Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

U. a. mit dem Beitrag: Buddha im Schilcherland - Das interkulturelle Zentrum Bad Gams bei Deutschlandsberg. - Gestaltung: Maria Harmer Buddha im Schilcherland - Das interkulturelle Zentrum Bad Gams bei Deutschlandsberg Sanfte Hügel, grüne Wiesen und Weingärten soweit das Auge reicht. Das sogenannte "Schilcherland" in der Südsteiermark an den Ausläufern der Koralpe ist die Heimat des namensgebenden Weines aus der österreichischen roten Rebsorte "Blauer Wildbacher". Und es ist ein Ort der Entschleunigung, gelegen an der seit dem Zerfall des sogenannten "Eisernen Vorhangs" offenen Grenze zum Nachbarland Slowenien. Hier kann man zur Ruhe und hier kann man auch zu sich selbst finden. 2002 wurde im denkmalgeschützten ehemaligen "Baderhaus" und in der ehemaligen "Weberei Brabeck" in Bad Gams 40 Kilometer südwestlich von Graz das buddhistische Zentrum "Sakya Tsechen Changchub Ling" eröffnet. Nach langen Renovierungsarbeiten steht es nun - sofern die Pandemie es erlaubt - Besucherinnen und Buddhisten aus aller Welt offen. Inge-Margareta Brenner, Leiterin des Zentrums und Repräsentantin der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft ÖBR für die Steiermark, führt Maria Harmer anlässlich des Ö1-Schwerpunktes "9 x Österreich: Steiermark" durch diesen Ort, der der Förderung des interkulturellen Austausches dienen soll und zu dem auch ein zauberhafter Garten gehört.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"... und eilen fort in regellosem Spiele ...". Christian Nickel liest Gedichte über Wolken. Für die einen sind sie der Inbegriff der Flüchtigkeit, für die anderen Landschaften des Himmels. Kaum jemand sieht in ihnen nur Kondensation von Wasserdampf: Die Wolken beflügeln seit jeher die Imagination der Menschen, stehen für Göttlichkeit genauso wie für Vergänglichkeit, für Freiheit genauso wie für Verlassenheit. Ihr Flug über die feste Erde hebt mit dem Blick auch die Gedanken. Rainer Maria Rilke, Hugo von Hofmannsthal, Hilde Domin, Michail Lermontov, Joseph von Eichendorff, Bertolt Brecht, Rainer Malkowski und Ludwig Uhland über Wolken und ihr Versteckspiel mit dem Mond, über das Mitleid des Liebenden mit den Unbehausten und über die Auflösung als leichtem Vorgang. Dazu Musik von Camille Saint-Saens, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Richard Strauss, Max Bruch und Robert Schumann. Gestaltung: Gudrun Hamböck und Beate Linke-Fischer.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

Sinnlichkeit im Tanz, in der Musik und im Alltag - Überlegungen von Martin Schläpfer, dem neuen Ballettdirektor des Wiener Staatsballets Er begann als ausdrucksstarker Tänzer und zählt heute zu den international anerkanntesten Choreografen: Martin Schläpfer. Seit dieser Saison zeichnet der Schweizer als Ballettdirektor für das Wiener Staatsballett verantwortlich. Vor seinem Amtsantritt in Wien führte er als Leiter des Balletts an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf und Duisburg seine Kompagnie zu internationalem Rang, bemerkenswerten Erfolgen und Auszeichnungen. Geboren 1959 in eine Appenzeller Bauernfamilie, sollte der jüngste von drei Brüdern entweder Biobauer oder Lehrer werden. Während seiner Schulzeit nahm er Geigenunterricht und erlernte den Eiskunstlauf. Da sah ihn die lokale Ballettlehrerin Marianne Fuchs und überredete ihn 1975, im Alter von fünfzehn Jahren, eine Ballettausbildung zu beginnen. 1977 gewann Schläpfer als bester Schweizer beim Prix de Lausanne ein Stipendium, das ihm ein weiteres Ballettstudium an der Royal Ballet School in London ermöglichte. Nach seiner internationalen Karriere als Tänzer machte er sich rasch einen Namen als Choreograf und wurde in dieser Funktion mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Martin Schläpfers Körpersprache wird als höchst anspruchsvoll, neoklassisch orientiert beschrieben. Tanz ist für den 61-Jährigen Passion. Diese Passion möchte er weitergeben, als lebendige Tradition, in der er sich aufgehoben weiß. Am 26. Juni bringt Martin Schläpfer eine von ihm choreografierte Balletturaufführung auf die Bühne der Wiener Staatsoper: "Sinfonie Nr. 15" zur Musik von Dmitri Schostakowitsch. Gestaltung: Gerhard Hafner

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Ambiente Spezial Vom Freiwald zum Böhmerwald - Entlang der einsamen Nordgrenze Oberösterreichs Im Grenzgebiet zwischen Südböhmen und dem oberösterreichischen Mühlviertel erstreckt sich heute statt Stacheldraht das "Grüne Band". Wo schon im Spätmittelalter sogenannte "Wüstungen" entstanden, weil wegen der Kargheit des Bodens die Siedlungen aufgegeben wurden, bildeten sich als Folge des 2. Weltkriegs neuerlich ausgedehnte Ödflächen. Mit der Errichtung des "Eisernen Vorhangs" wurden die Dörfer entlang der Grenze demoliert. Für die Menschen war diese Grenze eine unüberwindliche Barriere, die Natur hingegen profitierte davon, dass der Grenzstreifen landwirtschaftlich nicht genutzt wurde. Noch immer bietet dieses verwilderte "Grüne Band" einen Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Zugleich können heute grenzüberschreitend die "verlorenen Dörfer" in diesem abgelegenen Gebiet mitten in Europa erkundet werden. Ebenso abgelegen ist das Dreiländereck am Plöckenstein. Der hier im südböhmischen Horni Plana geborene Adalbert Stifter hat diese Gegend in seinen Werken literarisch verewigt. Gestaltung: Margit Hainzl und Emil Wimmer

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Matinee

Sächsische Staatskapelle Dresden, Dirigent: Christian Thielemann; Denis Matsuev, Klavier. Edvard Grieg: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 16 * Richard Strauss: Ein Heldenleben, Tondichtung für großes Orchester op. 40 (aufgenommen am 6. Juni im Großen Musikvereinssaal in Wien in 5.1 Surround Sound)

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Matinee

Sächsische Staatskapelle Dresden, Dirigent: Christian Thielemann(aufgenommen am 6. Juni im Großen Musikvereinssaal in Wien in 5.1 Surround Sound)

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des ORF Radio-Symphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m. Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in der nächsten Superchampions-Runde am 27. Juni um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Frankreich zu den Loire-Schlössern. Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter: oe1.orf.at/quiz/anmeldung

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Menschenbilder

"Was ist Heimat?" - Shalini Randeria Die Sozialanthropologin Shalini Randeria ist seit 2015 Rektorin des Wiener Institutes für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) in Wien. Geboren 1955 in Washington D.C. in den USA wurde sie stark von ihrer familiären Lebensgeschichte geprägt: Ihre Eltern waren in der indischen Unabhängigkeitsbewegung aktiv, ihr Großvater war einer der Autoren der indischen Verfassung, ihre Großmutter gründete die erste Schule für "unberührbare" Mädchen in Kalkutta. Nach Studien in Delhi, Oxford und Heidelberg habilitierte sich Shalini Randeria an der Freien Universität Berlin. Ihre berufliche Laufbahn führte sie seither an mehrere europäische Universitäten und Forschungsinstitute - darunter Berlin, München, Budapest, Paris und Göttingen. Von 2003-2012 war sie Professorin für Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität Zürich, bevor sie ans Graduate Institute in Genf wechselte, wo sie das Institut für Sozialanthropologie und Soziologie aufbaute und leitete. Auch die Universität Wien war eine ihrer Stationen: Im Sommersemester 2011 war Shalini Randeria Gastprofessorin am Wiener Institut für Zeitgeschichte. Die polyglotte Akademikerin spricht sieben Sprachen, sie kennt das Leben in unterschiedlichen Ländern und Kulturen. In ihrer Forschung widmet sie sich unter anderem den vielen Gesichtern der Moderne und den Widersprüchlichkeiten der Globalisierung. "Ich bin eindeutige eine Gewinnerin der Globalisierung", sagt Shalini Randeria. In Wien - ihrem zweiten Wohnort neben Genf - fühlt sie sich inzwischen durchaus "angekommen". Gestaltung: Heinz Janisch

14.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

Mit Michael Blees. "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber. Ausschnitte aus der romantischen Gespensteroper und dem deutschen Nationalwerk - zum 200 Jahrestag der Uraufführung. "Wenn Sie vom Halleschen nach dem Oranienburger Tore und vom Brandenburger nach dem Königstore, ja selbst wenn sie vom Unterbaum nach dem Köpenicker Tore gehen, hören Sie jetzt immer und ewig dieselbe Melodie, das Lied aller Lieder: den ?Jungfernkranz'" - so beschrieb der Dichter Heinrich Heine die enorme Popularität, die Carl Maria von Weber mit seiner Oper "Der Freischütz" ausgelöst hatte; die Berliner Uraufführung am 18. Juni 1821, vor 200 Jahren, war ein außerordentlicher Triumph, wie ihn die deutsche Operngeschichte selten bis dahin erlebt hatte - schon zu Webers Lebzeiten sprach man von der "ersten deutschen Nationaloper". Garanten des Erfolgs waren einerseits Melodien volksliedhafter Prägung, andererseits das Sujet mit Zauberspuk in einer Zeit, als gerade dieser Aspekt in der "romantischen" Geistesrichtung zu Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts neue Bedeutung gewann. Dennoch war und ist "Der Freischütz" aber mehr als eine "Gespensteroper", mehr als ein "volkstümliches" Werk. Das Besondere an Webers Dramatik ist vielmehr die zum Naturerlebnis hinzukommende Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur.

16.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen 45. Tage der deutschsprachigen Literatur/Ingeborg-Bachmann-Preis Ein Resümee Aus dem Literaturbetrieb Gustav Ernst: Betriebsstörung, Sonderzahl Verlag Ré Soupault: Geistige Brücken, Essays, Verlag Das Wunderhorn Gespräch mit dem Herausgeber Manfred Metzner Jugendbuch des Monats

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Zum 100. Geburtstag von Erroll Garner Der US-amerikanische Jazz-Pianist Erroll Garner wurde am 15. Juni 1921 in Pittsburgh, Pennsylvania, geboren und wäre heuer 100 Jahre alt geworden. Er begann im Alter von drei Jahren autodidaktisch Klavier zu spielen, indem er Musik von Schallplatten nachspielte. Erroll Garner entwickelte einen ureigenen, sehr orchestralen, melodiösen Pianostil, der geprägt ist von schnellen Arpeggios in der rechten Hand und uhrwerkartigen Rhythmen in der linken Hand. 1944 zog er nach New York, spielte in den Jazzclubs der 52nd Street, gründet 1945 sein eigenes Piano-Trio und komponierte mit "Laura" seinen ersten Hit. Seine erfolgreichste Komposition "Misty" wurde zum Welterfolg und ist als einzige Jazz-Komposition unter den am häufigsten gespielten Songs des 20. Jahrhunderts zu finden. Sein legendäres Album "Concert by the Sea" (1956) wurde mehr als eine Million Mal verkauft und erreichte damit auch ein nicht Jazz-affines Publikum. Dan Morgenstern, ein führender US-amerikanischer Jazzforscher, bezeichnete Erroll Garner als erfolgreichsten Jazzmusiker seiner Generation. Eroll Garner starb am 2. Jänner 1977 in Los Angeles, Kalifornien. Gestaltung: Lukas Handle

17.55 Uhr
Schon gehört? Tipps für Klein und Groß

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Spazieren als die langsamste Art der Fortbewegung Das Lustwandeln, Schlendern ohne Ziel und Zweck, war lange Zeit ein Privileg der Aristokratie. Eine Sonderform ist das Promenieren, das langsame Gehen in Kurorten; dem stand das bürgerliche Flanieren gegenüber. Der Flaneur ist eine städtische Figur, sie lässt sich mit der Menge treiben. Mit Aufkommen des Automobils rückten die Spaziergänger an den Rand der Straße, und allmählich wurde das gemütliche Gehen ein Hobby für ältere Herrschaften. Seit einigen Jahren ist es wieder beliebt, in dicht bebauten Städten setzt ein Umdenken ein, und in Pandemie-Zeiten erlangte es eine neue Bedeutung. Gestaltung: Marie-Claire Messinger, Bea Sommersguter

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

Josef Hader: Hader on Ice Gestaltung: Elisabeth Stratka Sein Solo "Privat" haben rund 500.000 Menschen gesehen - es ist somit das erfolgreichste Kabarettprogramm Österreichs. Und sein Best-Of-Programm "Hader spielt Hader" hat der heimische Großmeister der Satire seit 1997 in den unterschiedlichsten Varianten aufgeführt. Zudem war er als Schauspieler in diversen Filmrollen zu erleben und gab 2017 mit "Wilde Maus" sein erfolgreiches Debüt als Filmregisseur. Nun bringt Josef Hader mit "Hader on Ice" ein brandneues Kabarett-Programm auf die Bühne. "Der Titel ist sehr bewusst gewählt. Er signalisiert fröhliche Familienunterhaltung, bunte Kostüme und eine unbeschwerte Show. Das alles kann ich garantieren, allerdings werde ich nicht Eislaufen dabei", lässt Hader sein Publikum wissen. Er werde einfach erzählen, was ihm so einfällt und sich dabei an die üblichen Regeln der Kleinkunst halten: "Es geht vor allem um mich. Ich werde über zwei Stunden auf der Bühne sein, nahezu immer im Licht und ziemlich viel reden. Sonst darf niemand mitmachen. Alle anderen müssen im Dunkeln sitzen und zuschauen."

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.34 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

Das Duo Jörg Leichtfried/Dominik Fuss im Studio 2 des Wiener Funkhauses "Wie zwei Spielkarten, die sich aneinander lehnen, um ein stabiles rhythmisches und interagierendes Konstrukt zu ergeben": So beschreibt Pianist Jörg Leichtfried das Duoprojekt, in dessen Rahmen er sich mit Trompeter und Flügelhornist Dominik Fuss auf die Suche nach musikalischen Symbiosen begibt. Die beiden erforschen die Grenzgebiete zwischen Jazztradition, klassischer und zeitgenössischer Musik und finden dabei ihre eigene Klangsprache innerhalb ihres Repertoires, welches hauptsächlich aus Eigenkompositionen besteht. Die Freiheit, die das Duoformat mit sich bringt, wissen Fuss und Leichtfried zu nützen, indem sie in großen Bögen denken und der langsamen Entfaltung musikalischer Ideen Raum geben. Das Debütalbum der beiden namens "Little tales of light and sorrow" ist heuer auf ART Records veröffentlicht worden. Gestaltung: Klaus Wienerroither

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Böse Geschichten Die Geheimnisse der Schweizer Schriftstellerin Helen Meier (1929-2021) Feature von Stefan Weber "Äs het ghäscheret", es hat gekracht im Scheinwerferlicht: 1984 gewinnt eine gänzlich unbekannte 55-jährige Sonderschullehrerin aus dem Kanton Appenzell-Ausserrhoden beim Wettlesen in Klagenfurt den Ernst-Willner-Preis. Verwundertes Augenreiben zuerst, eine unnahbare Seele von Mensch ist angetreten, "Lichtempfindlich" hat sie ihren Text benannt. Dann in den Feuilletons bald die Gewissheit, mit einer Meisterin der Kurzprosa konfrontiert zu sein. Zwischen zwei Bergketten kommt sie im St.Gallischen Mels zur Welt. In die Familie des Dorfschullehrers. Also sie auch: Lehrerseminar in Rohrschach, danach als Au Pair u.a. in England, dann Studium in Fribourg, Sprachen und Pädagogik. Nebst ihrer Lehrerinnentätigkeit arbeitet sie in der Flüchtlingshilfe für das Rote Kreuz. Geschrieben hat sie schon immer, nur lesen wollte sie keiner. "Die eigenen Gefühle und Gedanken nicht zu Markte tragen! Anderen Menschen das nie verratene Geheimnis unterschieben, irgendeiner Frau, irgendeinem Mann; gleichgültig, sie dienen mir als Lagerplatz meines Innenlebens." Sagt sie. Und erzählt also -jetzt als Gefeierte- weiter. Unbequeme, aus dem Verborgenen hervor gezerrte Geschichten. Nicht geschliffen, gebrochen, am Abgrund, vielfach in der Welt der Langweiler, Randständigen, Gewalttätigen, aber immer: Aus Liebe zum Menschen. Privates über sie erfährt die Öffentlichkeit spärlich, ihr Leben findet zwischen den Buchdeckeln statt. Stefan Weber hat sie aufgeschlagen.

20.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Erroll Garner: "Concert by the Sea" (1956) Am 15. Juni 2021 hätte Erroll Garner seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die Milestones würdigen ihn mit der Präsentation der 1956 erschienenen LP "Concert by the Sea", dem gekürzten Livemitschnitt seines Konzerts vom 19. September 1955 im kalifornischen Ort Carmel-by-the-Sea, der unerwarteterweise, jedoch mit gutem Grund zu Garners bekanntester, erfolgreichster und wichtigster Veröffentlichung werden sollte. In funkensprühender Höchstform und wie berauscht spielte sich Garner durch bekannte Standards der 30er, 40er und 50er Jahre und ließ auf den Klaviertasten stellenweise eine ganze Big Band erklingen. Seine Improvisationskaskaden waren für die Triopartner, Schlagzeuger Denzil Best und Bassist Eddie Calhoun, folglich keine kleine Herausforderung. Eine Aufnahme oder gar Veröffentlichung dieses Konzerts war nicht geplant. Doch Fortuna sorgte dafür, dass der Tontechniker zufällig ein Band mitlaufen ließ und dieser magische Moment der Jazzgeschichte eingefangen wurde. Gestaltung: Michael Neuhauser

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"innerlich treiben wir es wesentlich bunter". Von Raoul Eisele. Es liest: Michael Dangl. Redaktion: Edith-Ulla Gasser

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
rein-gehört

Der Ö1 Audioguide. Gestaltung: Bernhard Eppensteiner Ulrike Leitner

22.10 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended

Shape Artist KMRU empfiehlt Diese Woche präsentiert das ORF musikprotokoll im steirischen herbst sein Festivalprogramm 2021 und auch dieses Mal haben wir wieder mehrere Musiker/innen eingeladen, die heuer bei Shape dabei sind. Shape, das ist die Plattform für spannende neue Musik und audiovisuelle Kunst des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound, die Ende 2014 vom ORF musikprotokoll und fünfzehn weiteren europäischen Festivals gegründet wurde. Jedes Jahr nominieren wir gemeinsam 48 Künstler/innen bzw. Kunstformationen, auf die dann zwölf Monate lang unsere Scheinwerfer gerichtet sind. Zu unseren zahlreichen Aktivitäten zählt auch ein jährlicher Shape Showcase bei einem befreundeten Festival außerhalb der Europäischen Union. 2017 führte uns dieser zu unserem ICAS Partner im ugandischen Jinja, zum Nyege Nyege Festival. Dort haben wir KMRU kennengelernt, dessen so feingesponnene Musik uns gleich aufhorchen ließ. Mittlerweile gilt der ursprünglich aus Nairobi stammende Musiker als einer der spannendsten Vertreter der ostafrikanischen Elektronikszene. Vergangenen Juli erschien auf dem renommierten Label Editions Mego sein Album "Peel", seit vergangenem Herbst macht KMRU an der Universität der Künste in Berlin seinen Master im Studienlehrgang "Sound Studies and Sonic Arts". Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit, die im Zentrum des Zeit-Ton Portraits am vergangenen Donnerstag stand, engagiert sich KMRU auch sehr für seine Kolleg/innen, stellt ihre Musik in Radiosendungen vor oder gibt sein Wissen im Rahmen von Workshops weiter. So hat er etwa in Nairobi eine Ableton User Group gegründet und er ist eine treibende Kraft hinter der Initiative "Black Bandcamp". Gestaltung: Susanna Niedermayr

22.54 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

Die Tür in den Wäldern des österreichischen Schriftstellers und Radiokünstlers Peter Pessl (Übertragung in 5.1 Surround Sound) "Es gibt noch Klangschnee zu finden jenseits der Menschenwelt, der Welt aus Geld, die zu Nichts zerfällt. Das Nichts aber, merk´s dir, ist ein grausamer Gottkönig, der sammelt Schneeklang wie Brennholz, Eisregen, zischelnde Schlangen." Das Material für diese Wildnisreise für Schneeradio besteht aus einer Hand voll Aufnahmen in der wilderness, unter anderem von Peter Pessls Flugbienen, die er an allerletzten Spätherbsttagen machte, außerdem zu hören sind mittwinterliche vor- und nachsprachliche Stimmimprovisationen an den Quellen der südburgendländischen Strem, sowie aus wiederverwendetem, weltgewandtem Material aus ganz anderen, scheinbar weit entfernten Kontexten, die Pessl gerne "kontaminiertes Material" (von contaminare: "berühren, verschmelzen") nennt. Wie in seinen Gedichten und Prosaarbeiten verwendet der Künstler für dieses Wildnisstück die Methode der "verwischten Collage". Peter Pessl definiert diese Methode so: " ... um das Ziel in der verschneiten Ferne zu treffen, "da, Wind auf den Grashügeln!", hole ich weit ins Gegenteil des Gemeinten aus, "da, der Hase im Haselgraben!"