Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Guten Morgen Österreich

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Zärtlichkeit und Schmerz". Cornlius Hell, Literaturkritiker und Übersetzer, über "die heilige Vergänglichkeit" menschlichen Lebens, anlässlich des 100. Geburtstages von Kurt Marti Gedicht und Gebet sind im Werk des Schweizer Schriftstellers und Theologen Kurt Marti (1921-2017) eng verbunden. Als Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche hielt er viele Begräbnisgottesdienste, so entstand der Gedichtband "Leichenreden": keine fromme Poesie, sondern eine sprachkritische Auseinandersetzung mit religiösen Formeln. "Zärtlichkeit und Schmerz" heißt ein Band seiner Notate und Essays. Mit zärtlicher Genauigkeit nimmt Kurt Marti in seinen Büchern Menschen, Lebenssituationen und Landschaften in den Blick. Schmerz artikuliert der politisch bewusste Pfarrer und Poet angesichts von Ausgrenzung und Unterdrückung zugunsten der Interessen des Kapitals. Und immer wieder blickt der Dichter und Denker - und mit ihm in den "Gedanken für den Tag" der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell - auf die "heilige Vergänglichkeit" menschlichen Lebens.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Nadja Kayali. Zum Träumen und Aufwachen. Klänge des Winters: tanzende Schneeflocken, knisterndes Eis beim Schlittschuhlaufen, Erinnerungen im ¾ Takt. Die Kindheit leuchtet in winterlichen Farben bei Claude Debussy. Der Spaß, sich drehend über das glatte Eis zu bewegen, leitet den Taktstock bei Emil Waldteufel. Und gerade der Winter ist auch die Zeit, um Altes hinter sich zu lassen.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Der Landschaftsökologe Thomas Zuna-Kratky nennt Strategien von Tieren, die kalte Jahreszeit zu überdauern. Teil 1: Der Kleine Teichfrosch am Neusiedlersee Gestaltung: Ilse Huber Wenn mit fallenden Temperaturen die Tiere sukzessive verschwinden, fragt man sich: Wohin haben sich Insekten, Amphibien, Reptilien und andere wechselwarme Tiere zurückgezogen? Die Strategien sind vielfältig, von alten Traditionen eines guten Überwinterungsplatzes bis hin zu Eiern und Larven, die tiefe Temperaturen leichter überstehen. Eine besondere Methode haben die Larven von Wespen und Milben entwickelt. Sie veranlassen Eichen oder auch Rosen dazu, eine Geschwulst zu bilden, in der der Nachwuchs in Ruhe wachsen kann. Von dieser sogenannten "Galle" profitieren die Larven - sie können sich darin bequem und frostsicher einquartieren. Manchmal entstehen eine richtige "Wohngemeinschaft", in der sich Salamander mit Erdkröte und Maus versammeln. Fels- und Mauerbewohner wie etwa Smaragdeidechse und Schlangenarten suchen nicht nur Natursteinritzen auf, auch künstliche Bauwerke bilden eine winterliche Herberge. Während heimische Tiere wissen, was für sie das Beste ist, um sich vor Frost und Kälte zu schützen, reizen die steigenden Temperaturen auch so manche mediterrane Art, weiter nördlich zu wandern - wie etwa die braune Strandschrecke.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Schutzschild und Abwehr

Das menschliche Immunsystem (1). Gestaltung: Sabine Nikolay Wie alle Lebewesen ist auch der Mensch ständig Gefahren von außen ausgesetzt. So manche Gefahren für Leib und Leben kann man abschätzen und vermeiden: Im Straßenverkehr ebenso wie im Alltag. Was wir allerdings nicht sehen: Krankheitserreger, die mikroskopisch klein in der Atmosphäre schweben und unseren Organismus in Gestalt von Viren, Bakterien und Pilzen bedrohen, aber auch in Form von Plasmodien und Parasiten. Sie können in den menschlichen Körper eindringen und so unserer Gesundheit den Kampf ansagen. Bereits der deutsche Mediziner Robert Koch prägte das Bild der Erreger als "feindliche Eindringlinge", die es zu bekämpfen galt. So wurden die Bestandteile des Blutes aus medizinischer Sicht nicht mehr nur nach ihrer Farbe oder Form klassifiziert, sondern anhand ihrer Rolle im Kampf gegen Krankheitserreger: Weiße Blutkörperchen wurden in Fress-, Helfer- und Killerzellen unterteilt - sie galten als "Truppen" unseres "Abwehrsystems". Gegen solche Angriffe von außen schützt das Immunsystem. Es besteht aus der angeborenen Immunantwort, einem in der Frühzeit des Menschen entwickelten Schutzschild, der so effektiv ist, dass er über Jahrtausende weitgehend unverändert geblieben ist, und der adaptiven Immunabwehr, einem hoch flexiblen, sich ständig verändernden und weiterentwickelnden Schutzsystem das sehr effektiv ist. Der Aufbau unseres Immunsystems ist sehr komplex und besteht aus zahlreichen Bestandteilen. Zu den Organen des Immunsystems zählen neben dem Blut das sogenannte lymphatische System mit den lymphatischen Organen. Außerdem bieten Haut und Schleimhäute einen wichtigen Schutz gegen Stoffe und Eindringlinge von außen. Wie kann man das Immunsystem stärken, wie funktionieren Impfungen und die Immunisierung nach überstandener Krankheit, und warum dauert es so lange, bis das menschliche Immunsystem auf neue Bedrohungen wie zum Beispiel das Corona Virus effizient reagiert?

09.30 Uhr
Radiokolleg - Lust auf Literatur

Die Radiokolleg-Bücherbox zum Thema "Lesen" (1). Gestaltung: Julia Reuter Die "Bücherbox" ist ein neues Langzeit-Format des Radiokollegs, das sich mit bekannten literarischen Werken befasst - von Klassikern bis zeitgenössischen Romanen. Jede Folge ist einem bestimmten Buch gewidmet und gibt Einblick in die Handlung, die Entstehungs- sowie die Rezeptionsgeschichte. Dabei soll auch hinterfragt werden, ob und warum das jeweilige Buch als Weltliteratur gilt - ein Begriff, den Johann Wolfgang von Goethe geprägt hat. Die "Bücherbox" richtet sich sowohl an ein jüngeres Publikum als auch an all jene, die nicht in Literaturwissenschaften bewandert sind. Es geht darum, Berührungsängste abzubauen und (dem Titel entsprechend) Lust auf Literatur zu machen. *Staffel 1: "Über das Lesen"* Markus Zusak: "Die Bücherdiebin" (2006) [Australien] Umberto Eco: "Der Name der Rose" (1980) [Italien] Ray Bradbury: "Fahrenheit 451" (1953) [USA] Dai Sijie: "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" (2000) [Frankreich/China] In der ersten Staffel der "Bücherbox" stehen vier Romane im Mittelpunkt, in denen das Lesen von Büchern von zentraler Bedeutung ist. " ... ein Buch im Haus nebenan ist wie ein geladenes Gewehr. Vernichte es. Entlade die Waffe. Breche den menschlichen Geist", heißt es in Ray Bradburys Roman "Fahrenheit 451". Lesen ist in Bradburys Dystopie verboten, Bücher werden von Feuerwehrmännern aufgespürt und verbrannt, manchmal kommen dabei auch die Buchbesitzer ums Leben. Im Roman "Der Name der Rose" von Umberto Eco, dessen vorwiegender Schauplatz ein mittelalterliches Kloster zur Zeit der Inquisition ist, kann Lesen mitunter tödlich enden, nämlich das Lesen eines ganz bestimmten Buches, dessen Seiten vergiftet wurden, damit sein Inhalt nicht verbreitet wird. Verbotene Bücher spielen auch in Dai Sijies Roman "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" eine nicht unwesentliche Rolle. Es geht um zwei Jugendliche, die in einem chinesischen Bergdorf von Bauern umerzogen werden sollen und auf einen Koffer voll mit westlichen Büchern stoßen, die sie fasziniert zu lesen beginnen. Markus Zusak hat sich in seinem Roman "Die Bücherdiebin" ebenfalls mit der Faszination des Lesen sowie der Macht der Worte auseinandergesetzt. Aus der Sicht des Todes wird die Geschichte eines kleinen Mädchens erzählt, das während des Zweiten Weltkrieges zu Pflegeeltern kommt, dort Lesen lernt, Bücherverbrennungen miterlebt und vom lodernden Haufen Bücher stiehlt.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Lexikon der österreichischen Popmusik

