Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Jesus macht nicht mehr mit". Der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell über den Autor des wichtigsten Theaterstückes der deutschen Nachkriegszeit, anlässlich dessen 100. Geburtstages Wolfgang Borchert wurde nur 26 Jahre alt, aber mit "Draußen vor der Tür" hat er das wichtigste Theaterstück der deutschen Nachkriegszeit geschrieben. "Wir werden nie mehr antreten auf einen Pfiff hin und Jawohl sagen auf ein Gebrüll", schrieb er in seinem "Manifest" und blieb damit auch ein Bezugspunkt für Bürgerrechtlerinnen und Dissidenten in der DDR. Große Wirkung hatten auch Borcherts oft auf einen Moment verknappte Erzählungen. "Jesu macht nicht mehr mit" heißt eine davon; sie rückt einen Soldaten ins Bild, der sich aus einem Erdloch buddelt und keine Gräber mehr ausheben will. Wir sind "die Genration ohne Gott, denn wir sind die Generation ohne Bindung, ohne Vergangenheit, ohne Anerkennung" konstatierte Wolfgang Borchert. Zur Religion hatte er ein ironisches Verhältnis: "Natürlich bin ich ein religiöser Dichter. Ich verberge es nicht. Ich glaube an die Sonne, an den Walfisch, an meine Mutter und an das Gras. Genügt das nicht? Das Gras ist nämlich nicht nur das Gras."

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Ulla Pilz. ... zwischen Paris, Andalusien, Polen, London und dem mexikanischen Mondlicht. Wie kaum ein anderer Komponist hat Francis Poulenc zwei völlig verschiedene Gesichter: Das späte ist spirituell, religiös und erstaunlich ernsthaft - besonders wenn man auch das junge kennt, das verspielte, ironische und ziemlich vergnügungssüchtige. In seiner Jugend erhält Poulenc von seinen Freunden sogar den Spitznamen "Poupoule" - übersetzt eine liebevolle Bezeichnung für ein kleines Huhn. Im Österreichischen entspräche das aber wahrscheinlich eher einem "verruckten Hendl".

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Die Landschaftsplanerin Bettina Strutzmann spricht über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Gartentherapie. Teil 1: Leuchtende Farben und intensive Düfte Gestaltung: Nora Kirchschlager Die Gartentherapie stammt ursprünglich aus den USA und Großbritannien. In Österreich kommt sie in verschiedenen Einrichtungen seit etwa 20 Jahren zum Einsatz. Die Landschaftsplanerin und Gartentherapeutin Bettina Strutzmann arbeitet unter anderem mit alten Menschen im "Betreuten Wohnen Kabelwerk" in Wien Meidling. In Gärten für geriatrische Personen sollten farbenfrohe und intensiv duftende Pflanzen angebaut werden, da der Seh- und Geruchssinn dieser Menschen oft eingeschränkt ist. Die Gartentherapie verbessert die Fein- und Grobmotorik sowie soziale Fähigkeiten und wirkt sich durch die sinnstiftende Tätigkeit positiv auf die Psyche aus. In den vergangenen Jahren wurde die Gartentherapie auch zur Integration von Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak und Iran, aus Afghanistan usw. angewendet. Bettina Strutzmann hat mit einigen geflüchteten jungen Männern an der Wiener Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik zusammengearbeitet. Sie fand besonders den kulinarischen Austausch sehr spannend. Die Flüchtlinge kannten zum Beispiel keine Kirschmarmelade, dafür aber überraschten sie die Gartentherapeutin mit einer ungewöhnlich üppigen Verwendung von Petersilie, Dill und Koriander. Gartentherapie eignet sich auch für Kinder und Jugendliche. Bei ihnen steht das sinnliche Wahrnehmen der Natur im Vordergrund. Das Zwitschern der Vögel, der Duft von Kräutern und der Geschmack frischer Beeren. Die Kinder sollen sich auch austoben können, mit Wasser pritscheln und in der Erde wühlen. Und vielleicht gelingt es der Gartentherapeutin sogar, dass das Smartphone für kurze Zeit vergessen wird und stattdessen der Wollziest alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Eine Pflanze, weich wie ein Kaninchen, fast zum Streicheln. Auch Menschen mit Suchterkrankungen profitieren von Gartentherapie. Alle Sinne werden aktiviert, man startet in einen Tag, der durch sinnstiftende Arbeit strukturiert ist und der Körper wird durch die zum Teil anstrengenden Tätigkeiten gekräftigt. Schließlich eignet sich Gartentherapie für alle Menschen, die unter Stress leiden und zur Ruhe kommen bzw. Kraft tanken wollen. Am Besten ist es in diesem Fall, wenn man alleine mit der Therapeutin gartelt, und nicht in der Gruppe. Die erschöpften Personen lernen, was die Pflanzen benötigen, um gut zu gedeihen und gleichzeitig auch, was sie selbst brauchen, damit es ihnen wieder besser geht.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Gärtnern für die Vielfalt

Ein Platz für Tiere (1). Gestaltung: Ilse Huber und Sabine Nikolay Was tun, wenn die Naturlandschaft immer weniger Abwechslung bietet? Wenn kleine Wäldchen und Wiesenraine entfernt, Uferböschungen planiert und Brachflächen in Bauland, und Monokulturen umgewandelt, oder gar als Straßen asphaltiert werden? Dann nimmt so mancher Gärtner und so manche Gärtnerin den Spaten in die Hand und pflanzt Hecken, sammelt Totholz, schlichtet Steine auf oder legt einen Teich an. Damit Meise, Haselmaus und Eidechse, und vielleicht sogar Hamster und Hase wieder Platz zum Leben finden. Lebensraum schaffen im Garten - dieses Konzept verfolgen immer mehr Naturliebhaber*innen. Sie kümmern sich um Rückzugsräume, Aufenthaltsplätze und Nistmöglichkeiten für zwei-, vier-, sechs- und achtbeinige Tiere mit Pelz, Federn oder Schuppen. Doch manchmal folgen auch ungebetene Gäste der Einladung: Manche Gartenliebende stören Insektennester oder Maulwürfe. Warum? Weil sie ein "englisches" Rasenideal vereiteln oder scheinbar die Vielfalt fehlt? Wie können Gärtnerinnen und Gärtner mit ihrem Einsatz nachhelfen und "Störenfriede" in Schach halten - oder noch besser: mit ihnen in friedlicher Koexistenz den Garten nutzen? Mit welchen Ideen und Vorstellungen erweitern sie den Gartenhorizont und machen die Welt ein Stück bunter? Sie graben, pflanzen, rupfen, zupfen und gestalten damit den Mikro-Kosmos, dem sich das Radiokolleg "Gärtnern für die Vielfalt" widmet.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Lust auf Literatur

Die Radiokolleg Bücherbox zum Thema Liebe (1). Gestaltung: Julia Reuter, Till Koeppel, Hanna Ronzheimer *Jane Austen: "Stolz und Vorurteil"* Passend zum Wonnemonat Mai ist die diesmal ganz dem Thema "Liebe" gewidmet - und somit auch den Fragen, was wir bereit sind, dafür zu riskieren, ob wir uns der Versuchung bedingungslos hingeben, oder ob wir uns von Vernunft leiten lassen. "Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau." Das ist einer der bekanntesten Romananfänge der Literaturgeschichte, der erste Satz aus Jane Austens "Stolz und Vorurteil". Zu Lebzeiten der Autorin war jedoch genau das Gegenteil der Fall, nämlich dass eine junge Frau ohne Vermögen dringend einen Ehemann benötigte. Heiraten ist ein großes Thema in diesem bis heute äußerst populären Klassiker, vor allem die Sehnsucht nach einer Ehe, deren Fundament Liebe ist. Doch bevor das zentrale Liebespaar der Handlung, Elizabeth Bennet und Mr. Darcy, zueinanderfindet, gilt es, die jeweiligen Charakterschwächen zu überwinden: seinen Stolz und ihr Vorurteil. Gestaltung: Julia Reuter

09.45 Uhr
Radiokolleg - La canzone siciliana

Vom Volkslied zum Popsong (1). Gestaltung: Verena Gruber Die canzone siciliana, das sizilianische Lied, steht seit jeher in enger Verbindung mit der Geschichte der Insel. Sizilien, Italiens Schlussstein, war über Jahrhunderte ein multiethnisches Land, einer der frühesten Schmelztiegel der Welt: Byzantiner, Griechen, Römer, Mauren, Araber, Perser, Spanier, Franzosen und Österreicher beherrschten die größte Insel im Mittelmeer. Sizilien war ein Umschlageplatz für Handel, Ideen und Kultur. Das verlieh auch der Musik einen ureigenen Stempel. In den sizilianischen Liedern vermischten sind griechische Metrik, arabische Dichtkunst, persische Melodien und spanische Klänge. Die erste Blütezeit des sizilianischen Liedes fällt ins 13. Jahrhundert, in die Herrschaft der Staufer. Kaisers Ferdinand II., einer der schillerndsten und mächtigsten Persönlichkeiten des Mittelalters, förderte als König von Sizilien den Kulturaustausch zwischen arabischer und christlicher Welt. Unter seiner Herrschaft wurde Palermo zu einer der prächtigsten und kultiviertesten Städte in ganz Europa, ein Zentrum der Kultur und Wissenschaft. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten dokumentierten profanen und sakralen Lieder Siziliens. In ihnen vermischen sich Volkslied und Kunstlied: Gesänge der Bauern und Fischer, religiöse Lieder zu Prozessionen und Begräbnissen, die Hofmusik der "trovatori", der sizilianischen Minnesänger. Nach dem Tod Ferdinands 1250 wurde Sizilien für mehrere Jahrhunderte Spielball von Mittelmeermächten, die das Land besetzten und herunterwirtschafteten: Es folgten Epochen der Kriege, Plünderungen, Erdbeben und Hungersnöte. Das hatte Auswirkungen auf die Musik. 400 Jahre blieb Sizilien in spanischer Hand, eine Provinz, vernachlässigt, geplündert und abgeschnitten von den Fortschritten der Renaissance und des Barock. Die berühmten in Sizilien geborenen Komponisten - Sigismondo d'India, Alessandro Scarlatti oder Vincenzo Bellini - verließen in jungen Jahren die Insel und wurden im Norden erfolgreich. Erst im 19. Jahrhundert besann man sich wieder der eigenen Tradition. Als der Opernkomponist Giacomo Meyerbeer 1816 die Insel bereiste, schrieb er eine Vielzahl an traditionellen Liedern und Melodien nieder. Einige Jahrzehnte später begann der sizilianischer Volkskundler Alberto Favara Tausende von Liedern zu sammeln, die Gesänge der Bauern, Schäfer, Bergarbeiter und Fischer. Beide Sammlungen bilden heute zusammen mit Feldforschungsaufnahmen der neueren Zeit die Grundlage für die Erforschung des sizilianischen Liedes. Heute sind es die politische Künstler Siziliens wie Etta Scollo oder Pippo Pollina, die den traditionellen Volksgesang mit dem modernen Lied verbinden. Das sizilianische Lied ist zum Exportschlager der Insel geworden, nachdem es jahrzehntelang zwischen Kitsch und Melodramatik dahindümpelte. Es ist Sinnbild für ein modernes Europa, für Vielfalt und multiethnische Einflüsse, für Entdeckung und Abenteuer, für Reise und Flucht.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Philipp Weismann. Der Tiroler Musiker Ernst Freiherr von Tschiderer-Gleifheim Der 1830 in Hötting/Innsbruck geborene Ernst Freiherr von Tschiderer-Gleifheim stammte aus einer prominenten und vermögenden Familie. Sein Onkel Johann Nepomuk von Tschiderer war Fürstbischof von Trient. Ernst Tschiderer studierte zunächst Jus und trat im Jahr 1853/54 als Praktikant bei der Statthalterei in Innsbruck ein. Bald gab er den Staatsdienst wieder auf und widmete sein Leben freischaffend ganz der Musik, seiner großen Leidenschaft. Er betrieb Musikstudien in Innsbruck und Wien und konzentrierte sich fortan aufs Komponieren und Dirigieren. Ernst Tschiderer, der 1916 verstarb, schuf Orchesterwerke, Kammermusik, einige Opern und mehr als 200 Lieder. Seine Werke wurden neben Innsbruck auch in anderen Städten erfolgreich aufgeführt, darunter in Salzburg, Wien oder Prag.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Ex Libris Nachlese Aus dem Archiv: Ernst Meister liest aus "Der Nachsommer" von Adalbert Stifter. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1980 Gestern haben wir in Exlibris Wolfgang Matz' Buch "1875. Flaubert, Baudelaire, Stifter. Die Entdeckung der modernen Literatur" vorgestellt. Mit Gustave Flauberts "Madame Bovary", Charles Baudelaires "Les Fleurs du Mal" und Adalbert Stifters "Nachsommer" erscheinen 1875 drei epochale Werke der modernen europäischen Literatur. Wolfgang Matz geht in seiner Studie der Frage nach, ob dem gleichzeitigen Erscheinen der Werke nicht doch mehr zugrunde liegt als der Zufall. Alle drei Werke zeichnen sich durch eine äußerst markante Konstellation von ästhetischen Konzepten, Schreibweisen und biographischen Wegen zur Literatur aus, die für die gesamte Moderne prägend wurde. Adalbert Stifter erzählt im "Nachsommer" eine Bildungs-, Liebes- und Familiengeschichte. Darin sind die Lebensverläufe zweier spiegelbildlich aufeinander bezogener Paare so ineinander verschlungen, dass das jüngere Paar Erfüllung findet, wo das ältere nur einen Nachsommer erlebt. Die Negativerfahrungen des älteren Paares schaffen Einsicht, Orientierung und materielle Bedingungen als Voraussetzung für das gelingende Leben der Jüngeren. Zudem ist "Der Nachsommer" das Grundbuch des nature writing. Arno Schmidt hat es die "Magna Charta des Eskapismus" genannt.

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Katharina Hirschmann. Die Wiener Klassik hochleben zu lassen. Das hat sich das Klangkollektiv unter der Leitung von Rémy Ballot zum Ziel gesetzt. Denn die Werke würden schon zu lange als Lückenfüller bei Konzerten eingesetzt. Nach dem ersten Album mit Schubert und dem zweiten mit Beethoven folgt nun eines mit Haydn und Mozart, bei denen Ballot, der sich bereits als Orchestererzieher einen Namen gemacht hat, einmal mehr die inneren Werkstrukturen aufs Genaueste untersucht und zutage bringt. Das Klangkollektiv Wien, bei dem junge, freischaffende Talente Seite an Seite mit Musikerinnen und Musikern aus den renommiertesten Orchestern Wiens sitzen, besticht durch einen frischen Klang von beeindruckender Vitalität.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Die ersten Lebensjahre eines Kindes prägen für das gesamte Leben. Gast: Michaela Luckmann, Erziehungswissenschaftlerin, Direktorin des Ausbildungsinstituts Salzburg für MitarbeiterInnen in der Erwachsenenbildung, Studienleiterin am Bildungszentrum St. Virgil Salzburg. Moderation: Alois Schörghuber. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Angst ist bei Menschen ein angeborener Affekt. Daher ist es wichtig, Kindern von der Geburt an die Möglichkeit zu geben, das sogenannte "Ur-Vertrauen" zu entwickeln. Was brauchen Kinder für eine gesunde frühkindlichen Prägung? Wie können das Umfeld, Eltern und Familie mithelfen, dass Säuglinge und Kleinkinder Bindung, Vertrauen und Sicherheit erwerben können? Mit diesen Fragen hat sich die Erziehungswissenschaftlerin Michaela Luckmann ihr Leben lang beschäftigt und nach pädagogisch sinnvollen Antworten gesucht. Ihre Arbeitsbereiche reichen von der Montessori-Ausbildung über den Lehrgang Elementarpädagogik bis zum Early-Life-Care Konzept. Early-Life-Care ist ein international anerkanntes interdisziplinäres und integratives Konzept der Gesundheitsförderung und -Versorgung. Ziel ist die Schaffung optimaler Bedingungen für Kinder und Eltern bzw. Familien rund um Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt und frühe Kindheit mit besonderem Blick auf Risikosituationen. Als Studienleiterin im Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg, sieht Michaela Luckmann ihre Aufgabe darin; Menschen zu befähigen, von den Eltern bis zu den Pädagoginnen und Pädagogen. Nur so kann eine Veränderung der Gesellschaft gelingen. Michaela Luckmann ist Gast bei Alois Schörghuber in Punkt eins und die Hörer*innen sind herzlich eingeladen, sich an der Sendung zu beteiligen: Rufen Sie in der Sendung an unter 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich - oder schreiben Sie ein E-Mail an punkteins(at)orf.at.

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Alte Musik im Konzert. Freiburger Barockorchester, Leitung: Gottfried von der Goltz; Chrstiane Karg, Sopran. Joseph Haydn: Symphonie D-Dur Hob. I/70 * Wolfgang Amadeus Mozart: a) 5 Kontretänze KV 609; b) "Lungi da te, mio bene", Arie aus "Mitridate, Re di Ponto" KV 87; c) "Aer tranquillo e di sereni", Arie aus "Il re pastore" KV 208; d) "Exultate, jubilate", Motette für Sopran, Orchester und Orgel KV 165; e) Symphonie D-Dur KV 504, "Prager" (aufgenommen am 2. Juni 2017 im Kaisersaal der Würzburger Residenz im Rahmen des "Mozartfestes Würzburg 2017"). Präsentation: Jörg Duit

15.30 Uhr
Moment

Hotellerie in Warteschleife. Wie man ein leeres Hotel am Leben erhält Monatelang war man in Warteposition, diese Woche dürfen Hotelbetriebe - unter gewissen Auflagen - wieder öffnen. Ein leeres Hotel sei wie eine seelenlose Hülle, deren Glanz ohne Menschen in sich zusammenfällt, sagt Karin Leeb, Hausherrin im Hotel Hochschober auf der Kärntner Seite der Turracher Höhe. Normalerweise tummeln sich rund 250 Gäste und 100 Mitarbeitende im Hotel. Aber auch die leere Hülle muss technisch instandgehalten, die Kurzarbeit abgerechnet, das Krisen-Budget neu berechnet, Gästebuchungen storniert werden. Und der Kontakt mit der weltweit verstreut lebenden Stammbelegschaft aufrechterhalten werden. Gestaltung: Bea Sommersguter Randnotizen: Alois Schörghuber

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Rudi im Renaissance-Garten Rudi besucht die Schallaburg in Niederösterreich. Er dreht eine Schnüffel-Runde um die Burg. Plötzlich entdeckt er einen Garten, der so ganz anders aussieht als seiner von zuhause. Die Beete sind von Kräuterlinien umrandet. Darin blühen zum Beispiel Tulpen und Narzissen, aber auch Gemüse ist angepflanzt! Kurt Farasin arbeitet auf der Schallaburg und erklärt Rudi, dass man so einen Garten "Renaissance-Garten" nennt. Der Radiohund erfährt, warum der so heißt, was es mit den angebauten Nutzpflanzen auf sich hat, und wodurch sich ein Renaissance-Garten von einem normalen Garten unterscheidet. Kurt: "So ein Renaissance-Garten, der folgt ganz strengen Gesetzen der Geometrie und der Zeichenkunst. Also würden wir uns 200 Meter in die Höhe beamen und von oben auf den Garten schauen, dann würden wir ein ungemein schönes, vielgestaltiges, buntes geometrisches Muster sehen. Man kann sich das wirklich vorstellen, dass man dazu auch das Wort 'Paradies' gebraucht hat. Es war ein kleines Paradies." Gestaltung: Marlene Lanzerstorfer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Passagen

"Im Kopf bin ich immer noch 14" Christa Eder im Gespräch mit Rudi Klein Der am 12.Mai 1951 als Rudolf Klein in Floridsdorf geborene Künstler erzählt an seinem Geburtstagsabend am 12.Mai im ORF RadioKulturhaus über sich und die Welt - und darüber, wie er beim Zeichnen manchmal aus Verzweiflung beim Witz landet. Mit dabei in der kleinen Geburtstagsrunde sind zwei Freunde Kleins: der Kabarettist, Moderator und Autor Dirk Stermann sowie der Nino aus Wien. Rudi Klein (er nennt sich mitunter auch Ruud oder Ivan Klein) veröffentlicht seine Cartoons seit mehr als vier Jahrzehnten in den verschiedensten Zeitschriften, darunter Falter, Standard, profil, trend, Titanic, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, das Magazin der Wiener Arbeiterkammer sowie das VOR-Magazin. Seine Zeichnungen sind bereits in zahlreichen Büchern erschienen; in der Wiener Favoritenstraße betreibt Klein zusammen mit dem Kulturpublizisten und ehemaligen Ö1-Redakteur Wolfgang Kos die Kunsthalle K, in der manchmal amerikanische Armbanduhren, alte Alfas, Bilder und andere Objekte der Sehnsucht verkauft werden. Hauptzweck der Kunsthalle sei es aber, so Rudi Klein, ab und zu hinter seinem Zeichentisch hervorzutreten und leibhaftig unter Leute zu kommen, die sich für ihn und seine Kunst interessieren. Bearbeitung: Hanna Ronzheimer

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner. Ein Song für ein ungeborenes Kind, ein schwarzes Lied über Österreichs gefährlichste Bundesstraße und eine Hymne auf den mysteriösesten Laptop des Landes Ankathie Koi hat ein zärtliches Lied an ihr (ungeborenes) Kind geschrieben. "Eine Art Kraft- und Beruhigungslied" für das Eltern-Kind-Dreieck. Nur E-Gitarre und Stimme, ausgebreitet auf acht Minuten, denn "ich werde nie mehr in meinem Leben Dinge kürzen, die mir wichtig sind", schreibt die als Kathrin Isabella Winklbauer in Bayern aufgewachsene Ankathie Koi auf Facebook. "Es hat sich herausgestellt, dass es da eine Botschaft an das Baby gibt, die ich ihm unbedingt jetzt schon mitgeben möchte. Nämlich, dass ich versuchen werde, so gut wie möglich zu leiten, aber mir fest vornehme, immer im richtigen Moment loszulassen." Paul Pluts Kind hat im Lockdown die ersten Schritte gemacht - in seinem jüngsten Werk widmet er sich aber der düsteren Seite seiner Biografie. Die Ennstal-Bundesstraße (B320) führt von Altenmarkt nach Liezen. Eine Straße, die die Rankings für Verkehrstote in Österreich anführt. Auch der dort aufgewachsene Paul Plut hatte vor vielen Jahren einen schweren Autounfall. "Darum geht es aber nicht in diesem Lied", schreibt er in seinem Newsletter zur neuesten Single. "Das Thema ist die Wiederholung dieser Erinnerung, wenn ich die Kreuzerl am Straßenrand passiere, wenn ich in die Heimat fahre, und das dumpfe Echo der Felswände höre, die das laute Scheppern scheinbar endlos zurückwerfen". Paul Plut veröffentlicht seit Anfang des Jahres jeden Monat ein Lied wie dieses - bis ein Album komplett ist. Die Songs umkreisen thematisch seine Heimat Ramsau am Dachstein. Düstere Lieder sind es, ihr leichter und präziser Klang lässt die bleischweren Botschaften bedrohlich im Raum schweben. Man darf auf die kommenden Schöpfungen gespannt sein. Am Ende des Jahres wird es ein Album geben, das ein Meisterwerk ist, jede Wette! Der Wiener Singer-Songwriter Paul Schreier alias pauT ist auch als Bassist von Der Nino aus Wien bekannt. Nun hat pauT dem geheimnisumwittertsten Laptop der Nation einen Song gewidmet.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zum 150. Jahrestags des Endes der Pariser Kommune am 28. Mai 1871 Die Kraft der Niederlage. Mit Wolfgang Häusler, Historiker und emeritierter Professor für österreichische Geschichte an der Universität Wien Gestaltung: Hanna Ronzheimer Die Pariser Kommune von 1871 war in den Augen von Karl Marx "ruhmvoller Vorbote einer neuen Gesellschaft" als "Regierung der Arbeiterklasse". Die Communarden nannte er "Himmelsstürmer von Paris". Der nationale deutsch-französische Krieg kippte in den Bürgerkrieg als Klassenkampf. Bismarcks militärisch-politische Gründung des preußisch-deutschen Reichs wurde im Schloss Versailles mit der Proklamation Wilhelms I. zum deutschen Kaiser am 18. Jänner 1871 vollzogen. Aus dem Kampf zwischen der Regierung der dritten Französischen Republik und der bewaffneten sozialrevolutionären Pariser Kommune vom 18. März 1871 hielten sich die deutschen Sieger heraus. Die Schlacht endete im Massaker der "blutigen Woche" Ende Mai. An die Tradition der Kommune knüpften Marxisten - Sozialdemokraten wie Kommunisten - und in unterschiedlicher Deutung auch Anarchisten an. Eugène Pottiers Lied "Die Internationale", geboren aus der Niederlage, wurde das bedeutendste Symbol der Arbeiterbewegung, in ihrer historischen Stärke, ihren Hoffnungen, in ihren tragischen Konflikten.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Zusammenfassung einer Nationalrats-Sondersitzung. Gestaltung: Astrid Plank und Elisa Vass Die verzögerte Lieferung von E-Mails und anderen Akten aus dem Finanzministerium an den Ibiza-Untersuchungsausschuss ist Thema im Nationalrat: Auf gemeinsames Verlangen der drei Oppositionsparteien treten die Abgeordneten zu einer Sondersitzung zusammen. Zu erwarten ist eine Dringliche Anfrage beziehungsweise ein Dringlicher Antrag an Finanzminister Gernot Blümel. Vermutlich wird es aber auch um die neueste durch den Ibiza-U-Ausschuss ausgelöste Entwicklung gehen: Das Ermittlungsverfahren gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz und seinen Kabinettschef Bernhard Bonelli. Beide werden als Beschuldigte geführt. Grundlage für das Verfahren war eine Anzeige von SPÖ und NEOS, sie vermuten, dass Kurz und Bonelli Falschaussagen im U-Ausschuss getätigt haben. Die Debatte startet um 13 Uhr.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Umgeschrieben Die Heimatschriftstellerin Maria Grengg Von Ulrike Schmitzer Die Heimatschriftstellerin Maria Grengg aus Stein in Krems hatte ihre großen Erfolge in den 1930er und 40er Jahren. Sie war eine Autorin, die die NS- Ideologie dezidiert propagierte. In ihren Büchern, voll von romantischen Naturschilderungen, feierte Grengg den Mutterkult und das Deutschtum und setzte auf nationalsozialistische Feindbilder. Trotz NSDAP-Mitgliedschaft, antisemitischer Bücher und Artikel im "Völkischen Beobachter" konnte Grengg in der Nachkriegszeit nahtlos an ihre Erfolge anschließen. Für eine Neuauflage ihrer Bestseller schrieb sie die rassistischen Stellen um. Es folgten Preise und Ehrungen. Nach 1945 schrieb Grengg nur mehr Kinder- und Jugendbücher, doch auch in diesen Texten wird ihre Gesinnung nach wie vor deutlich. Der Historiker Robert Streibel recherchierte die Biografie der Heimatschriftstellerin und erreichte, dass die Maria-Grengg-Gasse in Krems vor kurzem umbenannt wurde. Er fordert, dass die Stadt Wien diesem Beispiel folgen soll: In Rodaun gibt es nach wie vor eine Maria-Grengg-Gasse.

19.30 Uhr
On stage

Lionel Loueke solo im März 2021 im Porgy Bess, Wien Mit seiner 2020 veröffentlichten CD "HH" zollte Lionel Loueke seinem Mentor Herbie Hancock Tribut, in dessen Band er seit über 15 Jahren Mitglied ist. Und etablierte sich so nebenbei endgültig als einer der bedeutendsten Jazz-Gitarristen der Gegenwart. Denn dem aus Benin stammenden 48-jährigen Musiker, der seit 1999 in den USA lebt, gelang das Kunststück, Hancocks altbekannten Kompositionen durch Reharmonisierungen und Metrenwechsel tatsächlich seinen eigenen Stempel aufzudrücken und ihnen zugleich respektvoll Reverenz zu erweisen. Das demonstrierte Lionel Loueke am 14. März 2021 auch im Konzert im Wiener Porgy Bess: Seine Versionen von Hancock-Hits wie "Hang Up Your Hang Ups" und "Speak Like a Child" sowie die rhythmisch vertrackte Paraphrase des großen Electro-Hits "Rockit" gerieten zu grandiosen Ereignissen. Verena Göltl präsentiert das Konzert, das aufgrund der Corona-Pandemie ohne Club-Publikum stattfinden musste und via Live-Video-Stream mitzuverfolgen war. Gestaltung: Verena Göltl

21.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Gärtnern für die Vielfalt. Ein Platz für Tiere (1). Gestaltung: Ilse Huber, Sabine Nikolay Lust auf Literatur. Die Radiokolleg Bücherbox zum Thema Liebe (1). Gestaltung: Julia Reuter, Hanna Ronzheimer, Till Koeppel La canzone siciliana. Vom Volkslied zum Popsong (1). Gestaltung: Verena Gruber

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Klangforum Wien spielt "Vertigo/Infinite Screen". Wittener Tage für neue Kammermusik (1) Die Wittener Tage für neue Kammermusik sind eines der zentralen Uraufführungsfestivals für zeitgenössische Klänge. Es wurde 1936 initiiert und wird seit 1969 gemeinsam von der Stadt Witten und dem Westdeutschen Rundfunk jährlich am letzten April-Wochenende veranstaltet. Vergangenes Jahr musste das Festival binnen kürzester Zeit komplett in den virtuellen Raum wechseln. 2021 hat man bereits von Vornherein einige Audiovisuelle Projekte programmiert - etwa "Vertigo/Infinite Screen", eine Mixed-Media-Komposition des französischen Komponist Brice Pauset, der heuer im Mittelpunkt des Festivals stand. Dieses Werk wurde vom Klangforum Wien eingespielt, von Ö1 für den WDR im Wiener Konzerthaus aufgenommen. Nicht nur für den Titel "Vertigo" ist Alfred Hitchcock Pate gestanden. Dessen legendärer Film aus dem Jahre 1958 bildet in mehrfacher Hinsicht die Vorlage für dieses ambitionierte Projekt. Für Brice Pauset repräsentiert Hitchcocks Streifen "die Quintessenz dessen, was das Kino der Psychoanalyse verdankt, indem es diese Beziehung in eine intensive Parabel der Erkenntnis verwandelt". Sein Werk folgt in vielen Details dem Film: "Die Scheinhandlung, der Pygmalioneffekt, die Besessenheit der Wiederholung, die regressive Faszination der Legende und der Sturz". All dies spiegelt sich auch in der Musik wider. Selbst die für den Film zentrale Farben-Symbolik findet eine Entsprechung in der räumlichen Aufteilung des Ensembles, das aus fünf farbig besetzten Trios und einem sogenannten Choral-Quartett besteht - mit exotischen Instrumenten wie Baritonoboe und Basswagnertuba. Mit Hitchcocks Themen wie Schwindelgefühl, Höhenangst, aber auch Täuschung, Lüge und Fake spielt in dieser Raummusik auch die Elektronik. Zuvor aufgenommene Klänge lösen sich von den Instrumenten und werden elektronisch verarbeitet in den Saal projiziert. Den Raum, in dem sie sich bewegen, gestalten die Videokünstler Arotin Serghei mithilfe von "Sequenzen, Objekten und Farbflecken" aus dem Film. Gestaltung: Rainer Elstner

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten