Features im Radio

Features

Dienstag 04:03 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Achim Schmitz-Forte - Feature: Die Bewältigung des Grauens - Redezeit mit Heike Behrend, Ethnologin: 50 Jahre Forschung zur vollen Stunde WDR aktuell

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Gefährliche Beziehungen

Über Verstrickung und Lösung aus der Abhängigkeit (2). Gestaltung: Johannes Kaup Liebesbeziehungen sollten uns eigentlich Vertrauen, Sicherheit und Glücksmomente schenken, uns Halt geben und wachsen lassen. Doch bei manchen Beziehungen tritt genau das Gegenteil davon ein. Dann, wenn man sich beispielsweise auf eine Beziehung zu einem narzisstischen Soziopathen eingelassen hat. Das sind Menschen, die nur an sich und ihre eigene Persönlichkeit denken, die sich durch die Erniedrigung des Partners - oder zumeist der Partnerin - selbst erhöhen, sich rücksichtslos nehmen, was sie wollen und beim Partner auch noch Abhängigkeit und Schuldgefühle erzeugen. Solche Soziopathen hegen Misstrauen und Neid, und lassen ihren Ärger und Zorn am Partner oder an der Partnerin aus. Sie isolieren sie von familiären und freundschaftlichen Beziehungen, benutzen sie, würdigen sie herab, tyrannisieren sie und üben Gewalt aus, bis das Selbstwertgefühl der Opfer schwer beeinträchtigt ist. In nicht wenigen Fällen sind auch "Stalking" und Sadismus mit im Spiel. Die Tragik der Situation besteht darin, dass die Partnerin darin dermaßen verstrickt ist, dass sie sich wegen der eigenen Minderwertigkeits- und Schuldgefühle noch mehr zu ihm hingezogen fühlt. Selbst nach Erfahrungen massiver Gewalt müssen Angehörige und Freunde oft ohnmächtig mitansehen, wie das Opfer entgegen aller Vernunft und Hilfsangebote wieder in den Bannkreis des Gefährders zurückkehrt. Der Polizei und den Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt sind die Hände gebunden, solange das Opfer nicht von selbst über die erfahrene Gewalt wahrheitsgemäß aussagt oder um Hilfe ansucht. In der psychotherapeutischen Fachsprache nennt man diese Form der suchtförmigen Abhängigkeitsbeziehungen "Beziehungssucht", "toxische Beziehungen", beziehungsweise "Narzisstischer Missbrauch". Warum diese Beziehungen so schwer aufzulösen sind, hat damit zu tun, dass der narzisstische Partner den anderen emotional kontrolliert und in einem ständigen Wechselspiel von Liebesbezeugungen ("love bombing"), Entwertung und angedrohter Trennung gefügig macht. Je länger eine solche Beziehung dauert, desto mehr wird die Wahrnehmung des Opfers manipuliert, sodass mit der Zeit immer krassere Formen von Entwertung und Gewalt erduldet werden. Auch die krankhaft narzisstische Person selbst ist mangels eines gesunden Selbstwertgefühls und Vertrauens oft nicht in der Lage, das eigene manipulative Tun zu durchschauen, und rechtfertigt selbst Gewaltakte in der Beziehung mit einem Übermaß an Zuneigung. Das ist ein Zeichen einer sogenannten dependenten Kollusionsbeziehung, die nur sehr schwer aufzulösen ist. Wie kommt es zu solchen gefährlichen Beziehungskonstellationen? Wie können sie erkannt und demaskiert werden? Welche Interventions- und Therapieansätze gibt es dafür? Wie ist es möglich, dass die entstandenen seelischen Verletzungen wieder geheilt und das Leben selbstverantwortlich neu geordnet werden?

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Wolfgang Borchert Leben und Werk Paul Celan Hör mit dem Mund Das Kalenderblatt 24.11.1858 Johann Strauss spielt die Tritsch-Tratsch-Polka Von Frank Halbach Wolfgang Borchert - Leben und Werk Autor: Michael Reitz / Regie: Martin Trauner Wolfgang Borchert (1921 - 1947) - mit dem Namen dieses deutschen Schriftstellers ist der Begriff "Trümmerliteratur" verbunden. Ebenfalls mit ihm verbunden ist sein berühmtes Theaterstück "Draußen vor der Tür", das auch als Hörspiel aufgeführt wurde. Darin thematisiert Borchert, wie ein Kriegsheimkehrer mit der Ignoranz seiner Umwelt konfrontiert wird, die Krieg und Völkermord am liebsten verdrängen würde. Der Hamburger Autor, der an der Front lebensgefährlich erkrankte, geriet mehrere Male in das Visier der Nationalsozialisten, die ihn schließlich wegen "Wehrkraftzersetzung" inhaftierten - er hatte vor Kameraden Propagandaminister Goebbels parodiert. Nach dem Krieg schrieb der sterbenskranke Borchert, der ursprünglich Schauspieler werden wollte, wie im Rausch eine Erzählung nach der anderen. Berühmt wurde er auch mit seinen Manifesten, vor allem mit dem Text "Dann gibt es nur eins", in dem er zur großen Gehorsamsverweigerung aufruft. Paul Celan - hör mit dem Mund Autorin: Astrid Mayerle / Regie: Eva Demmelhuber "Lesen Sie! Immerzu lesen, das Verständnis kommt von selbst!" Mit dieser schlichten Aufforderung reagierte Paul Celan auf den Vorwurf der Unverständlichkeit seiner Gedichte. Mit vieldeutigen Metaphern und sehr eigenen Bildern gelang es dem jüdischen Dichter, für den Holocaust eine Sprache zu finden. "Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends/ Wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts...", so beginnt sein bekanntestes Gedicht, die "Todesfug". Auf Celans Schreiben hatte auch die eigene Erfahrung der Judenverfolgung einen maßgeblichen Einfluss: sowohl Vater als auch Mutter überlebten das KZ nicht. Zu Lebzeiten zum Teil von seinen Kollegen abgelehnt, gilt Paul Celan heute als einer der wichtigsten Lyriker der Nachkriegszeit. Astrid Mayerle beschäftigt sich in ihrer Sendung "Hör mit dem Mund" mit Paul Celans Themen, Metaphern und den unverwechselbaren Eigenheiten seiner Sprache. Moderation: Kristina Thiele Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Kryptoökonomie

Potentiale und Gefahren (2). Gestaltung: Gerald Nestler Seit Wikileaks aufgrund einer Zahlungsblockade durch US-amerikanische Banken und Kreditkartenunternehmen am 14. Juni 2011 auf Bitcoin wechselte, macht diese neue Währung weltweit Schlagzeilen. Zunehmend zogen Kryptowährungen, Tokens und Blockchain die Aufmerksamkeit von Investoren, Politik und Medien auf sich, wie beispielsweise die heftigen Debatten um die von Facebook angekündigte Kryptowährung Libra zeigen. Während Kritiker - darunter Notenbanker und andere Wirtschaftsfachleute - Kryptowährungen als Spekulationsobjekte betrachten, wird ihnen von anderen Seiten das Potential zugeschrieben, Ökonomie und Gesellschaft umzuwälzen und neu aufzustellen. Gleichzeitig entstehen auf Basis kryptografischer Verschlüsselung aber auch bereits existierende ökonomische Modelle technologisch und ökonomisch "upgedated". Ein Beispiel dafür ist das neu angefachte Interesse an Komplementärwährungen. Sie sollen ökonomische, soziale und ökologische Ungleichgewichte kompensieren sowie die kulturelle Vielfalt bewahren bzw. erhöhen, meist auf der Ebene von Gemeinden oder Regionen. All diese Zukunftserwartungen beruhen auf der Blockchain, dem kryptografischen Transaktionssystem hinter diesen Währungen und Verträgen. Durch sie wird nicht nur das Vertrauen zwischen Menschen auf einen computergesteuerten, dezentralen P2P-Konsensmechanismus auslagert, vielmehr soll damit Teilhabe demokratisch auf den Geldverkehr erweitert werden. Aber was wäre eine zukünftige Kryptoökonomie? Was können wir uns darunter vorstellen? Nach der Definition des 2018 gegründeten Forschungsinstitut für Kryptoökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien bezieht sich der Begriff "auf die spieltheoretischen Anreizmechanismen, die ein verteiltes Netzwerk von Akteuren und Akteurinnen ohne klassische Intermediäre oder staatliche Verwaltungsinstitutionen steuern." Das Radiokolleg zum Thema Kryptoökonomie nimmt diese technologische Entwicklung unter die Lupe und versucht verständlich zu machen, wofür diese abstrakte Beschreibung steht. Gerald Nestler befragt Expert*innen aus der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Krypto-Community zu ihrer Einschätzung über die Potentiale und Gefahren, die uns erwarten. Belgeitet wird diese Radiokolleg Reihe von einem Klangkunstwerk. Sometimes A Thousand Twangling Instruments wurde vom Wiener Computermusiker und Medienkünstler Volkmar Klien gemeinsam mit den New Yorker Kunstproduzenten Snark.art an der Blockchain entwickelt und besteht aus 2000 frei arrangierbaren und mit Grafiken verbundenen Klängen. © Volkmar Klien und Snark.art, 2020.

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Kraftwerk

50 Jahre Mensch-Maschinen-Musik (2). Gestaltung: Stefan Niederwieser Kraftwerk war populäre Avantgarde. Die Band aus Düsseldorf hat vorrangig konzeptuell gearbeitet und eine visionäre Zukunft entworfen, die gleichzeitig zurückschaut auf jene Moderne, die durch Gräuel des Nationalsozialismus ein jähes Ende fand. Diese Konzepte haben Kraftwerk seit Anfang der 1970er Jahre in Töne gesetzt. Gemeinsam mit Fotografie, Bühne, Bildern, Texten und Typografie formten sie ein Ganzes, vielleicht sogar ein Gesamtkunstwerk. "Was man sicher behaupten kann, Kraftwerk gelang die größte Revolution in der Pop-Musik seit den Beatles", schreibt etwa Uwe Schütte in seiner kürzlich erschienenen Monographie über die Band. Das erste Album von Kraftwerk wurde 1970 veröffentlicht. Ralf Hütter und Florian Schneider-Esleben hatten die Band an einer Kunstakademie gegründet. Sie waren geprägt von Krautrock ihres Umfelds, aber auch von Musique Concrete, Fluxus und Rumorismo. Auf "Autobahn" schuf die Band gemeinsam mit Emil Schult vier Jahre später einen Meilenstein der Musikgeschichte. 22 Minuten lang wird eine Idee von Mobilität und endloser Bewegung zu Klang. Dabei sind Text und Plattencover so reduziert, dass sich Assoziationen zu motorisierter Freizeitkultur, zu einem deutschen Nationalsymbol, zur Nazi-Zeit und industriellem Fortschritt spinnen lassen. Das Album "Radio-Aktivität" setzt 1975 den Volksempfänger aufs Cover und bleibt beim sehr kontroversen Thema Atomkraft nicht ganz ohne Missverständnisse. "Trans-Europa Express" treibt die Band mit Geschwindigkeit und Rhythmus in eine Phase, die von einem grenzenlosen Europa träumt. Mit "Mensch-Maschine" ist 1978 der konzeptuelle Höhepunkt erreicht, einem komplexen Verwirrspiel mit politischen, ästhetischen und philosophischen Zeichen. Zudem wird mit "Das Model" ein für die Band relativ untypischer Song zu ihrem größten Hit. "Computerwelt" von 1981 sagt schließlich auf gespenstische Weise digitale Entfremdung, Überwachung und Big Data voraus.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Murillo Ein Maler im Auftrag der Nächstenliebe Claudio Monteverdi Der Erfinder der Oper Das Kalenderblatt 24.11.1858 Johann Strauß spielt die Tritsch-Tratsch-Polka Von Frank Halbach Murillo - ein Maler im Auftrag der Nächstenliebe Autorin: Julie Metzdorf / Regie: Sabine Kienhöfer Unter all den Gemälden von Königen, Kriegsherren und Heiligen in der Alten Pinakothek in München haben sich ein paar Gestalten ganz anderer Art gemischt: Straßenkinder. Schmutzig und mit zerrissenen Kleidern sitzen sie auf dem Boden, essen Weintrauben, spielen Würfel oder verkaufen Obst. So arm sie auch sein mögen, versprühen sie doch pure Lebensfreude. Für diesen liebevollen Blick auf die Straßenkinder seiner Heimatstadt Sevilla ist der spanische Barockmaler Bartolomé Esteban Murillo berühmt geworden. Durch den Handel mit der Neuen Welt war die andalusische Metropole im 16. Jahrhundert eine der reichsten Städte der Welt geworden. Doch 1649 wütete die Pest in Sevilla, es gab Hungersnöte und soziale Unruhen. Hunderte elternloser Kinder müssen damals unter widrigsten Umständen in den Straßen gelebt haben. Murillo - ein tiefgläubiger Mann und selbst Vater von mindestens zehn Kindern - sah die Waisenkinder nicht als Belastung für die Gesellschaft. Seine Bilder sind Ausdruck christlicher Nächstenliebe. Claudio Monteverdi - der Erfinder der Oper Autor und Regie: Markus Vanhoefer Er war ein Innovator, ein kühner Neuerer, wie es ihn in der Musikgeschichte nur selten gibt. "Movere", den Hörer gefühlsmäßig zu packen, ihn innerlich zu bewegen, in ihm Leidenschaften zu erzeugen, war das erklärte Ziel seiner nach "Wahrheit und Natürlichkeit" strebenden Musik. Claudio Monteverdi wurde 1567 in Cremona geboren und starb 1643 in Venedig. Für die "Akademie der Verliebten" des Fürsten Francesco IV Gonzaga von Mantua schrieb der den "Orfeo", die wohl erste "richtige" Oper, ehe er in der Inselrepublik Venedig das Amt eines Dom-Kapellmeisters von San Marco annahm. Ob in der Kirche, am Fürstenhof oder im Theater, Monteverdis Werk zog einen Schlussstrich unter die Renaissance, um das Tor zum Barock weit aufzustoßen. Moderation: Christian Schuler Redaktion: Nicole Ruchlak

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Die Wurzeln des Misstrauens Russland und die Verhandlungen zur Deutschen Einheit 1990 Von Andreas von Westphalen Regie: Fabian von Freier Produktion: Deutschlandfunk 2019 Kaum ein Thema belastet das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen so stark wie die Osterweiterung der NATO. Während der Westen sich keines gebrochenen Versprechens schuldig fühlt, sieht sich Russland belogen und betrogen. Dokumente zeigen: Beide Seiten machen es sich zu einfach. Gab es 1990 tatsächlich Zusagen des Westens, dass die NATO sich nicht nach Osten ausweiten würde? Gab es Versprechen, dass die Sowjetunion Teil einer europäischen Sicherheitsordnung werden sollte und ihre Sicherheitsinteressen berücksichtigt werden würden? Warum sonst war die Sowjetunion bereit, die Wiedervereinigung Deutschlands zu akzeptieren, dessen Einbindung in die NATO sowie den Rückzug ihrer eigenen 380.000 Soldaten und die Verkleinerung ihres politischen Einflussbereiches? Bis heute widersprechen sich die Narrative im Westen und in Russland. Was die blinden Flecken und Fehleinschätzungen auf beiden Seiten sind, was tatsächlich gesagt wurde, dazu äußern sich Historiker aus Deutschland, den USA und Russland. Welche Lehren kann man hieraus für die Probleme der Gegenwart ziehen? Die Wurzeln des Misstrauens

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

CO2-Kompensation Von schlechtem Gewissen, gutem Geld und faulen Kompromissen Von Robert B. Fishman Die Deutschen lieben die Natur. Umfragen bescheinigen ihnen ein hohes Umweltbewusstsein. Doch wenn es ans Handeln geht, sieht es schlecht aus. Jeder Bundesbürger belastet die Atmosphäre mit durchschnittlich elf Tonnen Treibhausgasen pro Kopf und Jahr, deutlich mehr als im weltweiten und im EU-Durchschnitt. Die Gründe: die vielen Kohlekraftwerke, der hohe Fleischverbrauch und unsere Konsumgewohnheiten - vor allem das Reisen. Schon seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, den eigenen CO2-Fußabdruck recht einfach zu verkleinern: mit Geld. Nach einem Flug zum Beispiel zahlt man einer gemeinnützigen Organisation oder auch einer kommerziellen Agentur einen Betrag, mit dem dann zum Bespiel Klimaschutzprojekte im globalen Süden unterstützt werden. CO2-Kompensationen nennt sich das Angebot, und die Branche floriert. Doch was bringen diese Ausgleichszahlungen wirklich fürs Klima? Wer steckt dahinter? Wer profitiert? Und sind solche Angebote wirklich mehr als die Beruhigung eines schlechten Umweltgewissens.

Dienstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 lesenswert Feature

Demenz erzählen - Vom Erinnern und Vergessen. Von Insa Wilke Was bedeutet es, mit Demenz zu leben - für die Betroffenen und für die Angehörigen? Einige Autor*innen haben darüber geschrieben, etwa David Wagner den Roman "Der vergessliche Riese" oder Arno Geiger das Buch "Der alte König in seinem Exil". Auch aufgrund eigener Erfahrungen in der Familie versuchen Schriftsteller*innen, dem Schrecken eine Sprache zu geben. Sie erzählen vom Alltag mit Demenzkranken und davon, wie sie die Welt wahrnehmen. Von Augenblicken des Trosts und der Untröstlichkeit. Und von den Möglichkeiten des Geistes und des Herzens.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Schwerpunkt: Eine Welt 2.0 - Dekolonisiert euch! Dekolonisiert euch! Öffentlich-rechtliche Medienhäuser und die Migrationsgesellschaft Von Hadija Haruna-Oelker und Lorenz Rollhäuser Regie und Ton: Lorenz Rollhäuser Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020 Länge: 54"30 (Ursendung) Geschichten leben davon, wer sie erzählt. Was aber, wenn Medienschaffende zu einem großen Teil aus ähnlichen kulturellen und sozialen Milieus stammen? Wie differenziert werden sie dann erzählt? Nicht differenziert genug, zeigen die Autor*innen. "Eine Welt 2.0 - Dekolonisiert euch!", lautet das Schwerpunktthema der Denkfabrik von Deutschlandradio für das Jahr 2020. Nicht ohne Grund, denn mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat eine Migrationsgeschichte. Doch die gesellschaftliche Vielfalt spiegelt sich nicht in den Redaktionen und Führungsetagen der deutschen Rundfunkanstalten wider. Und so fragen die Autor*innen: Was tut sich eigentlich bei den Öffentlich-Rechtlichen selbst in Sachen Vielfalt? Welche Schritte zu mehr Diversität werden unternommen? Was würde es bedeuten, eine Rundfunkanstalt zu dekolonisieren? Die Autor*innen besuchen Sender und Redaktionen in München, Berlin, Köln, Frankfurt und Hamburg. Sie sprechen mit Menschen, die vor oder hinter der Kamera oder dem Mikrofon stehen, die Entscheidungen treffen, aber auch mit denjenigen, die dort bisher noch keine Plattform gefunden haben - und deshalb auf anderen Plattformen eigene, unabhängige Formate produzieren. Das Feature versteht sich als Bestandsaufnahme, Aufforderung und Ermutigung, und bringt Erfahrungen zusammen, von denen die Sender untereinander lernen können. Lorenz Rollhäuser, geboren 1953 in Marburg, schreibt vor allem Features: "Mutters Schatten" (NDR 2008) wurde mit dem Prix Europa ausgezeichnet, "Kreuzberg von oben" (DKultur/WDR/NDR 2014) mit dem DokKa-Preis. Zuletzt: "Haus der Weißen Herren" (Deutschlandfunk Kultur 2017), "Painkillers" (NDR/Deutschlandfunk 2018) und "Reset im Regenwald. Der Hype um Ayahuasca" (Deutschlandfunk Kultur/NDR 2019). Hadija Haruna-Oelker, geboren 1980, ist eine deutsche Politologin, Journalistin und Moderatorin. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Jugend, Soziales, Migration, Rassismusforschung und Identität der Schwarzen Diaspora in Deutschland. Haruna-Oelker ist zudem in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) und dem Journalistennetzwerk Neue Deutsche Medienmacher (NdM) aktiv. Zuletzt veröffentlichte sie den Aufsatz "Aufstieg von rechts. Welche Schuld trägt links?" im Sammelband "Trigger Warnung. Identitätspolitik zwischen Abwehr, Abschottung und Allianzen" (Verbrecher Verlag 2019). Dekolonisiert euch!

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Gefährliche Beziehungen. Über Verstrickung und Lösung aus der Abhängigkeit (2). Gestaltung: Johannes Kaup Kryptoökonomie. Potentiale und Gefahren (2). Gestaltung: Gerald Nestler Kraftwerk. 50 Jahre Mensch-Maschinen-Musik (2). Gestaltung: Stefan Niederwieser

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