Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Des Cis

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Wer nicht genießt, wird ungenießbar" von Topsy Küppers, Schauspielerin, Chansonnière und Autorin "Wer unter genießen versteht, sich auf Kosten anderer ein lustiges Leben zu machen, der oder die hat etwas grundsätzlich missverstanden", meint die Schauspielerin Topsy Küppers. Genießen habe vielmehr "mit Demut, einem offenen Herzen und einem Blick auf das Leben" zu tun. Scharfzüngig und humorvoll schöpft die Schauspielerin und Autorin, die im vergangenen Jahr ihren 90. Geburtstag - wie könnte es anders sein: auf der Bühne - gefeiert hat, aus einem reichen Schatz an Lebensweisheit. Sie macht sich lustig über Diätwahn und falsche Versprechungen der Kosmetikindustrie, erzählt von Erlebnissen mit Bühnenpartner Vico Torriani oder der gut gemeinten Zwangsbeglückung mit einem neuen Computer. Doch schneller ist nicht automatisch besser und schließlich braucht man zum Genießen auch ein bisschen Zeit und Muße und das sei heutzutage oft wahrer Luxus.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Stephanie Maderthaner. Bearbeitungen aller Art Ob bearbeitet, transponiert, orchestriert, transkribiert oder arrangiert- so manches Originalwerk bekommt in seiner ungewohnten Fassung auch neuen Glanz, zumindest lässt es einen aufhorchen. Längst Bekanntes erscheint plötzlich wieder "wie neu", manchmal wird es im ersten Moment sogar nicht einmal mehr wiedererkannt. Schade, dass wir nicht wissen, wie Schumann oder Schubert darauf reagiert hätten, dass ihre Lieder, z. B. auch auf einem Cello, ganz ohne Text, "gesungen" werden. Dabei ist es doch meist der Inhalt des Textes, der ausschlaggebend ist für das jeweilige Lied, für seine Harmonien und den Ausdruck.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eine Bohne erobert die Welt. Der Agrar- und Ernährungshistoriker Ernst Langthaler spricht über Soja. Teil 2: Ein protein- und ölreiches Nahrungsmittel Gestaltung: Ilse Huber Die Sojabohne ist eine Hülsenfrucht und stammt ursprünglich aus Asien. Doch in den letzten zwei Jahrhunderten hat sie sich weltweit in den gemäßigten Klimazonen ausgebreitet. Anfänglich als direkte protein- und ölreiche Nahrung für den Menschen angebaut, ist sie inzwischen zu einem wichtigen Viehfutter geworden, das über Sojamehl und Presskuchen wichtige Eiweißstoffe an Tiere liefert. Der Bedarf ist immer mehr gewachsen und Mitte der 1990er Jahre kreierte der Mensch eine gentechnisch veränderte Sojabohne - ertragsreich und widerstandsfähig gegen ein Pflanzenschutzmittel, das Konkurrenz-Beikräuter ausmerzt, der kleinen Sojabohnenpflanze aber nichts anhaben kann. Selbst der Vorzug, Luftstickstoff direkt binden zu können, wird für hohe Ernteerträge hinfällig: Es wird Kunstdünger auf die zigtausend großen Sojafelder ausgebracht. Flächen, die dem Naturraum hauptsächlich in Südamerika geraubt werden.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Klimagerechtigkeit

Kann man globale Umweltlasten gerecht verteilen (2)? Gestaltung: Monika Halkort Ein zentraler Ansatz der Idee von Klimagerechtigkeit ist, dass die zentralen Verursacher der Erderwärmung und des Klimaschadens in einer besonderen Verantwortung stehen, den weltweiten CO2 Ausstoß zu reduzieren. Das der Maßstab und die Mittel dafür keineswegs selbstverständlich sind ist während des Klimagipfels in Glasgow im vergangenen Herbst einmal mehr deutlich geworden. Erneut ist es nicht gelungen den Ländern mit dem höchsten Kohleverbrauch (Australien, China, Indien, Russland und den USA) einen verbindlichen Ausstieg aus der fossilen Brennstoffverbrennung abzuringen. Und auch Zusagen für Finanzhilfen, um den Umstieg auf erneuerbare Energien in Schwellen- und Entwicklungsländern zu ermöglichen, blieben so vage und unausgegoren wie zuvor. In der Vergangenheit haben sich solche Angebote zumeist auf Darlehen und Kredite beschränkt, die arme Länder noch weiter in die Verschuldung zwingen und sie verpflichten für Umweltschäden aufzukommen, die sie zwar am stärksten bedrohen, für die sie aber nur bedingt verantwortlich sind. Fragen von Gerechtigkeit lassen sich darüber hinaus nicht auf eine faire Verteilung von Kosten, Nutzen und Belastungen reduzieren. Sie betreffen immer auch den Zeithorizont in dem Schäden und Verluste betrachtet werden und welches Gewicht negativen Folgeerscheinungen beigemessen wird. In der Diskussion rund um Klimagerechtigkeit sind die Forderungen gemeinhin auf die Zukunft ausgerichtet. Damit nehmen sie in erster Linie die Überlebenschancen derjenigen, die noch nicht geboren sind, in den Blick. Die Verantwortung gegenüber denen, die bereits in der Vergangenheit der rücksichtlosen Ausbeutung von natürlichen Ressourcen zum Opfer gefallen sind, bleibt davon unberührt. Dem nicht genug: der unverhältnismäßige Anteil der führenden Industrienationen am weltweiten CO2 Ausstoß - allen voran Europa, Nord Amerika und Australien - wäre ohne die gewaltsame Unterwerfung rohstoffreicher Kolonien in Asien, Afrika und der Arabischen Welt kaum denkbar gewesen. Das toxische Erbe der Europäischen Imperial-Herrschaft bestraft die Länder des Südens damit dreifach. Nicht nur wurde ihnen eine ähnlich rasante Entwicklung zu globalen Technologie- und Wirtschaftsmächten versagt, ihre gewaltsame Vereinnahmung als Quelle billiger Arbeitskraft und Rohstoffe hat diese ungleiche Entwicklung sogar noch befeuert. Und sie zahlen auch die Umweltkosten dafür. Vor diesem historischen Hintergrund scheint die Frage nach einem angemessenen Maßstab für Klimagerechtigkeit weitaus schwieriger zu beantworten, als es im eng gefassten Zeitraster der Gegenwart ohnehin schon ist. Doch ein Dialog auf Augenhöhe zwischen Nord und Süd um einen Ausweg aus der Krise zu finden ist weit und breit nicht in Sicht.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Belarus' Aufbruch ins Ungewisse

Wie sich der letzte Diktator Europas behauptet (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Noch vor wenigen Jahren galt Belarus als weißer Fleck auf der Landkarte von Europa. Es war ein weitgehend unbekanntes Land, aus dem selten Nachrichten in die internationalen Medien gelangten. In der Regel war dann von Staatspräsident Lukaschenko die Rede, dem letzten Diktator Europas, wie er genannt wurde und wird. Im Jahr 2020 standen die Zeichen auf Veränderung. Massenproteste nach gefälschten Wahlen erfassten größere Teile der Bevölkerung als je zuvor. Die Belarussen überwanden die Passivität, die ihnen stets nachgesagt wurde. Die rege Beteiligung, teils sogar führende Rolle von Frauen an den Protesten sorgten für Aufsehen. Prominente Aktivist/innen, von denen nicht wenige inzwischen festgenommen wurden, gingen von Anfang an davon aus, dass ein politischer Wandel Jahre dauern werde. Alexander Lukaschenko konnte sich zunächst als Präsident behaupten, wobei er Unterstützung vom russischen Nachbar erhielt, der seit langem an einer engeren Anbindung von Minsk an Moskau interessiert war. Wie kann es weitergehen: Diese Frage beschäftigt nun die Zivilgesellschaft. Auch die EU ist gefordert, denn vor allem die Nachbarländer von Belarus, Litauen, Lettland und Polen fühlen sich durch die Flüchtlings- und Migrationspolitik von Minsk bedroht.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Der Star-Dirigent Teodor Currentzis

Genie oder Scharlatan (2)? Gestaltung: Thomas Miessgang, Marie-Therese Sekwenz Teodor Currentzis gehört zu den faszinierendsten und gleichzeitig umstrittensten Dirigenten der Gegenwart. Kritiker sprachen zuletzt, etwa anlässlich seiner Auftritte bei den Salzburger Festspielen im vergangenen Sommer, von einem "schamlosen Egotrip" des Musikers und nannten ihn einen "Sektenführer" oder "Egomanen". Seine Anhänger hingegen verehren Currentzis wie einen Guru und pilgern hunderte von Kilometern, um eines seiner Konzerte zu sehen. Der Dirigent schafft es jedenfalls, im Gespräch zu bleiben und Öffentlichkeit und Feuilleton immer wieder neue Debattennahrung zu liefern. Die Karriere des 1972 in Athen geborenen Teodor Currentzis, den alle nur Teo nennen, gehört jedenfalls zu den ungewöhnlichsten der neueren Musikgeschichte. Schon als junger Mann zog er nach Sankt Petersburg, um dort bei der Dirigentenlegende Ilja Musin zu studieren. Danach arbeitete er in Nowosibirsk und Perm am Ural, wo er mit seinen Musikern wie in einer "Patchwork-Familie" lebte und in jahrelanger Arbeit seinen Klangkörper MusicAeterna formte, sowie den Neuen Sibirischen Sänger-Kammerchor gründete und 2018 den MusicAeterna Byzantina. Currentzis, der den traditionellen Frack des Dirigenten verabscheut und seine Streicher gern stehend spielen lässt, scheut vor den "Evergreens" der klassischen Musik nicht zurück, verpasst aber beispielsweise der 5. Sinfonie von Beethoven derart ungewöhnliche Tempi und Dynamiken, dass das alte Schlachtross wieder frisch und unerhört klingt. Der Mann aus Perm galt bald als Hoffnungsträger eines in seinen Routinen erstarrten Klassikbetriebes und inszenierte sich gerne als Rebell, der die Szene aufmischen wollte. Richtig berühmt wurde er in den Zehnerjahren, als er erst Mozarts "Requiem" und dann den Da Ponte-Opernzyklus auf Platte einspielte. Seit 2019 ist Currentzis auch als Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters tätig. Im Lauf der Jahre hat sich ein Currentzis-Kult entwickelt, der sicherstellt, dass der Musiker regelmäßig an allen Ersten Häusern und bedeutenden Festivals auftreten kann und dort geradezu rituell bejubelt wird. Wobei sich MusicAeterna keinesfalls nur auf die "Crowd Pleaser" der klassischen Tradition verlässt, sondern auch einen erheblichen Anteil zeitgenössischer Musik, häufig Uraufführungen, im Repertoire hat. Mittlerweile lebt und wirkt die Currentzis-Organisation in Sankt Petersburg und arbeitet in den Räumlichkeiten des "Dom Radio" an der Vervollkommnung des MusicAeterna-Klanges und am Ausbau des Repertoires - Probenzeiten werden nicht in Minuten und Stunden gemessen, sondern in Ergebnissen. Dass Teodor Currentzis nicht an mangelndem Selbstbewusstsein leidet, geht aus einem Satz hervor, den er einem britischen Journalisten nach ein paar Drinks diktierte, später aber wieder abschwächte: "Geben Sie mir fünf oder zehn Jahre, dann werde ich die klassische Musik retten."

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Robert Fontane. Erinnerungen an Carla Martinis - zum 100. Geburtstag der Sopranistin. Ausschnitte aus Opern von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini u. a. Dank ihrer kräftigen, in allen Lagen ausgeglichen Stimme hätte es die Sopranistin Carla Martinis zweifelsohne verdient, einige ihrer großen Rollen im Schallplattenstudio für die Nachwelt konservieren zu dürfen. Aber ihr Ruhm wurde von den übermächtigen Primadonnen wie Maria Callas oder Renata Tebaldi überschattet, sodass keine der großen Plattenfirmen ernsthaftes Interesse an ihrer "goldenen Stimme" zeigte. Lediglich der Existenz einiger weniger live-Aufnahmen und Rundfunk-Mitschnitte ist es zu verdanken, dass die Erinnerungen an die 1922 im heutigen Kroatien geborene Sängerin bis heute nicht gänzlich verblasst sind. Carla Martinis trat nach dem zweiten Weltkrieg eine beachtliche Laufbahn als Verdi- und Puccini-Interpretin an, und debütierte 1950 als Titelheldin in Puccinis "Turandot" an der Wiener Staatsoper. Die strahlende Leuchtkraft ihrer Stimme begeisterte Dirigenten wie Herbert von Karajan, der sie für eine konzertante Aufführung von Verdis "Aida" verpflichtete, und Wilhelm Furtwängler, unter dessen Leitung sie bei den Salzburger Festspielen die Desdemona in Verdis "Otello" sang. Sie war eine bedeutende Stütze des Wiener Staatsopern-Ensembles, ein tragisches Ereignis in ihrem familiären Umfeld war wohl der Grund für das frühzeitige Ende ihrer Berufslaufbahn. Anlässlich ihres 100. Geburtstags erinnert "Anklang" an einen Wiener Publikumsliebling von einst.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

"Uns zusammenhalten" von Mirthe van Doornik. Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Gestaltung: Stefanie Zussner

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Irene Suchy Ana Topalovic gibt Bachs erste Cellosolosuite mit Interventionen von Zeitgenossinnen. Angeregt von einer Einladung zu einem Konzert in der Ausstellung MusicaFemina 2018 in Schönbrunn, alte Musik mit neuer zu verbinden und eine Auswahl aus dem Oeuvre der Komponistinnen zu treffen, hat Ana Topalovic die dramaturgische Idee in ein CD-Format gewandelt. So wie sich damals im August 2018 ein Raum der Komponistinnen eröffnete, so entsteht auch hier ein Komponistinnen-Raum. (Vielleicht auch mit der leicht subversiven Idee, dass Bachs Solosuiten ja von Anna Magdalena vielleicht nicht nur abgeschrieben sondern auch komponiert wurden.) Bachs erste Solosuite mit Interventionen der Komponistinnen Johanna Doderer, Doina Rotaru, Gabriele Proy und Kaija Saariaho: Was für eine Vielfalt an Klängen da entsteht - allein in den sieben Schmetterlingen der Kaija Saariaho - ein Kleinod für die Encore-Literatur! Aus der Dramaturgin ergab sich auch die Komponistin - ein guter Anfang für Ana Topalovic! Gute Wahl für den Österreichischen Musikfonds, das Projekt zu unterstützen!

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Ema Nikolovska, Mezzosopran; Wolfram Rieger, Klavier. Lieder von Franz Schubert, Johannes Brahms, Robert Schumann, Hugo Wolf, Darius Milhaud, Margaret Bonds und Francis Poulenc (aufgenommen am 28. August im Kloster von Vilabertran im Rahmen der "Schubertiade in Vilabertran 2021"). Präsentation: Chris Tina Tengel

15.30 Uhr
Moment

Welche Verpflichtungen der ganz normale Alltag mit sich bringt Der Begriff der Pflicht hat Hochkonjunktur, er ziert Titelblätter und erhitzt die Gemüter. Dabei strotzt der Alltag vieler Österreicherinnen und Österreicher nicht erst seit gestern nur so vor Pflichten - sei es die Aufsichtspflicht, die Winterreifenpflicht oder die Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln. Doch welche konkreten Pflichten erfüllt eine Familie im tagtäglichen Leben? Welche ein Landwirt? Und wo verschmelzen Pflichten mit Verantwortung gegenüber der Gesellschaft? Eine Sendung über die Pflichten des tagtäglichen Lebens, erzählt anhand des Beispiels einer Familie sowie eines jungen Waldviertler Landwirts. Nach der Sendung sind die Hörerinnen und Hörer gefragt: Welche Pflichten begegnen Ihnen im Alltag - und wie bereitwillig erfüllen Sie diese? Wie erleben Sie das Spannungsfeld zwischen Pflicht, Recht und gesellschaftlicher Verantwortung? Reaktionen erbeten unter 0800 22 69 79 oder per E-Mail an moment@orf.at Gestaltung: Miriam Steiner

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Warum Freundschaften so wichtig sind Rudi freut sich, dass er nach den Ferien endlich wieder seine besten Freunde trifft: den Kater und Trixi Terrier. Er selbst hat vor Kurzem Emil, Luisa und Eric kennengelernt. Die drei Kinder sind Nachbarn und befreundet. Freundschaften sind wichtig, sagen sie: zum Spielen und Spaß haben, aber auch zum Reden, wenn es ihnen einmal nicht so gut geht. Der Radiohund unterhält sich mit ihnen unter anderem darüber, wie man befreundet bleibt auch wenn man manchmal streitet. Gestaltung: Johanna Steiner

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

46°25'25.4" Nord, 0°31'29.3" West - Das Wilde Denken des französischen Schriftstellers Mathias Enard. Feature von Nikolaus Scholz Wer die Koordinaten "46°25'25.4" Nord, 0°31'29.3"West" auf Google Maps eingibt, findet jenen Ort, an dem Mathias Enard den zentralen Schauplatz seines neuesten Romans "Das Jahresbankett der Totengräber" angesiedelt hat. Doch das ist nur der Anfang einer Geschichte, in der Enard die Leserinnen durch Zeit und Raum führt, wo Totengräber und Henker ebenso Platz finden, wie eine Hommage an die französische Populärkultur und der Glaube an das Rad des Lebens, das alles und jeden verbindet. Enard, der zurzeit wohl wortmächtigste und sprachenkundigste Schriftsteller Frankreichs, ist in Niort, einer französischen Kleinstadt im Westen Frankreichs aufgewachsen, in unmittelbarer Nähe jenes Ortes, den er durch die Koordinaten 46°25'25.4" Nord, 0°31'29.3" West exakt bestimmt hat, und Leserinnen und Leser damit dennoch an der Nase herumführt. Schon in seiner frühen Jugend hat ihn der Orient, dessen Kultur und Literatur fasziniert. Sein Großvater weckt in ihm das Interesse für Bücher in Bibliotheken und Archiven, die fortan zu Enards Zufluchtsstätten werden. Mit 20 entflieht er dem Mief der Kleinstadt und studiert Arabisch und Persisch in Paris. Aus der anfänglichen Faszination für den Orient erwächst eine Leidenschaft, die auch in seinen Büchern zum Ausdruck kommt und noch lange kein Ende gefunden zu haben scheint. Heute pendelt Enard zwischen Barcelona und Niort, wo er lebt und arbeitet. Nikolaus Scholz hat für die "Tonspuren" Mathias Enard in Niort besucht.

16.45 Uhr
Heimspiel

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Grenzüberschreitende Klänge vom 21-saitigen Instrument der westafrikanischen Griots Baba Sissoko, sein Sohn Ballaké Cissoko, aus Senegal oder auch die, eine weitere Generation jüngere, aus Gambia stammende Sona Jobarteh: Das sind nur drei Vertreter/innen der jahrhundertealten Tradition des Kora-Spiels. Auf ihren aktuellen CDs spannen sie Brücken in andre Stile, zum US-amerikanischen Blues oder in Richtung europäische Klassik. Fast immer schimmert dabei eine ursprüngliche Funktion des Instrumentes durch, nämlich die Begleitung von Balladen und epischen Erzählungen.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Alltag im Alten Rom mit: Barbara Borgers, Institut für klassische Archäologie, Universität Wien Gestaltung: Barbara Matzner-Volfing Wer kennt sie nicht, die kleinen oder großen Routinen des Alltags. Nicht immer freiwillig gewählt, doch stets präsent sind diese Handlungen keinesfalls eine Ausformung der Moderne. Sie finden sich bereits im antiken Rom, wo der Alltag der Bürger auch durch häusliche, soziale, politische und kultische Aspekte bestimmt war. Doch welche Fixpunkte hat es im Tagesablauf gegeben? Spielten Status oder Beruf eine Rolle in der Gestaltung dieser Alltagsroutinen? Und wie lassen sich diese Aspekte des antiken Lebens heute nachvollziehen? Diesen Fragen widmet sich die Archäologin Barbara Borgers mit einem Einblick in den facettenreichen Alltag im Alten Rom.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Wer in einem Kapstädter Township aus einer Jugendbande aussteigen will, hat es nicht leicht - doch es gibt Hoffnung. Gestaltung: Thomas Kruchem Im Armenviertel Hanover Park in der südafrikanischen Metropole Kapstadt leben 60.000 Menschen in Mietskasernen und Wellblechbaracken. Ihr Leben ist bestimmt von Arbeitslosigkeit, Sucht und Gewalt. Vaterlose Schulabbrecher suchen in Gangs wie den Americans oder Mongrels ihr Glück; sie finden Drogen und Schießereien. Die Polizei tut praktisch nichts, aber es gibt Organisationen, die sich um die jungen Männer kümmern, etwa die Initiative Ceasefire des evangelikalen Pastors Craven Engel oder die Don Bosco-Salesianer: Mit Hightech und einem Team von Ex-Gangstern hat Engel die Morde in Hanover Park um die Hälfte reduziert; das Camp Joy für Gang-Aussteiger und innovativer Unterricht am Salesianer-Institut eröffnen gefährdeten jungen Leuten erstmals Lebenschancen.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Neues von Gestern Verlage entdecken vergessene Bücher Von Ralph Gerstenberg Spätestens seit dem Welterfolg von Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein" gehören literarische Wiederentdeckungen zum festen Bestandteil vieler Verlagsprogramme. Zu den Verlagen, die sich darauf spezialisiert haben, zählt der DVB-Verlag des Wieners Albert C. Eibl. Schon der Verlagsname ist Programm: DVB steht für "Das vergessene Buch". Zu Eibls erfolgreichsten Wiederentdeckungen zählt der Roman "Leben verboten" von Maria Lazar aus dem Jahr 1932. Dass literarische Wiederentdeckungen ein Publikum finden, haben auch andere passionierte Verleger in den vergangenen Jahren beweisen. Ihrem Entdeckergeist ist es zu verdanken, dass Stimmen zu Unrecht vergessener Schriftsteller und Autorinnen wieder gehört werden, und weiße Flecken auf der literarischen Landkarte gefüllt werden. Was aber sagt diese Hinwendung zum Vergangenen über unsere Gegenwart aus?

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert live

ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Markus Poschner. Unsuk Chin: Subito con forza (2020; Österreichische Erstaufführung) * Anton Bruckner: Symphonie Nr. 3 d-Moll (Urfassung 1873) (Übertragung aus dem Großen Konzerthaussaal in Wien in 5.1 Surround Sound). Präsentation: Eva Teimel Unmittelbar nach Beendigung seiner Dritten Symphonie reiste Anton Bruckner 1873 nach Bayreuth zu seinem großen Idol Richard Wagner - doch nicht um des Meisters Rat einzuholen, sondern um ihn zu fragen, ob er ihm seine Dritte oder Zweite widmen dürfe. Beide Komponisten besprachen dies ausführlich, tranken dabei aber so viel Bier, dass sich Bruckner anderntags nicht mehr erinnern konnte, auf welche Symphonie die Wahl gefallen war. Einige Briefe später war man sich einig, dass die Symphonie Nr. 3 auserwählt worden war, und so bekam das Werk alsbald den Spitznamen "Wagner-Symphonie". Markus Poschner setzt seinen Bruckner-Zyklus beim RSO Wien mit der Dritten fort, und zwar mit der Urfassung, die Zitate aus "Tristan und Isolde" sowie dem "Ring des Nibelungen" enthält. Wie so oft glättete Bruckner auch dieses Werk, kürzte die Sätze und entfernte die Wagner-Zitate. Heute überzeugen gerade die ungezügelten Urfassungen seiner Musik. Gustav Mahler jedenfalls war von Bruckners Dritter, nachdem er die vom Komponisten dirigierte Uraufführung gehört hatte, so angetan, dass er sogleich einen Klavierauszug erstellte. Zum Einstand in dieses Konzert dirigiert Markus Poschner ein neues Orchesterwerk der Komponistin Unsuk Chin, die nach Isang Yun zu den international bedeutendsten koreanischen Komponistinnen zählt. "Subito con forza" entstand im Auftrag des Concertgebouworkest anlässlich des Beethoven-Jubiläums und bleibt auf Tuchfühlung mit dem Jubilar, genauer: zu seinen Konversationsheften. Beethoven-Zitate aber hat sich die Komponistin verkniffen, und auch ein Gelage mit dem als trinkfest bekannten Meister blieb ihr erspart. (Christoph Becher/Intendant des RSO Wien)

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Klimagerechtigkeit. Kann man globale Umweltlasten gerecht verteilen (2)? Gestaltung: Monika Halkort Belarus' Aufbruch ins Ungewisse. Wie sich der letzte Diktator Europas behauptet (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Der Star-Dirigent Teodor Currentzis. Genie oder Scharlatan (2)? Gestaltung: Thomas Miessgang

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Salzburger Festspiele 2021. Kompositionen von Giacinto Scelsi Dieser "Zeit-Ton" bringt eine Festspiel-Nachlese aus Salzburg vom Festival 2021. Bei der traditionellen "Ouverture spirituelle" der Salzburger Festspiele - das Motto im letzten Jahr war "Pax" (Friede) - fand am 23. Juli 2021 in der Kollegienkirche ein Konzert mit dem SWR Symphonieorchester statt. Außerdem traten die Neuen Vocalsolisten und der Bachchor Salzburg auf. Auf dem Programm standen unter anderem zwei Werke von Giacinto Scelsi: "Three Latin Prayers" für Stimmen solo, gesungen von Mitgliedern der Neuen Vocalsolisten, sowie "Konx-Om-Pax" für gemischten Chor und Orchester, mit dem Bachchor Salzburg und dem SWR Symphonieorchester. Die musikalische Leitung hatte an diesem Abend der junge französische Dirigent Maxime Pascal. Gestaltung: Philipp Weismann

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten