Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Guten Morgen Österreich

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

Flackernde Lichter - Gedanken zu Chanukka von Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems Ein schillerndes Fest zwischen religiöser Treue, Nationalismus und Assimilation ist das jüdische Chanukka-Fest. Jedes Jahr flackern in jüdischen wie in christlichen Haushalten im Dezember die Lichter, die die Hoffnung auf den Sieg über eine dunkle Zeit symbolisieren. Das jüdische Chanukkafest soll an die Glaubenstreue der Juden zur Zeit des Makkabäeraufstandes erinnern, so will es jedenfalls die Legende. Doch gegen das Weihnachtsfest hatte Chanukka im Zeichen der Assimilation lange einen schweren Stand. Selbst Theodor Herzl ließ sich seinen Weihnachtsbaum vom Wiener Rabbiner Güdemann nicht ausreden. "Meinetwegen soll's der Chanukkabaum heißen" notierte er sich in sein Tagebuch. Im Staat Israel ist aus der Chanukkalegende Stoff für nationalistische Mythen geworden. Und auch in der Diaspora haben die Chanukkakerzen nach der Shoah noch eine besondere Aufladung. Viele Juden in aller Welt feiern dennoch noch immer am liebsten "Weihnukka" und schauen, dass sie das beste aus zwei Welten zusammenbekommen, erzählt der Direktor des Jüdischen Museums in Hohenems, Hanno Loewy. - Gestaltung: Alexandra Mantler

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Colin Mason. Von unten und von oben Der Teufel, so lautet ein bekanntes Sprichwort, hat die besten Lieder. Dieser Spruch wird neben anderen - und fälschlicherweise - einem Vorreiter der christlichen Popmusik, dem Gründer der Heilsarmee ... und sogar Martin Luther zugeschrieben! Andererseits soll der Teufel laut Hildegard von Bingen gar nicht singen, sondern nur brüllen oder grunzen können. So wird er zumindest in ihrem Mysterienspiel "Ordo virtutum" ("Spiel der Kräfte") dargestellt. Zu hören gibt es heute Morgen Tonkunst, die einen Bezug zum Widersacher und/oder seinen Dienern hat; aber ebenso Musikstücke, die aus dem Himmel zu stammen scheinen. Der "diabolus in musica" wird trotzdem nicht dabei fehlen! Ein "Pasticcio", das sich im Spannungsfeld zwischen dem Göttlichen und dem Dämonischen entfaltet - reichlich Platz für Vielfalt!

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Der Meeresbiologe Daniel Abed-Navandi über die Seeanemonen. Teil 3: Vom Flachwasser bis zur Tiefsee Gestaltung: Renate Pliem Sie sehen aus wie Pflanzen, sind aber Tiere: Seeanemonen haben eine Fußscheibe, mit der sie am Untergrund festsitzen, einen Stamm und einen oder mehrere Tentakelkränze. In der Mitte der Tentakel sitzt die Mundöffnung, die "multifunktional" ist: Sie dient nicht nur dazu, tierische Nahrung wie Planktonkrebse etc. zu sich zu nehmen, sondern auch als Ausscheidungsorgan und für die Fortpflanzung. Es gibt über tausend unterschiedliche Seeanemonen-Arten, die weltweit vorkommen und in allen Meerestiefen zu finden sind. Die farbenprächtigen Seeanemonen gehören zu den Nesseltieren. Wie ihre Verwandten, die Quallen und Korallen, haben sie eine wahre "Wunderwaffe" entwickelt: Nesselzellen scheiden Gift aus, das zur Abwehr von Fressfeinden und zum Beutefang dient.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Mangel und Überfluss

Von der Quantität zur Qualität (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt Müllberge, Klimaerwärmung. Luftverschmutzung sind Schlagworte, die aktuell die politischen Debatten bestimmen. Sind Geschäfte, die Lebensmittel unverpackt anbieten, eine Strategie, Müllberge zu vermeiden? Wie kann sich eine fünfköpfige Familie T-Shirts aus Ökobaumwolle leisten? Lässt sich der Kurzurlaub in Barcelona auch per Bahn absolvieren? Um die aktuellen klimapolitischen Probleme in den Griff zu bekommen, ist ein radikales Umdenken notwendig. Und hier braucht es mehr als ein Nachdenken über das individuelle Konsumverhalten. Die Ökonomisierung der natürlichen Ressourcen ist Resultat einer Haltung, die darauf baut, dass menschliches Handeln ausschließlich von wirtschaftlichem Denken geleitet ist. Der homo oeconomicus strebt uneingeschränkt nach Nutzen- und Gewinnmaximierung. Im Dienst der Profitmaximierung werden Wälder gerodet, Flüsse trockengelegt, Abwässer ins Meer geschüttet. Die menschliche Arbeitskraft wird abgewertet, die Lebensqualität des Einzelnen wird auf Konsum reduziert. Hier beginnt sich Widerstand zu regen. Der Ökonom Dennis Snower, früher Berater der G 20 Staaten, bezeichnet heute das Konzept der Nutzenmaximierung als fatalen Irrtum. Sein Credo heute: die Wirtschaft solle nicht dem Profit einzelner, sondern dem Gemeinwohl dienen. Die Degrowth - Bewegung bemüht sich, in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass Quantität durch Qualität ersetzt werden kann, und weniger oft mehr ist. Das beginnt bei der Produktion von Lebensmitteln und Kleidung, betrifft die Freizeit- und Unterhaltungsbranche und greift letztlich in die Gestaltung von Arbeitsplätzen ein. Klimaneutral zu werden bedeutet, Gewohnheiten zu überdenken. Für die politisch Verantwortlichen heißt das aber auch, Alternativen zu schaffen, und den rechtlichen Rahmen durchzusetzen, der partikuläre Wirtschaftsinteressen begrenzt.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Epilepsie: Feuerwerk im Kopf

Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (3). Gestaltung: Daphne Hruby "Es ist wie der Absturz eines Computers. Plötzlich wird alles ganz schwarz. Und wenn ich wieder aufwache, weiß ich weder wo ich bin, noch wer die Person ist, die mich da gerade freundlich ansieht. Sie kommt mir irgendwie bekannt vor. Doch ich erkenne nicht, dass es sich hier um meinen langjährigen Lebenspartner handelt. Wie die Programme eines Computers, muss auch mein Gehirn erst wieder Schritt für Schritt hochfahren. Das ist sehr beängstigend." Eine junge Frau schildert den Moment nach einem epileptischen Anfall. Die ersten Aufzeichnungen über Epilepsie stammen aus der Antike. Die alten Griechen nannten sie die "heilige Krankheit", im Mittelalter galt sie als "schedelnde Gottesstraf". In der einen Epoche wurden Epileptikerinnen und Epileptiker verehrt, in der nächsten verfolgt. Über lange Zeit schrieb man ihnen übernatürliche Kräfte zu. Einige hören tatsächlich Stimme, oder haben Halluzinationen. Heute kennt man die neurologischen Gründe dafür. Epilepsie hat viele Gesichter. Manche Betroffene leiden unter starken Krampfanfällen. Bei anderen weist der Blick nur einige Sekunden ins Leere, wird daher oft mit Tagträumerei verwechselt und auch meist erst spät diagnostiziert. Bei einem epileptischen Anfall feuern Nervenzellen übermäßig starke Signale. Davon kann entweder das ganze Gehirn betroffen sein, oder nur einzelne Areale. Wie bei einem überhitzten Computer kommt es dann zu einer Art Blackout im Kopf. Meist dauern die Anfälle nur wenige Minuten. In seltenen Fällen können sie aber auch lebensbedrohlich sein und sich kurz nacheinander wiederholen - im Fachjargon spricht man hier von einem "status epilepticus". Die Ursachen für Epilepsie sind genauso vielfältig wie die Ausprägungsformen. Teils gibt es angeborene, oder genetische Faktoren. Aber auch andere Grunderkrankungen können epileptische Anfälle auslösen - beispielsweise Schlaganfälle, Gehirnentzündungen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Bei manchen Betroffenen bleiben die Hintergründe komplett im Dunkeln und können auch nicht mit modernsten bildgebenden Verfahren geklärt werden. Meist wird Epilepsie mit Medikamenten behandelt. Sogenannte "Antiepileptika" können nur die Symptome bekämpfen und Anfällen vorbeugen, sie können die Erkrankung aber nicht heilen. In besonders schweren Fällen wird das Gehirn operiert, oder mit leichten Stromschlägen stimuliert, dabei kommen auch Implantate zum Einsatz. In der Kunst spielt Epilepsie eine große Rolle. Die "Fallsucht" hat Kulturschaffende über die Jahrhunderte hinweg inspiriert. Aber auch Betroffene selbst haben die Welt erobert. Alexander der Große soll genauso Epileptiker gewesen sein wie Napoleon und Cäsar. Das gilt auch für Vincent van Gogh und Aristoteles.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Sexismus im Pop

Machotum und Widerstand (3). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang Wenn man Sexismus in der Rockmusik finden will, braucht man nicht lange zu suchen. Zum Bei-spiel der Song "Whole Lotta Love" von Led Zeppelin: "I`m gonna give you every inch of my love" heisst es da im Text zum voranpeitschenden Gitarrenriff. Und diverse "Ahs" und "Ohs" unterstrei-chen, dass Sänger Robert Plant sich in eine Penetrationsphantasie hineinhalluziniert, in der auf jeden Fall er die Oberhand hat. Man hat sich angewöhnt, die aus solchen Blaupausen hervorgegangene Musik ´Cock Rock` zu nennen. Männerphantasien beflügelten jahrzehntelang den lyrischen Gehalt der Texte und die performativen Posen auf der Bühne, wo die E-Gitarre häufig zum prothetischen Phallus wurde. In ihrem Standardwerk "Sex Revolts" aus den 1990er Jahren führen die Autoren Joy Press und Simon Reynolds diese Attitüde auf ein männlich geprägtes Rebellentum zurück, das einen nomadischen Lebensstil mit Aggressivität und Abenteuerlust paart und gegen ein vermeintlich weib-liches Prinzip der Ruhe und Häuslichkeit gerichtet ist. Doch auch in anderen Genres der Popmusik, im speziellen im Hip Hop, wo gerne halbnackte Frauen submissiv um heteronormativ auftrumpfende Rapper herumtänzeln, ist ein derbe ausgespieltes Machotum Trumpf. So heisst es in einem besonders subtilen deutschen Rap-Text: "Wieso hab ich mich so verliebt/ In eine Frau, die statt zu putzen auf dem Sofa liegt/ In eine Bitch, die nicht kochen kann/Ich verhunger wochenlang." Erst in jüngerer Zeit gibt es Neues aus dem festgeschriebenen steinzeitlichen Geschlechterverhältnis in Rock und Pop zu vermelden. Mit Ausnahme von Artists der 1970er und 1980er Jahre wie den Runaways mit Joan Jett, Suzi Quatro, Patti Smith oder den Slits waren die weiblichen Vorbilder sowohl im Rock/Pop wie auch im alternativen Underground bis in die aktuelle Popzeitrechnung hin-ein rar gesät. Kurt Cobain von Nirvana ist der erste globale Megastar, der eine krachend harte Musik mit einem stark feminisierten Selbstentwurf kombiniert und auf der Bühne sogar Frauenkleider trägt. Seine beste Freundin war die feministische Künstlerin und Musikerin Kathleen Hanna, die Anfang der 1990er Jahre die wegweisende Riot Grrrl-Gruppe Bikini Kill gründete. Bei ihren Kon-zerten fliegen regelmäßig Flaschen und Steine auf die Bühne - geworfen vom größtenteils männli-chen Punk-Publikum. Jedes ihrer Konzerte beginnt daraufhin mit dem Aufruf: "Girls to the front!" - Frauen in die erste Reihe! Das gleichnamige Buch von Sara Marcus dokumentiert diese Zeit. Es entstehen Bands wie Sleater-Kinney, L7, Le Tigre, die nachfolgende Generationen bis hin zu Pussy Riot prägen und auch im Mainstream erfolgreich sind. Die subversive, feministische Kraft ist aktuell vor allem im Rap und Hip Hop spürbar, der um Ecken diverser und queerer daherkommt, als in vorherigen Generationen. Wie offen und pro-gressive ist die Szene heute? Und wie sehr ist sie immer noch an traditionellen Sexismus und stereo-type Rollenbilder geknüpft?

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Stephanie Maderthaner. François Devienne wird wiederentdeckt - François Devienne: Quartett für Flöte und Streichtrio in D-Dur op. 66 Nr. 3 (Kersten McCall/Flöte, Musica Reale). François Devienne bekam seinen ersten Instrumentalunterricht von seinem großen Bruder. Dieser Bruder scheint ihm ein so gutes musikalisches Fundament mitgegeben zu haben, dass Devienne schon mit 21 Jahren erster Flötist im Orchester der Pariser Oper war. Devienne trat aber auch als Fagott-Solist auf und schrieb sich dafür Konzerte für beide Instrumente auf den eigenen Leib. Abgesehen davon, feierte er aber auch große Erfolge mit seinen Opern. Ein Star seiner Zeit eben, der allerdings dann rasch in Vergessenheit geriet. Nur seine Flötenschule blieb über die Jahrhunderte bestehen. In den 1960er Jahren begann Jean-Pierre Rampal das Flötenwerk von Devienne wieder aufzuführen. Das Ensemble Musica Reale, das Flötenkammermusik von Devienne 2014 in den Niederlanden einspielte, besteht ausschließlich aus Orchestermusikern des Concertgebouw Orchesters Amsterdam. Flöte spielt hier Kersten McCall, erster Soloflötist des Orchesters.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Welt-AIDS-Tag "Wie wir jetzt leben" von Susan Sontag. Aus dem Englischen von Kathrin Razum. Es liest Markus Meyer Gestaltung: Stefanie Zussner

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Märchen mit Markus Meyer. Teil 1: Mit Herz, Glück und Verstand Gestaltung: Stephan Pokorny Schauspieler Markus Meyer, Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, wählte im Frühjahr dieses Jahres 28 Märchen aus, um sie für Ö1 zu erzählen. Diese Serie wird nun für kleine und große Zuhörer/innen in der Edition Ö1 nochmals hörbar gemacht. Unter dem Motto "Mit Herz, Glück und Verstand" starten wir in Teil 1 mit "Der Froschkönig", "Frau Holle", "Hans im Glück", "Von dem Fischer und seiner Frau", "Das kluge Grethel", "Der Mond" und "Dornröschen".

11.30 Uhr
Des Cis

mit Marie-Theres Himmler. Schuberts sämtliche Sinfonien und sinfonische Fragmente in einer neuen Aufnahme des L'Orfeo Barockorchesters und der Leitung von Michi Gaigg - Teil 1. Inspiriert vom tragischen Mythos rund um Orpheus, sucht das L'Orfeo Barockorchester seit 25 Jahren das höllisch Hässliche ebenso leidenschaftlich in der Musik umzusetzen wie das himmlisch Schöne. Wenngleich das Orchester seinen Ursprung in der Interpretation barocker Musik hat, reicht sein Repertoire mittlerweile bis zur frühen Romantik. Trifft L'Orfeo nun auf Franz Schubert, dann wird es besonders intensiv: Tiefgreifende Emotionen verschmelzen mit kompositorischer Ausdrucksstärke und kulminieren in der vorliegenden Gesamtaufnahme in einer packenden Interpretation. Alle acht Sinfonien von Schubert hat das L'Orfeo Barockorchester im vorarlbergerischen Hohenems aufgenommen, sinfonische Fragmente inklusive. Teil 1 der Gesamtaufnahme-Präsentation richtet das Ohr auf jene Sinfonien, die Schubert als Jugendlicher geschrieben hat - Nr. 1, 2 und 3, sowie jene Fragmente, die in enger Nachbarschaft dazu entstanden sind.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Sinfonieorchester des Schwedischen Rundfunks, Dirigent: Johannes Gustavsson; Janine Jansen, Violine; Martin Fröst, Klarinette. Edvard Grieg: Im Hochzeitshof (Vorspiel zum ersten Akt des Schauspiels "Peer Gynt" op. 23 * Jean Sibelius: Der Barde op. 64 * Sally Beamish: "Distans" - Doppelkonzert für Violine und Klarinette (Uraufführung) * Carl Nielsen: Symphonie Nr. 1 g-Moll op. 7 (aufgenommen am 21. Mai in der Berwaldhalle, Stockholm). Präsentation: Peter Kislinger

15.30 Uhr
Moment

Eine Stimme am Apparat. Das "Österreichische Gebärdensprache"-Relay-Service Die Nachfrage ist zurzeit beim Relay-Service des Vereins Service-Center ÖGS-Barrierefreiheit sehr hoch. Denn in Zeiten der Pandemie lassen sich viele Amtswege nicht mehr persönlich erledigen und die Möglichkeiten, mit Behörden, Bank, Stromanbieter Co. schriftlich zu kommunizieren, sind begrenzt. Was hörende Menschen mit einem einfachen Telefonat erledigen können, ist für Gehörlose und Schwerhörige oft unmöglich. Da hilft das Relay-Service in Wien. Dessen Mitarbeiterinnen sind für Kundinnen und Kunden Ohr und Stimme am Apparat und helfen Gehörlosen und Hörenden, sich in Gebärden- und Lautsprache zu verständigen. Damit hält das Telefonieren Einzug in die Gehörlosenkultur - samt Warteschleifen, Anrufbeantwortern und wortlosem Auflegen. Gestaltung: Céline Béal Moment-Echo: Kathrin Wimmer Wort der Woche: Marie-Claire Messinger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Von sprechenden Tieren und wunderlichen Wesen Rudi spitzt die Ohren und lauscht aufmerksam. Auf der zweiten Märchen-CD der "Edition Ö1" erzählt der Schauspieler Markus Meyer Märchen, in denen sprechende Tiere vorkommen. Zum Beispiel der Wolf, der Rotkäppchens Großmutter verschlingt, und Hase und Igel, die um die Wette laufen. Der Radiohund unterhält sich mit Markus Meyer über sprechende Tiere und die Liebe der Menschen zu den Tieren. Gestaltung: Johanna Steiner

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis - Religion und Gesellschaft

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Michael Neuhauser. Serge Gainsbourgs Meisterwerk ist 50 Jane Birkin, die britisch-französische Sängerin, Schauspielerin und Muse von Serge Gainsbourg wird am 14. Dezember ihren 75. Geburtstag feiern. Das Album "Histoire de Melody Nelson", das die beiden in pseudo-autobiografischer Manier als Protagonisten einer Liebesaffäre zwischen älterem Mann und 15-jährigem Mädchen mit dramatischem Anfang und tragischem Ende in Szene setzt, ist mittlerweile ein halbes Jahrhundert alt. Das Album war aber weniger wegen seiner Lolita-Laszivität ein Aufreger (derlei erotisierende Kühnheiten kannte man 1971 ja bereits von Gainsbourg), es waren vor allem seine hohe musikalische Originalität und die Perfektion in den Details, die es zum zentralen Meisterwerk im vielfältigen Schaffen von Gainsbourg und zu einem Meilenstein und Wendepunkt in der französischen Popmusik machte. Daran hatte auch Mitkomponist und Arrangeur Jean-Claude Vannier einen gewichtigen Anteil. Er versah die luzide Prog-Rock-Basis der Bandinstrumente mit kräftigen, effektvollen Orchestereinwürfen, die dem Sprechgesang von Gainsbourg und den von Birkin wie üblich mehr gehauchten als gesungenen Passagen erst ihre volle Wirkung gaben. "Histoire de Melody Nelson" ist trotz der Kürze von nur 28 Minuten Spieldauer ein vollendetes Konzeptalbum par excellence und brachte völlig neue Klänge in die Rock- und Popmusik. Es ist nicht vermessen, es als musikalische Vorlage für den späteren Trip Hop anzusehen. Markante Instrumentalabschnitte der Songs wurden mehrfach gesampelt, etwa auch von der Londoner Band Portishead. Und die französische Synth-Pop Band Air hat den enormen Erfolg ihres Albums "Moon Safari" wohl ebenfalls der ziemlich unverblümten harmonischen Anleihe bei den Stücken "Melody" und "Cargo Culte" zu verdanken. Alles Grund genug, um das epochale Album wieder einmal auf den Plattenteller zu legen.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zur Geschichte der ersten jüdischen Gemeinde Wiens mit: Astrid Peterle, Adina Seeger und Domagoj Akrap Kurator/innen am Jüdischen Museum Wien Gestaltung: Rosemarie Burgstaller Eine jüdische Einwohnerschaft in Wien ist erstmals Ende des 12. Jahrhunderts urkundlich nachweisbar. Mit dem 13. Jahrhundert begann sich die Gemeinde um den heutigen Judenplatz im ersten Wiener Gemeindebezirk zu entwickeln und schon bald zählte sie - geprägt von angesehenen Gelehrten und Rabbinern - zu einer der bedeutendsten in Europa. Die systematische Verfolgung und der Massenmord an der jüdischen Bevölkerung unter dem habsburgischen Regenten Albrecht V. von 1420/21 bedeutete das vorläufige Ende. Das Gewaltereignis im Herzogtum Österreich und die Geschichte des Judenplatzes rückten in den 1990er-Jahren in das öffentliche Bewusstsein, als hier das Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoah errichtet wurde und Reste der damals zerstörten Synagoge entdeckt wurden. Die unter Kaiser Josef II. im 18. Jahrhundert einsetzende und von Kaiser Franz Joseph I. forcierte Emanzipation führte zu einem bis dahin nicht dagewesenen Aufschwung der jüdischen Gemeinden in der Habsburgermonarchie. Die kulturelle Glanzzeit der Stadt Wien um 1900, das Wien des Fin de siècle, wurde beflügelt von jüdischen Protagonisten in Kunst und Kultur, Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Politik. In diesen Jahren verstärkten sich antisemitische Diffamierungen, nicht zuletzt befeuert durch einflussreiche Personen wie den Wiener Bürgermeister Karl Lueger. Nach 1945 begann die im Nationalsozialismus nahezu völlig ausgelöschte jüdische Gemeinde Wiens neue Lebenszeichen zu setzen.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama-Mittwochsrunde

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Mikrokosmos des Lebens Tennis in der Literatur Von Marc Bädorf und Konstantin Schönfelder Mit ihrem Erzählband "Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht" war die Deutsche Andrea Petkovic die erste Tennisspielerin, die sich ihrem Sport auch literarisch widmete. Es gehe um Verletzungen, um Niederlagen und Triumphe und den Umgang damit, sagt sie, auch um die Entwicklung eines Ichs. Und weil sich in diesem Sport die ganze Tragweite der menschlichen Existenz widerspiegelt und Tennis etwas über die Gesellschaft aussagt, haben viele namhafte Autoren und Schriftstellerinnen über Tennis geschrieben: Robert Musil, Thomas Mann, Lars Gustafsson oder David Foster Wallace, der das Geschäft der US-Open analysierte. In ihrem neuen Roman "Die nicht sterben" erzählt auch die schweizerisch-rumänische Autorin Dana Grigorcea vom Tennis. Der Sport habe sie seit ihrer Kindheit begleitet: "Ich habe schon als Kind in Bukarest ganz viel Tennis gespielt. Diese sonnigen Nachmittage, an denen ich einfach so stundenlang gegen die Wand geschlagen habe. Ich habe geschaut, dass ich immer auf den gleichen Punkt treffe und hatte den Eindruck, jetzt, jetzt passiert gleich etwas."

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Colin Mason. Papst Leo X zum 500. Todestag Der 1475 als sechstes Kind des Florentiner Bankiers Lorenzo il Magnifico geborene Giovanni de' Medici war früh für eine kirchliche Laufbahn bestimmt. Schon im Alter von dreizehn Jahren wurde er zum Kardinal erhoben. 1513 soll er seine Wahl zum Papst laut zeitgenössischem Bericht mit den Worten "Da Gott uns das Pontifikat verliehen hat, so lasst es uns denn genießen" kommentiert haben. Vor allem aber liebte Leo X die Musik. Als großer Kenner verfügte er sogar über ausreichend fachliches Wissen, um fünfstimmige Stücke zu komponieren. Einige der bedeutendsten Sänger und Komponisten seiner Zeit holte er für den päpstlichen Chor nach Rom, zu seinem privaten Musikerkreis gehörten ebenfalls hochkarätige Sänger, Komponisten und Instrumentalisten. Werke von großen Tonsetzern wurden ihm gewidmet, an der Anfertigung wichtiger Musikmanuskripte war er als Initiator maßgeblich beteiligt, darunter des berühmten Codex Medici, ein Hochzeitsgeschenk für seinen Neffen Lorenzo di Piero de' Medici. Unsere Sendung präsentiert Musik aus dem Repertoire der musikalischen Kreise um den Medici-Papst von Komponisten wie Jean Mouton, Costanzo Festa und - nicht zuletzt - Josquin Desprez, der im selben Jahr wie Leo X verstarb.

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

"Gaslighting" - Feindliche Übernahme der Wahrnehmung Anderer. Gestaltung: Michael Reitz Als "Gaslighting" bezeichnet man in der Psychologie eine Spielart des krankhaften bis aggressiven Narzissmus: Einer Person wird geschickt und beharrlich die Fähigkeit zur eigenen Urteilsbildung abgesprochen, solange, bis derjenige, der das tut, als der eigentlich kompetente Mensch anerkannt wird. Der springende Punkt dabei ist, dass der Akteur selbst Schritte unternimmt, um seinem Gegenüber dessen Unfähigkeit vor Augen zu führen. Entstanden ist der Begriff "Gaslighting" durch den US-amerikanischen Kriminalfilm "Gaslight" (USA,1944), in dem ein Ehemann (gespielt von Charles Boyer) seine Frau (verkörpert von Ingrid Bergman) unter anderem dadurch verrückt macht, dass er in ihrer Abwesenheit die Gasflamme des Herdes aufdreht und ihr unterstellt, sie habe vergessen, sie abzuschalten - solange, bis sie selbst an ihre Unfähigkeit glaubt. Was als bekanntes Phänomen unter Ehepaaren gilt, ist in den letzten Jahren auch in der Politik und in der Wirtschaft zu beobachten, eine Reihe neuerer wissenschaftlicher Publikationen spricht jedenfalls davon. Als Paradebeispiel gilt hier Donald Trumps Politik der angeblichen "Fake News" oder "alternativen Fakten": Dem Gegner wird Fehlwahrnehmung unterstellt und geraten, da er die falschen von den echten Tatsachen und Nachrichten nicht unterscheiden könne, die alleinige Deutungsmacht Trump und seinem Stab zuzusprechen - wobei der ehemalige US-Präsident hier nur ein Einzelfall ist, denn praktisch alle autoritären bis totalitären Systeme in Politik, Wirtschaft und Kultur gehen so vor. Ein Salzburger Nachtstudio von Michael Reitz

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Jakob Zimmermann Trio: Resistance Gestaltung: Stephan Pokorny Er ist 21 Jahre jung und wird als eines der größten heimischen Jazztalente der letzten Jahre gefeiert. Der in Bludenz, Vorarlberg, geborene Pianist Jakob Zimmermann wartet mit technisch wie musikalisch erstaunlich reifen und elaborierten Tönen auf. Einflüsse u. a. von Brad Mehldau, Chick Corea, Tigran Hamasyan, Avishai Cohen und The Bad Plus verarbeitend, erweist sich Zimmermann als überaus versierter Tastenmeister, der seine melodischen und rhythmischen Ideen plastische, spritzige Gestalt annehmen lässt. In der "Edition Ö1 - Jazz Contemporary" präsentiert Jakob Zimmermann sein Debütalbum "Resistance", für das der Pianist Eigenkompositionen mit Clemens Rofner (Bass) und Simon Springer (Schlagzeug) aufgenommen hat.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Mangel und Überfluss. Von der Quantität zur Qualität (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Epilepsie: Feuerwerk im Kopf. Dem neurologischen Phänomen auf der Spur (3). Gestatung: Daphne Hruby Sexismus im Pop. Machotum und Widerstand (3). Gestaltung: Alexandra Augustin, Thomas Mießgang

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten