Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Du holde Kunst

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"ich klebe an gott". Anlässlich des 20. Todestages von Ernst Jandl denkt der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell über radikalen und schonungslosen Dichter nach Ernst Jandl konnte feststehende Sätze und Phrasen in witzigen Sprachspielen demaskieren wie kaum ein anderer. Gerne arbeitete er dabei auch mit religiösem Sprachmaterial. Während Jandl das Wort "ich" in seinen Texten zunächst vermied, hat seine Biografie in den letzten Jahrzehnten seines Lebens zunehmend Eingang in seine Gedichte gefunden. Besonders überraschend war, dass der alte Spötter Jandl plötzlich auch Texte mit einem gebrochenen, aber doch positiven Bezug zum Katholizismus seiner Kindheit und Jugend schrieb. Im Gespräch darüber und über fundamentale Lebenserfahrungen war er von radikaler und schonungsloser Offenheit - schonungslos vor allem sich selbst gegenüber. Seine radikale künstlerische und menschliche Ehrlichkeit, so der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell, ermutige auch zum unzensurierten Nachdenken über das eigene Gottesbild. Gestaltung: Alexandra Mantler

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Aimie Rehburg. - bis zum Ende des Regenbogens? Wenn Funny Van Dannen "langsam" denkt, setzt Camille Saint-Saens noch eins drauf. Und Roald Dahl, britischer Meister des schwarzen Humors, sorgt obendrein für ein überraschendes Ende. Und Josephine Baker? Hätte sie einen Wunsch frei, heute an ihrem einhundertvierzehnten Geburtstag, würde sie sich ein Treffen mit Dame Ethel Mary Smyth wünschen, um sich mit ihr austauschen zu können? Mit jener kämpferischen Komponistin und Suffragette, die in Hungerstreik trat, um in Leipzig Komposition studieren zu können? "Die Liebe ist ein Superstar, der singt und bringt dir Glück. Die Liebe ist ein Vogel, der kommt nie mehr zurück. Die Liebe ist zu Ende und sie fängt von vorne an - Die Liebe ist ein Schmetterling, auf der Autobahn." (Funny van Dannen, deutscher Liedermacher, Schriftsteller und Maler, geb. 1958 in Tüddern, lebt in Berlin)

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Blumen-Moden. Die Ökologin Karin Hochegger spricht über Lieblingspflanzen aus vergangenen Zeiten. Teil 2: Tulpenfieber und Nelkenmanie Gestaltung: Renate Pliem Blumen begleiten den Menschen schon seit Jahrtausenden. Man legte Gärten an, nicht nur, um sich zu ernähren, sondern auch, um sich an der Schönheit der Blütenpflanzen zu erfreuen. Blumen wurden in Mythen verewigt, in Gedichten besungen und erschienen auf zahlreichen Abbildungen. Blumen-Moden entstanden. Das Mittelalter war die Zeit der Rose und der Lilie, aber auch der Akelei. Diese Blütenpflanze ist sehr kunstvoll aufgebaut: Die Blätter sind dreigeteilt und die Blüte besteht aus fünf Teilen. Im Volksmund heißt die Akelei deshalb "Fünf Vögerl zusamm" - sie sieht aus, als würden fünf Tauben ihre Köpfe zusammenstecken. Eine weitere Pflanze, die im Mittelalter sehr geschätzt wurde, war das Duftveilchen, Viola odorata. Ab der Renaissance ändern sich die Blumen-Moden. Durch Entdeckungsreisen kommen Pflanzen von weither, sie werden gehandelt, und es wird mit ihnen spekuliert. Das "Tulpenfieber" bricht im 17. Jahrhundert aus: Tulpen mit flammenartigen Farbnuancen und gebrochenen Tönen von Gelb, Orange und Rot kommen in Mode. Doch diese aufsehenerregenden Muster werden durch einen Virus hervorgerufen, die Pflanzen sind daher kränklich und können die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Der nächste Hype sind die Gartennelken, die in vielen unterschiedlichen Sorten und Farben gezüchtet werden. Drei Duftpflanzen wehten durch das 18. und 19. Jahrhundert: Levkoje, Resede und Duftwicke. Sie sind heute kaum mehr in Gärten zu finden, wohl auch deshalb, weil sich die Blumen-Moden stark geändert haben: Heute wird viel mehr auf ganzjährige sichtbare Blütenpracht Wert gelegt, der Duft ist in den Hintergrund gedrängt worden. Eine Pflanze, die sich über viele Jahrhunderte behauptet hat, ist die Rose. Die Alten Rosen wie Rosa Alba, Essigrosen und Damaszenerrosen blühen nur zwei Wochen im Jahr. Aus China wurden Rosen eingeführt, die länger blühen, zahlreiche Teehybride-Züchtungen entstanden. Doch die Alten Rosen überdauerten in einigen Gärten, und so konnte der britische Züchter David Austin im 20. Jahrhundert die Englischen Rosen entwickeln - sie haben den Duft und die Blütenform der Alten Rosen, aber auch eine lange Blühdauer.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Das Meer

Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Wer ans Meer denkt, denkt an Weite, Rauschen und Tosen, an Freiheit und womöglich Urlaub. Seit jeher symbolisiert es das Unbekannte - bis heute sind Teile der Ozeantiefen nicht erforscht. Und viele Jahrhunderte lang verhieß das Meer Schrecken: auch wenn es Nahrungsgeber war, wer in die Wellen geriet, war verloren, denn kaum jemand konnte schwimmen. Die Fischer der irischen Aran Inseln trugen Pullover mit familientypischen Mustern, an denen sie erkannt wurden, so ihre unkenntlichen Leichen nach einem Unfall an die Küste gespült wurden. Bis "die See" beziehungsweise die Küstenorte als Rückzugsräume und Motive für Kunstschaffende entdeckt wurde, dauerte es noch bis ins 19. Jahrhundert. Dann wurde sie en vogue. Die Luft war gut, die angereiste Oberschicht konnte an den Promenaden flanieren. Dazu kam die Fantasie vom "Ungezügelten": man schwärmte von Fernreisenden wie der Österreicherin Ida Pfeiffer, ohne die Beschwerlichkeiten an Bord zu hinterfragen genauso wie man den ungebundenen Matrose verherrlichte, auf den in jedem Hafen eine Braut wartet, dem in der Realität aber häufig ein mangelernährter, schuftender Schwerarbeiter gegenüberstand. Das an einem Ort, an dem Gesetzlosigkeit herrschte - und das teilweise bis heute. Piraterie und Sklaverei, etwa auf Shrimpkuttern, sind gegenwärtig. Zudem droht das Idyll Meer in den vergangenen Jahre n in den Schlagworten Müllteppich, Meeresspiegelanstieg und Fischsterben zu versinken.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Positives Körpergefühl

Was es stärkt und was es behindert (2). Gestaltung: Ilse Huber Mehr als einen Monat hat es gedauert: Das Virus mit dem klingenden Namen ?Corona' hat die Menschen dazu verdammt, sich in den eigenen vier Wänden aufzuhalten. Essen, schlafen, telekommunizierend organisieren und trotzdem mit den Nächsten auskommen. Eine Herkulesaufgabe. Noch dazu, wenn der gewohnte Sportausgleich fehlte. Fitnessstudio? Geschlossen. Trainingseinheit? Abgesagt. Massagen? Verboten. Ausgedehnte Wanderungen oder Skitouren? Ein Fall für Strafen. Nach der Zeit der Entbehrung regt sich das Körpergefühl. Die Hosen passen nicht mehr? Der Gürtel muss weiter gestellt werden? Und die Kleidergröße hat zwei Sprünge nach vorn gemacht? Nach ausreichendem Verzehr von Fleisch, Schokolade und Snacks vor der dem Bildschirm, meldet sich das schlechte Gewissen. Aber muss das so sein? Die verordnete Zwangspause hat vielleicht Ruhe in den ansonsten hektischen Alltag gebracht. Haut und Haar haben sich von Glätteisen sowie Makeup erholt. Und die selbst zubereiteten Gerichte haben idealerweise geschmackliche und erfrischende Abwechslung zu den üblichen Fertigmenüs gebracht. Was bestimmt also ein positives Körpergefühl? Wie kann es nicht nur entfacht, sondern auch erhalten werden? Welche Anreize fördern die Zufriedenheit mit dem eigenen Organismus? Und welche Hemmnisse arbeiten dagegen? Ob alt oder jung, ob Frau, Mann oder Person, das Wohlfühlen im eigenen Körper erzählt eine lange Geschichte.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Mehr ist Mehr

Maximalismus in der Musik(2). Gestaltung: Thomas Mießgang "Pump up the Volume" hieß ein Popsong aus den 1980er Jahren: Das Volumen aufpumpen, den Sound verstärken, die Klangvision aufblasen: Das waren zu allen Zeiten und in allen Genres immer schon Optionen, die von Musikschöpfern gerne genutzt wurden: Ob es sich nun um die "Symphonie der Tausend" handelt, mit der Gustav Mahler am Beginn des 20. Jahrhunderts eine Art orchestrales Heavy Metal veranstaltete oder um die "Wall of Sound", die Phil Spector mit vielfach übereinander gelegten Tonspuren im Charts-Pop der 1960er Jahre auftürmte. Ob es um den brüllenden Free Jazz geht, den John Coltrane mit seiner Big Band-Klangorgie "Ascension" von der Leine ließ oder um die immersiven Ganzkörpererlebnisse des Psytrance-Musik, mit der gigantische Raves beschallt werden. Das "Mehr ist Mehr" einer maximalistischen Musikvorstellung hat, gerade auch im Vergleich zum "Weniger ist mehr" des Minimalismus immer wieder Konjunkturen erlebt, mit einem Sinnesrausch, dessen Programm auf die totale Überwältigung des Publikums abzielt. Das kann durch nachgerade übermenschliche Komplexität wie bei den kaum noch dechiffrierbaren Kompositionen von Brian Ferneyhough genauso bewerkstelligt werden wie durch die ohrenbetäubende Laustärke der Drones von Phil Niblock der der Rockband SunnO))). Aber auch die akustischen Splitterbomben, die das Produktionsteam The Bomb Squad für die Rapper von Public Enemy produziert hat und das Helikopterquartett von Karlheinz Stockhausen, bei dem die Instrumentalisten hunderte Meter über dem Publikum kreisen, gehört in den maximalistischen Diskurszusammenhang. Es geht beim Klang-Maximalismus um akustische Superkräfte, die, mal elektronisch, dann wiederum durch schiere Massierung konventioneller Instrumente, entfesselt werden, um den Hörer zu verzwergen und im Flow mitzunehmen - man könnte auch von einem akustischen Safe Space sprechen, der einen trägt und beschützt, indem er alle anderen Klangsignale ausblendet und blockiert. Georges Bataille würde von der Aufhebung des Leides der Isolierung in der diskontinuierlichen Individualität durch das Aufgehen im kontinuierlichen Klangstrom der trance-induzierenden maximalistischen Sounds sprechen. Im Gegensatz zum Minimalismus, der an einer Mikrokalibrierung des Bewusstseins arbeitet, schaltet der Maximalismus die kognitiven Rezeptoren des wahrnehmenden Subjektes weitgehend aus und überschwemmt es mit dröhnenden Frequenzen, übermenschlicher Fingerfertigkeit, exzessiver kompositorischer Raffinesse oder bauchfellerschütternden Vibrationen, die das erotische Zentrum des Körpers stimulieren. Das ist faszinierend, wenn auch oft too much und kann auch gefährlich werden. Denn Musik, schreibt der Philosoph Arthur Schopenhauer sei "so sehr viel mächtiger und eindringlicher als die der anderen Künste: denn diese reden nur vom Schatten, sie aber vom Wesen."

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

mit Nadja Kayali "Für Ludwig": In sieben Sätzen. Ludwig van Beethoven: Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello in cis-Moll op. 131 Ein Quartett in sieben Sätzen (Beethoven selbst sprach von "Stücken"), die in einem durchgespielt werden sollen. Wann soll da zwischendurch gestimmt werden, fragte Karl Holz, zweiter Geiger im Schuppanzigh Quartett, Beethovens Experimentallabor, wenn es um Quartette ging. Aber Beethoven war nicht bereit, von seinem Vorhaben abzurücken. Die sieben Sätze mussten ohne Unterbrechung gespielt werden. Und so wusste Holz dann offenbar nichts anderes zu sagen als: "Wir werden uns verlässliche Saiten bestellen".