The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (1). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser Im Januar 2017 hat das "Radiokolleg" das gestartet. Von Ambros bis Qualtinger, von Danzer bis Wanda wird das Leben und Werk einzelner Künstler, Musiker/innen und Bands dokumentiert, ihre Bedeutung für die österreichische Musiklandschaft reflektiert und ihr Beitrag zu einer kritischen Gegenkultur gewürdigt. *The Base - Solider Rock aus Graz* Alles begann an einem Grazer Gymnasium, wo Norbert Wally (Gitarre, Gesang), Karlheinz Miklin jr. (Drums) und Heinz Nussbaumer (Bass) eine Schulband gründeten, aus der 1989 "The Base" als Folgeprojekt entstand. 2002 stieg Albrecht Klinger als Bassist ein, Nussbaumer verließ die Band. Von Anfang wollte The Base eine Indie-Rockband sein: mit tiefgründigen Texten in Englischer Sprache, ausdrucksstarken, jazzigen Drums und einem weiten Feld an Klängen und Stimmungen. Nach Jahren des intensiven Spielens erlangte sie mit "Jet Crash Kills" 1996 österreichweit Bekanntheit. 1999 erschien das erste Album "Ducks and Diners". Seither kommt etwa jedes zweite Jahr ein neues Album heraus, zuletzt 2017 "Disco Bazaar" und 2019 "Tribal Instincts". Dank zahlreicher Arbeiten für Theater- und Filmproduktionen ist "The Base" auch außerhalb der Indie-Szene bekannt. Man arbeitete z.B. bereits mit den Filmregisseur/innen Michael Ostrowski, Michael Glawogger und Barbara Albert und dem Theaterregisseur Hubsi Kramar für Produktionen zusammen, und ebenso für das Wiener Burgtheater. Gestaltung: Sabine Nikolay

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Philipp Weismann Der Komponist und Musikologe Paul Amadeus Pisk Der 1893 in Wien geborene Paul Amadeus Pisk war Schüler von Arnold Schönberg und Franz Schreker. Er unterrichtete unter anderem am Wiener Konservatorium, war Musikredakteur der Wiener Arbeiter-Zeitung und Gründungsmitglied der internationalen Gesellschaft für Neue Musik. Als Verleger hat Pisk einige Messen des Renaissance-Komponisten Jacobus Gallus herausgegeben. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft musste Paul Amadeus Pisk 1936 in die USA emigrieren. Dort lehrte er an Universitäten in Kalifornien, Texas und Missouri. Zuletzt lebte er in Los Angeles, wo er 1990 starb. Pisk komponierte Orchesterwerke, Ballette, Kammermusik und Lieder und verfasste musiktheoretische Arbeiten.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Ex libris-Nachlese. "Spiegel unseres Schmerzes". Roman von Pierre Lemaitre (aus dem Französischen von Tobias Scheffel). Es liest Torben Kessler Gestaltung: Peter Zimmermann

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Margarethe Engelhardt-Krajanek: Wege aus der Sucht Gestaltung: Stephan Pokorny Sucht ist eine selbst gewählte Strategie, Glücksmomente zu erleben, die einem sonst scheinbar versagt bleiben. Oft versuchen Betroffene mit Hilfe des Suchtmittels, sich von Symptomen der Angst und Depression zu befreien. Die Droge füllt vermeintlich eine innere Leere aus, bis sie die Kontrolle über den Menschen übernimmt. Die Wege aus der Sucht sind steinig und werden von Rückfällen begleitet. Erfolgreich sind sie dann, wenn der inneren Leere ein Erleben von Sinnhaftigkeit entgegengesetzt wird.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Marie-Theres Himmler. Das CD-Debüt der Pianistin Lisa Maria Schachtschneider Clara Schumann, Tatjana Komarova, Fanny Hensel, Margrit Schenker und Elisabetta de Gamberini - mit Werken dieser fünf Komponistinnen präsentiert sich die deutsche Pianistin Lisa Maria Schachtschneider auf ihrem ersten Album "Feminae. The female in music". Ganz bewusst rückt sie dabei die Kompositionen von Frauen in den Mittelpunkt ihres Programms. Lediglich dem Werk von Clara Schumann stellt sie eines deren Mannes Robert zur Seite. Schachtschneider bezieht mit ihrer neuen CD nicht nur gesellschaftspolitisch Stellung, sondern beweist zudem künstlerische Vielfalt. Denn der Reigen an Kompositionen reicht über drei Jahrhunderte, vom Spätbarock bis in die Gegenwart.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

Über Künstliche Intelligenz in der Medizin. Gast: ao. Univ. Prof. Dr. Georg Dorffner, CeMSIIS, Zentrum für Medizinische Statistik, Informatik und Intelligente Systeme, Institut für Artificial Intelligence and Desicion Support an der Medizinischen Universität Wien. Moderation: Philipp Blom Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79 E-Mails an punkteins(at)orf.at Die künstliche Intelligenz ist dabei, die Medizin zu revolutionieren. Besonders Diagnosen werden immer öfter unterstützt von Systemen, die individuelle Testergebnisse mit Millionen von anderen vergleichen und daraus nicht nur zu einem Urteil kommen, sondern auch anhand anderer Krankheitsverläufe und Wahrscheinlichkeitsrechnungen Therapie-Empfehlungen geben. Diese Unterstützung ist wichtig und folgenreiche - die Potentiale der durch künstliche Intelligenz gesteuerten Medizin aber sind noch nicht ansatzweise ausgeschöpft und werfen grundlegende Fragen auf: Was ist die Rolle eines Arztes oder einer Ärztin, wenn immer mehr wichtige Entscheidungen von Systemen getroffen werden, die letztendlich undurchschaubar sind? Werden Menschen dadurch zu Handlangern der Maschinen oder zu den freundlichen Gesichtern einer anderen Intelligenz degradiert? Wie steht es mit den ethischen Implikationen verschiedener Behandlungen? Georg Dorffner ist Professor an der Medizinischen Universität Wien und beschäftigt sich intensiv mit der Rolle der künstlichen Intelligenz in seinem Fach. Im Gespräch mit Philipp Blom diskutiert er Vorurteile und Möglichkeiten, Gefahren und die immense Herausforderung, eine Verständigung zwischen Mensch und Maschine zu entwickeln, die den Patientinnen und Patienten wirklich nutzen kann. Möchten Sie einen Beitrag zu diesem Gespräch leisten oder Fragen stellen? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns: Sie erreichen uns telefonisch in der Sendung unter 0800 22 69 79 - kostenlos aus ganz Österreich - oder per E-Mail an punkteins(at)orf.at

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Andreas Brantelid, Violoncello; Concerto Copenhagen, Leitung: Lars Ulrik Mortensen (Aufgenommen am 26. September 2020 in der Queen's Hall der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen). Präsentation: Gerhard Hafner "Wir nutzen historische Instrumente und das, was wir als stilistische Konvention der Zeit annehmen, doch ich muss ganz deutlich sagen, dass es nicht unser Ziel ist, eine Kopie dessen zu liefern, was Händel oder Telemann vielleicht vorgesehen hatten. Darüber wissen wir nichts. Unser wichtigstes künstlerisches Ziel ist es, eine musikalische Welt unserer Zeit zu erschaffen, nicht ein Museum, sondern ein Klangbild, das für ein Publikum des 21. Jahrhunderts relevant und bewegend ist". Dieses Zitat stammt von Lars Ulrik Mortensen, der seit 1999 als künstlerischer Leiter für das Concerto Copenhagen verantwortlich zeichnet. Gegründet 1991 gehört das CoCo zu den aufregendsten und innovativsten Barockorchestern weltweit. Gemeinsam mit dem dänischen Cellisten Andreas Brantelid gab das Concerto Copenhagen am 26. September des Vorjahres ein Heimspiel in der "Queen's Hall". Bei diesem Konzert in der dänischen Hauptstadt standen Werke des "Sturm und Drang" im Mittelpunkt, in Noten gegossen von Carl Philipp Emanuel Bach und Wilhelm Friedemann Bach. "Sturm und Drang", diese Epoche der deutschen Dichtung dauerte nicht lange - vom Ende der 1760er bis zur Mitte der 1780er Jahre. Ob "Sturm und Drang" überhaupt auf die Musik angewendet werden kann, ist in der Forschung umstritten. Parallelen zur Literatur sind allerdings offensichtlich: deren exaltierter, ausdrucksstarker Sprache entsprechen in der Musik etwa auffällige theatralische Gesten, zerklüftete Melodien und expressive Harmonik. Neben Musik der beiden Bachbrüder erklangen Kompositionen von Georg Philipp Telemann und Joseph Haydn.

15.30 Uhr
Moment

Körpernahe Berufe zwischen Berufsverbot, Notmaßnahmen und verschärfter Hygiene. Seit Erlass der sogenannten 2. Covid 19-Maßnahmenverordnung sind körpernahe Dienstleistungen während des Lockdowns nicht erlaubt. Das betrifft Friseure, Masseure, Fußpfleger, Tätowierer, Kosmetik- und Nagelstudios. Seit Beginn der Pandemie waren diese Berufsgruppen vom ständigen Auf - und Zusperren betroffen, sie haben viel in Hygienemaßnahmen investiert, um den Kunden in der Zeit zwischen den Lock-Downs die größtmögliche Sicherheit zu geben. Für nicht wenige Menschen bedeutet der regelmäßige Friseurbesuch oder die monatliche Fußpflege auch, am sozialen Leben Teil zu haben und stellt einen wichtigen Teil des Wohlbefindens dar. Gestaltung: Marie-Claire Messinger Randnotizen: Kathrin Wimmer

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Wie intelligent sind Schweine? Grunz, grunz! Rudi besucht die Schweineforscherin Marianne Wondrak und die glückliche Freiluft-Schweineherde am Haidlhof in Niederösterreich. Marianne will herausfinden, wie Schweine die Welt verstehen und wie sie voneinander lernen. Sie ist überzeugt, dass Schweine Hunden in Punkto Intelligenz um nichts nachstehen. Das kann und will der Radiohund erst nicht so recht glauben - aber er erfährt Überraschendes über seine Tierkollegen. Rudi: "Im Erschnüffeln sind Schweine nicht so gut wie wir Hunde, oder? Oder gibt es etwa auch Such-Schweine?" Marianne Wondrak: "Ohja, es gibt Trüffelschweine, die kennst du vielleicht. Es gibt auch ein Drogensuchschwein. Also man kann den Schweinen das Suchen und Erschnüffeln schon beibringen. Aber sie sind eine bisschen dickschädliger als Hunde. Wenn sie keine Lust haben, dann machen sie nicht mit. Da kann man sie auch nicht motivieren. Vermutlich werden sie deswegen nicht so häufig für solche Arbeiten eingesetzt." Gestalterin: Johanna Steiner

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Passagen

Wie wollen wir leben? Zwischen Selbstoptimierung, Weltrettung und Gelassenheit. Johannes Kaup im Gespräch mit dem Philosophen Richard David Precht Mitschnitt aus dem Großen Sendesaal des RadioKulturhauses vom 2. März 2017. Bearbeitung: Robert Weichinger Wir wollen selbstbestimmt leben und wir wollen dazugehören. Wir wollen frei sein und geliebt werden. Zwischen diesen beiden Polen stellt sich die Frage nach einem guten Leben - die sich heute angesichts von riskanten und gefährlichen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft nicht mit einem neobiedermeierlichen Schrebergartenblick angemessen beantworten lässt. Allein schon deshalb nicht, weil uns gesellschaftliche Phänomene und globale Probleme zumindest indirekt immer mehr betreffen: von der Angst um die Fragilität der Beziehung bis zum Verschwinden des Arbeitsplatzes, vom gefährlichen Populismus bis zum rückwärtsgewandten Neo-Nationalismus, vom gefährlichen Klimawandel bis zum angsterzeugenden Terrorismus. Keine Frage: Viele Entwicklungen haben wir nicht selbst in der Hand. Es sind die großen Fragen der Philosophie, die der 1964 in Solingen geborene Denker Richard David Precht in einer durchaus frischen Art neu in den Blick nimmt. Precht, der seine Doktorarbeit über den Schriftsteller Robert Musil schrieb, zählt seit zehn Jahren zu den bekanntesten Philosophen im deutschen Sprachraum. 2007 wurde sein Buch "Wer bin ich - und wenn ja, wieviele?" zum Beststeller. Darin zeigt er sich als philosophischer Pfadfinder im Dschungel des unübersichtlich gewordenen Wissens über den Menschen. Zwei Jahre später erschien "Liebe: Ein unordentliches Gefühl", danach "Die Kunst, kein Egoist zu sein" und "Erkenne die Welt". Precht vermittelt philosophisches Wissen einem breiten Publikum und will es damit zum Selbstdenken anregen.

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner. Musikprojekte aus Österreich gehen neue Wege. Monsterheart, Mira Lu Kovacs und Ja, Panik Mit konzeptuellen Neuausrichtungen starten wir ins österreichische Pop-Jahr. Anna Attar alias Monsterheart hat nach Heirat und der Geburt ihres ersten Kindes ein neues musikalisches Umfeld: Aus dem Solo-Projekt wurde für Live-Auftritte eine Band - mit Judith Filimónova (Fijuka, Kids'n'Cats, Das Trojanische Pferd) am Bass und Raphaela Fries (PauT, Prater-WG, Satuo) am Schlagzeug. Ihr drittes Album heißt folgerichtig "The New". Auch Mira Lu Kovacs beginnt 2021 neu - nachdem sie 2019 ihr früheres Alter Ego Schmieds Puls abgelegt hat, wird sie unter eigenem Namen eine Platte herausbringen. Wir stellen daraus die neue Single "Stuck" vor. Und auch die Band Ja, Panik, die vom deutschsprachigen Musikfeuilleton lange Zeit als wegweisend gefeiert worden ist, hat nach einer siebenjährigen Pause die Platte "Apocalypse Or Revolution" angekündigt. Auch hier macht ein Single-Vorbote auf die für April geplante Veröffentlichung der in Berlin ansässigen Österreicher neugierig.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Politische Gewalt und Kommunikation von der Französischen Revolution bis heute mit: Dieter Reinisch, Historiker, National University of Ireland, Galway, und Webster Vienna Private University Gestaltung: Isabelle Engels Anschläge Rechtsextremer in Deutschland, islamistischer Attentäter in Europa, weißer Rassisten in den USA und islamistischer Gruppen wie Islamischer Staat und Al-Kaida im Nahen Osten und Afrika - Terrorismus hat viele Gesichter. Er wird von unterschiedlichen Akteuren ausgeübt und tritt in Formen und Kontexten auf. Obwohl zumeist mit staatsfeindlichen Gruppen in Verbindung gebracht, geht Terror in der modernen Geschichte zumeist von Staaten aus. Der Terror der Französischen Revolution ist die früheste und bekannteste Form des "Staatsterrorismus". Seit den 1870er-Jahren ist Terrorismus in mehreren Wellen aufgetreten. Die anarchistische Welle des 19. Jahrhunderts, war genauso wie die anti-kolonialen und linken Wellen des 20. Jahrhunderts nicht-staatlich geprägt. Seit den 1980er-Jahren tritt Terror überwiegend in Zusammenhang mit religiösen Zielen auf, so bei den Anschlägen evangelikaler Fundamentalisten in den USA oder den buddhistischen Radikalen in Südostasien. In den letzten Jahren entstand im Nahen Osten und Nordafrika eine neue Form des Terrorismus, indem versucht wurde, halbstaatliche Einheiten durch islamistische Gruppen wie IS und al-Shabaab in Somalia zu etablieren. Mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 begann sich die wissenschaftliche Erforschung des Terrorismus zu etablieren. Terrorismus ist heterogene Gewalt - ausgeführt oder angedroht - um politische Ziele durchzusetzen. Er ist eine Form der politischen Kommunikation, denn Terroranschläge richten sich an ein breites Publikum in der Hoffnung, politische Ziele zu transportieren. Als eine Unterkategorie der Kriegsführung versucht er mittels breiterer gewaltsamer und nicht-gewaltsamer Kampagnen an politischem Einfluss für seine Akteure zu gewinnen und bestehende Machtbeziehungen zu verändern. Ein Blick auf die Entstehung und Entwicklung des Terrorismus seit dem Ende des 18. Jahrhunderts lässt seine Gefahren für die heutige Gesellschaft besser einschätzen.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Eine Sendung über ein totgeschwiegenes Kapitel der Wissenschaftsgeschichte, das bis heute Folgen hat. Gestaltung: Julia Amberger Der Nobelpreisträger Robert Koch galt als einer der Pioniere der Infektionsmedizin, seine Leistungen werden bis heute anerkannt - das renommierte deutsche Robert-Koch-Institut, das in Zeiten der Pandemie die gesundheitspolitische Richtung vorgibt, ist nach dem Mediziner und Mikrobiologen benannt. In den europäischen Kolonien in Afrika aber agierte Robert Koch skrupellos. Im Dienst der Kolonialökonomie zwang er zu Beginn des 20. Jahrhunderts kranke Menschen in Konzentrationslager und testete an ihnen mit brutalen Methoden Gegenmittel gegen Tropenkrankheiten aus. Auch andere renommierte Tropenmediziner experimentierten mit Medikamenten herum, bevor sie in Europa auf den Markt kamen. Den Tod von hunderten von Menschen nahmen sie billigend in Kauf. Die Folgen sind bis heute spürbar: Noch immer kursieren Geschichten von medizinischer Ausbeute in Afrika; die Skepsis gegenüber der Covid-Impfung ist in Afrika und auch unter Afroamerikanern besonders groß. Viele sind überzeugt, dass auch heute noch medizinethische Standards in Afrika verletzt werden.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Die Potenz der Evidenz Corona als Bewährungsprobe für die Wissenschaft Von Lukas Wieselberg Abstand halten, Masken tragen, Hände desinfizieren: Die Coronavirus-Pandemie hat unser Verhalten verändert. Begründet werden die Maßnahmen mit Kurven, die besser nicht exponentiell ansteigen, und Studien, die manchmal noch nicht veröffentlicht wurden - und ganz allgemein mit wissenschaftlicher Evidenz. Das Virus fordert nicht nur die Gesundheitssysteme heraus, sie ist auch zu einer Art Crashkurs in Sachen Wissenschaftstheorie geworden. Schien es zu Beginn der Pandemie noch einen Konsens "der Wissenschaft" zu geben, hat sich dieser spätestens im Sommer aufgelöst. Beispielhaft dafür waren das medial ausgeschlachtete Virologen-Duelle "Drosten vs. Streeck" oder vermeintliche Strategie-Unterschiede wie "Lockdown vs. Herdenimmunität". Dass Zweifel und Dissens zur Grundausstattung der Wissenschaft gehören, ist für viele eine ernüchternde Einsicht. Und Demagogen und Populisten machen davon genüsslich Gebrauch. Wie vielleicht nie zuvor stehen die Wissenschaften heute im Zentrum der Aufmerksamkeit - eine Bewährungsprobe nicht nur in epidemiologischer Hinsicht.

19.30 Uhr
On stage

Yasmo die Klangkantine 2017 im Wiener RadioKulturhaus Anno 2014 erfand sich Yasmin Hafedh alias Yasmo mit Bläserbesetzung neu, seither tourt die wortgewaltige Wiener Spoken-Word-Poetin als Yasmo die Klangkantine mit einer groovigen, neunköpfigen Jazzband unter der Leitung von Gitarrist Ralph Mothwurf durch die Lande. Am 6. Oktober 2017 präsentierten Yasmo die Klangkantine im Rahmen ihrer "Tausend Liebe"-Tour das Programm des ersten, selbstbetitelten Albums im Großen Sendessaal des Wiener RadioKulturhauses. Gewitzt, fundiert, virtuos rappte die Wortschmiedin über Feminismus, Rassismus und allerlei Hürden, die das Beziehungsleben, aber auch das Künstlerinnendasein in der Männerwelt der Musik mitunter so bereithält. Nicht nur der 1980er-Jahre-Songtitel "Girls Just Wanna Have Fun" wurde da mit manch ironischem Fragezeichen versehen. - Marlene Schnedl präsentiert das vom Publikum mit Begeisterung aufgenommene Konzert. Gestaltung: Marlene Schnedl

21.00 Uhr
Ex libris

Bücher, Menschen, Themen

21.55 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1. rétrospective: Heiller, Sauseng, Maierl Gestaltung: Stephan Pokorny Die Wiener Chorvereinigungen coro siamo und Chorus viennensis nahmen den 60. Geburtstag des Komponisten Wolfgang Sauseng zum Anlass, den Musikstücken Sausengs Kompositionen seines Lehrers Anton Heiller - einer der bedeutendsten österreichischen Kirchenmusiker der Nachkriegszeit - und seines Schülers Florian Maierl gegenüberzustellen. Entstanden ist ein Porträt mehrerer Generationen österreichischer Chormusikschaffender, an dem Progression und Kontinuität im Bereich der Vokalkomposition gleichermaßen abzulesen sind. Mit dem Coro siamo, dem Chorus Viennensis und Cornelius Obonya.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Schutzschild und Abwehr. Das menschliche Immunsystem (1). Gestaltung: Sabine Nikolay Lust auf Literatur. Die Radiokolleg Bücher-Box zum Thema "Lesen" (1). Gestaltung; Julia Reuter The Base, Chronopop, Dives, Der Nino aus Wien (2). Gestaltung: Sabine Nikolay, Thomas Mießgang, Alexandra Augustin, Stefan Niederwieser

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Drei Radiokonzerte vom Huddersfield Contemporary Music Festival 2020 Auch für das traditionsreiche Huddersfield Contemporary Music Festival im englischen West Yorkshire war im Pandemiejahr 2020 notgedrungen alles anders: Das umfangreiche geplante Programm musste auf das Eröffnungswochenende Mitte November zusammenschrumpfen und sich zudem von Livekonzerten vor Publikum auf virtuelle Teilnahme verlegen. Aber schon lange vor Internet und Streaming gab es eine wohlerprobte Möglichkeit, Musik all jenen Neugierigen ins Haus zu liefern, die eben nicht vor Ort mit dabei sein können: das Radio. Drei Konzerte wurden von der BBC live übertragen und mitgeschnitten, zwei davon aus der St Paul's Hall der Universität Huddersfield, der "geistigen Heimat" des Festivals, wie dessen künstlerischer Leiter Graham McKenzie betont. Mit auf dem Programm: zwei Uraufführungen von James Dillon zu dessen 70. Geburtstag, der nun vollendete vierteilige Zyklus "Pharmakeia" mit der London Sinfonietta unter Geoffrey Paterson sowie das Klavierstück "Echo the Angelus" für und mit Noriko Kawai. Weitere Novitäten und UK-Erstaufführungen der jüngeren Generation stellten das Explore Ensemble, das GBSR Duo (Klavier und Schlagzeug) und die Klarinettistin Heather Roche vor. Gestaltung: Walter Weidringer

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Helene Breisach dazw. 03:00 Uhr Nachrichten