsschlager und zählt bis heute zu einem der besten Livealben des Hard-Rock. Nach der Trennung mit "Humble Pie" forcierte Marriott seine Solo-Karriere, die bis zu seinem Tod angehalten hat. 1991 starb Steve Marriott im Alter von 44 Jahren im Schlaf aufgrund eines selbstverschuldeten Brands in Essex. Gestaltung: Lukas Handle

17.55 Uhr
Schon gehört? Tipps für Klein und Groß

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Darts - Mentalsport, Freizeitspiel und viel Show Auf den ersten Blick sieht die Veranstaltung aus wie eine Riesen-Party: jedes Jahr Ende Dezember findet im Londoner Alexandra Palace die Darts-WM statt, mit lustigen Kostümen im Publikum und Songs, mit denen die Stars in die Halle einmarschieren. Wie kaum ein anderer Sport lebt Darts von der Atmosphäre im Publikum. Umso lauter der Applaus, wenn alle drei Pfeile im Dreifach-20-Feld landen und der Caller "One-hundred-and-eighty" ins Publikum rufen kann. Die Show-Atmosphäre täuscht darüber hinweg, dass Darts vor allem ein Mentalsport ist. "Darts spielt sich vor allem im Kopf ab", sagen Profis. Beweglichkeit und Körperbeherrschung spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Gestaltung: Bea Sommersguter

18.55 Uhr
Magazin des Glücks

Von und mit Franz Schuh

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

David Scheid "Als die Welt noch eine Scheibe war" Sonja Pikart "Ein Spatz, ein Wunsch, ein Volksaufstand" Gestaltung: Elisabeth Stratka David Scheid unternimmt in seinem neuen Programm eine multimediale Reise rund um den Begriff "Welt Scheibe". Vom Ursprung des Beats und den ersten urzeitlichen Raves, über Scheiben Welten und Disco Kugeln, bis hin zur modernen Popmusik. Als die Welt noch eine Scheibe war, war alles andere Zukunftsmusik. Musik ist immer und überall, suchen wir sie also dort wo wir sie nicht vermuten. Sogar aus dem Heulen einer Feuerwehrsirene am Samstag-Mittag lässt sich eine Melodie zaubern. Ob das dann eine Welt Scheibe wäre? Wohl nicht, aber einen Versuch ist es doch jedenfalls wert. Wie klänge es, wenn man das Klavier in Beethovens Mondscheinsonate durch Vogelstimmen ersetzt? War Troubardix ein schlechter Musiker oder war er seiner Zeit einfach voraus? Was meinen wir mit guter Stimmung? Und ist Volksmusik tatsächlich gut fürs Volk? David Scheid spricht über Gott und die Scheibe und sucht beim Rappen und Scratching nach Antworten - nicht nur musikalisch, denn das Auge hört bekanntlich mit. Auch Videosequenzen werden mit dem Plattenspieler gesteuert und in die Nummern eingebettet - ein Feuerwerk für Augen und Ohren. Sonkja Pikarts neues Programm startet mit einem Besuch auf einem asiatischen Wochenmarkt. "Das ist schon ein bisschen Tierquälerei", denkt sich der Spatz, aber ihn fragt ja keiner. Seit Stunden hockt er mit 49 Leidensgenossen in einem muffigen Käfig. Alle paar Minuten drückt ein Kunde der Spatzenverkäuferin Geld in die Hand, um sich ein Vögelchen herauszunehmen, ihm einen Wunsch ins Ohr zu flüstern und es dann freizulassen. Das Tier wird an der nächsten Ecke eingefangen und am Morgen wieder als fliegender Glückskeks weiterverkauft. Aber lange wird er das nicht mehr mit sich machen lassen, der kleine Spatz. Er plant einen Aufstand, eine Revolution, er wird sich befreien! Nur wie - das weiß er noch nicht. In einer Welt voller Gesetze, Vorschriften und Erwartungen entdeckt die deutsche Wahlwienerin Sonja Pikart einen wütenden Pöbel in ihrem Herzen. Ein Kabarett über Selbstbefreiung, Aufruhr und Unabhängigkeit.

19.30 Uhr
Ö1 Hörspiel Kunstradio Spezial

THE RETURN - Ein TwitterRadioTheaterabend im Netz auf Ö1. Mit Philipp Hauß u.a. Das Burgtheater und Ö1 laden unter dem Hashtag #GehörtVorgestellt erneut zum Twittertheater, dieses Mal on line und on air. Aus den Tweets des Publikums entsteht mit dem Burgtheater-Ensemble ein in Echtzeit improvisiertes Hörspiel ab 19.30 bis 21:00 Uhr live!

21.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Carla Bley/Steve Swallow: "Duets" (1988) Ihr frühes Meisterwerk "Escalator Over The Hill" nimmt die amerikanische Komponistin Carla Bley 1971 noch in großer Besetzung mit Big Band auf, ab dann beginnen ihre Ensembles zu schrumpfen, bis sie Ende der 80er Jahre schlussendlich beim Duoformat Piano/Bass ankommt. Ihr Partner, sowohl im Studio als auch im Leben: Steve Swallow. "Duets", der erste Longplayer der beiden aus dem Jahr 1988, steht im Zentrum dieser Sendung mit Gerhard Graml. Bley und Swallow können zum Zeitpunkt der Aufnahme der "Duets" bereits auf eine 20-jährige, gemeinsame musikalische Vergangenheit zurückblicken, ist doch Swallow seit den 1960ern auf etlichen Alben mit Bleys Musik zu hören. Mit Klavier und E-Bass interpretieren die beiden erprobte Werke und abstrakte Experimente aus ihrem Repertoire, die Musik ist irgendwo zwischen Gospel, Eric Satie, Kurt Weill, Herbie Nichols und Thelonious Monk angesiedelt, und plötzlich befindet sich der Hörer als Voyeur inmitten einer präzise ausgeführten "Sinfonia Domestica" zweier Jazzavantgardisten, die also Musik über das häusliche Leben zum Besten geben. Es dominiert eine unverkennbare Stilistik, humorvoll, überraschend, meistens voll Anmut und immer hypermelodisch, sowie ein Jazzvokabular, das Carla Bley auf eigene Faust entwickelt hat, und das sich von zeitgenössischen Modernisten und freier Improvisation doch deutlich durch die kalkulierte Architektur in Melodie und Harmonie unterscheidet. Auf "Duets" stellen Carla Bley und Steve Swallow einfache Strukturen und komplexe Versuchsanordnungen einander gegenüber, und als vergnügliches Ergebnis sind leichtfüßige und zugängliche Stimmungsaufheller aus dem Wohnzimmer des Duos zu hören.

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"Die Zeit verstreicht den Ort". Von Claudia Taller. Es liest Kalina Starhemberg. Gestaltung: Daniela Wagner-Höller. Redaktion: Judith Raab. Eine Geschichte in strandtypischen Pastellfarben: Man meint den verwaschenen Himmel über sich zu sehen und das Meer zu riechen, wenn Autorin Claudia Taller erzählerisch in das private Leben dreier Frauen eintaucht, dabei aber auch den gesamtgesellschaftlichen Aspekt des Klimawandels im Blick hat. Kurz vor der Niederkunft im Februar 2022 nimmt eine Frau Zwiesprache mit ihrem Ungeborenen auf. Sie will dem Kind etwas über die Welt, in die es hineingeboren wird, vermitteln - denn das gegenwärtige Dorf Bellbourne wird es so nicht mehr lange geben. An der See liegt der kleine 700-Seelen-Ort, auf Sand gebaut, mit einer Vergangenheit als ansehnlicher Badeort und mit einer Zukunft des unweigerlichen Versinkens in Sand und See. Nur mehr Silhouetten von Türmen und Dächern werden an das Leben erinnern, das die Frau und deren Mutter und Großmutter einst hier geführt haben. Als Stickerinnen verdienen sie ihr Brot, die Großmutter hat es zur Meisterschaft gebracht. Ihre begehrten Sticktücher mit Zitaten, Sprüchen, Lebensweisheiten zieren viele Haushalte, und das Einkommen durch diese Handarbeiten ist lebenswichtig. Schon die nahe Zukunft wird durch gravierende Veränderungen in der Natur einen Ortswechsel für alle erzwingen. Im Unbewussten des Kindes soll durch die Erzählungen der Mutter zumindest eine leise Ahnung vom einstigen Dorf weiterleben können. Claudia Taller ist gebürtige Linzerin und in Deutschland und Österreich aufgewachsen. Studien am Mozarteum und an der Universität Wien. Die Schriftstellerin war in ihrem Hauptberuf über viele Jahrzehnte als Psychologin und in der Kinder- und Jugendwohlfahrt tätig. Die Thematik psychischer Auswirkungen unterschiedlichster Erlebnisse auf Menschen findet in ihrer literarischen Arbeit immer wieder Ausdruck. Claudia Taller veröffentlicht in Anthologien, hat mehrere Romane und Erzählbände verfasst und arbeitet als freie Radiomacherin.

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Jet Lag All Stars Radio Show

Ein Besuch im Esperanto-Museum Die Jet Lag All Stars unternehmen diesmal eine Exkursion in das weite Land der Plan-, Kunst- und Jux-Sprachen. Bernhard Tuider von der Österreichischen Nationalbibliothek gibt kundige Auskunft über das Klingonische, die Geheimsprache Lingua ignota und natürlich auch über Esperanto. Ni deziras al vi agrablan veturon! Gestaltung: Robert Czepel und Christian Scheib

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Art's Birthday 2022 - Rückblick 2 Ö1 Kunstradio, selbst wichtiger Knotenpunkt im weltumfassenden Art's Birthday Netzwerk, präsentiert Auszüge aus den Feierlichkeiten und Geschenken zum Geburtstag der Kunst. Der Art's Birthday geht zurück auf ein Konzept des Französischen Fluxus-Künstler Robert Filliou (1926-1987), der den 17. Jänner 1963 als eine millionsten Geburtstag der Kunst festlegte. Die Kunst sei geboren worden als, ein unbekannter Mann einen trockenen Schwamm in einen Kübel voll Wasser fallen ließ. Künstlerinnen und Künstler lassen diesen Moment und die Kunst hochleben, indem sie miteinander vernetzte Geburtstagsfeiern veranstalten. Es gibt Performances und Konzerte, Ständchen und Geschenke, Wunderkerzen und jede Menge Torten.