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Literarische Reise - Italien: ?Italienische Reise? von Johann Wolfgang von Goethe. Es liest Gert Westphal. "Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!" schreibt Goethe am 1. November 1786 in sein Tagebuch. Mit seinem zweijährigen Italienaufenthalt erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch. Seine Notizen münden in einen Reisebericht, der bis heute fasziniert: Freiheitstopos, Sehnsuchtsort und künstlerisches Ideal vereinen sich in Goethes Bild von dem Land der blühenden Zitronen. Die geografischen Beobachtungen, Studien über Kunst, Kultur und Sitten Italiens geben einen besonderen Einblick in die Ästhetik des Universalgelehrten und großen deutschen Dichters und wecken das Fernweh nach dem Süden. Eine Produktion des SWR, 1979 Präsentation: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Wurscht Gestaltung: Stephan Pokorny Politik ist reduziert auf Propaganda in der bezahlten Gratis-Boulevardpresse. WURSCHT! Soziopathen regieren Weltmächte. WURSCHT? Im Schnitzelland geht's ZACK ZACK ZACK! und GLOCKGLOCKGLOCK! WURSCHT! In knapp vier Jahren ebenso viele Regierungen. Wahlkampf in der Endlosschleife. Täter gebärden sich als Opfer der eigenen Schmutzkübelkampagnen. Da kann der Satiriker kaum mithalten. Fake-News und Message-Control dominieren. Lukas Resetarits ist es nicht WURSCHT, darum stellt er Fragen und sucht Antworten. Ein Live-Mitschnitt aus dem Stadtsaal Wien vom Dezember 2019.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Marie-Theres Himmler. Die Pianistin Dora Deliyska fordert uns charmant auf, den Walzer einmal anders zu erleben. Tänzerisch gesprochen darf man Dora Deliyska zu jedem Zeitpunkt getrost die Führung überlassen: Ob einfache Schubertmelodien im Dreivierteltakt oder die hochvirtuose Klavier-Bearbeitung des Donauwalzers - in stets wohlüberlegter Interpretation führt uns die in Wien lebende Pianistin über's Parkett. Auch wenn Ligeti den Tanz durch rhythmische Variationen unterbricht, besteht keine Stolpergefahr, und wer bei Ravels aufwühlendem "La Valse" ins Taumeln gerät, darf sich bei Deliyska ebenfalls in sicheren Händen wiegen. Denn beim Programm von "Alles Walzer, einmal anders!" ist nichts dem Zufall überlassen. An Spontanität mangelt es der Aufnahme aber nicht. War es doch oberstes Ziel, den Live-Charakter der Aufnahmesituation zu behalten!

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Finnisches Radiosymphonieorchester, Dirigent: Herbert Blomstedt. Joseph Haydn: Symphonie D-Dur Hob. I/104 * Johannes Brahms: Symphonie Nr. 2 D-Dur op. 73 (aufgenommen am 18. September 2019 im Musiikkitalo, Helsinki). Präsentation: Peter Kislinger

15.30 Uhr
Moment

Luft anhalten, abtauchen, Kamera einrichten. Wie ein Filmschüler einen New-Yorker-Filmpreis bekam Der 5-minütige Experimentalfilm "Pressure" war für einige Schülerinnen und Schüler der Medienklasse der Grazer HTL Ortweinschule das erste größere Filmprojekt. Eine Woche lang haben sie dafür ein Schwimmbad zu einem Filmstudio umgebaut, die Wände mit schwarzem Unkrautvlies ausgelegt und einen Kamerakran aufgebaut. Trotz 30 Grad Wassertemperatur war das Drehen unter Wasser für alle ein Sprung ins kalte Wasser. Umso überraschender kam für den 17-jährigen Filmschüler Gregor Franz die Auszeichnung mit dem New Yorker Cinematography Award für die beste Unterwasser-Kamera. Gestaltung: Jonathan Scheucher Wort der Woche: Noel Kriznik Moment-Echo: Lukas Tremetsberger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Coronaviren und Covid-19 bei Kindern Rudi fragt nach: Was weiß man über das neue Coronavirus bei Kindern? Dass vor allem jüngere Kinder häufig die Erkrankung Covid-19 besser wegstecken als Erwachsene, zum Beispiel. Und: dass sie nicht so oft krank werden, auch wenn sie sich angesteckt haben. Rudi erfährt auch, warum so Vieles noch nicht gut erforscht ist.

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Ideen im Fluss: Akkordeonist Jean-Louis Matinier und Gitarrist Kevin Sedikki und ihr Meisterstück "Rivages" Immer wieder hat sich der Erscheinungstermin verzögert, jetzt ist das Album endlich da. Die hohen Erwartungen, die mit der Wartezeit noch gestiegen sind, übertrifft es noch. Wie eine große Erzählung mit verschiedenen Kapiteln ziehen die Stücke an einem vorbei und mitten durch einen hindurch. Die Feinheit ihrer Erfindungen, ihre Poesie, aber auch ihre Kraft und hintergründige Komplexität entfalten sie am besten, wenn man "Rivages" als eine große Komposition hört und nicht in seine Einzelteile zerlegt. Die haben es allerdings in sich. Ob es Kompositionen des einen oder anderen sind, Vertrautes neu betrachtet wird, ein Lied von Fauré, ein Thema von Schumann, ob wie im Traum im Nebel plötzlich Brels Amsterdam auftaucht oder Romy Schneider im Film "Die Dinge des Lebens": "Je regarde le soir tomber dans les miroirs. C'est la vie" - Spiegel, Spiegelungen, Deduktionen sind ebenso Themen wie der Fluss der Gedanken, das Fließen der Musik, das Sich-Treiben-Lassen und Stranden. Und dann sind da noch die Improvisationen, vollkommen frei und zugleich geprägt von ausgeprägtem Formbewusstsein. Ihre Auffassung von Klang und Rhythmus stimme vollkommen überein, so Sedikki über die Zusammenarbeit mit Matinier: "Es ist eine Seltenheit sich zwischen notierter, improvisierter, alter und Neuer Musik zu treffen, aber mit einem großen gemeinsamen Vokabular." Die beiden kennen einander schon sehr lange und haben sich viel Zeit gelassen "Rivages" nach und nach entstehen zu lassen. Und beim Hören ist es, als ob uns mit der Musik auch diese Zeit geschenkt würde.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zur Geschichte der Konsumtempel. Mit Astrid Peterle, Jüdisches Museum Wien. Gestaltung: Rosemarie Burgstaller "Hier lag im vollen Glanz der Straße, unmittelbar neben dem Bürgersteig, ein wahrer Bergsturz billiger Waren, die Versuchung zum Eintritt, Gelegenheitskäufe, die die Kundschaft im Vorbeigehen festhalten sollte. [...] Es sah aus wie das Lager eines Riesenjahrmarktes, das Geschäft schien zu bersten und seinen Überfluß auf die Straße zu werfen." So hieß es 1883 im Roman "Au Bonheur des Dames" des französischen Schriftsteller Emile Zola über das Warenhaus. Mit der Verbreitung von Warenhäusern ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm auch die Kritik an dieser neuen Verkaufsform massenhaft verfügbarer, industriell gefertigter und verhältnismäßig günstiger Waren zu. Die modernen Warenhäuser, Symbole des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels sowie des industriellen Fortschritts wurden von vielen als Provokation und mit großer Skepsis betrachtet. An der Warenhausdebatte beteiligten sich die zunehmend existenziell bedrohten Kleinhändler und Handwerksbetriebe des alten Mittelstandes aber auch jene, die im Aufstieg der Riesenwarenhäuser und des Massenkonsums eine "moralische Gefahr" sahen. Mit dem für alle Teile der Bevölkerung offenstehenden Warenüberfluss wurden gesellschaftliche Wertvorstellungen und Formen sozialer Abgrenzung in Frage gestellt. Unzählige wütende Pamphlete beschworen einen "Kulturverfall" und die "Zerstörung der Wirtschaftsmoral". Die Politisierung der "Warenhausfrage" mit Ende des 19. Jahrhunderts ging einher mit antisemitischen Projektionen auf Großunternehmen, die schließlich von den Nationalsozialisten aufgegriffen wurden.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama-Mittwochsrunde

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Archivierte Artenvielfalt Das "Museo de la Bio-diversidad" in Panama Stadt Von Michael Marek und Sven Weniger Panama steht für Bauboom, Geldwäsche und den Panama-Kanal. Doch das Land zwischen Nord- und Südamerika - kleiner als Österreich - spielte auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Vor knapp drei Millionen Jahren stieg der schmale Isthmus aus dem Meer empor und verband Nord- und Südamerika miteinander. Die Tierwelt nutzte die neue Verbindung zum sogenannten "Großen Amerikanischen Faunenaustausch". Und Panama gehört zu den artenreichsten Ländern der Welt - ein Hotspot für Flora und Fauna. Wie es dazu kam, daran will Panama jetzt mit dem "Museo de la Bio-diversidad" erinnern, entworfen von dem kanadisch-amerikanischen Stararchitekten Frank O. Gehry. Ein Rundgang durch das Museum, das nach mehrjähriger Bauzeit jetzt fertiggestellt wurde.

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Gerhard Hafner Michael Schade, Tenor, Stefan Gottfried, Leitung. Lieder und Instrumentalwerke von John Dowland und Henry Purcell. (aufgenommen am 31. Mai 2020 in der Stiftskirche Melk) Die heurigen "Internationalen Barocktage Melk Stift", die von 29. Mai bis 1. Juni 2020 in den Räumlichkeiten des Stiftes Melk über die Bühne hätten gehen sollen, konnten in ihrer 42. Saison infolge der behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie und den damit einhergehenden internationalen Reisebeschränkungen erstmals nicht stattfinden. Das diesjährige geplante Festivalprogramm, welches unter dem Motto "ENG[EL]LAND" insgesamt 13 Konzerte und ein vielfältiges Rahmenprogramm vereint hätte, wird 2022 nachgeholt. Festival-Intendant Michael Schade wollte dem Publikum aber dennoch eine feine Blütenlese aus dem heurigen Programm präsentieren und veranstaltete gemeinsam mit einem kleinen Musikerensemble am 31. Mai in der Melker Stiftskirche ein Sonderkonzert ohne Besucher. Dabei kamen Lieder und Instrumentalwerke von John Dowland und Henry Purcell zur Aufführung.

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

Die Sinnsucher Wissenschaftliche Konzepte für ein gutes Leben Gestaltung: Martin Haidinger Der Buchmarkt quillt über vor Ratgebern, wie das "gute Leben" angeblich gelingen soll. Vieles davon ist Schall und Rauch, grenzt gar an Scharlatanerie. Doch es gibt auch literarische Perlen der Lebenskunst, die von seriösen Autorinnen und Autoren verfasst sind, und sich meist nicht als oberflächliche Leitfäden, sondern als profunde Sachbücher ausweisen. Wie entsteht aus Biologie und Chemie unser Lebensentwurf? Wann brauchen wir Stress? Wie gelingt eine "hirngerechte" Gesellschaft? Ist Talent wichtiger, oder Willenskraft? Gemäß dem Ausspruch der englischen Schriftstellerin George Eliot "Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können." widmen sich Wissenschafterinnen und Wissenschafter als Buchautoren dem erfüllten Leben ihrer Mitmenschen. Martin Haidinger bittet einige von ihnen vors Mikrophon des Salzburger Nachtstudios - just in unserer Zeit, in der die Menschen besonders intensiv über den Sinn des Daseins nachdenken.

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Places Gestaltung: Stephan Pokorny Für ihr erstes Soloprogramm begibt sich die steirische Pianistin und Komponistin Viola Hammer an erträumte und reale Orte, die auf ihrem Weg von Bedeutung waren und sind. Dachböden, Sümpfe und Abbruchhäuser werden so zu Schauplätzen imaginärer Spielfilme, zu denen Viola Hammer den Soundtrack schreibt. Die Fragestellung, welche prägenden Erlebnisse und bleibenden Erinnerungen den Menschen zu dem machen, was er ist, zieht sich als roter Faden durch das Album. Faszinierende Sound-Gemälde von ungeheurer Spannkraft und Dichte, die uns Einblick gewähren in die bunte Klangwelt der Pianistin.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Das Meer. Ort der Sehnsucht, Ort der Gesetzlosigkeit (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Positives Körpergefühl. Was es stärkt und was es behindert (2). Gestaltung: Ilse Huber Mehr ist mehr. Maximalismus in der Musik (2). Gestaltung: Thomas Mießgang

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen die spannendsten Neuveröffentlichungen aus allen Bereichen neuer und experimenteller Musik. Gestaltung: Susanna Niedermayr

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten