Tagestipps

Mittwoch 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Weltzeit

Moderation: Margarete Wohlan Unvorhersehbar? Referendum in Russland Von Thielko Grieß Nun findet sie im Sommer 2020 statt, eine Woche lang wegen der Corona-Pandemie, damit sich im Wahllokal niemand anstecke: die zunächst für April geplante Abstimmung über die geänderte Verfassung Russlands. Vorbereitet und begleitet wird sie von einer breiten Kampagne staatlicher Medien. Sie betonen, dass im Vordergrund der Verfassungsänderungen Inhalte stehen wie die verbesserten sozialen Sicherheiten, der Schutz der Sprache oder die Ehe als Institution, die nur für Mann und Frau gelten soll. Doch es geht auch um weitreichende Änderungen des politischen Systems, durch die Kremlchef Putin bis 2036 an der Macht bleiben könnte. Sollte die Mehrheit zustimmen, wäre das auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bevölkerung Putin zutraut, sie sicher durch die Pandemie und deren Folgen zu führen.

Mittwoch 19:05 Uhr BR-Klassik

Classic Sounds in Jazz

Summer Soft "Summer Soft" - Das sanfte Sommergefühl des Jazz. Aufnahmen mit Betty Carter, João Gilberto, Louis Hayes, Joe Henderson, Ahmad Jamal, Gwilym Simcock, Kandace Springs, John Taylor & Kenny Wheeler Moderation und Auswahl: Beate Sampson

Mittwoch 19:05 Uhr Ö1

Dimensionen

Wie Freiräume neue Stadtkonzepte formen Von Paul Lohberger Wem gehört der Park? Den Jugendlichen, den älteren Leuten oder den Obdachlosen, die im Sommer dort übernachten? Und was wollen wir auf der Straße? Mehr Schanigärten oder Parkplätze? Jedenfalls war die Straße immer schon ein Ort der Repräsentation - für Machthaber, für Flaneure und auch für Proteste. Vor über 30 Jahren brachte die Loveparade die Clubkultur auf die Straßen Berlins. Das ist Geschichte, aber die Idee lebt weiter. In den weitläufigen Strukturen von Berlin entfalteten sich alternative Stadtnutzungen lange Zeit sehr ungestört. Immobilien-Investoren werden daher als besonders störend empfunden. Als Gegenentwurf zur dichten Bebauung, die maximalen Profit verspricht und wenig öffentlichen Raum zum Leben lässt, dient auch das Holzmarkt-Areal zum Wohnen und Arbeiten. Es bietet einen Freiraum, der allen offen steht. - In Wien wurde vor 20 Jahren das Museumsquartier bewusst als urbane Lounge geschaffen. Ein Raum, der seine Funktion erst entwickeln sollte. Könnte das Freiheit bedeuten?

Mittwoch 20:00 Uhr NDR kultur

Hörspiel

Deutscher Hörspielpreis der ARD Chinchilla Arschloch, waswas Von Thilo Guschas und Helgard Haug Mit Christian Hempel, Phillis Hempel und Bijan Kaffenberger Regie: Helgard Haug WDR 2018 Als Phillis vorschlägt, mit dem VW-Bus durch Deutschland zu fahren, ist ihr Vater Christian spontan begeistert. Mit seinem Tourette-Syndrom, das ihm die Kontrolle nimmt, hatte er in den letzten Jahren die Öffentlichkeit immer mehr gemieden. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Hörspiel

Mittwoch 22:03 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Die klickende Klasse Über Arbeit im Netz und neue Solidarität Von Peter Kessen Jörg Sprave erreicht mit seinem YouTube Chanel über 2,3 Millionen Abonnenten, Masha Sedgwick verdient als Influencerin ihr Geld. Beide gehören zu den nahezu vier Millionen Deutschen, die im Internet arbeiten. Zunehmend fühlen sie sich den Plattformen schutzlos ausgeliefert. Doch die klickende Klasse beginnt sich zu organisieren: Die YouTuber haben eine Gewerkschaft gegründet, die IG Metall organisiert die Crowdworker und Fahrradkuriere haben Betriebsräte gewählt, um die schlechten Arbeitsbedingungen zu verbessern. Der DGB wittert bereits ein "digitales Proletariat", das es zu unterstützen gilt.

Mittwoch 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Wasserstoffbrennen Von Leon Engler Regie: Christine Nagel Mit: Tino Mewes, Marleen Lohse Komposition: Leon Engler Ton: Martin Eichberg Produktion: Deutschlandradio Kultur 2016 Länge: 54"20 Er heißt Nico. Sie heißt Mascha. Er nimmt sie in den Arm und drückt sie fest an sich. Eine Stunde bleiben sie so. Und für diese Stunde vergessen sie, dass irgendwas zwischen ihnen ist - Luft, Moleküle, Atomhüllen, Atomkerne, Elementarteilchen. Eine Liebesgeschichte in 18 Teilen - das ist die einfache und zugleich vertrackte Geschichte der Lebensliebe zwischen Nico und Mascha. Mit zufälliger Notwendigkeit treffen sie sich, als sie Anfang zwanzig sind, und sie werden sich bis über ihren Tod hinaus nicht mehr voneinander lösen. Sie beginnen als zwei, die vergessen, wo sie sind. Sie vergessen, wie spät es ist, vergessen, wie kalt es ist und dass irgendwas zwischen ihnen ist. Nennen wir es Luft, Moleküle, Atomhüllen, Atomkerne, Elementarteilchen. Hier erzählen sie, wie das geht und warum das so schön und groß und zeitlos ist. Zwei junge Schauspieler spielen diese lebendige Geschichte um die Sehnsüchte zweier Menschen. Sie erzählen von Liebenden, die sich zwischen Banalitäten und kosmischen Irritationen erfüllen, explodieren und verlöschen. Leon Engler, geboren 1989 im Ostallgäu, Schriftsteller. 2011 war er ausgewählter Teilnehmer der Schreibklasse "fundamentals of poetry" in Finnland. 2011/2012 Leistungsstipendium der Universität Wien. Theaterstücke u.a.: "X Jahre Kriegsfreiheit" (Nachwuchspreis des Theaters Drachengasse 2013), "Die Benennung der Tiere" (2018 zum Stückemarkt des Berliner Theatertreffens eingeladen). Hörspiele: "Das Gold am Arsch des Regenbogens" (FELIAND FRIENDS 2019), "Bier" (WDR 2019). Wasserstoffbrennen

Mittwoch 22:05 Uhr NDR Blue

Nachtclub Classics

These are the days - Natalie Merchant Mit Gitti Gülden Nach 12 Jahren mit ihrer ersten Band "!0 000 Maniacs" und sieben gemeinsamen Alben machte sie Schluss. Eine Band schien ihr zu viel Ballast, sie wollte mehr. Die engagierte Umweltschützerin Natalie Merchant beschließt 1995 als Solo-Künstlerin weiter zu machen, als singende Songschreiberin in der Tradition des erzählenden Volksliedes. Sie will mit sanften Tönen beweisen, dass auch mit sanften Tönen und Eleganz protestieren werden kann. Und das gelingt ihr mit Erfolg, unter anderem an der Seite von Michael Stipe (R.E.M.), Billy Bragg, Mark Ruffalo und Allen Ginsberg. In den Nachtclub Classics schauen wir auf 25 Jahre Solo-Karriere von Natalie Anne Merchant.

Mittwoch 23:05 Uhr BR-Klassik

Jazztime

Jazz aus Nürnberg: Jazz & Beyond "Die Einheit der Gegensätze" Mit Aufnahmen von Edmar Castañeda, Renaud Garcia-Fons, Grégoire Maret, Karl Seglem, Derya Türkan und anderen Moderation und Auswahl: Beatrix Gillmann Auf den ersten Blick sieht man ihre Gegensätze: Das eine Instrument ist so klein, dass man es in der Hosentasche herumtragen kann, das andere so groß, dass man es ohne ein Wägelchen nicht wirklich gut transportiert bekommt: Mundharmonika und Harfe - allein von ihrer Größe und vom Bau her sind diese Instrumente sehr verschieden. In der englischen Sprache tragen sie den gleichen Namen: harp. Als Duo machen sich Harfenist Edmar Castañeda und Mundharmonikavirtuose Grégoire Maret erfolgreich auf zu gemeinsamen Höhenflügen. "Gegensätze ziehen sich an", sagt der Volksmund und das verhält sich auch in der Musik oft so, wenn zum Beispiel unterschiedliche Klänge von verschiedenen Instrumenten aufeinandertreffen, die auch von der Größe, vom Bau und vom Material her anders sind. Oder wenn ein Utensil zum Musikinstrument wird, das man erstmal nicht als ein solches vermutet: Wenn Karl Seglem in das Ziegenhorn hineinbläst, treffen archaische Melodien und Volksweisen aus Norwegen auf zeitgenössischen Jazz: Das Ziegenhorn ist ein uraltes skandinavisches Instrument, es sei die "Stimme der Vergangenheit, die ins Heute ruft", sagt Seglem. Musik gespielt auf Instrumenten, die einzeln recht unterschiedlich klingen und aussehen können, gemeinsam aber in eng umschlungenen Stimmen einen anschmiegsamen Sound ergeben: "Die Einheit der Gegensätze" lautet das Motto dieser Jazztime, heute in der Stunde vor Mitternacht.

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