Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Von Narren und Weisen". Die evangelische Theologin Luise Müller lüftet in ihren "Gedanken für den Tag" so manche Maske. "Der Mensch ist am wenigsten er selbst, wenn er in eigener Person spricht. Gib ihm eine Maske, und er sagt die Wahrheit", lautet eine Weisheit des englischen Schriftstellers Oscar Wilde. Masken und Rollen, Narren und Weise, Rio de Janeiro und Venedig, oder einfach einmal aus der Alltagshaut fahren. Nicht nur der Fasching hat viele Gesichter. Die evangelische Theologin Luise Müller lüftet in ihren "Gedanken für den Tag" so manche Maske.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Nicole Brunner. Die fünfte Jahreszeit Vielerorts merkt man vom Fasching gar nichts. Eine Woche bleibt dem närrischen Treiben noch - Zeit, um nochmal tief Luft zu holen für den Endspurt. Mit Karnevalistischem von Schumann, einem Auftragswerk von Mozart und einem der ältesten Brettspiele Europas: dem Gänsespiel.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Die Raumfahrtingenieurin Gisela Detrell über Weltraumbotanik. Teil 2: Geschlossene Kreisläufe. Gestaltung: Lothar Bodingbauer Der Aufenthalt im Weltraum kann wie ein Ausflug sein. Für kurze Ausflüge ist es günstig, Proviant von zuhause mitzunehmen. Bei längeren Ausflügen wird man auch Ressourcen unterwegs nützen. Kürzere Ausflüge - das sind die Aufenthalte auf der internationalen Raumstation ISS, die sich in der Erdumlaufbahn befindet. Längere Aufenthalte sind längere Flüge - zum Mond oder zum Mars. Die Lebenserhaltungssysteme im Raumschiff müssen bei längeren Ausflügen im All nicht nur für Wasser und Sauerstoff sorgen, sondern sie müssen auch Nahrung produzieren. Während Wasser und Sauerstoff durch technische Geräte produziert werden kann, braucht die Bereitstellung von Nahrungsmittel ganz einfach "Leben". Leben ist aber komplex und braucht selbst wieder Lebenserhaltungssysteme: Energie. Licht. Atmosphäre. Was dabei im Raumschiff fehlt, sind Puffer, große Mengen an Umgebungsluft, die Abweichungen vom Idealzustand auffangen können. Die Forschung über Botanik im All beginnt bei den Algen. Sie kommen mit Schwerelosigkeit gut zurecht, können in einer Nährflüssigkeit wachsen, und weisen je nach Art eine ganze Bandbreite an Umgebungsbedingungen auf, in denen sie wachsen können. Sie könnten als Nahrungsmittel dienen. Höhere Pflanzen stellen größere Anforderungen an ihre Umgebung. Beherrscht man die Gestaltung der Lebensbedingungen im Raumschiff, haben Pflanzen auch einen großen Vorteil - sie bieten den Astronautinnen und Astronauten das Gefühl von Leben, um das sie sich kümmern müssen - eine psychologische Komponente. Die Forschungen im Bereich der Weltraumbotanik werden zwar anlassbezogen für die Reise zum Mars gemacht, haben aber vor allem Auswirkungen auf die Produktion von Nahrungsmitteln auf der Erde. Geschlossene Kreisläufe machen Abwässer und Insektengifte obsolet.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Der Exzess

Faszinosum und Bedrohung von Grenzüberschreitungen (2). Gestaltung: Thomas Mießgang In Lexika wird der Exzess als "Überschreitung von Grenzen beschrieben", als "Ausschweifung" und als "Maßlosigkeit". Der Exzess verläßt also die statistisch erhobenen gesellschaftlichen Mittelwerte, man könnte auch sagen: das Mittelmaß, um an den extremen Enden der Seinsbedingungen radikale existentielle Möglichkeiten in ihrer Tiefe und Grenzwertigkeit auszuloten. Der Exzess ist ein ständiges Faszinosum, aber auch eine Bedrohung. Viele fürchten und meiden ihn und richten sich in den ´safe houses` umfassend kontrollierter und abgesicherter gesellschaftlicher Umgebungen ein. Andere wiederum werfen sich ihm auf eine Weise in die Arme, dass sie daran zuschanden gehen. Die Liste von Popstars, Schriftstellern, Künstlern, die ihr Leben dem Exzess geopfert haben, ist lang und wird immer noch fortgeschrieben: Jimi Hendrix, Janis Joplin, River Phoenix, Malcolm Lowry, Charlie Parker, Amy Winehouse und so weiter. Charles Baudelaire hat für den exzessiven Gebrauch toxischer Substanzen den Begriff "künstliche Paradiese" geprägt und sie als "Mittel, die Individualität zu steigern" angepriesen. Doch der Exzess ist nicht nur an Künstlermilieus gekoppelt, sondern wird auch in ganz anderen gesellschaftlichen Sektoren angesteuert: Die Rekordsucht im kommerziell ausgerichteten Leistungssport hat dazu geführt, dass Dopingexzesse mittlerweile fast schon achselzuckend als selbstverständliches Begleitrauschen zur Kenntnis genommen werden, die Exzesse eines mehrheitlich deregulierten Finanzkapitalismus haben die globale Ökonomie in Schräglage gebracht. Und wenn der Begriff ein wenig weiter gefasst wird, enthält er auch die Revolution/ den Krieg als Exzess des Politischen, sowie das vor allem seit dem Mittelalter zelebrierte Phänomen des Faschings, bei dem sich eine gesellschaftliche "Umwertung der Werte" vollzieht, und der ´Karnevalismus`, wie er vom russischen Philosophen Michail Bachtin definiert wurde, Autoritäten und Herrschaftspraktiken herausfordert. Der französische Theoretiker Gilles Lipovetsky wiederum spricht im Hinblick auf eine durch Formenexzesse - Hypermarkt, Hypertext, hunderte von Fernsehkanälen, Milliarden von Websites - gekennzeichnete mediale Gegenwart von "Hypermoderne", die häufig den Charakter einer Zivilisationskrise annehme und zu einer extremen Fragilität des Individuums führen könne. Der Exzess ist also, sowohl in seiner historischen und kulturgeschichtlichen Tradition, wie auch in seiner durch Mediatoren wie Club-Dj`s oder InfluencerInnen vermittelten digitalen Gegenwart ein ständiges Ferment gesellschaftspolitischer Entwicklungsprozesse und hat einen janusköpfigen Charakter: In gewisser Weise benötigt das Individuum den Exzess, um seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen auszutesten; erst die Grenzüberschreitung vermittelt die Kenntnis vom eigenen Maß und von den Bedingungen und Grenzen des Existenz. In diesem Sinne darf man sich - cum grano salis - auch heute noch an einer Parole von Charles Baudelaire orientieren: "Berauscht euch!

09.30 Uhr
Radiokolleg - Politik in Zahlen

Die Macht der Statistik (2). Gestaltung: Ilse Huber Zahlen, Daten, Fakten. Seit jeher bilden sie die Basis für Entscheidungen. Doch besonders in Zeiten, wo vieles angezweifelt, hinterfragt und kritisiert wird - Stichwort alternative Fakten - rückt die Herkunft der Daten immer mehr in den Mittelpunkt. Entscheidungsträger/innen, Behörden und Gesundheitswächter berufen sich bei ihren Aktivitäten auf solides Zahlenmaterial. Ob es sich um die Anzahl der Einwohner, die Rate der Arbeitslosigkeit, den Bildungsgrad der Gesellschaft oder um die Luftgütewerte, den CO2 Ausstoß oder die Unfallstatistik handelt- beinahe alles wird erhoben. Aus welchen Quellen kommen die Daten? Stammen sie aus Umfragen- bei welcher Genauigkeit? Liegt die Luftgüte-Messstelle neben einem Verschmutzungs-Verursacher oder weitab davon? Abhängig vom Auftraggeber kann ein und dieselbe Studie unterschiedlich interpretiert werden. Mögen die Zahlen auch dieselben sein, ihre Bewertung unterliegt dem jeweiligen Betrachtungswinkel. Fehlen beim Treibhausgasausstoß womöglich wesentliche Verursacher wie etwa der Flugverkehr? Hat man die Arbeitslosenrate nur auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt? Werden bei der Anzahl der Krankheitsfälle nur ganz spezifische Parameter herangezogen? Die Menge der gesammelten Daten steigt, weil sie als Fundament für Entscheidungen dienen. Zahlen sprechen für sich- es kommt allerdings darauf an, wer sie für welchen Zweck benutzt. Zahlen machen Politik - und mit ihr wächst die Bedeutung der Statistik. Macht Statistik Politik oder ist es umgekehrt? Eine kritische Annäherung von Ilse Huber.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Diva mit vier Saiten

Eine Geschichte der Violine (2). Gestaltung: Nikolaus Scholz General Dupont, La Pucelle oder King George, so die Namen der drei wertvollsten Violinen der Welt. Nicht selten erreichen Instrumente aus der Werkstatt der Cremoner Geigenbauerfamilien Guaneri und Stradivari bei Auktionen einen Zuschlag in Millionenhöhe. Doch die italienischen Geigenbauer von einst haben das Geheimnis ihres Klangs mit ins Grab genommen. Ein Eldorado tut sich auf - nicht nur für Wissenschafter und Geigenbauer, die heute am perfekten Klang tüfteln, sondern auch für Spekulanten und Händler. Dennoch werden heute Geigen gefertigt, die dem Klang ihrer Vorfahren um nichts nachstehen. Wolfgang Thiele ist einer von 30 Geigenbauern in der bayrischen Metropole München, Julia Maria Pasch aus Wien baut Violinen in einem Raum, wo einst Richard Wagner und Johannes Brahms gemeinsam musizierten, und der Schweizer Forscher Armin Zemp experimentiert mit einem Holzpilz, um eine moderne Geige zu bauen, die sogar den Klang einer Stradivari übertreffen soll. Die wenigen, erhalten gebliebenen Guaneris und Stradivaris befinden sich heute entweder im Besitz privater Sammler oder potenter Institutionen, wie etwa der Österreichischen Nationalbank, die die wertvollen Instrumente an herausragende Musikerpersönlichkeiten verleiht.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Robert Fontane. Star des Charakterfachs - Heinz Zednik zum 80. Geburtstag Ausschnitte aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Friedrich Smetana, Richard Wagner, Richard Strauss u.a. Es gibt nur wenige Sänger, die es im Fach des Spiel- und Charaktertenors zu internationalem Ansehen gebracht haben, sodass ihr Name unweigerlich mit gewissen Rollen assoziiert wird. Zu dieser überschaubaren Gruppe gehört ohne Zweifel der Tenor Heinz Zednik. Seinem Stammhaus, der Wiener Staatsoper hat er stets die Treue gehalten, auch, als er bereits als Mime in Wagners "Ring" oder als Herodes in "Salome" von Richard Strauss die bedeutendsten Opernmetropolen der Welt bereist hat. Vor die Wahl gestellt, sich an zweit- oder drittklassigen Häusern als erster Tenor behaupten zu müssen, oder als Sänger der "zweiten Reihe" die Gunst des Wiener Opernpublikums erobern zu können, hat er sich für Letzteres entschieden. Dabei hat er oft bewiesen, dass man auch als Comprimario so manche Protagonisten an die Wand spielen kann. Egal ob als Hauptmann in Bergs "Wozzeck", als Wenzel in Smetanas "Verkaufter Braut" oder als Basilio in Mozarts "Figaro": Wer Heinz Zedniks Gestaltungskunst auf der Bühne erleben durfte, wird seine messerscharf gezeichneten Charaktere nicht mehr vergessen.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Paradies" von Toni Morrison. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Thomas Piltz. Es liest Irina Wanka. Das Städtchen Ruby in Oklahoma scheint mit einem Fluch belegt. Die Bewohner/innen, Nachkommen ehemaliger Sklaven, verstehen sich als verschworene Gemeinschaft. Siebzehn Meilen weiter, in einem verlassenen Kloster, wohnt die Sünde in Gestalt von fünf Frauen. Physische und emotionale Gewalt lassen nicht auf sich warten. Mit ihrem Roman "Paradies" schloss Morrison ihren grandiosen Zyklus über die Geschichte der Schwarzen in den USA ab, den sie mit "Menschenkind" und "Jazz" begonnen hatte. Sie thematisiert darin schwere Themen: den Verlust der Unschuld, die paralysierende Kraft der Erinnerung, die Notwendigkeit, Verlust, Veränderung und Schmerz zu akzeptieren und die Vergangenheit loszulassen. Ein großes Epos über eine von Rassismus, Bigotterie und Intoleranz bedrohte Gruppe schwarzer und weißer Frauen. Die am 18. Februar 1931 in Ohio geborene Literaturnobelpreisträgerin gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der afroamerikanischen Literatur. Sie starb im August 2019. Gestaltung: Nicole Dietrich

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Andreas Maurer. Bruno Rigutto spielt Nocturnes von Frédéric Chopin. 40 Jahre ist es her, seit Bruno Rigutto (*1945) erstmals alle Nocturnes von Frédéric Chopin eingespielt hat. Nun widmet sich der französische Pianist erneut diesen himmlischen Nachtmusiken - gereifter, poetischer und mit einem Glanz, den nur die Zeit vergibt. Egoismus ist bei dieser Musik fehl am Platz, die Sensibilität des Interpreten muss mit jener des Komponisten in Einklang stehen. Bruno Rigutto geht aber noch einen Schritt weiter: Chronologisch geordnet zeichnet er anhand der Nocturnes ein farbiges Biopic des Komponisten. Schon von den ersten Takten an ist man in dieser Geschichte gefangen. Angereichert mit unzähligen Nuancen und Schattierungen scheinen sich die einzelnen Nummern logisch aneinanderzureihen. Ein packender Sog entsteht, der - durchbrochen von Strahlen der Romantik - tief in die Dämmerung und den Seelenspiegel Chopins blicken lässt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Orchestra Mozart, Bologna, Dirigent: Bernard Haitink; Lucas Macías Navarrao, Oboe; Raffaele Giannotti, Fagott; Lorenza Borrani, Violine; Gabriele Geminiani, Violoncello. Joseph Haydn: Sinfonia concertante B-Dur Hob. I/105 * Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55, "Eroica" (aufgenommen am 24. April 2019 im LAC, "Lugano Arte e Cultura", dem Kulturzentrum in Lugano) Das Orchestra Mozart wurde 2004 mit Unterstützung der Fondazione Cassa di Risparmio in Bologna gegründet. Heute spielen in diesem Orchester junge Musiker aus der ganzen Welt sowie Solisten und Stimmführer aus internationalen Klangkörpern, darunter die Berliner Philharmonikern und das Concertgebouw Orchester Amsterdam. Claudio Abbado war bis kurz vor seinem Tod (er starb im Jänner 2014) Künstlerischer Leiter des Orchestra Mozart. 2019 wurde nun der italienische Dirigent Daniele Gatti zum Musikdirektor bestimmt - sein erster Auftritt mit dem Orchester wird zu Ostern beim "Orchestra Mozart Festival 2020" sein.

15.30 Uhr
Moment

Als die Arbeit ins Leben trat Wie Menschen der Einstieg in einen neuen Lebensabschnitt gelingt Mit Abschluss der Ausbildung oder des Studiums beginnt bekanntermaßen der sogenannte "Ernst des Lebens". Der Einstieg ins Berufsleben ist eine bewegte Phase mit selbstgestellten Fragen: Schaffe ich den Sprung in die Unabhängigkeit und Eigenverantwortung? Erfüllt der Beruf meine Erwartungen? Wie gehe ich mit dem Verlust an Freizeit um? Vier Menschen ab 20 bis 40 erzählen von ihren Erwartungen, Hoffnungen und Hürden in ihrer Rolle als Berufstätige. Und wie sich retrospektiv das "Ankommen" in der Welt des Arbeitens entwickelt hat. Nach der Sendung ist Ihre Meinung gefragt. Rufen Sie uns an unter der Telefonnummer 0800/22 69 79 oder schreiben Sie ein Mail an moment@orf.at. Wie ist Ihnen der Übergang zwischen Ausbildung und Beruf gelungen? Was hat sich dadurch verändert? Wie zufrieden sind Sie rückblickend mit Ihren Entscheidungen? Und falls Sie der älteren Generation angehören: Welche Ratschläge haben Sie für junge Berufstätige? Gestaltung: Noel Kriznik

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Vom Schimpfen Man soll sie gar nicht verwenden, findet Alexander, aber manchmal rutschen sie ihm einfach raus, die "bösen" Worte. Seinem Vater geht es genauso, vor allem beim Autofahren. Von ihm hat er die meisten Schimpfworte gelernt. Wieso ist Schimpfen so befreiend und schön, wann sollte man es lieber nicht laut tun und: ist es sinnvoll, immer nur "schön" zu sprechen; ist das überhaupt möglich? Rudi diskutiert mit drei jungen Zweibeinern. Alexander: "Schimpfworte darf man eher nicht sagen, würde ich meinen. Bei einem Erwachsenen sollte man das überhaupt nicht tun, weil dann kriegt man irrsinnig Schimpfe." Magdalena: "Schimpfworte wirst du immer kennen lernen." Simon: "Das kann man nicht vermeiden, außer man lebt in einer Höhle unter der Erde und kommt nicht raus."

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

Von den Rosen lernen. Der Autor Zoltan Danyi. Der Krieg am Balkan ist 20 Jahre vorbei. Jetzt hat der aus Serbien stammende, ungarisch-sprachige Autor Zoltán Danyi einen Debütroman vorgelegt, der die seelischen Folgen dieses Kriegs beschreibt. "Der Kadaverräumer" gewann gleich mehrere Preise. Sein Protagonist kann nicht schlafen, muss ständig furzen, leidet an Magenschmerzen und Koliken. Jahre nach dem Krieg, in dem er Täter wie Opfer war, holen ihn jene traumatischen Ereignisse ein, vor denen er gerne weggelaufen wäre. Für den Hass, die Wut und die Traurigkeit, die der Krieg bei den Menschen auf dem Balkan hinterlassen hat, findet Danyi eine beispiellose Sprache, einen eigenen Sound: rau, sexualisiert, einem aufpeitschenden Rhythmus folgend. Es ist ein zorniges und trotz der derben Sprache, zugleich zärtliches Psychogramm. Zoltán Danyi wurde 1972 in der serbischen Provinz Vojvodina geboren, damals Jugoslawien. Seine Familie gehört zur ungarischen Minderheit. Er arbeitete als Lektor und Hochschullehrer und veröffentlichte 2003 erste Gedichte. Heute lebt er als Rosenzüchter in seiner Heimatstadt Senta. 30 km von der ungarischen und 40 km von der rumänischen Grenze entfernt. Ein Besuch bei ihm in der Vojvodina ist eine Reise an den Rand von Europa. Die Lebensbedingungen sind schwierig. Viele junge Leute gehen ins Ausland. Doch noch immer leben hier mehr als 25 Völker nebeneinander. Neben Serben sind es derzeit vor allem Ungarn, Slowaken, Kroaten und Rumänen. Ihr Verhältnis zueinander hat sich durch den Krieg verändert. Der zurückhaltende Autor spricht darüber nur ungern. Er führt stattdessen seinen ganz eigenen Kampf: gegen die Hitze und die Dornen bei der Arbeit mit den Rosen. Feature von Shenja von Mannstein.

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa. Fabrizio De Andrè wäre heute 80 Jahre alt geworden. Der einflussreichste Liedermacher Italiens wurde heute vor 80 Jahren in Genua geboren. Sein Vater war Unternehmer, das Milieu der Dirnen und Gauner, das Fabrizio De Andrè so oft besang, das sich in den "caruggi" Genuas abspielte, den engen, dunklen Gassen dieser auch sehr verschlossenen Stadt, war denkbar weit entfernt von dem Nobelbezirk am Meer, in dem er aufwuchs. Aber Faber, wie er früh genannt wurde, ob seiner Vorliebe für die Buntstifte von Faber-Castell, Faber war von Kindheit an ein Rebell, später beschrieb er sich selbst als anarchischen Individualisten. Heute gibt es kaum einen Cantautore, eine cantautrice in Italien, der oder die sich nicht an ihm messen lassen müsste, wenige, die er nicht beeinflusst hat. Sein Vorbild war der französische Chansonnier George Brassens. Und doch "wenn eine wundervolle Stimme 1967 nicht "La Canzone di Marinella" gesungen hätte, hätte ich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit mein Jus-Studium beendet und wäre Anwalt geworden".

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Kurstädte als Laboratorium der bürgerlichen Gesellschaft Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien. Kurstädte gelten als Sonderform von Städten: meist zu klein, zu idyllisch, zu wenig bedeutsam bzw. in ihrer Bedeutsamkeit flackernd, weil den Moden und Konjunkturen der Zeit unterworfen ... Kurorte stellen zwar vordergründig die Pflege und Erhaltung des Körpers in den Vordergrund, doch bedienen diese Luft-, Wasser- und Naturkurorte auch andere Felder: Idylle und Modernität, Betriebsamkeit neben Entspannung und Verinnerlichung stehen sich gegenüber. Kurorte wurden deshalb schon im 18. und 19. Jahrhundert als "Laboratorium der bürgerlichen Gesellschaft" bezeichnet. Kneippkuren versus nächtlich-gesellschaftlicher Betriebsamkeit, Trinkkur und Diäten versus übermäßigem Alkohol- und/oder Zuckergenuss der Konditoreien, reiche Industrielle und bitterarme Stadtbewohner trafen in diesem Städtetypus aufeinander. Kurorte waren aber auch Orte der politischen Auseinandersetzung, des entstehenden Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit. Diese vielfältigen, kontrastreichen Aspekte erscheinen prägend für Kurstädte. Gestaltung: Robert Weichinger

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Die Zwangssterilisation von Menschen mit Behinderung hat eine lange Geschichte und endete in Österreich erst vor nicht allzu langer Zeit. Gestaltung: Natasa Konopitzky In der NS-Zeit gehörte die Zwangssterilisation von Behinderten, von sozial Benachteiligten und solchen, die bestimmten ethnischen Minderheiten, wie zum Beispiel den Roma angehörten, zur offiziellen Bevölkerungspolitik. Die Sterilisationen von Menschen mit Behinderung wurden aber auch nach 1945 fortgesetzt, und zwar bis zum Beginn dieses Jahrtausends, auch in Österreich. Meist wurde unter dem Vorwand einer Blinddarmoperation der Eingriff ohne Wissen betroffener Frauen vorgenommen. Erst eine Gesetzesänderung im Jahr 2001 setzte dieser Praxis ein Ende. Zwangssterilisationen finden in Europa vereinzelt auch heute noch statt. In Spanien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei gelangen solche Fälle immer wieder an die Öffentlichkeit. Heuer im Jänner soll in Ungarn eine 26jährige, die der Arzt für eine Roma-Frau hielt, sterilisiert worden sein.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

... Elisabeth Lechner, Kulturwissenschafterin und Anglistin Von Marlene Nowotny Die Schönheit liege im Auge des Betrachters, heißt es. In unsere Gesellschaft, in den westlichen Industrienationen, lässt dieses Auge allerdings nicht besonders große Vielfalt zu. Körper und Gesicht sind Normen und Idealen unterworfen - das fängt bei der Hautfarbe an und hört beim Gewicht auf. Wer zu dick, zu unförmig, zu dunkel, zu behaart ist, der muss sich immer öfter einem Phänomen aussetzen, das "Body Shaming" genannt wird, also heftiger Kritik am Aussehen. Die Gegenbewegung dazu, nennt sich "Body Positivity". - Die Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Lechner vom Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Wien erforscht die komplexen gesellschaftlichen Strukturen, die Schönheitsideale und Körpernormen hervorbringen. Sie untersucht Body Shaming und die Geschichte der Body Positivity. In ihren Arbeiten und Vorträgen zeigt sie, dass Schönheit nach wie vor einen Marktwert hat, etwa in der Berufswelt oder bei der Partnersuche. Wer diesen Idealen nicht entspricht, hat schlechtere Karten auf diesen "Märkten". - Diese Sendung ist Teil der Ö1 Initiative "Reparatur der Zukunft".

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Kunstuniversität Graz 2019 - "Ausgezeichnet_plus". Trio Marvin. Piotr Iljitsch Tschaikowsky: Klaviertrio a-Moll op. 50, "À la memoire d'un grand artiste" * Boris Tschaikowsky: Klaviertrio h-Moll * Dmitrij Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 1 c-Moll op. 8 (aufgenommen am 11. April 2019 im Stephaniensaal des Grazer Congress' in Surround Sound). Präsentation: Franz Josef Kerstinger Am 11. April 2019 präsentierte die KUG (Kunstuni Graz) in ihrer Serie "Ausgezeichnet_plus" wieder PreisträgerInnen des 10. Internationalen Wettbewerbs "Franz Schubert und die Musik der Moderne": Das inzwischen vielfach preisgekrönte Trio Marvin spielte Werke von Pjotr und BorisTschaikowsky und DmitrijSchostakowitsch.

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

"Der Exzess". Faszinosum und Bedrohung von Grenzüberschreitungen (2). Gestaltung: Thomas Mießgang Politik in Zahlen. Die Macht der Statistik (2). Gestaltung: Ilse Huber Diva mit vier Saiten. Eine Geschichte der Violine (2). Gestaltung: Nikolaus Scholz

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Einblicke in den Kraftraum des Klangforum Wien. Ein Mitschnitt aus dem Wiener Konzerthaus Das Klangforum Wien widmet sich in seinem Zyklus "Kraftraum" dem Wahrnehmungsfeld des Neuen in der Musik. Dieses dehnt sich spiralförmig aus und fächert das Raumempfinden auf und setzt mitunter ungeahnte Kräfte frei. Genauer untersucht wird dieses Phänomen im Konzert, das mit "Wer ist im Raum?" betitelt ist. Neue Gefilde zu betreten bedeutet oft, sich in unwirtliches Gelände zu begeben - was möglichweise ungeahntes Vergnügen mit sich bringt. Über Anwesenheit und Abwesenheit und die Zwischenräume, die daraus entstehen sowie die Frage, ob das Klavier selbst spielt, wird in Uraufführung von Francesca Verunelli und Sarah Nemtsov reflektiert. Höchstwahrscheinlich wird das Konzert aber auch ganz neue Fragen aufwerfen. Ein Mitschnitt aus dem Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses vom 10. Februar 2019. Gestaltung: Astrid Schwarz

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Andreas Maurer Musikauswahl: Friederike Raderer dazw. 03:00 Uhr Nachrichten