Features

Dienstag 04:03 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Jürgen Wiebicke Feature: Yetta, eine Frau zwischen Religion und Moderne Redezeit mit Katharina Marie Schubert, Schauspielerin: Zu dem Fernsehfilm "Totgeschwiegen" zur vollen Stunde WDR aktuell

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Welt des Hörens

Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (2). Gestaltung: Julia Reuter Manchmal, spät am Abend im Wiener Funkhaus, kann es passieren, dass einem auf dem Weg durchs Stiegenhaus Richtung Ausgang die Klangwelten zweier Radiosender (Ö1 und Radio Wien) entgegentönen, nämlich genau an der Schwelle zwischen zweiten und erstem Stock. Die eine Klangwelle lässt David Bowie über "Heroes" singen, die andere streift einen mit Ballettmusik von Maurice Ravel. Unser Gehör ist in der Lage, beide Musikstücke in Sekundenbruchteil wahrzunehmen, zu verorten und zu entscheiden, ob es wohlklingend oder eine sogenannte Kakophonie, also Lärm, ist. Um überhaupt hören zu können, benötigen wir unsere Ohren, die in drei Bereiche unterteilt sind: das Außenohr, das Mittelohr und das Innenohr. Der Hörbereich des Menschen reicht von 20 Hertz bis 20 Kilohertz. Schallwellen mit Frequenzen unterhalb und oberhalb dieser Werte sind für den Menschen unhörbar. Sie werden als Infra- bzw. als Ultraschall bezeichnet. Im Lauf unseres Lebens nimmt das Hörvermögen kontinuierlich ab. Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine reine Alterserscheinung. Auch junge Menschen sind mittlerweile immer mehr von Schwerhörigkeit betroffen. Schätzungen zufolge leidet in Österreich jeder Fünfte an einer Hörminderung. Betroffene warten im Schnitt sieben bis zehn Jahre, um etwas dagegen zu unternehmen. Den meisten Menschen, die unter einer Schwerhörigkeit leiden, kann mit Hörgeräten geholfen werden. Als Alternative dazu gibt es auch Hörimplantate. Gehörlose Menschen kommunizieren hauptsächlich mit Gebärdensprache. Blinde Menschen nutzen ihren Hörsinn zur Orientierung im Raum. Zum Beispiel mit der Klicksonar-Technik, eine fortgeschrittene Variante der aktiven Echoortung. Diese Methode ermöglicht Blinden, sich gut im Alltag zurecht zu finden und sogar Fahrrad zu fahren oder Klettern zu gehen. Bei der Klicksonar-Technik wird mit der Zunge geschnalzt und so eine Schallwelle produziert. Jeder Raum hat einen eigenen Ton, eine ganz spezifische Akustik. Tontechniker/innen müssen sich u.s. für Musik- oder Sprachaufnahmen sowie bei Konzertübertragungen intensive mit Räumen auseinandersetzen. Es geht darum, einen optimalen Klang für die Zuhörer/innen zu erzeugen. Ob wohltuende Klänge, Lärm, Hörproduktionen, Hörakustik, Gehörlosigkeit oder Hörtraining - das Radiokolleg beschäftigt sich diese Woche intensiv mit den vielen Facetten des Hörsinns.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Hunter S. Thompson und Gonzo-Journalismus Mittendrin statt nur dabei Tom Wolfe Im "Fegefeuer der Eitelkeiten" Das Kalenderblatt 22.9.1986 TV-Serie ALF startet in den USA Von Christian Jungwirth Hunter S. Thompson und Gonzo-Journalismus - mittendrin statt nur dabei Autor: Christian Schaaf / Regie: Martin Trauner Hunter S. Thompson war ein waffenverliebter Choleriker, der gerne wild um sich schoss und auch gerne mal mit Äxten warf. Er war aber auch ein präziser Beobachter des amerikanischen Zeitgeists von Mitte der 1960er bis in die 2000er Jahre hinein. Seine Gesellschaftsreportagen basieren auf Expeditionen zu Sportveranstaltungen, in die Casinos von Las Vegas und auf Tour-Erlebnissen mit Wahlkampf-Kandidaten, die Hunter Stockton Thompson meist unter Drogen- und Alkoholeinfluss beschrieb. Dabei kam ein ganz eigener Journalismus-Stil heraus: Der maximal subjektive Gonzo-Journalismus. Eine Form, die die Grenzen zwischen Journalismus und Literatur ins Wanken bringt. Tom Wolfe - im "Fegefeuer der Eitelkeiten" Autor: Herbert Becker / Susi Weichselbaumer Mehr als zehn Jahre lang war der 1931 geborene Tom Wolfe als Journalist für renommierte Zeitungen wie die Washington Post und die New York Herald Tribune tätig. In den 1960er Jahren begann er, Reportagesammlungen, Essays und andere kurze Texte zu veröffentlichen. Er entwickelte seinen ganz eigenen Stil, indem er journalistische Genauigkeit mit erzählerischen Elementen verband. Dieser Stil, the New Journalism, zeichnet auch Wolfes ersten, im Jahr 1987 erschienenen Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten" aus. Er erzählt die Geschichte eines Wall-Street-Brokers, der auf dem Gipfel seiner Karriere beschuldigt wird, einen schwarzen Jugendlichen überfahren zu haben. Zum Verhängnis wird dem erfolgreichen Börsenmakler aber letztendlich nicht eine gerecht urteilende Justiz, vielmehr wird er zum Opfer sensationslüsterner Medien sowie zum Spielball politischer Ranküne. Eigentlicher Protagonist des Romans ist die Stadt New York mit ihren sozialen Extremen. Die intelligente und zugleich unterhaltsame Darstellung der urbanen Gesellschaft des Big Apple hat seit ihrem Erscheinen nichts an Aktualität verloren. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Reparatur der Zukunft

Neue Ideen mit Innovationspotentia (2). Gestaltung: Irmgard Wutscher, Stefan Niederwieser, Margit Atzler, Ilse Huber, Hannah Horsten Ö1 sucht nach dem Zukunftspotential Österreichs. Wir laden Sie ein, uns in kurzen Videoclips vorzustellen, was Sie neu und anders machen. Im Radiokolleg präsentieren wir 12 Projekte, die Impulse zur Veränderung setzen und die Zukunft im Jetzt reparieren wollen. Nehmen Sie teil am Ö1 Generationendialog über die Gesellschaft von morgen. Auf finden Sie Videos zu allen eingereichten Projekten. *Sprachlos inklusiv - Ein Stift zum Kommunizieren* Sprechen ist das Eine, verstanden werden das Andere. Manche Menschen beherrschen nicht die Sprache, weil sie fremd sind in einem neuen Land. Einige Menschen sind hör- und sehbeeinträchtigt. Sie alle zu verstehen und sich mit ihnen auszutauschen, wird nun mittels eines "Sprach-Stiftes" möglich. Der Stift übersetzt ein Wort oder eine Geste in Bilder, Symbole oder eben Fremdsprachen. Angelehnt an ein audiodigitales Spielzeug und mit Hilfe eines Buches können Menschen miteinander kommunizieren. - Gestaltung: Ilse Huber *Y-Rail / Hängebahnsystem* Y-Rail ist eine Einschienenbahn, die wie eine Gondel in der Luft fährt. Bis jetzt existiert sie nur in der Theorie und als Miniaturmodell, doch die Brüder Matthias und Michi Wotke sind überzeugt, dass ihre Erfindung die Problematik des Autoverkehrs beseitigen könnte. Der Name Y-Rail ist ebenfalls kein Zufall. Die Schienen sind in Form eines Ypsilons konzipiert. Hierdurch ist keine Weichenstellung notwendig und das Fahrzeug kann individuell selbst entscheiden ob es Links oder Rechts abbiegen möchte. Der große Vorteil des Systems liegt in dem geringen Platzverbrauch, den das Schienensystem innerhalb der Stadt einnimmt. Außerdem bezieht die Bahn den Stom direkt aus den Schienen, die sie transportieren, heraus. - Gestaltung: Hannah Horsten - Schienenzeppelin *Wiener Art Library* 6,5 Millionen Mal wurde an den Wiener Büchereien im vergangenen Jahr entlehnt. Das Angebot reicht von DVDs, Konsole-Spielen, Audio-Books oder Zeitschriften bis hin zu Sprachkursen. Wenn es allerdings nach Anna Zwingl und Eva Chytilek geht, soll diese Palette noch um die Sparte Kunst erweitert werden. Viele Werke würden in Archiven oder in Artotheken schlummern, zudem wären zahlreiche junge Künstlerinnen und Künstler froh, wenn ihre Werke außerhalb von Ateliers und Galerien zu sehen wären. Die Wiener Art Library soll es möglich machen. Wiener Büchereien sollen auch Kunst verleihen. Dann könnte man diese nicht im Museum sehen, sondern sich damit über Wochen zuhause auseinandersetzen. Über eine App soll die Wiener Art Library zudem einfach zu bedienen sein. - Gestaltung: Nikolaus Scholz - Wiener Art Library, WAL [http://helloshesaid.com/|Hello She Said]

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt

Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (2). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler Hinter jedem starken Mann steht eine ebenso starke Frau - so abgedroschen das klingen mag, so sehr trifft es bei Alice Harnoncourt zu: Seit Studienzeiten war sie die Partnerin von Nikolaus Harnoncourt. Ihr ganzes Leben war und ist bis heute von Musik begleitet und durchdrungen: Sie begann früh Klavier zu spielen, bevor sie mit neun Jahren die Liebe zur Geige entdeckte. Während des Musikstudiums lernte sie Nikolaus Harnoncourt kennen. Im Jahr 1953 heirateten die beiden - im selben Jahr gründeten sie den Concentus Musicus Wien. Als eines der ersten Ensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben, leisteten sie wesentliche Pionierarbeit. Dafür mussten erst einmal die geeigneten Instrumente, Noten und Musiker gefunden werden: In Klosterbibliotheken und Archiven forschten die Harnoncourts nach historischem Notenmaterial, das sie in ungezählten Stunden handschriftlich kopierten. Auf der Suche nach originalen Instrumenten durchstöberten sie Dachböden, Kirchen, Trödlerläden und Auktionshäuser in ganz Europa. Alice Harnoncourt spielte viele Jahre auf einer Violine des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer, dessen Instrumente zu Bach-Zeiten auf dem ganzen Kontinent berühmt waren. 30 Jahre lang prägte Alice Harnoncourt den Concentus Musicus maßgeblich mit - als Konzertmeisterin und auch als Solistin. Aufnahmen mit ihr existieren etwa von Vivaldis "Vier Jahreszeiten" oder Bachs Brandenburgischen Konzerten. Bis 2015 war sie Mitglied des Orchesters, in den letzten Jahren noch als Geigerin am ersten Pult, an der Seite von Konzertmeister Erich Höbarth. Und auch das Familienleben der Harnoncourts, mit vier Kindern, war stets eng verwoben mit der musikalischen Arbeit der Eltern. Die historisch informierte Aufführungspraxis ist heute eine feste Größe in der klassischen Musikwelt - zahlreiche Originalklangensembles existieren neben den modernen Orchestern. Aber auch deren Spielpraxis orientiert sich stärker an historischen Vorbildern, als das vor 70 Jahren der Fall war. Heute ist nur noch schwer vorstellbar, wie sehr die ersten Originalklangensembles die damaligen Klangvorstellungen und Hörgewohnheiten durcheinandergewirbelt haben. Seit dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 hat Alice Harnoncourt mehrere Bücher mit Aufzeichnungen von Nikolaus Harnoncourt herausgebracht. Bis heute verwaltet sie das Archiv des Concentus Musicus. Es beherbergt zahlreiche Notizen und Partituren, die sie nach Anweisungen ihres Mannes eingerichtet hat - unschätzbare Dokumente einer künstlerischen Symbiose. Am 26. September feiert Alice Harnoncourt ihren 90. Geburtstag. Marie-Theres Himmler und Helene Breisach haben für die Musikviertelstunde mit der Jubilarin gesprochen. Außerdem kommen einige Weggefährten zu Wort - ein facettenreiches Porträt der österreichischen Musikpionierin.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Expressionismus und Avantgarde Literatur ohne Grenzen? Das Schloss Kafkas rätselhafte Seelenlandschaft Das Kalenderblatt 22.9.1986 TV-Serie ALF startet in den USA Von Christian Jungwirth Expressionismus und Avantgarde - Literatur ohne Grenzen? Autorin: Christine Hamel / Regie: Kirsten Böttcher "Mensch werde wesentlich", ruft Ernst Stadler seinen Zeitgenossen 1914 zu und gibt damit der Sehnsucht der Moderne nach Wandlung des Menschen Ausdruck. Der Expressionismus ist eine Kunstbewegung, die von Anfang an auch in die Gesellschaft wirken will und auf Weltverbesserung durch Kunst setzt. Daher spielen Gedichte, Dramen und Kurzprosa eine ungleich größere Rolle als komplexe Romane. Die Avantgarde hat es eilig, denn auch das Leben - die Technik, der Verkehr, die Arbeitswelt, die Wirtschaft, die Massenmedien nehmen Tempo auf. Schriftsteller und Dichter wie Georg Heym, Else Lasker-Schüler, Gottfried Benn oder Alfred Döblin verbindet auf den ersten Blick nicht viel - der Expressionismus ist eine äußerst disparate Bewegung. Alle vereint jedoch eine Zivilisationsskepsis, die infolge der Hektik und Nervosität der Moderne den Menschen bedroht sieht. Das Schloss - Kafkas rätselhafte Seelenlandschaft Autorin: Julia Devlin / Regie: Irene Schuck Es beginnt wie ein Schauerroman. Ein Fremder - sein Name zusammengestrichen auf seinen Anfangsbuchstaben K. - kommt spätabends in ein Dorf, das im Schnee versinkt. Drohend und unerreichbar über dem Dorf thront das Schloss. Hier residiert Graf Westwest, den niemand je zu Gesicht bekommen hat. K., dessen Vergangenheit im Dunkeln bleibt, sucht ein Auskommen, eine Anstellung als Landvermesser beim Schlossherrn. Doch diese Suche gestaltet sich als ein rastloses Stolpern durch eine verschlossene und feindselige Welt, deren Gesetze K. zu enträtseln, gegen die er zu rebellieren versucht. Franz Kafka begann "Das Schloß" im Januar 1922, gequält von Nervenzusammenbrüchen und gezeichnet von der Tuberkulose, an der er anderthalb Jahre später sterben würde. Der Roman blieb Fragment. Komplex, verwirrend, dämonisch und dabei überwältigend schön und überraschend humorvoll, lässt er seine Leser gleichermaßen ratlos und ergriffen zurück. Moderation: Gabi Gerlach Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

"Uraltes Hafengeschwätz". Walter Benjamins Passagen durch Marseille (zum 80. TT von Walter Benjamin am 26.09.2020). Feature von Johanna Tirnthal 1940, als die Deutschen Frankreich besetzen, treffen Geflüchtete aus ganz Europa in Marseille zusammen. Die deutsche Schriftstellerin Anna Seghers wartet hier auf ihre Ausreise nach Mexiko und schreibt inspiriert davon den Roman Transit, der Philosoph Walter Benjamin versucht von hier auf dem Landweg nach Spanien zu gelangen und nimmt sich im Grenzort Portbou das Leben. Von seinen letzten Tagen in der französischen Hafenstadt sind zahlreiche Anekdoten überliefert, er traf hier viele alte Bekannte: Hannah Arendt, Siegfried Kracauer und den österreichischen Schriftsteller Soma Morgenstern. Benjamin ist 1940 nicht zum ersten Mal in Marseille - auch als junger Mann hat er die französische Hafenstadt besucht. Das war 1926 und 1928, Europa wusste noch nichts von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Benjamin aß Haschisch und flanierte durch die engen Gassen und über die Boulevards, beobachtete das Treiben in den Hafenkneipen. Seine Eindrücke hielt er in einem Städtebild und in Haschisch in Marseille fest. Das französische Musikerpaar "Catherine Vincent" beschäftigt sich heute mit diesen Texten, arbeitet an einem Benjamin-Album und wandelt mit einer Schulklasse auf Benjamins Spuren durch die Banlieues von Marseille. Der Videokünstler Renaud Vercey erklärt Benjamins Wege durch das Stadtzentrum. Und Erdmut Wizisla, der Leiter des Berliner Walter Benjamin Archivs, erzählt vom großen Rätsel der Benjamin-Forschung: Dem Koffer mit Texten, den Benjamin in Marseille bei sich hatte und der nach seinem Suizid verloren ging.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Die sieben Leben der Margarethenhütte Eine ostdeutsche Industriegeschichte Von Holger Siemann Regie: Claudia Kattanek Produktion: Deutschlandfunk 2020 Das Isolatorenwerk Margarethenhütte Großdubrau - international konkurrenzfähig, nach der Wende trotzdem verscherbelt und dichtgemacht. Die Geschichte wurde zum Symbol für die willkürliche Deindustrialisierung des Ostens, die Geringschätzung der Ostdeutschen, das Versagen der Treuhand. Nur: Die Geschichte stimmt so nicht. Zu DDR Zeiten waren die Isolatoren aus der Margarethenhütte, dem VEB Elektroporzellan Großdubrau, ein devisenbringender Exportschlager. Die Mitarbeiter waren sicher, sie würden von der Wende profitieren. Um so tiefer saß der Schock, als das Aus kam. Demonstrationen, Werksbesetzungen, Protestfahrten nach Bonn - nichts half. 20 Jahre später skandalisierte die sächsische Staatsministerin Petra Köpping die Geschichte. Ein Käufer aus dem Westen habe die Fabrik für eine Mark von der Treuhand gekauft und die Maschinen bei Nacht und Nebel abtransportieren lassen. Nichts davon stimmt. Detlef Scheunert, der einzige Ostler unter den Treuhanddirektoren meint: Die Abwicklung war alternativlos, und die Skandalisierung hilft nur denen, die einen Sündenbock suchen. Die Menschen in Großdubrau gründeten einen Verein - zuerst in der Hoffnung, ihre Fabrik zu retten, später um zu bewahren, was nach der Abwicklung davon übrig war. Sie bauten ein Museum auf, das an Schinderei, Alltag und das manchmal komische Heldentum der Planerfüllung erinnert. 30 Jahre nach der Schließung versuchen sie, ihre stummen Kollegen zum Reden zu bringen, zum Erinnern, zum Erzählen, denn sie wissen: Ohne Geschichten ist die Geschichte weg, und das Leben, als wäre es nie gewesen. Die sieben Leben der Margarethenhütte

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Der Klimawandel und der Wald Die Geschichte eines Sommers Von Philipp Lemmerich Als Tobias Scharnweber und sein Team von der Uni Greifswald herausgefunden hatten, dass es im Mittelalter lange Phasen mit sehr heißen Sommer gab, wurde seine Erkenntnisse sofort als Munition der Klimadebatte genutzt. Dabei können sie helfen zu verstehen, wie Wälder auf den Klimawandel reagieren - und was zu deren Schutz getan werden kann. Denn Scharnwebers Studien legen nahe, dass sich die Wälder in Norddeutschland in den kommenden Jahrzehnten grundlegend verändern werden. Es sieht so aus würde der Sommer 2020 nicht ganz so trocken, wie die die Vorjahre, aber es wird trotzdem zu wenig sein. Der diesjährige April war im Norden Deutschlands der trockenste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Wie erlebt ein renommierter Dendroklimatologe (Baumforscher), der nicht in Jahren, sondern in Jahrhunderten rechnet, diese Zeit? Wie kann seine Arbeit helfen, dem Klimawandel zu begegnen? Eine Langzeitbegleitung von Anfang Mai bis Ende August mit Erkundungen der Ostseewälder in Mecklenburg-Vorpommern, Feldforschung im Wald und Wissenschaftsalltag im Labor.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass ... Ein Leben mit Absagen Von Sascha Wundes NDR 2020, Ursendung Eine Mutter bekommt eine Absage für eine Pflegestufe für ihr behindertes Kind. Ein Autor kann seinen neuen Themenvorschlag bei keiner Redaktion unterbringen. Eine Studentin findet keinen Praktikumsplatz. Der Künstler Ivan Moudov hat unzählige Anträge für den bulgarischen Pavillon der Biennale gestellt und keine Zusage erhalten. Absagen - wer kennt sie nicht? Es gibt welche, die schwer wiegen, die unser Leben erschüttern und auf die eine schriftliche Absage erteilt wird. Und es gibt solche, die uns im Alltag begegnen und die höchstens unangenehm, oft aber unbedeutend sind. Alle bergen Geschichten. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

I Love Dick Die Autofiktion der Chris Kraus Von Jean-Claude Kuner Regie: der Autor Mit: Anne Müller, Ulrich Matthes, Moritz Grove, Bettina Kurth, Johannes Nichelmann Ton: Peter Kainz Produktion: WDR/Deutschlandfunk Kultur 2018 Länge: 53"55 Die Künstlerin Chris Kraus verliebt sich in den 1990er-Jahren hoffnungslos. Über ihr obsessives Begehren und ihr schmerzhaftes Scheitern schreibt sie einen Roman, der Jahre später unverhofft zu einem Kultbuch des Feminismus wird. 1997 veröffentlicht die erfolglose Künstlerin Chris Kraus den Roman "I Love Dick". Darin beschreibt sie sehr offen und schonungslos ihre obsessive Verliebtheit in einen Kollegen ihres Mannes. Als sie sich ihrem Ehemann offenbart, beschließt das Paar, ein gemeinsames Kunst-Projekt daraus zu machen. Beide schreiben Briefe an Dick, die sie zwar nie abschicken, die aber Teil des Buches werden. Während ihr Mann nach und nach das Interesse an der fiktiven Dreier-Beziehung verliert, steigert sich Chris Kraus immer tiefer in ihr erfolgloses Begehren hinein. Zehn Jahre nach Erscheinen wird der Roman in zahlreiche Sprachen übersetzt, der Stoff wird verfilmt und gilt nun als Kultbuch des Feminismus. In dem Feature reflektiert Chris Kraus die erstaunliche Erfolgsgeschichte von "I Love Dick" und die Frage, wie feministisch ihr Buch tatsächlich ist. Jean-Claude Kuner, geboren 1954 in Basel, arbeitete von 1982 bis 1996 als Theater- und Opernregisseur, seit 1996 als Rundfunkautor und -regisseur. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. für "Traumrollen" (Deutschlandfunk/HR 2013) - Hörspiel des Jahres 2013 - und für "Bukhara Broadway" (RBB/Deutschlandfunk/NDR 2012) - 2013 von der Asia-Pacific Broadcasting Union als bestes Feature geehrt. Zuletzt: "Im Schatten des amerikanischen Traums - Die Audiotagebücher des Künstlers David Wojnarowicz" (RBB 2020) und "Fake Family - Menschenverleih in Japan" (Deutschlandfunk Kultur/WDR 2019). I Love Dick

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Die Welt des Hörens. Die vielen Facetten einer Sinneswahrnehmung (2). Gestaltung: Julia Reuter Reparatur der Zukunft. Das Casting neuer Ideen (2). Gestaltung: Team des Radiokollegs Eine Zeitreise mit Alice Harnoncourt. Die österreichische Pionierin der historischen Aufführungspraxis wird 90 (2). Gestaltung: Helene Breisach, Marie-Theres Himmler

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