Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.55 Uhr
Zwischenruf

07.00 Uhr
Nachrichten

07.05 Uhr
Lebenskunst - Begegnungen am Sonntagmorgen

Die späten Jahre - Bürde oder Gnade? +++ Barocke Herrlichkeit und Welterbe - Das Stift Melk in der UNESCO Welterbe-Region Wachau 1. Die späten Jahre - Bürde oder Gnade? "Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu", so hat es der römische Staatsmann Cicero einmal formuliert. Ist es für Menschen "reich an Tagen" ein Geschenk, so alt geworden zu sein - oder eine Last? Wie diese Frage beantwortet wird, hängt wohl von verschiedenen Faktoren ab: von Gesundheit und Wohlbefinden, davon, was man an Schönem oder Schmerzhaftem erlebt hat (und immer noch erlebt) - aber auch von der eigenen Einstellung. Und den Möglichkeiten, die noch offenstehen. Während Männer in der römisch-katholischen Kirche noch mit über 70 in hohe und höchste Leitungsämter berufen werden können, fühlen sich manch andere, egal ob Mann oder Frau, in dieser Lebensphase zum alten Eisen gehörig - und das, obwohl sie mitunter gerne noch das Ihre für die Gesellschaft leisten würden. Dürfen alte Menschen noch optimistisch sein? Wie lässt sich Schwieriges bewältigen? Und was kann Spiritualität dazu beitragen? Brigitte Krautgartner hat dazu Stimmen aus verschiedenen religiösen Traditionen eingefangen. 2. Barocke Herrlichkeit und Welterbe - Das Stift Melk in der UNESCO Welterbe-Region Wachau Das Benediktinerstift Melk, inmitten der sogenannten "Welterbe-Region" Wachau, gilt als eines der schönsten einheitlichen Barockensembles Europas. Weithin sichtbar auf einem Granitfelsen liegt es gleichsam wie eine Festung am rechten Ufer der Donau, die Kuppel der Stiftskirche und die zwei mit Gold verzierten Türme, die wie zum Himmel emporgehobene Hände wirken, sind weithin zu sehen. Die herrliche barocke Anlage hatte und hat - so legte es bereits der Gründer des Ordens, der Heilige Benedikt von Nursia fest - nur einen Zweck: "Ut in omnibus glorificetur Deus" - "Damit in allem Gott verherrlicht werde". Was die Mönche unter Gott verstehen? Und wie das Verbunden-Sein mit dem großen Ganzen ihr Leben inspiriert? Das und anderes mehr erkundet Maria Harmer anlässlich des UNESCO-Welterbetages am 18. April. Er soll aufzeigen, was die Kulturlandschaft Wachau, die Pyramiden Ägyptens, das Great Barrier Reef und die Inkastadt Machu Picchu miteinander verbindet: Alle sind Zeugnisse vergangener Kulturen und einzigartige Naturlandschaften. Sie zu schützen, ist Aufgabe der Menschen dieser Welt - und im Fall des Stiftes Melk im Besonderen auch der dort ansässigen Benediktinerpatres.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Du holde Kunst

"Dass ich ans Herz den nackten Menschen drücke" - Martin Vischer liest Lieder aus drei Jahrhunderten Im lyrischen Biotop ist das Lied der Meister der Mimikry. Es kann sich beispielsweise als Ballade tarnen, aber auch umgekehrt ist nicht alles Lied, was sich so nennt. Von Beginn seiner Entwicklung an lebt das Lied gern in Symbiose, mitunter verlässt es aber auch das sichere Gehäuse der Musik und setzt sich ungeschützt den Blicken seiner Freunde und Feinde aus. Standorttreue ist seine Sache nicht, man beobachtet es beim Wandern von einer Musik zur andern. Lieder aus drei Jahrhunderten: vom ertrunkenen Liebchen in Koblenz aus "Des Knaben Wunderhorn" und Heinrich Heines dünkelloser Marketenderin, über eine von Hans Bethges Chinoiserien, die Gustav Mahlers "Lied von der Erde" zugrunde liegen, bis zu Georg Trakls Kaspar Hauser Lied und Mascha Kalékos Chanson von der Fremde; aus der Subspezies Liebeslied: von Rainer Maria Rilkes trennendem Rosenduft und Else Lasker-Schülers murmelndem Blut bis zu Friederike Mayröckers rauschenden Pfingstrosen. Gestaltung: Gudrun Hamböck und Beate Linke-Fischer

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Gedanken

Jazz, Klassik, Avantgarde, Blues und Black Lives Matter - die Welt des Jon Sass. Einer der kreativsten Tuba-Spieler von heute, feiert am 23. April seinen 60. Geburtstag Als wahrer Groove-Meister ist der vielseitige Musiker bekannt, der seinem Instrument eine ungewöhnliche Sound-Palette zu entlocken imstande ist. Er gilt als Virtuose auf der Tuba und fühlt sich in vielen Stilarten vom Jazz bis hin zur Klassik zuhause. Einzigartig ist seine Solokarriere als Tubist, der sich auch immer zu musikalischen Kooperationen mit den Größen des Jazz zusammenfindet. Die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse haben ihn geprägt und seinem Tubaspiel eine neue Dimension gegeben. Jon Sass wurde in New York geboren, seine Kindheit verbrachte er in West Virginia. Während der Bürgerrechtsära bis Ende der 1970er Jahre lebte er in Harlem. Sein Großvater spielte Gitarre und sang Blues und Folksongs. Sein Vater, den er allerdings nie kennen lernte, war Basssänger in einem professionellen Gospelquartett. Nach "Music and Arts" in New York, studierte Jon Sass Tuba bei Sam Pilafian in Boston. Noch während seiner Collegezeit im Alter von 17 Jahren erhielt der Tubist eine Einladung, dem Vienna Art Orchestra beizutreten. Er pendelte mehrere Jahre zwischen New York, Boston und Wien und spielte sowohl Jazz als auch klassische Musik. Seit 1983 lebt er in Wien, bis 1989 war er Mitglied des Vienna Art Orchestra. Mit Künstlern wie Henry Threadgill, Ray Anderson, David Murray, Wolfgang Puschnig, Erika Stucky, Hans Theessink und Peter Wolf ist er aufgetreten und entwickelt er immer neue Projekte. Diese vielfältigen Erfahrungen hatten einen nachhaltigen Einfluß auf Jon Sass' außergewöhnlichen Stil und Sound, der sich bestens für Heavy Tuba eignet. 1990/91 übernahm er mit Jamaaladeen Tacuma die Bassrolle für Wolfgang Puschnig's "Alpine Aspects". Er wirkt oft bei Studioproduktionen mit, leitet in der GEA Akademie Tuba-Workshops, hat den Soundtrack zu Wolfram Bergers Adolf Wölfli-Abend geliefert und gemeinsam mit seinem Sohn als Sänger das Projekt "Souluba" entwickelt. Nach der Solo-CD "Sassified" folgte jüngst "Solo", ein bunter Musikmix, einschließlich zeitgenössischer Werke, die von afroamerikanischen Komponisten für Jon Sass geschrieben wurden. Das Programm ist George Floyd und dem Ruf nach Gerechtigkeit für Afroamerikaner gewidmet - ein Thema, das dem Ausnahme-Musiker stets ein wichtiges Anliegen war. Gestaltung: Ursula Burkert

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ambiente - von der Kunst des Reisens

Ambiente Reisemagazin: Urzeitliche Buchenwälder, ein Schloss mit kosmischer Ordnung, prähistorische Pfahlbauten und die erste Gebirgsbahn der Welt. Ausflüge am 1. österreichischen UNESCO Welterbetag Erstmals wird am 18. April 2021 der erste österreichische Welterbetag begangen. Mit diesem Aktionstag soll auf die zehn österreichischen UNESCO-Welterbestätten aufmerksam gemacht werden. Der Grundgedanke dieses Tags ist es, für die globale gesellschaftliche Verantwortung zu sensibilisieren, diese einzigartigen Kultur- und Naturdenkmäler zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Die eigene Kultur soll dabei als Teil eines vielfältigen Erbes der Menschheit verstanden werden. Mit speziellen Themenführungen und Veranstaltungen soll künftig jedes Jahr dieser Tag begangen werden. Die Ambiente-Redaktion holt vier recht unterschiedliche Welterbestätten vor den Vorhang: die Buchenwälder des Nationalparks Kalkalpen, das Schloss Eggenberg in Graz, die prähistorischen Pfahlbauten im Mondsee und die zwischen 1848 und 1854 erbaute Semmeringbahn. Die Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas wurden 2017 UNESCO-Welterbe und sind Österreichs erstes Weltnaturerbe. Der oberösterreichische Nationalpark Kalkalpen stellt mit insgesamt rund 5.252 ha Welterbefläche (vier Einzelkomponenten) das weitläufigste Buchenwaldschutzgebiet der Alpen dar. Die Buche ist eines der wichtigsten Elemente der Laubwälder der gemäßigten Klimazone. Das Schloss Eggenberg in Graz wurde nach 1625 nach Plänen des Architekten Giovanni Pietro de Pomis als Residenz des kaiserlichen Statthalters Hans Ulrich von Eggenberg errichtet und ist die bedeutendste Schlossanlage der Steiermark. Nach Vorbild des spanischen Escorial konzipiert, handelt es sich bei der symmetrischen Anlage um ein architektonisches Abbild der kosmischen Ordnung, welches das humanistische und naturphilosophisch geprägte Weltbild des Bauherrn widerspiegelt. Auch im Salzkammergut befinden sich UNESCO Welterbestätten. Reste von Pfahlbauten im Mondsee und Attersee sind Teil der internationalen Stätte "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen". In der Ortschaft Mondsee ist den einstigen, ufernahen Behausungen ein Museum gewidmet. Durch den Anstieg des Wasserspiegels im Laufe der Jahrtausende, befinden sich die UNESCO Welterbestätten heute unter Wasser. Vor rund 150 begann die Forschung an den Pfahlbauten. Fundstücke erzählen heute vom Leben und Wohnen vor rund 5.000 Jahren. Als erste Hochgebirgseisenbahn der Welt revolutionierte die Semmeringbahn den Schienenverkehr und stellt damit einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte des Schienenverkehrs und der Industrialisierung dar. Erbaut zwischen 1848 und 1853, überwindet die Semmeringbahn die Nördlichen Kalkalpen auf 894 m Seehöhe. Per APP kann seit einiger Zeit auch ein Audioguide über den Semmering aktiviert werden. Gestaltung: Ursula Burkert, Jakob Fessler, Matthias Haydn, Ilse Huber

11.00 Uhr
Nachrichten

11.03 Uhr
Matinee live

Wiener Philharmoniker, Dirigent: Franz Welser-Möst. Franz Schubert: Symphonie Nr. 2 B-Dur op. 125 * Richard Strauss: Symphonia domestica op. 53 (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in 5.1 Surround Sound)

11.50 Uhr
(in der Pause) Intermezzo - Künstlerinnen und Künstler im Gespräch

12.10 Uhr
Matinee live

Wiener Philharmoniker, Dirigent: Franz Welser-Möst (Übertragung aus dem Großen Musikvereinssaal in Wien in 5.1 Surround Sound)

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Ö1 Sonntagsjournal

13.10 Uhr
gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz

Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des ORF Radio-Symphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m. Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen in der nächsten Superchampions-Runde um eine Ö1 Kulturreise für zwei Personen nach Frankreich zu den Loire-Schlössern. Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter: oe1.orf.at/quiz/anmeldung

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Menschenbilder

"Ich habe viele Leben gelebt" - Die Künstlerin Gabriele Aschermann Sie sitzt täglich an ihrem Webstuhl im Keller ihres Wohnhauses und arbeitet. In einen großen Gobelin, der derzeit im Entstehen ist, hat sie das Corona-Virus - deutlich sichtbar - hineingewebt, "damit es dort festsitzt und uns in Ruhe lässt". Gabriele Aschermann, geboren 1934 in Wien, absolvierte die Akademie der bildenden Künste am Schillerplatz, wo sie eine fundierte Ausbildung zur Gobelin-Weberin erhielt. Noch heute schwärmt sie von der lebendigen Kunst- und Kulturszene in Wien in den Jahren nach dem Krieg, besonders in den 1960er und 1970er Jahren. Sie war mit - heute - namhaften Künstlerinnen und Künstlern in Kontakt, sie kann sich an unzählige anregende Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Atelierbesuche erinnern. Viele Jahre lang war sie mit dem Bildhauer Horst Aschermann verheiratet, sie wurde Mutter zweier Kinder. "Ich habe mich immer für viele Bereiche des Lebens und der Kunst interessiert", sagt Gabriele Aschermann. "So kommt man im Lauf der Jahre auf mehrere Berufe, die einen ausfüllen. Man lebt mehrere Leben, so wie man am Webstuhl viele Fäden in der Hand hat, die dann doch ein Ganzes ergeben." Ein Besuch im Atelier von Gabriele Aschermann. Gestaltung: Heinz Janisch

14.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Oper

mit Michael Blees Oper aus Österreich. Kostproben aus dem Repertoire der Volksoper Wien sowie aus Produktionen der Bundesländerbühnen.

16.00 Uhr
Ex libris

Reine Nervensache Charlie Kaufman: Ameisig, Roman, Hanser Verlag (Übersetzung: Stephan Kleiner) Leopold Tyrmand: Filip, Roman, Frankfurter Verlagsanstalt (Übersetzung: Peter Oliver Loew) Hans Platzgumer: Bogners Abgang, Roman, Zsolnay Verlag Vitomil Zupan: Menuett für Gitarre (zu 25 Schuss), Guggolz Verlag (Übersetzung: Erwin Köstler) Dmitrij Kapitelman: Eine Formalie in Kiew, Hanser Berlin Jugendbuch des Monats

16.55 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.10 Uhr
Spielräume Spezial

Österreichische Musiktraditionen als immaterielles Kulturerbe der UNESCO Am 18. April 2021 begehen die 10 österreichischen Welterbestätten zum ersten Mal einen gemeinsamen Aktionstag, den ersten österreichischen Welterbetag, der auf das "UNESCO-Welterbe" in Österreich aufmerksam machen soll. Neben den Welterbestätten wie zum Beispiel Schloss und Gärten von Schönbrunn, Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut oder die Wachau, sind auch österreichische Musiktraditionen Teil des (immateriellen) Kulturerbes. Hierzu zählen unter anderem die Wiener Zithertradition, die durch das legendäre "Harry-Lime-Thema" von Anton Karas aus dem Film "Der dritte Mann" weltberühmt wurde, die Mollner Maultrommel, der Innviertler Landler oder der Wiener Dudler. Die Spielräume mit einem Streifzug durch österreichische Musiktraditionen, die in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurden, Gestaltung: Lukas Handle

17.55 Uhr
rein-gehört

Der Ö1 Audioguide. Gestaltung: Bernhard Eppensteiner Ulrike Leitner

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.15 Uhr
Moment am Sonntag

Wohin mit dem Auto? Wie Parkflächen gestaltet, verteilt und geplant werden Mit dem ständig wachsenden Autobestand steigt der Bedarf an Parkplätzen. Doch die Pariser Klimaziele erfordern ein Umdenken in der Verkehrsplanung, der CO2-Ausstoß soll reduziert werden. Wie ist der Stand der Diskussion? Auto-freie Zonen erhitzen seit jeher die Gemüter. Über Konflikte und Kriterien, nach denen Parkplätze heute geplant werden, und wie man jene Flächen nutzen kann, die nicht mehr für das Parken vorgesehen sind Gestaltung: Noel Kriznik Jonathan Scheucher

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Contra - Kabarett und Kleinkunst

"Das Letzte" das 28. Solo von Lukas Resetarits Gestaltung: Silvia Lahner DAS LETZTE ist nur der Titel des neuen Stücks vom alten Gaukler. Meist folgt darauf in der Tourneebranche "Das Allerletzte", gefolgt von "Das Allerallerletzte" "Das Aberjetztwirklich ..." bis zum Nachruf ... Soweit will es Lukas Resetarits aber nicht kommen lassen. Er sagt "weida geht's, trotz Corona!" Auch diesmal wird es wieder um Alles gehen: Letzte Dinge, Worte, Taten. Aussterbende Tiere wie Eisbär, Wiesengrasmücke, oder die getüpfelte Hirschziegenantilope, ein dreifach Wesen! Aber auch um nicht Unterbietbares in Politik, Medien und Internet soll nicht fehlen. Ebenso, wie Superlative im Negativen, Fake News, Message Control und dumme Lügen. Für sein 28. Solostück hat sich Lukas Resetarits sehr viel vorgenommen - weils eben NICHT WURSCHT ist!!"

19.30 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Überblick

19.34 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiosession

Die Eva Moreno Group im Studio 2 des Wiener Funkhauses Die musikalischen Vorbilder von Eva Moreno sind Bands wie Incognito und Jamiroquai, welche ihren kommerziellen und künstlerischen Höhenflug erlebten, als die steirische Sängerin gerade einmal das Licht der Welt erblickte. Gemeinsam mit dem Keyboarder Gunther Schuller, dem Bassisten Moritz Holy und dem Schlagzeuger Geri Schuller (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Wiener Pianisten) wandelt Moreno auf den Spuren dieser Ikonen des 1990er-Jahre-Acid-Jazz und -Funk. Nicht umsonst lautet das Motto der Band: "Too funky to ignore". Gestaltung: Klaus Wienerroither

20.15 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

"Das Patriarchat ist wie Schwerkraft" - Die feministische Autorin Gertraud Klemm. Feature von Claudia Gschweitl "Es gibt mehr Literaturpreisträger, die Peter heißen, als Frauen", meint Gertraud Klemm. In ihrem aktuellen Roman rechnet sie mit der Literaturbranche ab und zeigt, wie es um die gleichberechtigte Wahrnehmung von Frauen tatsächlich steht. "Hippocampus" ist der Titel des Buchs, ein feministischer Roadtrip, in dem sie ihre Protagonistin auf einen Rachefeldzug gegen Bigotterie und Sexismus schickt: Sie verkleidet Heldenstatuen, demontiert Bildstöcke und stört Preisverleihungen. Als Vorrecherche führte Gertraud Klemm viele Gespräche mit Frauen der 68er-Generation und war beeindruckt von deren Kampfgeist. Heute seien Frauen leider ein beachtlicher Teil des Problems, meint sie. Vor allem dann, wenn sie an den entscheidenden Machthebeln sitzen und ihren tapferen Ahninnen den Mut, sich mit dem Patriarchat anzulegen, schuldig bleiben. Gertraud Klemm studierte Biologie und arbeitete als Trinkwasserkontrolleurin für die Stadt Wien, bis sie ihren Beamtenjob gegen die Schriftstellerei eintauschte. Seitdem hat sie fünf Romane herausgebracht und arbeitet nebenbei als Schreibpädagogin. Ihr Roman "Aberland" war für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2015 nominiert und gewann den Publikumspreis beim Bachmannwettbewerb. 2020 wurde Gertraud Klemm mit dem "Outstanding Artist Award für Literatur" ausgezeichnet.

20.55 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Diana Krall: "Love Scenes" (1997) Es beginnt mit einem Kontrabass-Solo, dann gesellt sich Diana Kralls Stimme hinzu: Alles oder gar nichts will sie, erfahren wir im Opener "All or Nothing at All". Entweder mit ganzem Herzen lieben oder es lieber sein lassen. Das gilt genauso für die Kunst. Halbe Sachen gelten nicht, wer mit einem Auge auf die Verkaufszahlen schielt, hat genau genommen in der Kunst nichts verloren. "Love Scenes" ist Diana Kralls viertes Studioalbum, 1997 erschien es noch bei ihrem ersten Label "Impulse!". Produzent war ihr Entdecker, die vor vier Jahren verstorbene Musikproduzenten-Legende Tommy LiPuma. Mit ihm hat Krall zuletzt am 2017 veröffentlichten Album mit dem beziehungsvollen Titel "Turn Up The Quiet" gearbeitet. 1997, so der Eindruck, entstand Kralls Musik noch aus der Stille und Suche heraus. Neugierig wurden die Möglichkeiten der Jazztrio-Besetzung Klavier, Gitarre und Bass erkundet, immer gleichberechtigt, aufmerksam hinhorchend. Krall zeigte nur ab und zu, was sie als Pianistin draufhat, überließ den beiden Begleitern das Feld und gab doch den Ton an. Raffiniertes Understatement, kühle Sinnlichkeit und perfektes Zusammenspiel zeichnen "Love Scenes" aus, die Arrangements sind reduziert. Die Kunst der Verführung besteht darin, dass nichts von der Verführung bemerkt wird. Später hat sich das bei Krall geändert. Das nächste Album erschien bei Verve, die Arrangements wurden orchestral, die Verkaufszahlen stiegen, die Musik wurde kommerzieller. "Love Scenes" erinnert an die vielversprechenden Anfänge der hoch begabten Jazzpianistin und Sängerin Diana Krall. Gestaltung: Mirjam Jessa

21.40 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte

"Kosmo". Von Isabella Breier. Redaktion: Edith-Ulla Gasser.

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Heimspiel

22.10 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended

When Weather Was Wildlife. Der Siegerbeitrag des Prix Italia in der Kategorie Radio Music 1948 fand auf Initiative der italienischen öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt RAI zum ersten Mal der "Prix Italia" statt. Damals wurden erstmals - die besten Fernsehprogramme und -serien sowie Dokumentarfilme von internationalen Rezensent/innen bewertet und ausgezeichnet. 72 Jahre später existiert die Initiative immer noch und ist einer der bedeutendsten Medienpreise weltweit: 38 Länder aus allen fünf Kontinenten, 250 Einreichungen von 65 Sendern: Ein Pool an Kreativität, Innovation und Qualität der besten Radio-, Fernseh- und Webproduktionen des Jahres, der von einer internationalen Expert/innenjury analysiert und besprochen wurde. Auswahl und Bewertung fanden 2020 wie in so vielen anderen Bereichen auch über Videoplattformen und Soziale Medien statt. Im Bereich "Radio Music" wurde der Beitrag "When Weather Was Wildlife", eingereicht von der ARD (Deutschland) ausgezeichnet. "Dies ist ein außergewöhnliches Stück Radiokunst. Die ständige Veränderung von Tempo und Textur sowie die Mischung aus Poesie, Feldaufnahmen und Originalmusik bieten dem Hörer ein tief bewegendes und nahrhaftes Erlebnis. Die Klänge strömen wie eine coole Platte aus dem Radio, während sorgfältig ausgewählte Texte, Stimmen und Musiker sowie die wunderschön gewebte Klangmischung und die wichtige Aussage zum Klimawandel dieses Stück zu einem Meisterwerk machen." Wir bringen einen Ausschnitt aus dem 90-minütigen Siegerbeitrag und präsentieren Höreindrücke von weitere Einreichungen, wie den niederländischen Beitrag "Making an Opera", der eine "Besondere Erwähnung" erhalten hat. Die Produktionsbegleitung einer Opernproduktion, die aufgrund von COVID19 letztendlich nicht zur Aufführung gekommen ist: Ein Zeitdokument von packender Aktualität und berührender Dramatik. Gestaltung: Gerhard Krammer

22.54 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In

23.00 Uhr
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst - Kunstradio

"Radio Utopia" von Toni Dimitrov. Der aus Mazedonien stammenden Künstler Toni Dimitrov entwickelt für das Ö1 Kunstradio eine Radio-Utopie, die die Kritik und die Degradierung der heutigen Gesellschaft im Kontext eines kapitalistischen Systems aufzeigt. Obwohl die Utopie und Dystopie als so alt wie die Literatur selbst angesehen werden können, werden sie als literarische Gattung immer noch vernachlässigt. Im Vergleich zur Philosophie und Wissenschaft sind sie unterschätzt, obwohl sie bedeutende philosophische Fragen bezüglich der Visionen für die Zukunft der Menschheit bereitstellen und ernsthafte Kritik am gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft und der Zeit üben, in der sie entstanden sind. All diese scheinbar ausgetüftelten und konstruierten Bilder der Zukunft, in denen sich Technologie und Wissenschaft vermischen, unbekannte Welten und verschiedene soziale Systeme, Optimismus und Pessimismus, existierende und nicht existierende, sind nicht nur eine Vorhersage der Zukunft, sondern auch eine Analyse und Kritik des gegenwärtigen Zustands und wohin sich die Gesellschaft entwickelt. Die Utopie prognostiziert nicht einfach die Zukunft, sondern zeigt auch alternative Wege der Entwicklung für die Gesellschaft auf. Und die Zukunft unserer "hoch entwickelten" Gesellschaft ist nicht so rosig. Wir können diese Frage auf verschiedenen Ebenen und in verschiedene Richtungen diskutieren, vor allem darüber, ob es eine neue Option für die Zukunft gibt. Was ist das perfekte System und ist es möglich, es zu realisieren? Wenn es möglich ist, warum wird es bis jetzt nicht in die Praxis umgesetzt? Corona ist zum einen eine Einführung in einen neuen Totalitarismus, zum anderen ein Potential für eine neue Utopie. Unter den Bedingungen von begrenzten Möglichkeiten und Ressourcen werden Menschen kreativ. Das haben wir aus eigener Erfahrung gesehen. Es wird auch empfohlen, Kindern so wenig Spielzeug wie möglich zu geben, um die Kreativität zu fördern. Ja, wir können zusammenarbeiten und eine bessere Gesellschaft schaffen. Es ist der Moment, in dem wir erkennen werden, wie viele Dinge im Leben wir nicht gebraucht hätten. Corona hat uns plastisch gezeigt, dass Zusammenarbeit möglich ist. Die Tragödie ist, dass wir solche Situationen des Bewusstseins und der Kooperation nur erleben, wenn wir dazu gezwungen werden. Empathie funktioniert nur, wenn eine Tragödie eintritt, eine Naturkatastrophe, wenn wir bedroht sind. So scheint alles wie ein bewusstseinserweiternder Paukenschlag zu sein, der das dringend benötigte Bewusstsein für eine bessere Welt schürt, für eine sozialistische Utopie, in der das Miteinander vorherrschen wird. Das Hörstück ist eine Antwort auf diesen systematischen Druck und ein Traum von einer besseren Welt. Von der technischen Seite her ist es ein Radiokunstwerk, eine Mischung aus selbst produzierter Musik, Feldaufnahmen, die in meinem Hinterhof während der Quarantäne aufgenommen wurden, und Aufnahmen von gelesenen utopischen Beispielen, Literatur, Theorie ... Es ist eine Inspiration für das, was wir anstreben, eine bessere Welt, die Vorstellung einer Utopie unter den Bedingungen des Lebens in einer Dystopie.