Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Guten Morgen Österreich

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Aus Asche erstanden" - Gedanken in der Karwoche von Toni Faber, Dompfarrer, Dechant und Domkapitular zu St. Stephan Der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame im April 2019 hat erlebbar gemacht, wie es den Österreicher/innen beim Brand des Stephansdoms am 12. April 1945 ergangen sein muss. Die Zerstörung war gewaltig - was daraus geworden ist, auch: Trotz der eigenen Not zu Kriegsende, folgte die Bevölkerung ganz Österreichs dem Aufruf von Kardinal Theodor Innitzer, am Wiederaufbau des Stephansdoms mitzuhelfen. Was an finanziellen Mitteln und an Arbeitskraft gespendet wurde, hat das Wiener Gotteshaus zum Stephansdom aller Österreicher/innen gemacht. Aus der zerstörenden Katastrophe wurden gemeinsame Neuaufbrüche und Erfolge. Die Ölbergstunde und der Kreuzweg werden zu Erlebnissen der Auferstehung und des Sieges über den Tod. Auch heute, zeigt sich Dompfarrer Toni Faber der Krise zum Trotz glaubend und hoffend. Gestaltung: Alexandra Mantler

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

Mit Markus Hering in der Küche Burgschauspieler Markus Hering berichtet im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagen aus dem Ausweichquartier, da er vergangene Woche mit einer 10er Packung Toilettenpapier vom Fahrrad stürzte. Um dem Corona-Virus und seinen tückischen Folgen aus dem Weg zu gehen, widmet sich Hering jetzt vermehrt seinen Hobbys: dem Kochen und dem Tischlern. Besonders am Herzen liegt ihm auch ein Hörbuch-Projekt mit der deutschen Ohrenkuss-Redaktion, die literarische Texte von Autorinnen und Autoren mit Trisomie 21 publiziert. Eine Kostprobe daraus, einen Text der Autorin Verena Elisabeth Turin, liest der Schauspieler für Leporello im Ausweichquartier vor. Gestaltung: Julia Baschiera

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Gerhard Krammer. Eine folgenschwere Begegnung. Als der Poet Francesco Petrarca in den ersten Tagesstunden des 6. April 1327 in der Kirche von Avignon eine junge Frau sieht, ändert sich sein Leben von einem Schlag auf den anderen. Laura wird der Inbegriff des Ideals, aber Unerreichbaren, Inspirationsquelle für den Dichter. Nicht sehr verwunderlich, dass sich der Romantiker Franz Liszt ganz gut mit dieser Konstellation identifizieren konnte. Berührende Sonette finden wir bis ins Heute. Zum Glück!

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Die Zoologin Silke Schweiger über die Amphibien und Reptilien Borneos. Teil 1: Hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit Gestaltung: Maria Harmer Redaktion: Renate Pliem Frösche, die ihre Schwimmhäute als Flughilfen verwenden, um im Regenwald von Baum zu Baum zu gelangen; Schlangen, die ihre Rippen spreizen, den Schwanz als Steuerruder verwenden und bis zu zwanzig Meter weit durch die Luft gleiten und Flugdrachen, die für die Eiablage aus dem Blätterdach auf den Boden segeln. Im südostasiatischen Raum, insbesondere auf der Insel Borneo, haben Arten, die anderswo nur am Boden leben, Methoden entwickelt, wie sie sich gleitend oder segelnd im Regenwald durch die Luft bewegen können. Die Zoologin Silke Schweiger benützt in diesem Fall bewusst nicht das Wort "fliegen", da diese Tiere keine Flügel im eigentlichen Sinn ausgebildet haben. Die Kuratorin der Herpetologischen Sammlung am Naturhistorischen Museum Wien hat zahlreiche Forschungsreisen in den Regenwald auf Borneo unternommen und erzählt über die Besonderheiten einiger Amphibien und Reptilien der Insel.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Wer ist Opfer?

Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (1). Gestaltung: Johannes Gelich In Zeiten von Populismus, Klimakrise, Geschlechter- und Generationenkampf geistert ein Begriff durch die einschlägigen gesellschaftspolitischen Debatten: das Opfer. In den letzten Jahren ist, so scheint es, ein regelrechter Opfermarkt entstanden: das Volk ist Opfer einer von außen gesteuerten Migrationspolitik, sagen rechte Populisten. Der Arbeitnehmer von heute ist Opfer der Profit-Interessen von Kapital, Konzernen und politischen Eliten auf dem Schlachtfeld des Neoliberalismus, sagen linke Populisten. Frauen sind Opfer von sexistischen Übergriffen in Beruf und Medien, sagen Frauenrechtlerinnen. Männer sind Opfer von blindwütigen Feministinnen, sagen Männerverbände. Dritte-Welt-Länder sind Opfer neokolonialistischer Politik des reichen Westens, sagen Globalisierungskritiker. Wachstumsideologie, Umweltzerstörung und die Ausbeutung von Ressourcen geschehen auf dem Rücken der Kinder, sagen Ökologen. Eltern werden von ihren Kindern in Altersheime abgeschoben und vernachlässigt, sagen Pensionisten-Verbände. Das Opfer, so viel steht fest, ist der wahre Held unserer Zeit. Opfer zu sein, verspricht höchste Anerkennung, erzeugt machtvolle Ansprüche und ist über jede Kritik erhaben. Doch warum und seit wann hat der Opfer-Status einen derartigen Stellenwert in der westlichen Kultur und ihren gesellschaftlichen Debatten gewonnen? Die Darbringung von Opfern gegenüber Göttern ist ein wesentlicher Bestandteil der meisten Religionen der Welt. Doch im Christentum hat sich Gott durch seine Menschwerdung bis zu seinem Tod am Kreuz selbst geopfert. Hier zeigt sich religionsgeschichtlich insofern eine Wende, als sich Jesus für die Sünden der Menschen selbst opfert und damit weitere Opfer überflüssig macht. Die Anbetung des Opfers hat im Medienzeitalter jedoch eine neue, quasi-religiöse Dimension erfahren: Das Fernsehen und eine adäquate Medien-Inszenierung leben geradezu von der Dauerpräsenz des Opfers. Von der Allgegenwärtigkeit des Opfers von Verbrechen in Kriminalfilmen bis hin zur Akkumulation von politischem Kapital durch Fernsehbilder wie 9/11: in den Medien ist längst eine Konkurrenz um die Präsenz der Opfer-Identitäten entstanden. Und auch die österreichische Identität war noch lange nach dem 2. Weltkrieg von dem Mythos geprägt, das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen zu sein. Doch was sind die Auswege aus diesem schädlichen, medial transportierten Opfer-Täter-Schema? Gefragt sind die Stärkung demokratischer Kräfte und die Verantwortung jedes Einzelnen, Fakten zu studieren, Lösungsansätze zu diskutieren und sich in demokratische Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur so lässt sich dieser Regress ins Primitive unterbinden.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Ernst Jünger - Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung

Sein Werk als Spiegel des 20. Jahrhunderts (1). Gestaltung: Richard Brem Die Lebensgeschichte des deutschen Schriftstellers Ernst Jünger liest sich, als wäre sie von einem Romanautor erdacht worden. Einer literarischen Figur ähnlich, tauchte er stets an den Brennpunkten des 20. Jahrhunderts auf: 1914 zog er als Freiwilliger begeistert in den Krieg, kämpfte in den großen Materialschlachten an der Westfront, wurde mehrfach verwundet und kurz vor Kriegsende mit dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, dem "Pour le Mérite", ausgezeichnet. Nachdem er den Krieg als eine Art Rausch durchlebt und in Büchern auch als solchen beschrieben hatte, begann Jünger sich in den 1920er Jahren an Technik und Nation zu berauschen. Er wurde zum Wortführer eines elitären Nationalismus und entwarf 1932 mit "Der Arbeiter" seine eigene Vision einer Techno-Diktatur, die Elemente aus italienischem Faschismus und sowjetischem Bolschewismus miteinander verschmolz. Zum Nationalsozialismus hielt Jünger Abstand und veröffentlichte mit "Auf den Marmorklippen" 1939 einen Roman, der von Heinrich Böll, den Geschwistern Scholl und vielen anderen als Widerstandsparabel verstanden wurde. Auch verbrachte er den Großteil des 2. Weltkriegs im Stab des deutschen Militärbefehlshabers in Paris, wo er in engem Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli stand, aber auch Künstlern wie Picasso, Braque und Cocteau begegnete. In den 1950er Jahren war Jünger einer der ersten, die mit LSD experimentierten - in gemeinsamen Drogen-Séancen mit dem LSD-Entdecker Albert Hofmann. Die nachfolgenden Jahrzehnte verbrachte er mit zahlreichen Reisen rund um den Erdball und als scharfsichtiger Chronist einer sich rasant globalisierenden und technologisierenden Welt. Als Ernst Jünger 1998 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein über 20-bändiges Gesamtwerk aus Essays, Romanen, Kriegsbüchern, Reisenotizen und Tagebüchern, in denen sich das 20. Jahrhundert mit allen seinen Umwälzungen und Verheerungen widerspiegelt. Das "Radiokolleg" zeichnet ein Porträt dieses vielschichtigen, widersprüchlichen und nach wie vor umstrittenen Autors.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Der Countertenor

Die jungen Stars der Alten Musik (1). Gestaltung: Verena Gruber Andreas Scholl, Valer Sabadus, Max Cencic - drei klingende Namen, drei weltberühmte Countertenöre. Sie sind - neben einigen anderen - die Stars der Alten Musik. Egal ob sie halsbrecherische Koloraturen oder intime Arien singen, ihre Stimmen klingen glockenklar und scheint nicht von dieser Welt. Jahrzehntelang begann das Publikum zu kichern, sobald männliche Sänger in der Kopfstimme den Mund aufmachten. Heute lacht niemand mehr. Die Countertenöre haben das Erbe der Kastraten angetreten und haben viele Fans, weit über ein Fachpublikum hinaus. Die Geschichte des Countertenors geht zurück in die Urzeit der Menschheit. Die männliche hohe Stimme erklang wohl zum ersten Mal im Warnschrei des jagenden Steinzeitmenschen. Der Countertenor als Begriff tauchte hingegen das erste Mal in der Mehrstimmigkeit der europäischen Kirchenmusik auf, dort bezeichnete man den contertenor als die Gegenstimme zum Tenor. Da Frauen in Kirchenchören nicht singen durften, wurden für die Sopran -und Altlagen Falsettisten eingesetzt, also Männer, die in der Kopfstimme singen, heute nennt man sie Countertenöre. So entstand eine Gesangstradition, die vor allem in England in den traditionsreichen Kathedralschören zu einer Blüte gelangte. Auf dem Kontinent sangen im ausgehenden 16. Jahrhundert die Kastraten in der Sixtinischen Kapelle die ersten Solopartien. Viele Komponisten des Barock schrieben für die hohe männliche Stimme Opernrollen. Im 19. Jahrhundert, als der Tenor seinen Siegeszug in der romantischen Musik antrat, kam die Tradition der Countertenöre und Kastraten aus der Mode. Im 20. Jahrhundert trat Alfred Deller aus dem Schatten der englischen Chortradition und machte den solistischen Männeralt wieder salonfähig. Die Zahl der Countertenöre nahm stetig zu. Heute trifft man Countertenöre in unzähligen Barockopern, aber längst nicht mehr nur an den angestammten Plätzen der Alten Musik. Gerade zeitgenössische Komponisten haben entdeckt, dass sich mit dem Countertenor ein neues Stimmfach für die Bühne erschließen lässt. In der Radiokollegreihe "Der Countertenor" hat Verena Gruber einige der berühmten Falsettisten getroffen. Sie sprechen über die Faszination der hohen Stimme, über die schönsten Countertenor-Partien, über Akzeptanz und Ablehnung dieser Stimmlage, über neue Männerbilder und Klischees. Die vierteilige Reihe beinhaltet einen musikhistorischen Abriss, ein Porträt über den deutschen Countertenor Andreas Scholl, eine Reportage mit Jugendlichen an einem Tiroler Gymnasium, die sich auf die historischen Spuren der Kastraten und Falsettisten begeben. Im vierten Teil erzählen Nachwuchssänger und ihre Lehrer am Antonio Salieri Gesangsinstitut in Wien, wie sie sich dem Countertenor als Stimmfach nähern und sich auf die großen Rollen des Barockrepertoires vorbereiten. Exkurse über den Einsatz der Kopfstimme in der Popmusik und der zeitgenössischen Musik runden die Musikviertelstunde ab.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

mit Eva Theimel Damenkapellen in Wien Sie stellten eine musikalische, aber auch eine optische Attraktion im Wien der Ringstraßenzeit dar: Damenkapellen standen im 19. Jahrhundert in der kaiserlichen Residenzstadt hoch im Kurs. Anzufinden waren sie vor allem im Wiener Prater, dessen zahlreiche legendäre Lokale die Möglichkeit zum Aufspielen gaben. Vor allem das 1872 vom Gastwirten Ignaz Prohaska im Prater neueröffnete Restaurant (an dessen Ort sich heute das Grand Autodrom befindet) wurde zu einer bedeutenden Spielstätte für die Frauenorchester, die meist in Salonmusik-Besetzung auftraten. Prohaskas "Weiße Maderln" erhielten ihren Namen durch ihr Erscheinungsbild - mit ihren langen weißen Rüschenkleidern, die mit farbigen Schleifen geschmückt waren, zogen sie auch optisch Aufmerksamkeit auf sich. Kontakt zu Gästen war allerdings strikt untersagt - über Moral und Tugend der Damen wachte schließlich die Kapellmeisterin.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Ex libris Nachlese: Arthur Schnitzler: "Ein Erfolg". Es liest Otto David Engelbert Friedmeier denkt über sein verfehltes Leben nach: seit er vor drei Jahren voller Begeisterung für seinen Beruf in das Corps der Sicherheitswache eingetreten ist, hat er keinen einzigen Erfolg verbuchen können. "Auf tausend Schritt im Umkreis schweigen alle bösen Triebe", Engelbert Friedmeier kann nicht amtshandeln. So besteht keine Aussicht auf Beförderung, eine Heirat bleibt ein unerfüllbarer Wunschtraum. Seine Verlobte Kathi beginnt ihn aufs bitterste zu verspotten.

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Esther - Andrea Eckert / Merlin Ensemble Wien Gestaltung: Stephan Pokorny Esther, eine mutige Jüdin, setzt ihr Leben ein, um ihr Volk vor Verfolgung und Tod zu retten. Ein Abend aus dem Radiokulturhaus mit Andrea Eckert und dem Merlin Ensemble Wien auf CD.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Helene Breisach. Musik auf historischen Tasteninstrumenten. "Historische Tasteninstrumente zu lieben ist nicht immer einfach", so der einleitende Satz zur heutigen "Des Cis"-CD auf der Homepage des Labels frabernardo. Dabei liefert die CD selbst den Gegenbeweis: Der österreichische Musiker Peter Waldner spielt auf einem Cembalo aus Neapel und einem Virginal aus Florenz - beide Instrumente stammen aus dem 16. Jahrhundert, ebenso die auf dem Album eingespielte Musik. Peter Waldner erweckt einen versunkenen Klangkosmos zu neuem, vielseitigem Leben: erdig und warm tönt das Virginal, ein kleiner, rechteckiger Bruder des Cembalos - im Vergleich dazu: das Cembalo mit seinem metallischen, repräsentativen Klang. Und siehe da: das mit der Liebe ist doch ganz einfach!

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Chancen und Grenzen einer evidenzbasierten Politik. Gast: Univ.-Prof. Dr. Ulrike Felt, Professorin für Wissenschafts- und Technikforschung am gleichnamigen Institut, Fakultät für Sozialwissenschaften, Universität Wien. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Es ist gar nicht so lange her, dass der Bildungsminister Heinz Faßmann, selbst Professor für Angewandte Geographie, in einem ORF-Interview meinte, die Wissenschaft solle sich nicht überall einmischen. Mit "überall" waren die Bildungs-, Gesundheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik der Regierung gemeint. Und viele Expertinnen und Experten kritisierten, dass immer seltener evidenzbasierte Entscheidungen getroffen würden, also Regelungen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse erlassen würden. Diese Kritik scheint berechtigt: Denn das Datenmaterial aus der empirischen Sozial- und Wirtschaftsforschung war noch nie so umfangreich und hochwertig wie heute. Würden die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden richtig eingesetzt, argumentieren Vertreterinnen und Vertreter dieser Felder, könnten zuverlässige Schlussfolgerungen getroffen werden. Diese praxisrelevante Forschung hat die Privatwirtschaft längst für sich entdeckt, als Quelle für Strategie und Innovation. Die Covid-19-Pandemie könnte dieses Blatt gewendet haben: Noch nie sprach die Regierung so oft und viel von Daten, Studien und wissenschaftlichen Ergebnissen, wie in der gegenwärtigen Situation. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beraten die Regierung und treten in den Medien als Vertrauenspersonen auf, die Maßnahmen erläutern und inhaltlich begleiten. Könnte das auch eine Imagepolitur für das akademische Feld an sich bringen? Die Österreicherinnen und Österreicher zählen, laut Eurobarometer-Umfrage, zu den wissenschaftsskeptischsten Bevölkerungen Europas. Wird sich das im Zuge der Covid-19-Pandemie ändern? Oder mangelt es auch gegenwärtig an Transparenz in der Politik? Erfährt die Öffentlichkeit zu wenig über die Expertinnen und Experten, die die Regierung beraten und die Daten, auf die sich Entscheidungen stützen? Über diese Fragen spricht Marlene Nowotny mit der Wissenschaftsforscherin und Physikerin Ulrike Felt. Diskutieren Sie mit, stellen Sie Ihre Frage: unter der Telefonnummer 0800 22 69 79 live während der Sendung und kostenlos aus ganz Österreich, oder per E-Mail an punkteins(at)orf.at

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Alte Musik im Konzert. Münchener Kammerorchester; Mathis Stier, Fagott; Friedrich Thiele, Violoncello; Carlos Alexandre Brito Ferreira, Klarinette. Johann Nepomuk Hummel: Konzert für Fagott und Orchester F-Dur * Joseph Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 D-Dur Hob. VIIb/2 * Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622 (aufgenommen am 19. September 2019 im Prinzregententheater, Müchen). Präsentation: Gerhard Hafner Alljährlich im September treten beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD junge talentierte Musiker/innen in verschiedenen Kategorien an. Bei der letztjährigen, 68. Wettbewerbs-Ausgabe, konkurrierten Nachwuchstalente der Instrumente Klarinette, Fagott, Violoncello und Schlagzeug um die Auszeichnungen. 590 Musiker/innen aus 50 Ländern hatten sich beworben, um beim ARD-Wettbewerb in München teilzunehmen, 212 wurden eingeladen ins Rennen zu gehen und 12 von ihnen, kamen ins Finale. Darunter der Fagottist Mathis Stier, der Cellist Friedrich Thiele und der Klarinettist Carlos Alexandre Brito Ferreira. Begleitet vom Münchener Kammerorchester begeisterten die drei Herren beim zweiten Preisträgerkonzert, am 19. September 2019, das Publikum im Prinzregententheater München. Werke von Johann Nepomuk Hummel, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart standen dabei auf dem Programm.

15.30 Uhr
Moment

Wenn Funkamateur/innen Notfälle planen und Hobbyastronom/innen besser sehen Eine besondere Rolle kommt in Krisenzeiten den rund 6.000 staatlich geprüften Funkamateur/innen zu. Sie sind von Gesetz wegen dazu verpflichtet, im Not- oder Katastrophenfall Hilfe zu leisten. Um etwa auf einen möglichen Ausfall lokaler Telefonnetze vorbereitet zu sein, arbeiten sie derzeit täglich daran, ihre Funkanlagen zu verbessern. Der sich stetig verringerte Flugverkehr sorgt wiederum bei Hobbyastronom/innen für klare Sicht. Bei der Fotografie entfernter Galaxien haben zuvor häufig Kondensstreifen minutenlange Belichtungen zunichte gemacht. Gestaltung: Jonathan Scheucher Randnotizen: Bea Sommersguter

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

"Fabergé - die Überraschungseier des Zaren" Rudi ist baff. Es gibt Ostereier aus Gold, Silber und Edelsteinen, die mit Diamanten und feinen Mustern verziert sind. Fabergé-Eier nennt man sie, erzählt Sascha Pirker vom Kunsthistorischen Museum Wien. Jedes Jahr schenkte der russische Kaiser ein solches Osterei seiner Frau. Sascha Pirker: "Manche haben Überraschungen drinnen. In einem zum Beispiel ist eine kleine Modelleisenbahn aus Gold, die kann sogar zwei bis drei Meter fahren. Es ist ein Modell der Transsibirischen Eisenbahn, eine Eisenbahn, die man im 19. Jahrhundert durch ganz Russland gebaut hat. In einem anderen Ei ist ein kleines Schiff. Das Ei ist aus einem grünen Edelstein, und das Schiff ist ganz fein und steht auf einem Aquamarin, also auf einem blauen Stein, und so sieht es aus, wie wenn es auf dem Wasser stehen würde." Gestaltung: Johanna Steiner

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Passagen

Literatur ist der Rede wert - Die Literarische Soiree Aufgenommen am 10.3.2020 im Literaturhaus Graz Moderation und Bearbeitung: Robert Weichinger Drei literarische Neuerscheinungen, von einer Kritikerrunde unter die Lupe genommen. Unter der Leitung von Robert Weichinger diskutieren Johanna Öttl (Programmkoordinatorin im Literarischen Quartier Alte Schmiede), Daniel Wisser (Schriftsteller) und Klaus Kastberger (Leiter des Literaturhauses Graz) über Valerie Fritsch: Herzklappen von Johnson Johnson (Suhrkamp), Andre Heller: Zum Weinen schön, zum Lachen bitter (Zsolnay) und Jean-Philippe Toussaint: Der USB-Stick (Frankfurter V.)

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal Spezial

Österreichische Literatur im 21. Jahrhundert - Eine Anthologie Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Clemens Setz in diesem Jahr den mit 20.000 Euro dotierten Heinrich-von-Kleist-Preis erhält. Die Jury lobte den 37-jährigen Grazer Autor und Übersetzer als einen "literarischen Extremisten im besten Sinne, einen Erzähler und Dramatiker, der seine Leser mit anarchischer Fantasie und maliziöser Fröhlichkeit stets aufs Neue verblüfft". Sein neugieriger Blick auf die Welt verrücke die Maßstäbe der Normalität. Peter Zimmermann hat ein Porträt über Clemens Setz gestaltet.

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Astrid Schwarz. Das Debütalbum von My Ugly Clementine und andere aktuelle Veröffentlichungen. Vor fast genau einem Jahr hat sich das österreichische Quartett mit einem Foto der Akteurinnen auf Social Media angekündigt. Die Karten ihres ersten Konzerts waren innerhalb eines Tages ausverkauft, noch bevor die erste Single zu hören war. Mit My Ugly Clementine hat sich die Sängerin, Texterin und Produzentin Sophie Lindinger, bekannt vom Electro-Pop Duo Leyya, ihre Wunschband aus szenebekanntem Personal zusammengestellt: Mira Lu Kovacs (Schmieds Puls, 5K HD), Kathrin Kolleritsch (Kerosin 95) und neu dabei Nastasja Ronck (Lucid Kid). Auf ihrem Debütalbum "Vitamin C" nehmen sie Anleihen am Sound der 90er-Jahre-Indie-Rock-Ära und bringen sie mit poppigen Refrains ins Jetzt. Der gesellschaftliche Status Quo der Gleichberechtigung in verschiedensten Konstellationen wird verhandelt oder es werden komplizierte Beziehungen durchleuchtet. Mit Spaß und Leichtigkeit. Das Album ist ein energiegeladener Vitaminstoß gegen Selbstzweifel, Motivationslöcher und Oberflächlichkeiten.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Spionage-Geschichten. Mit Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte im Museum Niederösterreich. Gestaltung: Hanna Ronzheimer Die Geschichte der Spionage ist eine einfallsreiche. Bereits aus der Antike kennt man Spionagetechniken, doch Geheimdienste gibt es, in Europa zumindest, erst seit der Römerzeit. Ein berühmtes Beispiel aus Österreich wäre der Nachrichtendienst von Staatskanzler Metternich, der ein System aus Polizei, Spitzeln und Zensur einsetze, um die Revolution zu verhindern. Im Jahrhundert darauf entwickelte die Wehrmacht eine mobile Chiffriermaschine namens Enigma, die als unknackbar galt. Während des Zweiten Weltkriegs gelang es den Engländern dennoch, das System zu knacken - manche mutmaßen, dieser Erfolg habe den Krieg um zwei Jahre verkürzt. Noch während des Zweiten Weltkriegs erfanden die Briten eine neue Art von Spionage - sie schickten morsetechnisch ausgebildete Fallschirmspione, die sich auf dem Feindesgebiet abwerfen ließen und Informationen per Funkgeräte ans Heimatland weitergaben. Das wahre Zeitalter der Spionage begann aber nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ost-Westkonflikt wurden Menschen mit und ohne ihr Wissen für Spionagetätigkeiten eingesetzt, von der ideologisch überzeugten Spionage-Tänzerin bis zum Regierungsbeamten, der mit perfiden Methoden in die Agentenrolle gedrängt wurde.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Wie die Corona-Krise die Arbeitswelt verändert. Gestaltung: Ilse Huber Seit dem 16. März ist das öffentliche Leben heruntergefahren: Nur in ausgewählten Produktionsstätten und Geschäften wird noch außerhäuslich gearbeitet. Home Office heißt das für Viele. Die Menschen müssen ihre Berufstätigkeit nach Hause verlagern. Für Andere, vor allem Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der sogenannten Kritischen Infrastruktur, hat sich wiederum das Leben komplett an den Arbeitsort verlagert - etwa in der Energieversorgung. Freiwillige haben sich dort kasernieren lassen, um bloß keinem Erkrankungsrisiko ausgesetzt zu sein. Ein Leben in Isolation, eingesperrt zuhause oder eingesperrt am Arbeitsplatz. Wie fühlt sich das an?

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Die Erschließung Sibiriens Von Brigitte Voykowitsch "Kraft und Zauber der Taiga liegen nicht in gigantischen Bäumen und nicht in einer Grabesstille, sondern darin, dass vielleicht nur die Zugvögel wissen, wo sie zu Ende ist", schrieb der russische Schriftsteller Anton Tschechow 1890 während seiner Reise durch Sibirien. 9.000 Kilometer erstreckt sich Russland von West nach Ost, dabei entfallen 23 Prozent der Landfläche auf den europäischen Teil, der große Rest auf den asiatischen - also auf Sibirien und den Fernen Osten. Dieser Raum teilt sich in elf Zeitzonen. Mit Schiffen, zu Pferd, mit Schlitten und Kutschen, später per Bahn und Flugzeug haben die Bewohner Russlands ihr Land erschlossen. In jüngster Zeit wird wieder der Ausbau der Baikal-Amur-Magistrale in Angriff genommen, einer Bahnstrecke nördlich der Transsibirischen Eisenbahn. Manche Regionen werden indes schwer erreichbar bleiben. Es gibt auch Gruppen, die das schätzen, weshalb Wissenschafter das "Recht auf Abgelegenheit" erforschen.

19.30 Uhr
On stage

US-Trompeter Theo Croker bei Jazz The City in Salzburg Trompeter Theo Croker wurde u. a. als Mitglied der Band von Sängerin DeeDee Bridgewater bekannt, inzwischen ist der 34-Jährige aus Florida längst auch mit eigenen Projekten hervorgetreten, in denen er die Jazztradition mit den Rhythmen und Sounds des Hier und Heute kurzschließt: Im Rahmen des Auftritts beim Festival "Jazz The City" am 18. Oktober 2019 in der Szene Salzburg bot Croker die Musik seines 2019 veröffentlichten, durch den Einsatz von Gastmusikern sowie elektronischen Sounds und Samples vielfärbig geratenen Albums "Star People Nation" in schlanker, großteils akustischer und energetischer Weise dar. In Michael King (Keyboards), Eric Wheeler (Kontrabass) und Michael Ode (Schlagzeug) konnte er sich auf bewährte Sidemen stützen. Gestaltung: Marlene Schnedl

21.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. Franz Schuh: Fortuna Gestaltung: Jörg Duit Wird der Mensch erwachsen, was man daran sieht, dass er Steuern zahlt und dass seine Lebenszeit verrinnt, kann er im Rückblick erkennnen, ob er Glück hatte. In der Vorausschau kann er sich ausrechnen, wieviel Glück er noch unbedingt haben muss, um gut durchzukommen... Franz Schuh liest aus eigenen Texten und stellt humorvolle, hintergründige und philosophische Überlegungen zum Thema Glück an. Von der Ablehnung des Wortes bis zu seiner spekulativen Ausbeutung und zur endgültigen Banalisierung reicht die Bandbreite dieser Betrachtungen zur Philosophie des Glücks.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Wer ist Opfer? Macht und Ohnmacht eines Rollenbildes (1). Gestaltung: Johannes Gelich Ernst Jünger - Chronist von Krieg, Drogen und Technisierung. Das Werk Ernst Jüngers als Spiegel des 20. Jahrhunderts (1). Gestaltung: Richard Brem Der Countertenor. Die jungen Stars der Alten Musik (1). Gestaltung: Verena Gruber

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Porträt. Helmut Schmidinger Als Albert Einstein einmal in die Pedale trat, kam er auf die Relativitätstheorie und so löst auch der Komponist Helmut Schmidinger am Rennrad gern komplexe kompositorische Knoten. Dabei hat der 1969 geborene Welser ursprünglich mit seiner Berufswahl gezögert, denn Komponieren ist für Schmidinger mehr als ein Brot-Job - es ist eine Werthaltung, welche das Verbindende über das Trennende stellt. Die Leidenschaft zum Zusammenführen wird in seinen Werken hörbar: Musiktraditionen der Vergangenheit verbinden sich mit dem Jetzt, Genregrenzen verschwimmen. Meist beginnen die Kompositionen schon im Programmheft mit prosaischen Titeln wie "Das ist alles Windhauch" (UA 2019). Zwischen den Zeilen muss daher auch Schmidingers Musik gelesen werden. Für und nicht gegen das Instrument zu schreiben, dazu praktikabel und dennoch mit Tiefgang, das ist Schmidingers selbstauferlegtes Ziel. Und ist ihm das zu wenig, schwingt er sich einfach wieder aufs Rennrad und fährt u.a. von Wels nach Venedig. Gestaltung: Andreas Maurer

00.00 Uhr
Nachrichten

Bolsonaro will indigene Reservate für den Bergbau öffnen. Gestaltung: Ulla Ebner Vergangenen Sommer blickte die Welt besorgt auf die verheerenden Brände im brasilianischen Amazonas-Regenwald. Seither ist es still darum geworden. Und auch wenn die Weltöffentlichkeit derzeit mit einem anderen Thema beschäftigt ist: Die Zerstörung des Urwaldes geht ungehindert weiter. Viehzüchter, Goldsucher und Holzfäller dringen immer weiter in den Regenwald vor. 284 Quadratkilometer Wald sind allein im Jänner dieses Jahres durch Abholzung und Brandrodung verloren gegangen, wie Satellitenbilder dokumentieren. Ein Gesetzesentwurf der brasilianischen Regierung sorgt für Empörung bei Umweltschützerinnen: Präsident Jair Bolsonaro möchte indigene Reservate für Bergbaukonzerne und Energieunternehmen öffnen. Der weiteren Zerstörung des Regenwaldes würden dadurch Tür und Tor geöffnet. Aber auch Menschenrechtsaktivist/innen sind besorgt. Denn die Gewalt gegen die indigene Bevölkerung hat zugenommen, seit der ultrarechte Bolsonaro an der Regierung ist. Immer wieder werden indigene Anführer ermordet. Dieses Gesetz werde die Konflikte in der Amazonasregion noch verschärfen, so die Befürchtung. Offen ist allerdings, ob Bolsonaro sein umstrittenes Gesetzesvorhaben auch tatsächlich durchbringen wird. Seine Machtfülle scheint nicht mehr unbegrenzt zu sein. Ihm bläst ein immer stärkerer Wind entgegen - auch aus den Reihen seiner eigenen Regierungsmannschaft. In Bedrängnis gebracht hat den Präsidenten nicht zuletzt sein Verhalten in der Corona-Krise. Denn bis vor kurzem sprach Jair Bolsonaro ja in diesem Zusammenhang noch von "Hysterie", "Einbildung" und einer "kleinen Grippe".

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Ursula Scheidle Musikauswahl: Gerald Kolbe dazw. 03:00 Uhr Nachrichten